Urtenen-Schönbühl ist eine politische Gemeinde im Amtsbezirk Fraubrunnen des Kantons Bern in der Schweiz.
Die Fläche des 7.2 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Berner Mittellandes. Der zentrale Teil des Gebietes wird von der rund 1.5 km breiten Talmulde der Urtenen eingenommen, die nach Nordosten zur Emme fliesst. Diese Senke wird im Nordwesten von den leicht gewellten Höhen des Rapperswiler Plateaus flankiert, welche durch den eiszeitlichen Rhonegletscher geformt wurden. Der Gemeindebann reicht im Norden bis an den Rand des Eichlerenwaldes und im Westen auf die Waldhöhen von Rädisried, Wideholz (581 m ü. M.) und Bubenloo (573 m ü. M.). Auch der nördliche Teil des Moossees im Moosseetal gehört zu Urtenen-Schönbühl.
Nach Südosten erstreckt sich der Gemeindeboden in ein stärker reliefiertes, überwiegend bewaldetes Hügelland. Es reicht über den Urtenenberg (591 m ü. M.), den Röduberg (639 m ü. M.) und den steilen Nordhang des Grauholzes bis auf den Waldkamm dieses Höhenzuges, auf dem mit 760 m ü. M. der höchste Punkt von Urtenen-Schönbühl erreicht wird. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 18 % auf Siedlungen, 31 % auf Wald und Gehölze, 47 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 4 % war unproduktives Land.
Urtenen-Schönbühl besteht aus den beiden Ortsteilen Urtenen (525 m ü. M.) in der Talmulde beidseits der Urtenen und Schönbühl (538 m ü. M.) am südöstlichen Rand dieser Senke, am Fuss der Höhen von Grauholz, sowie verschiedenen Wohn- und Gewerbequartieren. Nachbargemeinden von Urtenen-Schönbühl sind Jegenstorf, Mattstetten, Bolligen, Moosseedorf, Wiggiswil und Ballmoos.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1850 | 714 |
| 1900 | 919 |
| 1930 | 1224 |
| 1950 | 1465 |
| 1960 | 1619 |
| 1970 | 2606 |
| 1980 | 3823 |
| 1990 | 5208 |
| 2000 | 5295 |
Damit hat sich Urtenen-Schönbühl zu einer Agglomerationsgemeinde von Bern entwickelt, die dank der hervorragenden Verkehrslage zum Standort von mehreren Grossverteilern und Dienstleistungszentren gewählt wurde. Ausgedehnte Gewerbe- und Industriezonen sind seit den frühen 1970er Jahren bei Schönbühl sowie im Dreieck zwischen den Siedlungen Urtenen, Moosseedorf und Schönbühl entstanden. Heute sind in Urtenen-Schönbühl Unternehmen der Branchen Bau- und Transportgewerbe, Informationstechnologie, Elektroindustrie, Holzverarbeitung sowie mechanische Werkstätten und grafische Ateliers vertreten. Die Gemeinde besitzt ein Solbad.
Neue Wohnsiedlungen entwickelten sich seit den 1960er Jahren am Rand von Urtenen und beim Quartier Längenrüpp. Urtenen-Schönbühl weist zwar einen Zupendlerüberschuss auf, doch sind viele Erwerbstätige auch Wegpendler, die in der Stadt und Agglomeration Bern arbeiten.
Am 16. Juni 1857 wurde der Abschnitt Herzogenbuchsee-Bern der Bahnlinie von Olten nach Bern mit dem Bahnhof Schönbühl eröffnet. Auch Urtenen kam mit der Inbetriebnahme des Abschnittes Zollikofen-Solothurn der Regionalbahn Bern-Solothurn am 10. April 1910 zu einer Bahnstation. Weitere Haltestellen gibt es bei Schönbühl und an der Gemeindegrenze beim Shoppyland.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1249 unter dem Namen Urtinun. Später erschienen die Bezeichnungen Hurtinun (1253), Urtinon (1256), Uertinon (1262), Urtina (1264), Urthinun (1270) und Urtenen (1303). Der Wortstamm urd stammt ursprünglich aus dem Keltischen und wurde zunächst als Gewässername verwendet in der Bedeutung von die Sprudelnde. Der Dorfname entspricht im übertragenen Sinn der Bedeutung Dorf am Wasser, womit vermutlich Häuser an einem Übergang über die Urtenen gemeint sind.
Seit dem Mittelalter bildete Urtenen eine eigene kleine Herrschaft, die unter der Oberhoheit der Grafen von Kyburg stand. Die Herrschaft erfuhr im Lauf der Zeit verschiedene Besitzerwechsel. Unter Berner Oberhoheit (seit 1406) war das Dorf dem Landgericht Zollikofen zugeordnet. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte Urtenen während der Helvetik zum Distrikt Zollikofen und ab 1803 zum Oberamt Fraubrunnen, das mit der neuen Kantonsverfassung von 1831 den Status eines Amtsbezirks erhielt.
Das stets zu Urtenen gehörende Schönbühl war lange Zeit nur ein kleiner Weiler. Erst mit dem Bau der neuen Strasse von Bern in Richtung Zürich wuchs es zu einer grösseren Siedlung mit Handwerk und Gewerbe heran.
Mit der Einweihung eines neuen Dorfzentrums im Jahre 1987 wurde das planerische Ziel verfolgt, die vorher weitgehend separierten Ortsteile Urtenen und Schönbühl baulich zusammenzuführen. In diesem Zentrum sind sämtliche wichtigen öffentlichen Dienste der Gemeinde vereinigt.
Auf Beschluss der Gemeindeversammlung am 18. September 2001 wurde der Gemeindename von Urtenen auf Urtenen-Schönbühl geändert. Im Jahr 2003 wurde die Namensänderung rechtskräftig.
Ort in der Schweiz | Ort im Kanton Bern | Schweizer Gemeinde
Urtenen-Schönbühl | Urtenen | Urtenen | Urtenen-Schönbühl (kommun, CH-BE)
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