Uslar city hall01.jpg
Die Kleinstadt Uslar (auch genannt „das Tor zum Solling“, „Sollingmetropole“ oder „die Stadt der Ilse-Möbel“) hat den Status einer Stadt und liegt im südlichen Weserbergland im Herzen Deutschlands, genauer in einem waldreichen Becken im südwestlichen Teil des südniedersächsischen Landkreises Northeim (ehem. Regierungsbezirk Braunschweig).
Etymologie (Namensherkunft)
Der Ortsname leitet sich von „Üsselar“ (?) ab, was „
Lager am
kalten
Wasser“ bedeutet und womit der durch Uslar fließende
Bach Ahle gemeint ist. Frühere Schreibweisen waren u.a. Usler, Üsler, Usseler und Uslaria.
Einer anderen Version zufolge leitet sich der Ortsname von einem Bach namens Üsselbeke ab.
Geografie
Geografische Lage
Größere
Städte im Umkreis Uslars sind
Göttingen im
Südosten (34
km per Straße, ca. 26 km Luftlinie),
Kassel im
Süden,
Holzminden sowie
Höxter im (
Nord-)
Westen (alle gut per
Kfz erreichbar). Uslar grenzt im
Norden an den
Solling als Teil des
Naturparks Solling-Vogler, eines der größten zusammenhängenden
Waldflächen und
Mittelgebirge Niedersachsens (gemeindefreies Gebiet). Das
Dreiländereck Niedersachsen/
Hessen/
Nordrhein-Westfalen am äußersten
nordwestlichen Ortsrand von
Bad Karlshafen ist ca. 25
km in
westlicher Richtung entfernt und der Oberlauf des Flusses
Weser in der Nachbargemeinde
Bodenfelde ca. 12
km ebenfalls in
westlicher Richtung.
Bis zur Kreisstadt Northeim im Nordosten sind es ca. 36 km per Straße (ca. 26 km Luftlinie), bis zur Landeshauptstadt Hannover im Norden ca. 120 km und bis zur Bundeshauptstadt Berlin im Nordosten ca. 350 km.
Geologie
Die Kernstadt Uslar liegt in dem in das
Buntsandgewölbe des
südlichen Sollings eingesenkten Sedimentfall und 8,28 km² großen Naturraum Uslarer
Becken (Nr.: 370.2; Haupteinheit Nr. 370:
Solling, Haupteinheitengruppe Nr. 37: Weser-Leine-Bergland). Uslar liegt somit bereits im Mitteldeutschen Gebirgsland.
Die Beckenlandschaft rund um die Kernstadt ist dank der Lössböden sehr fruchtbar und weist hügeligen, sehr ländlichen Charakter mit vielen Laub- und Nadelwaldflächen und Bachläufen auf.
Wasserläufe in und um Uslar sind u.a. die Schwülme, die Ahle, der Martinsbach, der Katzbach, der Mühlen- und Hüttengraben sowie der Rehbach.
Vom Westen über den Norden bis in den Osten Uslars erstreckt sich das Waldgebiet des Sollings. Im Südosten Uslars liegt der Bramwald und im Südwesten der Reinhardswald. Fichten und Buchen dominieren die Wälder.
Nachbargemeinden
Angrenzende bzw. benachbarte Gemeinden sind im Uhrzeigersinn die
Städte Moringen und
Hardegsen (alle
Landkreis Northeim), der Flecken
Adelebsen und die Stadt
Hann. Münden (nur knapp 1 km Grenzlinie) (beide
Landkreis Göttingen), die Gemeinden
Oberweser und
Wahlsburg (beide
Landkreis Kassel) sowie das direkt dem Landkreis Northeim unterstellte
gemeindefreie Gebiet Solling. Dadurch grenzt Uslar indirekt an den
Flecken Bodenfelde, die Stadt
Dassel (beide Landkreis Northeim), die Stadt Bad Karlshafen (Landkreis Kassel), die Stadt
Beverungen (Kreis Höxter, Ortsteil Würgassen), die
Samtgemeinde Boffzen (Ortsteile
Lauenförde und
Derental), die Stadt
Holzminden (Ortsteil Neuhaus i.S.) sowie die Gemeinde Stadtoldendorf (alle
Landkreis Holzminden).
Obwohl man auch direkte Grenzen zur Stadt Einbeck (Landkreis Northeim) bzw. zur Gemeinde Niemetal (Landkreis Göttingen) vermuten könnte, existieren diese nicht.
Stadtgliederung
Uslar besteht aus insges. 19 Ortsteilen:
| Name
| Einwohner (Datum)
| Fläche (km²)
| Vorwahl
| -
| Ahlbershausen | 173 (31. Dezember 2005) | | 05571
| -
| Allershausen | 647 (31. Dezember 2005) | | 05571
| -
| Bollensen | 520 (31. Dezember 2005) | | 05571
| -
| Delliehausen | 569 (31. Dezember 2005) | | 05573
| -
| Dinkelhausen | 397 (31. Dezember 2005) | | 05571
| -
| Wappen_Eschershausen_(Uslar).jpg Eschershausen | 514 (31. Dezember 2005) | | 05571
| -
| Fürstenhagen | 392 (31. Dezember 2005) | | 05574
| -
| Gierswalde | 427 (31. Dezember 2005) | | 05573
| -
| Kammerborn | 290 (31. Dezember 2005) | | 05571
| -
| Offensen | 371 (31. Dezember 2005) | | 05506
| -
| Schlarpe | 503 (31. Dezember 2005) | | 05573
| -
| Schönhagen | 1.099 (31. Dezember 2005) | | 05571
| -
| Schoningen | 965 (31. Dezember 2005) | | 05571
| -
| Sohlingen | 665 (31. Dezember 2005) | | 05571
| -
| Wappen Uslar.jpg Uslar (Verwaltungssitz) | 6.027 (31. Dezember 2005) | | 05571
| -
| Vahle | 282 (31. Dezember 2005) | | 05571
| -
| Verliehausen | 413 (31. Dezember 2005) | | 05571
| -
| Volpriehausen | 1.228 (31. Dezember 2005) | | 05573
| -
| Wiensen | 632 (31. Dezember 2005) | | 05571
| -
|
Eine Besonderheit stellt das südlich gelegene und zu Uslar gehörende Dorf Fürstenhagen dar. Es ist zu ca. 3/4 vom hessischen Landkreis Kassel und zu ca. 1/4 vom niedersächsischen Landkreis Göttingen umschlossen. Fürstenhagen ist somit eine Exklave des Landkreises Northeim und der Stadt Uslar. Regulär ist das Dorf nur über das hessische, zur Gemeinde Oberweser gehörende Dorf Heisebeck zu erreichen. Vom Landkreis Göttingen aus führen des weiteren einige für den öffentlichen Verkehr gesperrte Waldwege nach Fürstenhagen.
