Uster ist eine politische Gemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Bezirks des Kantons Zürich in der Schweiz.
Die Bedeutung der Stadt Uster ist mit dem Bau des S-Bahn-Netzes des Zürcher Verkehrsverbunds stark gewachsen.
In Uster selbst stehen den Reisenden 7 lokale und 6 regionale Buslinien zur verfügung.
Der Greifensee ist durch die Schiffslinie Uster–Maur ebenfalls öffentlich erschlossen.
Ebenfalls überregional bekannt sind die zehn Bahnübergänge welche mehr als 40 Minuten in der Stunde geschlossen sind. Als einzige Alternative dazu befindet sich vor dem Feuerwehr-Depot eine Unterführung. Dies führte in den Achzigerjahren zum sarkastischen Slogan: "Uster - Die lebendige Stadt hinter der Barriere".
Die im Norden angrenzende Oberlandautobahn (A53) erschliesst die Stadt mit drei Abgängen, welche ausserhalb der Stadt in die drei Hauptverkehrsachsen münden.
Neben der Kantonspolizei und Seepolizei besitzt Uster eine eigene Stadtpolizei, welche die Ordnung in der Stadt und die Sicherheit der Bevölkerung gewährleistet.
Das Schwerpunktspital Uster bietet über 135'000 Einwohnerinnen und Einwohnern des oberen Glatttales und des Zürcher Oberlandes eine medizinische Versorgung.
Neben dem Sportgelände Buchholz, welches Sportstadion, Sporthalle, Hallenbad, Reitanlage mit Halle, Tennis-, Squash- & Badmintonplätze, sowie Boccia- und Minigolfbahnen beheimatet, bietet die Stadt auch zwei Freibäder.
Der ursprüngliche Kern von Uster ist das heutige Oberuster (im Bereich der "Insel"). Es kreuzten sich dereinst dort die Römerwege vom Glatttal zum Oberland (dem Aabach entlang) und von Winterthur zum Zürichsee. Auf dieser Insel, die auf der einen Seite noch heute vom Aabach und auf der anderen Seite von einem künstlichen Kanal (heute die Strasse) eingefasst ist, stand die erste Mühle. Sie wurde später etwas nach Süden und auf die andere Kanalseite verlegt, wo sie heute noch - eher unscheinbar - steht (das Mühlerad existiert nicht mehr).
So stammt der Name "Uster" dann auch von diesem Bach ab. Aus dem alemannischen "Oster-Aa" ("Wilder Bach") wuchs "Osterach" und schliesslich "Uster". In den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden in Oberuster Grabstellen entdeckt, welche diese Siedlungen bekunden.
Grosse Teile der Ländereien um Oberuster gehörten zum Kloster Rüti. Der Ortskern selber aber gehörte zum grössten Teil freien Bauern, was zu jener Zeit unüblich war.
Im Jahr errichteten die Herren von Winterthur mitten im Gebiet des Grafen von Rapperswil die Burg, welche sich heute als Wahrzeichen über der Stadt erhebt. Dadurch, dass Land und Burg unterschiedlichen Herren gehörten, bildete sich in Uster kein eigentlicher Altstadtkern; einzig im Gebiet der heutigen Zentralstrasse liessen sich ein paar Handwerker nieder, aber ansonsten wurde der dörfliche Charakter bewahrt.
Die Geschichte der Baumwollspinnerei und der industriellen Revolution in Uster und im Zürcher Oberland kann heute anhand des Industrie-Lehrpfades an 49 Objekten zwischen Uster und Bauma eindrücklich nacherlebt werden.
Anfang des 19. Jahrhunderts erlangte das Dorf durch die zunehmende Industrialisierung mehr und mehr Bedeutung und zählte mit dem Zürcher Oberland zu den am dichtesten industrialisierten Gegenden Europas. 1830 forderten am Tag von Uster (22. November), 10'000 Landbewohner mehr demokratische Rechte, einen Rücktritt der alten Gewalten und die Ausarbeitung einer neuen Verfassung. Dies war der erste Schritt zu einem modernen Kanton Zürich. 1831 wurde als Ergebnis des Ustertages eine neue Verfassung auf Basis der Volkssouveränität, der Gewaltentrennung und der Gleichberechtigung der Landbewohner, sowie Presse- und Gewerbefreiheit im Kanton Zürich eingeführt.
1832 geriet Uster in die Schlagzeilen, als am 22. November, enttäuscht über nicht eingehaltenen Versprechen der Regierung, Heimweber die Fabrik der Firma Corrodi & Pfister, mit den ersten mechanischen Webstühlen aus Angst um ihre Arbeitsplätze niederbrannten. Gegen fünfzig Beteiligte an dieser Tat wurden daraufhin zu Ketten- und Gefängnisstrafen von bis zu 24 Jahren verurteilt. Dieses Ereignis ging später als Der Brand von Uster bzw. Usterbrand in die Geschichtsbücher ein. Die Tat ist das bekannteste Beispiel eines Maschinensturms in der Schweiz.
Uster_um_1900.jpgZu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt Uster eine Strassenbahn (Uster-Oetwil-Bahn), welche später die Zürich-Romanshorn-Bahn ergeben sollte. Am 1. Oktober 1949 fuhr die Bahn zum Letzten Mal die Strecke Uster-Oetwil und wurde danach durch Autobusse ersetzt.
Trauriges Aufsehen erregte ein schwerer Unfall am 9. Mai 1985, als gegen 20.25 Uhr im Hallenbad Uster die Stahlanker der untergehängten Decke aufgrund von Spannungsrisskorrosion versagten. 12 Personen starben, 19 wurden verletzt. Der verantwortliche Ingenieur hatte die aggressive Natur von chlorgasgeschwängerter warmer und feuchter Luft unterschätzt (s. a. Spannungsrisskorrosion).
In letzter Zeit wird auch viel darüber berichtet, dass noch viele andere Konzerte im Jazzcontainer über die Bühne gehen. So trat im Jahre 2005 der bekannte Schweizer HipHoper Bligg und Lexx dort auf. Und auch sonst bildet sich langsam eine stetig wachsende Jugendkultur heraus.
Auch im Bereich der klassischen Musik gibt es in Uster ein reges Konzertleben: Neben den Konzerten der Kulturgemeinschaft Uster (KGU) beleben verschiedene Konzertreihen das Kulturleben der Landstadt am Greifensee. Hier gilt es das Orgelfestival Uster mit den fünf Orgelkonzerten im Spätsommer, die Reihe "must" - Musiker aus Uster für Uster, das PAM - Platz für andere Musik sowie die Reihe "Sonntagskonzerte" der reformierten und der katholischen Kirchgemeinde zu erwähnen.
Eisenbahnfreunde dürften sich für die wieder instandgestellte "Lokremise" von 1857 interessieren. Dieses Gebäude mit fünf Lokständen, welche um eine Drehscheibe angeordnet sind, ist die älteste Ringsegmentremise der Schweiz, die Genossenschaft Lok-Remise Uster betreut das Ensemble in enger Zusammenarbeit mit dem Kanton Zürich. Seit 1995 dient das Gebäude dem Dampfbahnverein Zürcher Oberland als Remise und Werkstatt für die Dampflokomotiven.
Auch die 1977 stillgelegte Brauerei "P. Bartenstein AG" ("Uster Bräu") ist einen Besuch wert.
Im Jahr 1998 fanden in Uster die offizielle Halbmarathonweltmeisterschaften statt.
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