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Urmia
Urmia (auf persisch ارومیه), zwischenzeitlich Rezaieh oder Rezaiyeh (رضائیه), ist eine Stadt im Nordwesten des Irans. Sie ist die Hauptstadt der Provinz West-Aserbaidschan und liegt am Westufer des Urmiasees. 1991 hatte sie 357.399 Einwohner. Im Jahr 2005 wird die Zahl der Einwohner mit 602.403 angegeben. * Sie setzt sich aus mehrheitlich Kurden, dann Aserbaidschanern zusammen. Daneben gibt es noch Armenier, Perser und Assyrer. Die vielen umliegenden Dörfer sind kurdisch geprägt, während in der Stadt selbst auch viele Aserbaidschaner leben.
Der Name leitet von den syrisch/aramäische Wörtern Ur für Stadt und Mia für Wasser. Also ist Urmia die Stadt am Wasser.
Die Stadt hat eine Universität, deren Institut für Landwirtschaft international bekannt ist. Urmia liegt in einer fruchtbaren Gegend, wo Obst wie Äpfel oder Tabak angebaut werden.
Viele Jahrhunderte gehörte die Stadt den verschiedenen iranischen Dynastien, bis die Oghusen im 11. Jahrhundert die Gegend eroberten. 1184 eroberten die Seldschuken die Stadt. Die Osmanen kontrollierten die Stadt auch mehrmals, da Urmia an der Grenze zum osmanischen Reich lag.
Kirchengeschichte
Spätestens seit dem 12. Jh. ist Urmia Sitz christlicher (Erz-) Bischöfe.
1835 wurde eine christlich-protestantische Mission eingerichtet. Mit ihrer Hilfe wurde der regionale neu-syrische Dialekt zur Schriftsprache. Die Christen machten 1900 mehr als 40% der Stadtbevölkerung aus. Traurigen Ruhm erlangte die Stadt im Laufe des
Ersten Weltkrieges, als Truppen aus dem
osmanischen Reich mit iranischer Unterstützung
Massaker an der
armenischen und
assyrischen Zivilbevölkerung begingen. Auch wurde die Stadt vom
kurdischen Führer
Scheich Ubaydallah während des ersten Weltkrieges angegriffen. 1918 flohen daraufhin sehr viele Christen aus der Stadt, so dass sie heute zur Minderheit gehören. Das Erzbistum Urmia-
Salamas der
Chaldäisch-katholischen Kirche besteht bis zur Gegenwart (ca. 4500 Gläubige). Der Bischofssitz Urmia der mit der Russischen Orthodoxen Kirche unierten
Assyrer ist untergegangen.
Literatur
- Jean Maurice Fiey: Pour un Oriens Christianus Novus. Répertoire des diocèses syriaques orientaux et occidentaux. Steiner, Stuttgart 1993, 141f. ISBN 3-515-05718-8
- H. L. Murre-van den Berg: From a Spoken to a Written Language. The Introduction and Development of Literary Urmia Aramaic in the Nineteenth Century. Ph. D. thesis Leiden (1995).
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