Auch wenn die Kernstadt selbst nicht in Stadtteile gegliedert ist, so wird dennoch unterschieden zwischen: Innenstadt, Ilsesiedlung, Kleines Feld, Rotenberg, Gänsekopf (eigentlich zu Allershausen), Eichhagen, Unterhütte, Wiesenstraße, Auschnippe, schwarze Erde, Kupferhammer, Postberg, westliches Industriegebiet, Ziegenbusch (diese Liste ist nicht vollständig). Die Namen resultieren meist aus den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten oder aus Straßennamen.
Ferner wären noch das Rittergut Reitliehausen (im Westen der Kernstadt), Donnershagen (zu Eschershausen), Haje (ehemals eigenständiges Dorf, nun zu Delliehausen), der Knobben, das Gut Steimke (zu Wiensen), Meinte (Ostteil Eschershausens), Langental (zu Dinkelhausen) sowie Steinborn (zu Schönhagen) zu nennen.
Der im Norden gelegene Uslarer Ortsteil Eschershausen im Ital ist nicht mit der Stadt Eschershausen am Ith nordöstlich von Holzminden zu verwechseln. Das Dorf Allershausen ist nicht mit der Gemeinde Allershausen nördlich von München an der Bundesautobahn A9 zu verwechseln. Sohlingen ist nicht mit der für seine Klingen bekannten Stadt Solingen im Rheinland zu verwechseln. Es existieren in Deutschland auch mehrere Dörfer mit dem Namen Fürstenhagen und Schönhagen. Insbes. in der Verwaltungsgemeinschaft des im thüringischen Eichsfeld liegenden Uder gibt es sowohl ein Fürstenhagen wie auch ein Schönhagen. Fürstenhagen ist ebenfalls der Name eines Stadtteils von Hessisch Lichtenau. Ferner gibt es auch ein zweites Bollensen in der Gemeinde Wieren der Samtgemeinde Wrestedt.
Klima
Bioklimatisch herrscht im Uslarer Raum ein
Belastungs- und
Übergangsklima vor.
Geschichte
Erste
Besiedlung in der jüngeren
Steinzeit durch Hackbauern.
Die heutige Kernstadt wurde schriftlich erstmalig um 1006/1007 als „husleri“ in den Corveyer Traditionen im Rahmen einer Schenkung erwähnt. Im 13. Jahrhundert, als Uslar bereits zum Herzogtum Sachsen, genauer zu dessem Teil Engern, gehörte und sich versch. Lehnsherren in der Herrschaft über Uslar abwechselten, folgt dann die Erwähnung einer Burg nach der sich die Freiherren „von Uslar“ nannten („(von) Uslar“ als Familienname existiert in der Gegend um Göttingen, in ganz Deutschland und auch im spanischsprachigen Teil Südamerikas - bis heute, siehe dazu in der Begriffserklärung). Diese wurden dann in der zweiten Jahrhunderthälfte erstmalig mit Albrecht I von Braunschweig durch die Welfenherzöge aus Braunschweig siegreich verdrängt. Nach der Zerschlagung Sachsens war Uslar dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg, genauer dessem zugehörigen Herzogtum Braunschweig-Göttingen bzw. später Braunschweig-Calenberg, angehörig. Im Jahre 1559 begann Erich II von Braunschweig-Göttingen damit, in Uslar das Schloss Freudenthal im Stil der Weserrenaissance errichten zu lassen, in dem auch zeitweilig residiert wurde. Es brannte jedoch nach einem Blitzeinschlag 1612 ab (dessen Grundmauern sind heute noch im südwestlich der Innenstadt gelegenen Schlosspark erkennbar). Als Folge davon und der Kriege in dieser Epoche (z.B. der Dreißigjährige Krieg), verlor Uslar dann seine Bedeutigkeit.
Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Uslar dann dem Kurfürstentum Hannover (immer noch von Welfen regiert), genauer dem Fürstentum Göttingen, als Nachfolger des Herzogtums Braunschweig-Calenberg an. Als Folge der französischen Revolution kam Uslar jedoch bald als Teil dieses Fürstentums zum Departmenent Leine des Königreichs Westfalen, einem französischen Vasallenstaat (zeitweise von Napoleon regiert). Nach dem Wiener Kongress war Uslar dann dem neu gebildeten Königreich Hannover angehörig, welches wieder von Welfen regiert wurde. 1819 fiel ca. ein Drittel der heutigen Innenstadt einem Großbrand zum Opfer. Ab 1866 war Uslar aufgrund der verlorener Souveränität Hannovers der neu gebildeten preußischen Provinz Hannover angehörig, womit die Welfenherrschaft endete.
