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Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas von der Altsteinzeit bis zum Beginn unserer Zeitrechung.

Altsteinzeit


Die frühesten Beweise für eine Anwesenheit von Menschen auf dem Gebiet Mitteleuropas, die Quarzit-Artefakte aus der Tongrube Kärlich bei Koblenz, werden auf ein Alter von etwa 700.000 Jahren datiert. Aus der Zeit von vor etwa 600.000 bis 550.000 Jahren stammt der Fund eines Unterkiefers des Homo heidelbergensis, der in Mauer bei Heidelberg entdeckt wurde. Eine bessere Fundsituation gibt es für spätere Formen des Homo heidelbergensis. Zu nennen sind hier insbesondere die Fundstellen bei Bilzingsleben bei Kindelbrück in (Thüringen), bei Schöningen und Bad Cannstatt, die auf ein Alter von etwa 350.000 bis 250.000 Jahren datiert werden. Bis vor etwa 40.000 Jahren war Deutschland vornehmlich vom Homo neanderthalensis (Neandertaler) besiedelt, seit etwa 36.000 Jahren vom Homo sapiens. Einige der ältesten Fundstätten sind Geißenklösterle bei Blaubeuren und die Stadel-Höhle im Lonetal bei Ulm. Die dort gefundenen Kunstwerke (zum Beispiel der Löwenmensch) und Musikinstrumente aus dem Aurignacien gehören zu den ältesten Funden ihrer Art weltweit. Die derzeit ältesten Knochenreste des modernen Menschen in Europa sind in Rumänien gefunden worden und etwa 35.000 Jahre alt (Unterkiefer und Gesichtsreste). Im tschechischen Mladec fanden sich 31.000 Jahre alte Schädelreste von zwei etwa 18 Jahre alten Frauen, ein Oberkieferfragment eines älteren Mannes und mehrere Zähne zusammen mit bearbeiteten Artefakten.

Es kann als gesichert gelten, dass Mitteleuropa seit etwa 500.000 Jahren zumindest während der Warmzeiten permanent von Menschen besiedelt ist.

Jungsteinzeit


Mitte des 6. Jahrtausends v. Chr. verdrängten Bauern und Viehhalter aus ehemals vorderorientalischen und später südeuropäischen Kulturen die Sammlerinnen, Fischer und Jäger des Mesolithikums. Dieser Prozess, der in Mitteleuropa mit dem Erscheinen der La-Hoguette-Gruppe um etwa 5800 v. Chr. begann und mit Sesshaftigkeit und der Benutzung von gebrannten Tongefäßen und geschliffenen Steinbeilen einhergeht, brachte als nächstes die Linienbandkeramische Kultur des danubischen Raumes nach Mitteleuropa. Dies alles wird als Spätfolge der neolithischen Revolution erkannt.

Bronze- und Eisenzeit


Ab etwa 2000 v. Chr. wird in Mitteleuropa die Metallverarbeitung üblich, zunächst Kupfer und Bronze (Bronzezeit), dann ab etwa 850 v.Chr. auch Eisen (Eisenzeit). Der größte Teil Deutschlands gehörte ab der ersten Hälfte des 1. Jahrtausends v. Chr. zum Einflussbereich der keltischen Kultur.

Die früher verbreitete Gleichsetzung von Germanen und Deutschen wird in der heutigen Forschung nicht mehr aufrecht erhalten. Einerseits trugen auch nichtgermanische Ethnien zur Herausbildung des deutschen Volks bei, andererseits zählen Germanen auch zu den Vorfahren nicht-deutscher Völker. Ursprünglich an der westlichen Ostsee beheimatet, drangen die Germanen seit etwa 200 v. Chr. in die damals noch keltischen Gebiete Mittel- und Süddeutschlands vor.

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Ins Licht der Geschichte traten sie gegen Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr., als die nordgermanischen Stämme der Kimbern und Teutonen von Jütland aus bis auf das Gebiet des Römischen Reichs vordrangen. Nachdem sie mehrere Legionen geschlagen hatten (113 v. Chr. in der Schlacht bei Noreia und 105 v. Chr. in der Arausio (Orange)), besiegte sie der römische Feldherr Marius in den Jahren 102 und 101 v. Chr. in den Schlachten von Aquae Sextiae (Aix-en-Provence) und Vercellae (Vercelli).

Römisches Reich


Mit der Eroberung Galliens durch Julius Caesar zwischen 58 und 50 v. Chr. wurde der Rhein zur Nordostgrenze und die Germanen zu direkten Nachbarn des Römischen Reiches. Die unter Kaiser Augustus versuchte Eroberung der von Germanen besiedelten Gebiete bis zur Elbe wurde nach der Schlacht im Teutoburger Wald im Jahr 9 n. Chr. abgebrochen.

Die Gebiete westlich des Rheins und südwestlich des Grenzwalls Limes wurden den römischen Provinzen Germania Inferior (Niedergermanien), Germania Superior (Obergermanien) und Raetia (Rätien) zugeschlagen. Das Gebiet östlich davon nannten die Römer Germania libera (freies Germanien). Die erste umfassende Beschreibung Germaniens gab der römische Historiker Tacitus um das Jahr 98 in seiner Schrift Germania.

Die ins Römische Reich einbezogenen Gebiete Germaniens bildeten in den folgenden Jahrhunderten einen Teil der antiken Welt. Die keltisch-germanische Urbevölkerung wurde weitgehend romanisiert. Mit Trier, Xanten, Köln, Koblenz, Mainz, Augsburg, Kempten im Allgäu und Regensburg entstanden damals die ältesten Städte Deutschlands. Trier stieg in der Spätantike sogar zur Kaiserresidenz auf. Nach vermehrten Germaneneinfällen gaben die Römer 260 den Limes auf und verlegten die Grenze zum freien Germanien auf ganzer Länge an den Rhein zurück.

Ur- und Frühgeschichte

 

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