Utopia ist der Titel eines in lateinischer Sprache geschriebenen Romans, den Thomas Morus 1516 verfasst hat und in dem er eine ideale Gesellschaft darstellt. Der Buchtitel prägte den Begriff „Utopie“.
Rahmenhandlung des Romans sind die Erzählungen eines Seemannes, der eine Zeit lang bei den Utopiern gelebt haben will. Der Roman beschreibt eine auf rationalen Gleichheitsgrundsätzen, Arbeitsamkeit und dem Streben nach Bildung basierende Gesellschaft mit demokratischen Grundzügen. In der Republik ist aller Besitz gemeinschaftlich, Anwälte sind unbekannt, und unabwendbare Kriege werden bevorzugt mit ausländischen Söldnern geführt.
Thomas Morus kreierte zwar eine „neue These“; dabei stützt er sich aber auf Platon ("Politeia", "Nomoi"), Cicero u.a. Gelehrte vor ihm. Neueren Forschungsarbeiten zu Folge soll es sich bei Morus' Werk um eine satirische Darstellung handeln, deren Ziel die Herabwürdigung des platonischen Gerechtigkeitsbegriffs war. Argumentiert wird damit, dass Morus z.B. bezüglich Gemeineigentum mehrere Gegenargumente des Aristoteles benutzt, ohne dass dem adäquate Erwiderungen entgegenstünden.
Das Buch war so prägend für die spätere Literatur, dass man fortan jeden Roman, in dem eine erfundene, positive Gesellschaft dargestellt wird, als Utopie oder utopischen Roman bezeichnete. Bedeutende Utopien nach Utopia waren A Modern Utopia von H. G. Wells, Ecotopia von Ernest Callenbach und Dinotopia von James Gurney. Das Genre des utopischen Romans wird heute oft als Bereich der Science-Fiction aufgefasst. (Siehe auch Zukunftsliteratur)
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