Es existierte früher sogar der Kreis Uslar, dessen Kreisstadt Uslar war. Dieser wurde am 01. April 1885 gegründet, ging im Zuge der Gebietsreform der preußischen Provinz Hannover aus dem Amt Uslar hervor und gehörte dem Regierungsbezirk Hildesheim an. Er hatte knapp 349 km² und umfasste die heutigen Gemeinden Uslar, Bodenfelde und Adelebsen sowie die heutigen Holzmindener Stadtteile Neuhaus i.S. und Silberborn als auch das im Landkreis Holzminden liegende Lauenförde. Anfang des 20. Jahrhunderts wohnten ca. 10.000 Einwohner im Kreisgebiet. Der Kreis Uslar wurde am 01. Oktober 1932 dem Kreis Northeim mit Verwaltungssitz Northeim eingegliedert. Die rechte Hälfte des Uslarer Kreiswappens und insbes. der dortige Löwe - das Wappentier der Welfen, die wie beschrieben lange Zeit u.A. über Uslar herrschten - wurde später (22. Juli 1948) in das Wappen des Landkreises Northeim übernommen. Das silberne Geweih auf blauem Hintergrund in der linken Hälfte des Uslarer Kreiswappens entspricht dem Wappen der 1325 ausgestorbenen Grafen von Dassel und wird auch im Schönhagener Wappen verwendet.
Im Dritten Reich war Uslar Teil des Reichsgaus Süd-Hannover. Nach dem Einmarsch amerikanischer Truppen in den Altkreis Uslar im Zweiten Weltkrieg am 8. April 1945 wurde kurze Zeit später auf Befehl des amerikanischen Ortskommandanten das heutige Albert-Schweitzer-Krankenhaus gegründet (das Krankenhaus fand schließlich 1952 im ehemaligen Haus des Reichsarbeitsdiensts an der St. Johanniskirche ein Heim). Schon im Juli wurde Uslar aber an die britische Verwaltung übergeben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Zahl der Einwohner Uslars durch Flüchtlinge und Vertriebene um mehr als die Hälfte auf mehr als 6.000 an. Uslar liegt seit 1946 im dann neu gebildeten Bundesland Niedersachsen. Am 1. März 1974 wurde schließlich die heutige Gemeinde Uslar gebildet.
Wissenswertes
- Vor der heutigen Stadtverwaltung befand sich auf dem Parkplatz Graftplatz Ende des 19. Jahrhunderts/Anfang des 20. Jahrhunderts ein Kriegerdenkmal. Die Stadtverwaltung war damals die „Neue Schule“ (die „alte Schule“ befand sich in der Nähe des heutigen Heimatmuseums).
- Das Haus an der Kreuzung Lange Straße/Kurze Straße war Anfang des 20. Jahrhunderts das kaiserliche Postamt (seit dem 18. Jahrhundert wird Uslar regulär vom Postdienst bedient)
- Die Sparkasse und landwirtschaftliche Winterschule befand sich noch Mitte des 20. Jahrhunderts in dem Haus oberhalb der ehemaligen Postfiliale an der Bahnhofstraße.
- Die Mühlenstraße hatte bis in die 1950er Jahre eine alleeartige Baumbepflanzung, wie Anfang des 20. Jahrhunderts auch der untere Postberg.
- Der Neustädter Platz war Anfang des 20. Jahrhunderts ein Park mit offenem Wasserlauf des Martinsbachs.
Religionen
Die Bevölkerung ist stark mehrheitlich
evangelisch-
lutherischer Konfession (siehe dazu
Kirchenkreis Leine-Solling). Es existieren im Stadtgebiet
Kirchen versch.
Konfessionen (evangelisch-lutherisch, katholisch, neuapostolisch, evangelisch-freikirchlich) und in vielen Dörfern Kapellen.
Eingemeindungen
Am 01. Juli
1968 wurde Allershausen mit Uslar unter Aufgabe seines Dorfnamens vereinigt. Die am 01. März
1974 inkraft getretene
niedersächsische Gemeindereform bewirkte die
Eingemeindung der weiteren heutigen
Dörfer als Ortsteile Uslars (mittlerweile sind 6 Uslarer Ortsteile als
Erholungsorte
staatlich anerkannt), wobei diese Orte nun jedoch mehr
Kompetenz (z.B. in Form von
Ortsräten) erhielten, als dies
1968 mit Allershausen der Fall war. Am 01. November
2001 wurde Allershausen dann wieder eigenständiges
Dorf als Uslarer Ortsteil.
Einwohnerentwicklung
Die
Einwohnerzahl der Stadt Uslar und auch der meisten seiner Ortsteile nimmt seit mehreren
Jahren stetig ab:
| Zeitpunkt
| Einwohner
| -
| 31. Dezember 2004 | 15.905
| -
| 30. Juni 2005 | 15.880
| -
|
Auch die Kernstadt weist trotz der langjährig anhaltenden Ausweisung und Bebauung von Siedlungsflächen, welche im Verhältnis zur Fläche des Orts zusammen sehr großzügig bemessen sind, eine gleiche Tendenz bei der Entwicklung der Einwohnerzahl auf:
| Zeitpunkt
| Einwohner
| -
| -
| 31. Dezember 2005 | 6.027
| -
|
Wappen
Blasonierung (Beschreibung)
Das
Wappen der Stadt Uslar zeigt in Silber eine
rote Zinnmauer, flankiert von zwei
roten
Türmen mit blauen Runddächern, dazwischen auf
rotem
Sockel - belegt mit einem
silbernen
gotischen Spitzschild, darin ein
grünes
gotisches „
V“ - ein rotbewehrter und
bezungter blauer
Löwe.
Erklärung
Das
1935 genehmigte heutige
Wappen ist in enger Anlehnung an das älteste bekannte
Siegel der
Stadt aus dem späten
13. Jahrhundert gestaltet worden. Die
Siegelbilder der Stadt variierten im Laufe der
Jahrhunderte leicht, so war der Hintergrund des Wappens bis 1935 gelb und auf den Türmen befanden sich
Kreuze und der Sockel war zeitweilig ein „
V“ bzw. ein Stadttor.
1952 wurde das
Wappen letzmalig und leicht verändert. Die Darstellungen variieren dennoch leicht, z.B. bezüglich der Turmfenster und Zinnen der Mauer.
Braunschweiger Loewe mit Dom im Hintergrund.JPG]]
Der Löwe auf dem Sockel stellt die Statue des Braunschweiger Löwen dar. Jene um 1166 auf dem Braunschweiger Burgplatz aufgestellte Bronzeskulptur stellt das Wappentier Heinrichs des Löwen, einem der wichtigsten Herrscher aus dem Hause der Welfen dar, das auch über Uslar herrschte. Die Farben sind seit dem frühen 18. Jahrhundert bekannt, in welcher Zeit auch das „V“ (ein lateinisches „U“) hinzugefügt wurde.
