Unter einem Urban Entertainment Center (UEC) versteht man eine Weiterentwicklung des Einzelhandelimmobilientyps Einkaufszentrum, das durch thematisch integrierte Freizeit- und Unterhaltungsangebote erweitert wird.
Die Entwicklung der modernen UEC basiert auf der Krise des klassischen Einzelhandels. Beginnend in den 1960er und 1970er Jahren ging der Trend daher hin zu Einkaufszentren, wo dem Konsumenten unter einem Dach zahlreiche verschiedene Geschäfte angeboten wurden. Klassische Ausformungen von Einkaufszentren bestehen aus einer Mall in der Mitte mit je einem Ankermieter an jeder Seite. Diese Form wird auch Hundeknochen genannt. Einkaufszentren sind in der Regel geschlossene Gebäude mit zahlreichen PKW-Stellplätzen. Wirtschaftlich gesehen ziehen die Ankermieter die Kundschaft an, die wesentlichen Mieteinnahmen werden über die kleineren Geschäfte dazwischen generiert.
Das Kaufverhalten der Konsumenten lässt sich seit den 1990er Jahren nur noch schwer einschätzen. Anstelle des bisherigen entweder/oder zwischen den auf dem Vormarsch befindlichen Discountern und teureren Marken entstand der so genannte hybride Verbraucher, der seinen Bedarf fallweise in beiden Segmenten bedient. Zudem stagnierten die Umsätze des Einzelhandels sowohl absolut als auch relativ (bezogen auf die absolute Kaufkraft).
Die Antwort der in der Konzeption von Einzelhandelsimmobilien tätigen Unternehmen darauf ist das UEC. Kerngedanke eines UEC ist ein durch Entertainment bestimmtes Image, d. h. nach außen hin wird vor allem die Unterhaltung propagiert. Durch die entsprechenden Nutzungen werden die Kunden angezogen und in eine entspannte Grundstimmung versetzt. An Stelle des zielgerichteten Erwerbs tritt der Spontankauf. Wirtschaftlich gesehen sind die Entertainmentnutzungen nicht tragfähig, da die zu erzielenden Mieten zu gering sind. Die wirtschaftlich entscheidende Komponente ist also der Einzelhandel, ergänzt durch Gastronomie.
Da sich UEC letztlich aus Einkaufszentren weiterentwickelt haben, verlaufen die Trennlinien oft unscharf.
Für das Verhältnis der Flächen untereinander gibt es keine festen Regeln. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass die Entertainmentnutzungen mindestens ein Drittel bis die Hälfte der Gesamtfläche einnehmen. Sobald der Anteil des Entertainment zu gering wird (was wirtschaftlich verlockend erscheint, da Entertainmentnutzungen vergleichsweise niedrige Mieten generieren), kippt der Charakter zuungunsten des Entertainment, weshalb das Objekt dann als UEC nicht mehr funktioniert. Die Nutzfläche eines UEC beträgt im Regelfall mindestens 20.000-30.000 m². Während das UEC baukonstruktiv gesehen eine schlichte und flexibel (um)nutzbare Hülle darstellt, kommen der Gestaltung und Details wesentliche atmosphärische Bedeutung zu. Die technische Gebäudeausrüstung ist meist sehr aufwändig.
Hinsichtlich der Lage gibt es kaum feste Regeln. Im Stadtzentrum sind die Grundstückspreise für UEC oft zu hoch, auch entstehen Probleme mit An- und Abfahrt. Meistens kommt eher die Peripherie von Städten in Frage, seltener isolierte Lagen außerhalb von Ballungszentren, da dann das Einzugsgebiet zu gering ist.
Umstritten ist die Frage, ob das Wort "Urban" in der Bezeichnung UEC überhaupt angemessen ist. Da diese Center selten in der Innenstadt angeordnet sind, sind sie nicht in Urbanität eingebunden. Eher kann man davon ausgehen, dass Urbanität künstlich hergestellt wird, sozusagen synthetisch. Hintergrund hierzu ist die Entstehung des UEC-Konzeptes in den USA, wo an vielen Orten die Innenstädte wenig urbane Eigenschaften aufweisen (Zersiedlung, Suburbanisierung. Dies ist insofern USA-spezifisch, dass die Vermischung von Einkaufs-, Freizeit- und Unterhaltungsangeboten auf engem Raum ist seit jeher ein Kennzeichen insbesondere von europäischen Innenstädten ist. Auch ganze Gebäudekomplexe wurden schon in der Vergangenheit dieser gemischten Nutzung gewidmet; ein bekanntes Beispiel ist der Pariser Palais Royal, der mit Läden, Gaststätten, Spielhallen und Theatern im 18. Jahrhundert ein beliebter Treffpunkt der Bevölkerung war. Daher ist in Europa der Bedarf nach künstlich generierter Urbanität geringer als in den USA, was einer der Gründe dafür ist, dass sich diese Form des Centers in Europa eher zögerlich bzw. durch abgestufte Metamorphose klassischer Einkaufszentren etabliert.
In keinem Falle sind UEC mit den Factory Outlet Centern (FOC) zu verwechseln, die eine gänzlich andere Ausrichtung haben.
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