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Die Urnordische Sprache (manchmal auch zur späteren Altnordischen Sprache gerechnet) ist die älteste überlieferte Form der nordgermanischen Sprachen und wurde vermutlich vom 1. bis 7. Jahrhundert im heutigen Dänemark, Schweden und Norwegen gesprochen. Sie ist durch zahlreiche Runeninschriften aus der Zeit seit dem 3. Jahrhundert recht gut belegt. Neben Texten sind Orts- und Personennamen bei antiken Autoren sowie Lehnwörter (etwa im Finnischen und Saamischen) überliefert.

Es ist der Vorläufer von Norwegisch, Schwedisch, Dänisch, Färöisch und Isländisch.

Es stand dem ursprünglichen Germanischen noch ziemlich nahe, es gibt einige Archaismen, die selbst die Gotische Sprache nicht bewahrt hat. So blieben bestimmte germanische Endungen im Urnordischen noch erhalten, mit der Ausnahme, dass ein "z" (stimmhaftes s) in einer Endung möglicherweise zu r (geschrieben ᛉ bzw. z/R) wurde (z.B. germanisch *dagaz = urnordisch dagaR (dagegen gotisch dags) = "Tag"). Außerdem blieben auslautende Vokale noch erhalten (z.B. germanisch *hurna- = urnordisch horna (dagegen gotisch haurn) = "Horn")

Sprachbeispiele

Goldhorn von Gallehus (Dänemark 5. Jahrhundert)
Urnordisch Deutsch
ek hlewagastiR holtijaR horna tawido. Ich, Hlewagast, Sohn des Holt (?), machte (dieses) Horn.

Brakteat von Tjurkö (Schweden 5. Jahrhundert)
Urnordisch Deutsch
wurte runoR an walhakurne. HeldaR kunimu(n)diu Ich fertigte die Runen auf "fremdem Korn" (=Gold). Held für Kunimund.

Runenstein von Kjølvik (Norwegen 1. Hälfte 5. Jahrhundert)
Urnordisch Deutsch
hadulaikaR. Ek hagusta(l)daR hlaaiwido magu minimo Hadulaik (liegt hier begraben). Ich Hagustald begrub meinen Sohn.

Amulett von Lindholmen (6. Jahrhundert)
Urnordisch Deutsch
ek erilaR sawilagaR ha(i)teka Ich, der Heruler (?), werde der Schlaue genannt.

Stein von Björketorp (8. Jahrhundert)
Urnordisch Deutsch
uþarabaspa. sar þat barutR uti aR weladaude. HaeramalausR gunarunaR arageu falahak haderag, haidRuno ronu. Unglücksprophezeiung! (Demjenigen), der dies bricht, ist tückischer Tod bevorstehend. Ohne Schaden habe ich die Großrunen der Hexerei eingegraben, (wie auch) die Reihe der Ehrenrunen.

Literatur


  • W. Krause: Die Sprache der urnordischen Runeninschriften. Heidelberg 1971.
  • Hans Frede Nielsen: The Early Runic Language of Scandinavia. Heidelberg 2000. ISBN 3-8253-1080-9

Weblinks


Einzelsprache

Urnordisk | Proto-Norse language | Praskandinava lingvo | Urnordiska

 

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