Politik
Gemeinderat
Zusammensetzung des Gemeinderats:
| Zeitraum
| CDU (Sitze)
| SPD (Sitze)
| FDP (Sitze)
| Grüne (Sitze)
| Linke (Sitze)
| Sonstige (Sitze)
| -
| ? - ? ? - heute | 14 14 | 15 16 | - - | - - | - - | 3 (Freie Wähler) 3 (Freie Wähler) + 1 (fraktionslos)
| -
|
Obwohl der Landkreis Northeim bei den Bundestagswahlen größtenteils zum Wahlkreis 52 Goslar-Northeim-Osterode gehört, gehört Uslar zum Wahlkreis 46 Hameln-Pyrmont-Holzminden.
Bürgermeister
Liste der Bürgermeister der Stadt Uslar:
| Name
| Partei
| Zeitraum
| Bezeichnung
| -
| Reinhold Leipold | SPD | ? - ? | ehrenamtl. Bürgermeister
| -
| Herrmann Weinreis | SPD | ? - ? | ehrenamtl. Bürgermeister
| -
| Stephan Kaiser | CDU | 2002 - heute | ehrenamtl. Bürgermeister
| -
|
Liste der Bürgermeister des Orts Uslar:
| Name
| Partei
| Zeitraum
| Bezeichnung
| -
| August Schönitz | SPD | 1964 - ? | ehrenamtl. Ortsbürgermeister
| -
| Peter Herbold | SPD | ? - 2002 | ehrenamtl. Ortsbürgermeister
| -
| Gerd Lütge | | |
|
Liste der Stadtdirektoren Uslars:
| Name
| Partei
| Zeitraum
| Bezeichnung
| -
| Herbert Meistering | SPD | ? - ? | ?
| -
|
Städtepartnerschaften
Städtepartnerschaften gibt es mit folgenden Städten:
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Durch Uslar führt die Ferienroute „
Straße der Weserrenaissance“ sowie die „Frau Holle Route“ der „
Deutschen Märchenstraße“. Die
Region um Uslar ist in der
Ferienbranche als „
Uslarer Land“ bekannt.
Gäste können in
Hotels und
Pensionen, dem Feriendorf oder der
Jugendherberge übernachten. Insges. existieren in Uslar mehr als 200 Gästebetten. In Schönhagen und Delliehausen-Haje existieren ferner
Campingplätze und in Uslar selbst gibt es an zwei verschiedenen Stellen
Stellplätze für
Wohnmobile sowie ein Jugendcamp. Uslar hat ein eigenes Touristikbüro.
Theater
Das „Ilse Theater“, ein
Kino mit 2 Sälen.
Museen
In Uslar gibt es ein
Heimatmuseum mit umfangreicher, besonderer
Sammlung von
Totenkronen und diversen
Wechselaustellungen. In Volpriehausen existiert weiterhin ein
Kalibergbau-
Museum.
Musik
In Uslar ist schon seit geraumer Zeit viel musikalische Aktivität zu verzeichnen. So waren z.B. die mittlerweile aufgeösten „Sollinger Herolde“ weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Es existieren:
- Gesangsvereine.
- Posaunenchöre (Eschershausen und Volpriehausen).
- Bigband „Solling Swing Orchestra“.
- Kirchenmusik an St. Johannis, mit Kantorei, Kinderchören, Gospelchor und Flötenkreis.
- Weiterhin diverse Bands wie z.B. „Reminder“ oder „Spin-Off“, wobei die Punkband „20/20 Vision“ (ursprünglich „Generation Fuck“) auch im Ausland für die Hörer solcher Musik bekannt ist. Lokale Bands werden durch die „Musik- und Kulturinitiative MUSIKBUS e.V.“ gefördert.
- Peter Schünemann aus Bollensen („Der Junge von der Weser“): Sänger.
Bauwerke
- Das Uslarer Wahrzeichen, das in der Innenstadt stehende ca. 1476 erbaute frühere Rathaus mit Fachwerk und nachträglich aufgesetztem kupfernen Turmuhrdach. Unmittelbar neben dessen Haupteingang befindet sich ein in Stein gehauener sitzender Löwe auf einem Steinsockel, dessen einer Eckzahn golden bemalt ist und der ein gotisches Wappen hält, auf dem goldenes ein „V“ (lateinisches „U“) auf blauem Grund dargestellt ist. Das Rathaus wird seit Mai 2002 bis heute (Juni 2006) saniert, wobei die Art der Sanierung stark umstritten ist.
- Die St. Johanniskirche (ev.-luth.) mit dem gotischen hohen Chor von 1428 und einem handgeschnitzen, prächtigem Altar. Auf der Westempore steht die 1845 von der Firma Euler erbaute Orgel (26/II). Sie gehört heute zu den herausragenden Instrumenten Südniedersachsens, da ihr heutiger Zustand immer noch sehr dem ursprünglichen entspricht.
- Die prächtigen Fachwerkfassaden der Bürgerhäuser mit vielen verschiedenen Geschäften und Gewerben in der mit roten Natursteinen gepflasterten Fußgängerzone in der Innenstadt (um die Fußgängerzone wurde seit den 1990er Jahren bis 2005 kontrovers diskutiert). Beispielhaft sei hierfür das Hotel Menzhausen (früher: Hotel Bussiliar) genannt.
- Brau- und Backhaus.
- Städtisches Heimatmuseum, ein alter Sattlerhof in direkter Nachbarschaft der St. Johanniskirche und dem Rathaus. 2004 restaurierter Fachwerkbau.
- Der von 1934 bis 1935 erbaute, ca. 30 Meter hohe und steinerne Sollingturm auf dem nordwestlich gelegenen 444 Meter hohen Strutberg bei Sohlingen mit guter Aussichtsmöglichkeit. Dieser Turm ist nicht mit dem hölzernen Hochsollingturm bei Silberborn zu verwechseln.
