Uwe Barschel (* 13. Mai 1944 in Glienicke/Nordbahn; † 11. Oktober 1987 in Genf) war ein deutscher Politiker (CDU). Er war von 1982 bis 1987 Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein. Nach einem Skandal während des Landtagswahlkampfs wurde Barschel am 11. Oktober 1987 im Hotel Beau-Rivage in Genf tot aufgefunden, die Umstände sind bis heute nicht aufgeklärt worden.
Aus der am 7. Juli 1973 mit Freya von Bismarck (* 3. März 1947 in Reinbek) in Aumühle geschlossenen Ehe gingen vier Kinder hervor.
Darüber hinaus war Barschel im Vorstand der Hermann-Ehlers-Stiftung tätig, er fungierte als Präsident der Stiftung Herzogtum Lauenburg und er war Landesvorsitzender des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Barschel veröffentlichte neben seiner politischen Tätigkeit zahlreiche Schriften zum öffentlichen Recht und zur politischen Wissenschaft. So zählen unter anderem die folgenden Titel zu seinem Werk: "Kommentar zur Landessatzung für Schleswig-Holstein" (1976) und „Die Staatsqualität der deutschen Länder“ (1981).
Von 1971 bis zu seinem Tode war Barschel Mitglied des Landtages von Schleswig-Holstein.In der Zeit von 1971 bis 1973 war Barschel als Parlamentarischer Vertreter des Kultusministers und Regierungsbeauftragter für Jugend und Sport tätig. Hier war er von 1973 bis 1979 Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion.
Nachdem Gerhard Stoltenberg am 4. Oktober 1982 zum Bundesminister der Finanzen in der von Bundeskanzler Helmut Kohl geleiteten Bundesregierung ernannt worden war, wurde Barschel am 14. Oktober 1982 als sein Nachfolger zum Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein gewählt.
Bei den Landtagswahlen 1983 konnte die CDU unter seiner Führung mit 49,0 Prozent der Stimmen die absolute Mandatsmehrheit verteidigen, obwohl die SPD auf 43,7 Prozent zulegte.
1985 war Barschel Gründungsmitglied und Mitinitiator des seit 1986 jährlich stattfindenden, über die Landesgrenzen hinaus beachteten Schleswig-Holstein Musik Festivals, bei dessen Gründungsveranstaltung der Politiker an der Aufführung des Karneval der Tiere von Saint Saens neben den Musikern um Hauptinitiator Justus Frantz selbst als Erzähler mitwirkte.
Am 31. Mai 1987, kurz vor Beginn des Wahlkampfs für die Landtagswahl 1987, überlebte Barschel als einziger einen Flugzeugabsturz auf dem Flughafen Lübeck-Blankensee nur knapp. Das Flugzeug musste um in Lübeck zu landen, je nach Windrichtung kurzzeitig über DDR-Gebiet im Queranflug fliegen. Das Klein-Flugzeug ist bei der Landung abgestürzt und Barschel war der einzige Überlebende.
Die CDU verlor bei der Landtagswahl ihre absolute Mehrheit und wurde mit 42,6 Prozent der Stimmen nur noch zweitstärkste Kraft hinter der SPD, die 45,2 Prozent der Stimmen erzielen konnte.
Wegen der ungeklärten Affäre wurden die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und FDP zu Sondierungsgesprächen herabgestuft. Die FDP betonte „mit der CDU zu verhandeln“, nicht mit Uwe Barschel. Auf Grund zunehmenden Drucks aus seiner Partei trat Barschel schließlich am 2. Oktober 1987 als Ministerpräsident zurück. Die Landesregierung wurde daraufhin kommissarisch von seinem bisherigen Stellvertreter Henning Schwarz geleitet.
Aus Zweifel an der Selbstmord-Version und auf Betreiben der Barschel-Familie hat die Lübecker Staatsanwaltschaft im Jahre 1995 ein „Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen Verdachts des Mordes an Dr. Dr. Uwe Barschel“ eingeleitet. Die Ermittlungen wurden jedoch 1998 auf Weisung der Generalstaatsanwaltschaft in Schleswig eingestellt. Oberstaatsanwalt Heinrich Wille bejahte allerdings weiterhin den Anfangsverdacht für Mord.
Auch eine nicht von Barschel stammende Fußspur im Hotelzimmer spricht dafür, dass Barschel zum Zeitpunkt seines Todes nicht allein war.
Victor Ostrovsky, ein Ex-Mossad-Agent behauptet, dass der israelische Geheimdienst hinter der Ermordung Barschels stecke, weil dieser die Abwicklung eines israelisch-iranischen Waffengeschäft über Schleswig-Holstein nicht genehmigte, welches 1987 über Deutschland abgewickelt wurde. *
Mann | Deutscher | CDU-Mitglied | Landesminister (Schleswig-Holstein) | Ministerpräsident (Schleswig-Holstein) | Geboren 1944 | Gestorben 1987
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