Aufgrund der großen klimatischen Veränderungen durch Mindel-, Riss- und Würmeiszeit war das Gebiet zwischen Alpen und dem Main nicht ständig bewohnt. Die Funde aus der Altsteinzeit stammen aus Perioden zwischen den Eiszeiten in denen das Klima gemäßigt bis mediterran war oder zumindest im subarktischen Zeitbereich einer beginnenden oder endenden Eiszeit. Für das Mittelpaläolithikum geht man in Südwestdeutschland von einer mittleren Population von 1.000 Personen aus. Die Zeitangaben sind dabei gerundete Werte.
Erhaltungsbedingt liegen die meisten Fundstellen in Höhlen und sind daher landschaftlich im Bereich der Schwäbischen Alb konzentriert. Freilandfundstellen liegen beispielsweise am Federsee (Schussenquelle), im unteren Remstal (Kleinheppach) und im Breisgau.
Etwa zeitgleich dürfte die Fundstelle in den Travertinbrüchen von Bad Cannstatt sein. Menschenreste sind hier nicht nachgewiesen.
Die ältesten Kunstschnitzereien stammen aus der Vogelherdhöhle bei Stetten (Landkreis Heidenheim); sie sind ca. 32.000 Jahre alt. Hier wurden zahlreiche Werkzeuge wie Schaber und Faustkeile gefunden. In diese Zeitrechnung reicht auch das dort gefundene vollplastische Wildpferd, das damit die weltweit älteste nachweisbare Plastik darstellt.
Auf Grund dieser sehr frühen Datierung ist die Gewissheit abhanden gekommen, dass es sich hierbei um Erzeugnisse des Homo sapiens und nicht des Neanderthalers handelt.
Zu den bekanntesten Relikten aus dieser Zeit zählt die im Jahre 1908 bei Ausgrabungen in der Wachau entdeckte Venus von Willendorf. Dieses rund 25.000 Jahre alte Steinkunstwerk zeigt eine Frau mit sehr großen Brüsten und wird deshalb gemeinhin als Fruchtbarkeitssymbol gedeutet.
Die Mittelsteinzeit beginnt mit dem Ende der letzten Eiszeit vor ca. 10.000 Jahren. Dadurch verbesserten sich die Bedingungen für pflanzliche Nahrung erheblich. Somit wurden aus Jägern wieder mehr Sammler und Fischer.
Aufgrund von Forschungen in verschiedenen Höhlen der Schwäbischen Alb durch W. Taute wurde das süddeusche Mesolithikum - als Beuronien bezeichnet - in mehrere Stufen gegliedert, die durch die vorherrschenden Mikrolithen-Formen definiert werden.
In den 1990er Jahren konnten in der Flur Siebenlinden im Neckartal bei Rottenburg insgesamt drei Mittelsteinzeitliche Fundstellen im Laufe mehrerer archäologischer Ausgrabungen erforscht werden. Die Plätze gehören in die frühe Nacheiszeit, etwa 8000 bis 7700 vor Christus. Hier haben sich in der Aue ausnahmsweise mesolithische Freilandplätze so gut erhalten, dass sich Feuerstellen, Standorte der Zelte und Arbeitsplätze nachweisen lassen.
Zahlreiche Funde der Schwäbischen Alb, die die ältere Forschung bis in die 1960er Jahre als "grobgerätiges Mesolithikum" (oder Campignien) bezeichnet hatte, werden heute als natürliche Frostsprenglinge oder als Halbfabrikate einer neolithischen Rohmaterialgewinnung angesehen.
Aufgrund des Klimawechsels vom Kontinental- zum Atlantikklima ändert sich auch die Vegetation. Haselnusssträucher werden von Eichenmischwäldern abgelöst, die es den Jägern immer schwerer machen, Großwild zu erjagen. Hirsch, Wildschwein und anderes Großwild decken nur noch zu 20-30% den Nahrungsbedarf. 40-50% nehmen pfanzliche Produkte wie Nüsse, Wildobst und Eicheln ein. Die Steinabschlagtechnik wird verfeinert und die Speerspitzen werden aus trapezförmigen Mikrolithen hergestellt.
Von Bedeutung sind die Grabungen in der Federseeregion, wo in den Jahren 1988 und 1989 beim Henauhof in der Nähe von Bad Buchau (Kreis Biberach) Ausschnitte eines mittelsteinzeitlichen Siedlungsplatzes mit sieben Feuerstellen untersucht wurden. Sie erbrachten ein umfangreiches, für die späteste Mittelsteinzeit charakteristisches Fundgut. Durch die Radio-Carbon-Methode wurde der Platz in die zweite Hälfte des 6. vorchristlichen Jahrtausends datiert werden. Damit kann heute eine Überlappung von spätester Mittelsteinzeit und der ältesten jungsteinzeitlichen Kulturgruppe, der Bandkeramik, in Südwestdeutschland, also ein zeitliches Nebeneinander endmittelsteinzeitlicher Wildbeuter und bandkeramischer Bauern über mehrere Jahrhunderte hinweg, angenommen werden.