- Der hölzerne Harzblick-Turm auf dem 492 Meter hohen Steinberg nördlich von Vahle, wo bei guten Sichtbedingungen der Brocken im Harz gesehen werden kann. Ursprünglich sollte auf diesem Berg der Sollingturm errichtet werden.
- Reste der einstigen Stadtmauer in der Kernstadt in der Mauerstraße und am Forstgarten (mit der Stadtmauer hängen auch die Namen Mühlentor und Isertorweg zusammen).
- Wüstung und Kirchenruine Malliehagen nördlich von Dinkelhausen.
Parks
- Alaris Schmetterlingspark mit frei fliegenden Schmetterlingen.
- Div. Parkanlagen in der Kernstadt, die größte ist der Schlosspark, danach der Forstgarten und der Wasserpark mit dem Stiftsgarten.
- ErlebnisWald-Projekt kurz hinter Schönhagen unweit der Bundesstraße nach Neuhaus im Solling und Holzminden (ehemaliger (unvollendeter) Außenstandort der Weltausstellung „Expo 2000“ in Hannover im Jahre 2000).
Regelmäßige Veranstaltungen
- Besonders im Winter zieht die historische Altstadt Uslars mit dem dann dort stattfindenden Weihnachtsmarkt immer wieder viele Touristen und Einheimische an, denn am Rathaus hängt einer der größten Adventskalender in Deutschland. An jedem Tag wird im Rahmen einer großen Tombola ein Türchen geöffnet.
- Alljährliches Stadtfest „Pekermarkt“ in der Innenstadt am 2. Sonntag im September. Verschiedene Geschäfte haben dann von 13.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.
- Zweitägiges Altstadtfest in der Innenstadt im Abstand von mehreren Jahren (Nächster Termin: 2. und 3. September 2006).
- Gewerbeausstellung „Uslarer Leben - Uslar erleben“ am 2. Sonntag im April im Schulzentrum an der schwarzen Erde im Abstand von mehreren Jahren..
- Alljährlicher traditioneller Laufwettbewerb „Spenneweih“ durch die Innenstadt am 2. Sonntag vor Ostern. Hierbei läuft das Team „Altstadt“ gegen das Team „Neustadt“. Der Brauch geht auf eine mittelalterliche Armenstiftung aus dem 14. Jahrhundert zurück.
- Zu Ostern Osterfeuer in vielen Dörfern, z.B. Ostersonntag im Ortsteil Allershausen.
- Zum Ende der Karnevalszeit entsprechende Feiern in den Dorfgemeinschaftshallen von Wiensen und Schoningen.
- Maibaumaufstellen am 1. Mai in vielen Ortsteilen.
- Jeden Freitag von 9 bis 13 Uhr Wochenmarkt (Uslarer Landmarkt) in der Langen Straße vor dem Rathaus.
- Jeden Dienstag von Mai bis Oktober Stadtrundführung.
- Brauereifest im Juli.
- Auf dem Festplatz an der „schwarzen Erde“ diverse Veranstaltungen wie z.B. Frühlingsfest oder Zirkus.
- Flugtag Anfang August.
- In der Zeit nach Weihnachten div. Theatervorführungen von Laienschauspielgruppen.
- Für die Jugend werden weiterhin von ortsansässigen (Junggesellen-)Vereinen in Eigenregie regelmäßig Disco-Abende in Festzelten und Mehrzweckhallen angeboten, insbes. in Wiensen und Schoningen.
Sonstiges
- Im Ortsteil Allershausen wurde mit städtischen Mitteln das ehemalige Bahnhofsgebäude in ein Kulturzentrum umgebaut, das seit seiner Eröffnung im September 2003 mit regelmäßigen Veranstaltungen zur Bereicherung der kulturellen Szene im südniedersächsischen ländlichen Raum beiträgt und inzwischen weit über die Region hinaus bekannt ist. Das bunt gemischte Programm vom „Kulturbahnhof Uslar“ (Träger ist ein Förderverein) bietet nicht nur den zahlreichen regionalen, sondern auch überregionalen und internationalen Bands und Musikern eine Plattform für öffentliche Auftritte. Ebenso beinhaltet es Ausstellungen, Dichterlesungen, Disco-Abende für Jugendliche, Diskussionsveranstaltungen, Konzerte, Präsentationen und Theateraufführungen.
- Frühere weitbekannte Discotheken „Meeting“ (Uslar Wiesenstraße, davor Martinstraße) und „Lipstick“ (Sohlingen, ehemals Thirtyfour) existieren nicht mehr, dafür das „Show Inn“ in Schoningen.
- Die Vereinslandschaft in Uslar ist sehr vielfältig.
- Div. Veranstaltungen des Kunst- und Literaturkreises Uslar.
Sport
Div. Sport- und Tennisplätze, Sport- und Mehrzweckhallen sowie Dorfgemeinschaftshäuser, Stadion, beheiztes Hallenbad (Uslarer Badeland) mit 84 Meter langer Rutsche und u.A. Außenschwimmbecken, beheiztes Freibad (in Volpriehausen), Badeteich in Schönhagen auf dem Gelände des Erlebnis Wald Projektes und Badesee Delliehausen, Fitnesscenter, Kegelbahnen, Reiterhöfe, diverse Rad- und Mountainbikewanderwege, Wanderwege, im Winter bei entsprechenden Dauerfrost mit Möglichkeiten zum Schlittschuhlaufen auf dem Eisteich in Richtung Steimke/Schoningen.
Die bekanntesten Sportereine sind:
- TSG Uslar
- VfB Uslar (Fußball, Tennis)
- OLV Uslar (Orientierungslauf)
- UTC Uslar (Tennis)
- JSG Rehbach (Fußball, Tischtennis etc)
- HSG Schoningen/Uslar/Wiensen (Handball)
- Rot-Weiß-Allershausen (Tennis, Fußball)
- SC Schoningen 04 (Tennis, Fußball, Turnen)
- u.v.m.
Kulinarische Spezialitäten
Als Uslarer Spezialität wird insbesondere beim jährlichen „Pekermarkt“ das gleichnamige „Pekeressen“ angeboten: Hier werden gebackene Kartoffeln mit rohem Hackfleisch (Mett), etwas Butter und Zwiebeln serviert. Der Name leitet sich aus der Zubereitungsweise ab: Die Kartoffeln wurden früher halbiert und anschließend an die Innenseiten der Backkammern heißer Küchenherde geklebt (plattdeutsch „peken“). Sie fielen dann von selbst ab, sobald sie gar waren. Dazu wird ein in Uslar gebrautes Bier getrunken.
In der Herbstzeit finden in Uslar und Umgebung in vielen Gaststätten sogenannte „Wursteproben“ statt, bei denen Kostproben von verschiedenen frisch zubereiteten Fleisch- und Wurstsorten angeboten werden. Ferner wird auch eine zünftige Mettwurst mit Brot wird gern gegessen. Beide Spezialitäten werden insbesondere auch in häuslichen Schlachtereien hergestellt.
Ebenso ist aber auch die Bregenwurst mit Grünkohl (auch „Grünkohl mit Pinkel“ genannt) verbreitet.
Im Stadtgebiet existieren verschiedene Lokalitäten wie Cafés, Kneipen und Gaststätten (deutsche, griechische, italienische, chinesische Küche), Imbiss- und Dönerläden sowie Grillhütten in den Dörfern.
Wirtschaft
Zu den wichtigsten Uslarer Industriebetrieben gehören die Ilse Möbelwerke und die Eisengießerei Schneider. Die klassische holzverarbeitende Industrie hat in Uslar regelmäßig Betriebe geschlossen. Ferner gibt es kleinere metallverarbeitenden Betriebe und auch zwei Zuliefererbetriebe der Automobilindustrie. Die Firma Demag Cranes betreibt in Uslar einen Produktionsstandort. Die meisten Betriebe sind im Westen und Südwesten sowie im Osten und Nordosten der Kernstadt in Gewerbegebieten angesiedelt. In den letzten Jahrzehnten verstärkte Textilindustrie und Umwelttechnik. Weiterhin Initiativen zur Förderung von Tourismus und Fremdenverkehr. Forst-, Vieh- und Landwirtschaft, aber auch alle anderen Wirtschaftszweige (inkl. Produktion, Handwerk, Einzel- und Großhandel inkl. div. Supermarktketten, Tankstellen und Kfz- und Motorrad-Gewerbe) gibt es in Uslar.
Im Uslarer Stadtgebiet sind vier Alten- und Seniorheime angesiedelt (in Uslar, Delliehausen, Volpriehausen und Schlarpe), eines davon mit gerontopsychiatrischer Station. Es werden betreute Altenwohnungen angeboten.
Verarbeitete vorkommende Rohstoffe sind Wasser, Sand und Holz, wie sich auch in der Wirtschaftsgeschichte widerspiegelt.
Insges. existieren 570 Arbeitsstätten, jedoch ist seit dem Rückgang der Möbelindustrie die Arbeitslosenquote mit 15 Prozent (März 2005) in Uslar sehr hoch und viele Uslarer arbeiten v.a. in Göttingen.
Wirtschaftsgeschichte
Uslars Industriegeschichte reicht mit der Herstellung von Armbrüsten für Norddeutschland bis in das Mittelalter zurück. So war Uslar zeitweilig Mitglied in der Hanse.
Uslar war im 18. und 19. Jahrhundert für die extensive Fabrikation von Tonpfeifen bekannt und bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein weltbekannt für seine Möbelindustrie, die damals dort wichtigster Wirtschaftszweig war (Ilse-Werke 1950: 2000 Arbeitsplätze, daneben gab es noch die Sollinger Holzwarenfabrik in Uslar). Aber auch Zigarren wurden früher in Tabakfabriken gefertigt, an die in der Innenstadt noch die Zigarrenmacherstraße namentlich erinnert und die Sollinger Eisenhütte existiert seit dem 18. Jahrhundert.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis 1932 wurde weiterhin ein Stein- und Kalisalzbergwerk durch die Burbach Kaliwerke in Volpriehausen betrieben. Die Schächte „Wittekind“ (1898-1901 bis auf 558 m abgeteuft, vorher „Justus I“ genannt) in Volpriehausen sowie „Hildas Glück“ (1907-1915 bis auf 949 m abgeteuft) bei Ertinghausen sind nach Kriegsende Anfang September 1945 durch Explosionen von eingelagerten Sprengkörpern zerstört und überflutet worden und sind mittlerweile verfüllt. Von 1885 bis 1952 wurde mit Unterbrechungen der Abbau (minderwertiger) jungtertiärer Braunkohle aus dem Pliozän und dem Miozän bei Delliehausen im Tagebau in den Gruben „Sollinger Zeche“ und „Elsaß“ durch die konsolidierten Sollinger Braunkohlenwerke und die Hoch- und Tiefbau AG sowie eine Farbenfabrik betrieben. In Delliehausen wurde und wird eine Köhlerei betrieben und in Sohlingen befand sich eine Musterbleiche.
Es bleibt jedoch anzumerken, daß die Industrie im Raum Uslar bis zum Bau der Solling-Chausse und später auch Sollingbahn nicht gut an die wichtigen Handelswege Deutschlands angeschlossen war (siehe dazu bei Verkehr).
Ansässige Unternehmen
Zu den wichtigsten/bekanntesten/traditionellen/größten Betrieben gehören
- Demag Cranes and Components (Bremsmotoren)
- F. A. Schneider KG (Eisengießerei)
- Spänex (Absaug- und Briketieranlagen)
- AKG (Kühler)
- Fasse Filter (Filter; in Delliehausen)
- USBAGs (Verpackung)
- Plessmann/Pamino (Parkett)
- Kalksandsteinwerk (Steine; zwischen Allershausen und Schoningen)
- Norbert Kordes Kabel (Kabel; in Sohlingen)
- Gerke und Söhne (Bekleidung; in Schönhagen)
- Ilse (Möbel)
- Sollinger Privatbrauerei Haffner (Bier)
- Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V.