Auftauchen der ersten Bauernkultur mit Rind, Schwein, Schaf und Ziegen, wobei sich die Menschen ab etwa 5500 v. Chr. vor allem auf den fruchtbaren Lössflächen entlang der Flussläufe niederließen. Als Getreide wird Gerste und Einkorn angebaut. Durch den Anbau und die Haustiere werden die Menschen sesshaft und bauen Langhäuser. Die Anstöße dazu kamen über Ungarn und Österreich aus dem Vorderen Orient. Durch die günstigeren Nahrungsbedingungen steigt die Bevölkerung stark an. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Neolithischen Revolution so wie 6000 Jahre später von der industriellen Revolution als einem markanten Umbruch der Gesellschaft. Die Töpferei wird entwickelt, danach werden dann auch die Kulturstufen benannt, wie zum Beispiel die erste mit der Bandkeramik.
Auf die Linearbandkeramik folgte die Stichbandkeramik, eine archäologische Kulturgruppe, die sich wahrscheinlich kontinuierlich aus der Kultur der Linearbandkeramik entwickelte. Die Verzierungen auf den Gefäßen wurden nun nicht mehr geritzt, sondern setzten sich aus einzelnen Stichen zusammen. Ein bekannter Fundort aus dieser Zeit ist beispielsweise Regensburg-Harting.
In Niederbayern und Böhmen bis zum Pilsener Becken bildete sich im Anschluss an die Stichbandkeramik die so genannte Oberlauterbacher Gruppe, eine regionale Entwicklung mit einer einzigartigen Gefäßverzierung. Aus dieser Zeit sind kaum noch Gräber bekannt. Wichtige ergrabene Siedlungen dieser Zeit sind Kothingeichendorf und Geiselhöring.
Bereits in die Kupferzeit, nach anderen Chronologieschemata ins Jungneolithikum datierend, gehört die Münchshöfener Kultur, benannt nach dem gleichnamigen Fundort Münchshöfen bei Straubing. Diese Kultur ist stark von Böhmen und Mähren beeinflusst. Typisch in der Keramik sind große Fußschalen, so genannte Pilzschultergefäße und eine flächige geritzte Verzierung der Gefäße. Auch aus dieser Kulturgruppe sind kaum Gräber bekannt.
Hallstattzeit, namengebend das Gräberfeld von Hallstatt in Österreich.
La-Tène-Zeit, ab um 550 v. Chr., die Bevölkerung wird als keltisch bezeichnet. Verweise auf Oppida mit Beispielen.
In der Antike wurde der Raum zwischen Alpen, Donau und Rhein Teil des Römische Reich. Die beiden Söhne des Augustus, Drusus und Tiberius, eroberten 15 v. Chr. das Gebiet südlich der Donau.
Es entstanden die römischen Provinzen Raetia, Noricum und Pannonien. Zahlreiche Städte wie Augsburg, Regensburg, Kempten im Allgäu, Passau, Straubing gehen auf römische Gründungen zurück. Die neue Nordgrenze des Römischen Reichs an der Verbindungslinie zwischen Rhein und Donau wurde ab Ende des 1. Jh. mit einer Befestigungsanlage, dem Limes gegen anstürmende germanische Gruppen gesichert.
Diese Anlage wurde in der Folgezeit immer weiter verstärkt, konnte aber ab dem 4. Jahrhundert nicht mehr den fortwährenden Angriffen der einzelnen germanischen Gruppen standhalten. Zunehmend siedelten sich Germanen nun auch auf dem Gebiet südlich der Donau an.
Im frühen Mittelalter vollzog sich die Ethnogenese der Bajuwaren und der Alemannen, wobei der Lech später die Grenze der beiden Stammesherzogtümer bildete. Das Gebiet nördlich der Donau geriet unter den Herrschaftsbereich der Franken. Dieses Gebiet entwickelte sich allmählich zu einem Kerngebiet der Franken, so dass der geographische Begriff Franken später nur mehr für die Region um den Main verwendet wurde.
Die Region westlich des Lechs konnte den ständigen Alemanneneinfällen nicht mehr standhalten und wurde nach dem Fall der bisherigen Iller-Grenze, der teilweisen Vertreibung, aber auch allmählichen Assimilation der dortigen romanischen Bevölkerung in die jenseits des Lechs gelegenen Gebiete Rätiens Teil des Siedlungsraums der Alemannen. Das Gebiet des heutigen Nordbayern war anfangs dem Frankenreich direkt unterstellt und entwickelte später nur kurzzeitig ein eigenes Herzogtum.
Ab etwa um 500 n. Chr. wurde von den Römern auch die Donaugrenze aufgegeben. In dieser Zeit erwarb sich der Heilige Severin einige Verdienste um die Aufrechterhaltung der sozialen Beziehungen. Im Osten hielten sich die Langobarden bis zu ihrem Zug nach Italien. In den ersten Jahrzehnten des 6. Jahrhunderts drangen vom Westen her die Bajuwaren in den Donau- und Alpenraum vor und besiedelten ihn. Im Südosten des Alpenraumes wanderten Slawen ein. In diese Zeit fällt eine umfangreiche Rodetätigkeit, die das Gesicht der Landschaft völlig veränderte.
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"Ur- und Frühgeschichte zwischen Alpen und Maingebiet".
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