- Schefft (Textilhaus)
- Schlieper Druck (Druckerei)
- Autohaus Siebrecht
- Goldwing-Fuchs (Motorräder)
- RW Sollinger Hütte (Brückenzubehör), gegr. 1715
(Ergänzungen bitte vorher diskutieren)
Infrastruktur
Umspannwerk an das seit 1957 auch durch Uslar verlaufende 110kV-Netz (Stromversorgung durch die örtlichen Stadtwerke seit 1903), Stadtwerke (Wasser und Elektrik, Klärwerke), Polizeistation, (freiwillige) Feuerwehren, Krankenhaus und Rettungswache, Ärzte (Allgemein, HNO, Gynäkologie, Chirurgie, Augenarzt) und Zahnärzte.
Verkehr
Straße
Die
Bundesstraße 241 von Northeim im Osten nach Beverungen im Westen führt quer durch das Gebiet von Uslar. Hierüber sind auch die Bundesautobahnen
A7 Hannover <-> Kassel (Abfahrt
Nörten-Hardenberg) und die Südharzautobahn
A38 Göttingen <->
Leipzig im Osten und die
A44 Dortmund <-> Kassel im Südwesten (Abfahrt
Warburg) gut und schell erreichbar wie auch die Bundesstraßen B3, B27, B64, B80 und B83. Der Abschnitt im Raum wurde erst in der Neuzeit, genauer von 1828 bis 1832 als Solling-Chausse von Nörten über Hardegsen, Uslar, Schönhagen, Amelith bis Laufenförde gut ausgebaut.
Für Motorradfahrer ist Uslar nicht zuletzt aufgrund der bewaldeten und kurvenreichen Bollert-Bergstrecke der B241 im Westen sehr beliebt, die dennoch auch viele langgezogene Geraden aufweist (ferner gibt es ein großes Motorradhaus eines Goldwing-Importeurs, welches ein bekannter und sehr frequentierter Treffpunkt für Biker ist).
Die Bundesstraße B497 mündet aus Neuhaus im Solling kommend in Schönhagen in die B241.
Alle nächsten Gemeinden Uslars (s.o.) sind direkt mit dem Kfz erreichbar, wobei auch einige diese Straßen erst in der Neuzeit wesentlich ausgebaut wurden (Uslar-Dassel 1851, Uslar Bodenfelde 1844-1848). Das Verkehrsaufkommen in und um Uslar ist nicht hoch.
Bahn
Uslar liegt an der nicht-elektrifizierten „
Sollingbahn“ Northeim (Han.) <->
Ottbergen <->
Altenbeken (beide im Westen in Ostwestfalen). Diese wird als Kursbuchstrecke KBS 356 Nord (bis
1992 KBS 245, bis 1970 KBS 200) geführt. Jedoch wird sie mittlerweile nur noch eingleisig und zweistündig von der DB im Rahmen des Personenverkehrs befahren. Die Strecke hat in Volpriehausen bei Kilometer 42,12 einen Haltepunkt (rückgebauter Bahnhof) sowie in Allershausen bei Kilometer 35,52. Der Haltepunkt in Allershausen verfügt über ein automatisches Stellwerk, ein Ausweich- und ein Ladegleis, ist aber kein Gütertarifpunkt mehr. Ferner führt die Strecke bei Allershausen und Bollensen über einen Damm, hat an der Steimke südöstlich der Kernstadt ein
Viadukt und führt zwischen Volpriehausen und Ertinghausen durch einen 960 Meter Tunnel. Ihr Baubeginn durch die Preußischen Staatsbahnen war der 11. November
1873, die offizielle Eröffnung fand am 15. Januar
1878 statt und Anfang
1990 beginnend wurde diese seit 1866 zweigleisige Strecke auf ein Gleis rückgebaut. Diese Bahn war eine sehr wichtige Strecke im Schienennetz des deutschen Reiches, da u.A. über sie auf kürzestem Wege das Ruhrgebiet mit der Industrieregion Leipzig verbunden wurde. Dementsprechend war sie auch stark frequentiert (im 2. Weltkrieg befuhren mehr als 100 Güterzüge täglich diese Strecke). Im Wechsel vom 19. zum 20. Jahrhundert war sie deshalb auch bedeutend für die Wirtschaft im Raum Uslar. Bis 1976 war diese Strecke für Eisenbahnfans sehr interessant, da sie bis dahin durch Dampflokomotiven der Baureihen 040 und 055 bedient wurden. Diese wurden dann durch die Baureihen 515 (Regionaler Personenverkehr), 212 (Überregionaler Personenverkehr), 334 (Güternahverkehr) und 216 (Überregionaler Güterverkehr) ersetzt. Später wurde der regionale Personenverkehr von den Baureihen 614, 628 und 634 bedient. Der Güterverkehr wurde 1989 eingestellt und seit 2002 in kleinem Stil wieder aufgenommen.
Ferner existiert seit dem 15. August 1910 die ebenfalls nicht-elektrifizierte „Oberweserbahn“ (,"Bodenfelder Bahn") Göttingen <-> Bodenfelde, eröffnet von den Preußischen Staatsbahnen. Diese Regionalbahn wird als Kursbuchstrecke KBS 356 Süd (bis 1992 KBS 245, bis 1970 KBS 202d) unter der Streckennummer 1801 geführt. Haltepunkte in der Nähe Uslars befinden sich in Offensen (Kilometer 24,73), Wahlsburg OT Vernawahlshausen und Bodenfelde. Die Haltestelle Verliehausen (Kilometer 28,28) ist geschlossen worden. Über Göttingen Anbindung an das ICE-Netz der DB mit der ICE-Strecke Hannover <-> Würzburg, über Northeim und Göttingen und Ottbergen (im Westen) und Altenbeken Anbindung an das weitere Netz der DB, in Ottbergen insbes. an Höxter und Holzminden. Die Oberweserbahn ist die südlichste Strecke, welche von der Baureihe 614 bedient wird.
Es existierte früher ebenfalls eine eingleisige, nicht-elektrifizierte Bahnstrecke Uslar <-> Uslar Stadt <-> Schönhagen (Han.) mit Streckennummer 1802 (alte KBS: 200c). Das 3,28 Kilometer lange Teilstück Uslar <-> Uslar Stadt wurde am 1.Oktober 1921 von der Deutschen Reichsbahn eröffnet und die Weiterführung über Sohlingen und Kammerborn (Kilometer 7,62) bis Schönhagen am 1.Oktober 1927. Die Strecke war dann 9,62 Kilometer lang und eine der kürzesten Deutschlands. Der Personenverkehr wurde jedoch bereits am 1. Juni 1958 wieder eingestellt und durch Busverkehr ersetzt. Der Güterverkehr ging seit dem 1. Januar 1974 nur noch bis Sohlingen (Streckenlänge dann nur noch 5,32 Kilometer). Nach einer letzten Abschlußfahrt 1976 wurden die Gleise zwischen Sohlingen und Schönhagen wieder entfernt. Der recht seltene Güterverkehr nach Solingen wurde dann schließlich auch am 23. September 1989 endgültig eingestellt und die Gleise bis 1990 entfernt. Mittlerweile ist ein großer Teil der Strecke Rad- und Wanderweg. Der Bahnhof Uslar Stadt entspricht dabei nicht dem heutigen Haltepunkt Uslar sondern lag an der Wiesenstraße in dem Gebäude, bei dem sich bis vor einigen Jahren die Discothek „Meeting“ befand.
Bus
Direkte, wochentags stündliche
Busanbindungen (Bus 210) des VSN (
RBB) über den
ZOB an der schwarzen Erde an
Göttingen über
Adelebsen und an
Holzminden über
Neuhaus im Solling (Fahrtzeit jeweils ca. 60
Minuten).
Busanbindung über den ZOB im Westen der Kernstadt an alle Ortsteile sowie an Hardegsen (Bus 212), Bodenfelde, Derental und viele Ortsteile von Oberweser sowie an Wahlsburg (beide in Hessen).
Flugverkehr
Ein Segelflugplatz (kein Linienverkehr) befindet sich
westlich der Kernstadt.
Die drei nächstgelegenen Flughäfen, welche von Uslar aus am besten erreichbar sind, sind Hannover-Langenhagen (IATA-Code: HAJ), Kassel-Calden (IATA-Code: KSF) und Paderborn/Lippstadt (IATA-Code: PAD).
Bootsverkehr
Über
Bodenfelde Anbindung im
Weser-Personenbootsverkehr zwischen
Hann. Münden und
Hameln.
Medien
Es gibt eine Regionalausgabe der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) sowie diverse
Werbewurfsendungen (z.B. „Tip aktuell“, „gelbes Blatt“ genannt und „Oberweserwochenzeitschrift“ (OWZ)), die dort die
Zeitung ergänzen. Das Göttinger Tageblatt wird in Uslar ebenfalls gelesen.
In und um Uslar können (analog übertragene) Radio- und/oder Fernsehprogramme aus Niedersachsen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen terrestrisch empfangen werden. An einigen Stellen sogar Radioprogramme aus Bremen und Bayern. Es ist auch Kabelempfang (kein offener Kanal) möglich und es wird DSL angeboten. Die GSM-Telefonnetze sowie DAB haben viele Funklöcher um Uslar.
Öffentliche Einrichtungen
Verwaltung (mit Zweigstellen einiger Kreisbehörden wie z.B. Kfz-Zulassungsstelle)
Bildung
Kindergärten, vier
Grundschulen (in Uslar, Schoningen, Volpriehausen, Schönhagen), in der Kernstadt
Kinderdorf, Georg-Laves-
Hauptschule, Sollingschule
Realschule, sprachliches
Gymnasium für
Englisch,
Französisch und
Latein, Pflegeschule, Förderschule Schwerpunkt Lernen,
Volkshochschule.
Die örtlichen Schulen werden auch von Schülern aus den Nachbargemeinden Oberweser und Wahlsburg (Hessen) sowie Bodenfelde besucht. Schüler aus Uslar besuchen auch die Gesamtschule Bodenfelde.
Bis 1994 gab es auch eine Orientierungsstufe.
Die nächstgelegene Universität liegt in Göttingen.
Sonstiges
- Ein Typus altrömischen, in Deutschland gefundenen Tongeschirrs wird mit Uslar benannt.
- Die Uslarer Polizeistation ist auch für Bodenfelde zuständig. Auch der zum Revier zugehörige Teil der Weser mit hessisch/niedersächsischer Landesgrenze in der Flussmitte gehört polizeilich auf ganzer Flussbreite zu dieser Station.
- Das Eigenschaftswort und die Einwohner heissen „Uslarer“ nicht wie ab und zu zu hören „Uslaraner“.
Mundart
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Georg Ludwig Friedrich Laves, * 15. Dezember 1788 in Uslar, † 30. April 1864 in Hannover, bedeutender Architekt des Klassizismus, wirkte seit 1814 in Hannover (u.a. von ihm: Umbau des Leineschlosses, Bibliothekspavillon Herrenhausen, Mausoleum in Berggarten, Waterloosäule, Opernhaus). Von ihm wurde auch die Neugestaltung der St. Johanniskirche in Uslar übernommen, die allerdings nicht vollendet wurde.
- Redner Bode. Sein Denkmal steht in der Fußgängerzone vor der Kreissparkasse und er ist auf dem 50-Pfennig-Schein des früheren Uslarer Notgelds von 1921 abgebildet. Er war eine Art wandelndes Mitteilungsorgan für die Uslarer.
- Ingo Bartussek aus Allershausen: Tierfotograf, der vor allem durch seine Waschbärfotos bekannt geworden ist.
- Peter Schünemann aus Bollensen („Der Junge von der Weser“): Sänger
Weblinks
Ort in Niedersachsen
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