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{| cellpadding="2" style="float: right; width: 307px; background: #e3e3e3; margin-left: 1em; border-spacing: 1px;" Wappen Karte Sin_escudo.svg Uppsala in Sweden.png Basisdaten Provinz (län): Uppsala län Historische Provinz (landskap): Uppland Gemeinde (kommun): Uppsala Geografische Lage: Fläche: 47,71 km² Einwohner: 138.308 (2005) Bevölkerungsdichte: 2899 Einwohner je km² Stadtgliederung: 7 Stadtbezirke Website: www.uppsala.se

Uppsala * (deutsch veraltet Upsal) ist eine Großstadt in Schweden und Hauptstadt der Provinz Uppsala län. Uppsala liegt in der historischen Provinz Uppland und ist Hauptort der Gemeinde Uppsala.

Mit 138.308 Einwohnern (2005) ist Uppsala, an der Bevölkerung gemessen, die viertgrößte Stadt des Landes nach Stockholm, Göteborg und Malmö.

Uppsala ist eine traditionelle und bekannte Universitätsstadt. Die Universität Uppsala wurde 1477 gestiftet.

Geografie


Uppsala liegt etwa 71 km nördlich Stockholms und etwa 35 km vom Flughafen Arlanda entfernt. Durch den Ort verläuft der Fluss Fyrisån, der 8 km weiter südlich in den See Mälaren mündet. Uppsala liegt teilweise am Fuße und teilweise auf einem Geröllrücken, genannt Uppsalaåsen, der aus der letzten Eiszeit stammt und sich über 500 km von Härjedalen bis in den Süden von Stockholm zur Halbinsel Södertörn erstreckt.

Geschichte


Anfänge bis 13. Jahrhundert

Die Stelle, an der Uppsala heute liegt, hatte ursprünglich den Namen Aros, später dann Östra Aros, um nicht mit Västra Aros, dem heutigen Västerås, verwechselt zu werden. Aros bedeutet soviel wie Flussmündung, die sich damals in der Nähe befand. Erste Überlieferungen erwähnen an dieser Mündung einen Hafen. Reisende machten hier ihre Boote fest, um auf dem Landweg weiter in das fünf Kilometer entfernte Uppsala, das heutige Gamla Uppsala, zu gelangen.

Als das dortige heidnische Zentrum mit dem vermuteten Tempel nicht mehr existierte, die Bedeutung der Stadt als Ting- und Marktplatz abnahm und sich das Christentum in Uppland durchsetzte, wurde Alt-Uppsala zum Bischofssitz. Östra Aros blieb allerdings weiterhin ein wichtiger Hafen für den Handel in Uppland aber auch bis nach Norrland. Schon zu Beginn des 13. Jahrhunderts hatte Alt-Uppsala an Bedeutung verloren, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis der Bischofssitz und die Domkirche nach Östra Aros umzogen.

Ob sich als eine der ersten Kirchen die St. Perskirche damals bereits in der St. Persgatan befunden hat, ist nicht sicher belegt. Dagegen befand sich wohl die Heliga Trefaldighetskirche schon auf der Westseite des Flusses. Sie war damals schon Versammlungsort für die dortige Landgemeinde. Ansonsten war die westliche Seite eher spärlich bebaut, als man sich für den Umzug des Bischofssitzes 1273 entschied. Kurz danach begann man, die Stadt Uppsala statt Östra Aros zu nennen. Nach dem Umzug sorgten nicht nur die Diener der Kirche für einen Aufschwung, sondern auch Pilger und andere Reisende, die zu den großen kirchlichen Festen anreisten.

14./15. Jahrhundert

Während des Mittelalters, jedoch auch schon zur Zeit des Magnus Ladulås, ließen sich deutsche Handwerker und Kaufleute in Uppsala nieder. Rechtlich unterschied sich die Stadt vom Umland dadurch, dass ihr schon vor 1302 die Stadtrechte verliehen wurden. In diesem Jahr wurde erstmals von einem Vogt und einem Stadtrat berichtet. Aus der gleichen Zeit stammen auch Berichte, dass die Stadt zumindest teilweise von einem Graben umgeben war und dass es die beiden zuvor benannten Kirchen, St. Perskirche und Heliga Trefaldighetskirche, mit Sicherheit gab.

Die königliche Domäne "Islandet" (schwed. Kungsgården "Islandet") wurde erstmals 1338 erwähnt. Sie diente vornehmlich als Wohnort des Vogts, wurde aber auch als Wohnort des Königs bei dessen Aufenthalten in Uppsala genutzt. Herzog Karl wohnte noch 1594 dort, bevor er das Anwesen 1610 an den Statthalter Kristofer Wärnstedt abgab. Der damalige Bischofssitz befand sich an der Stelle, wo heute die Universität liegt und wurde um 1340 erbaut. Die zum Dom gehörende Schule lag auf einer Insel im Fyrisån, Studentholmen (schwed. Studenteninsel). Im Jahr 1477 erwirkte Erzbischof Jakob Ulfsson die Erlaubnis des Papstes ein "studium generale", mit anderen Worten eine Universität, einzurichten. Sie ist damit die älteste Universität Skandinaviens und befand sich zu Beginn noch in den Räumen der Domschule.

Im Mittelalter war es die Eigenschaft als Bischofssitz, die Uppsalas Entwicklung prägte. Als Krönungsort und Ort für wichtige Treffen (schwed. herredagar) wurde sie in dieser Zeit auch als eigentliche Hauptstadt Schwedens gesehen. Während der Zeit der Kalmarer Union war die Stadt mehrfach Schauplatz von Streitigkeiten. Während der Auseinandersetzungen wurde 1470 die Domkirche gestürmt und 1501 die königliche Domäne niedergebrannt. Außerdem wurde Uppsala mehrfach von Feuern in Schutt und Asche gelegt. Der verheerendste Brand ereignete sich 1473, als die Domkirche und mehrere große Gebäude beschädigt wurden.

16.-18. Jahrhundert

Während des Befreiungskriegs unter Gustav Wasa wurde 1521 der Bischofssitz angesteckt. Durch die Reformation und den Einflussverlust der Kirche änderten sich die Verhältnisse. Die beiden zuvor genannten Kirche verfielen langsam. Das Kloster wurde ebenso von der Krone eingezogen wie auch ein Großteil der anderen kirchlichen Besitztümer. Die angegliederte Schule hörte fast gänzlich auf zu existieren. Die Einwohnerzahl verringerte sich jedoch nicht nur dadurch, sondern auch durch den Wegfall der großzügigen Aufträge seitens der Kirche. Es kam zu einem wirtschaftlichen Niedergang. Der König hielt jedoch an Uppsala fest und besuchte die Stadt regelmäßig samt seines Hofes, so dass der Niedergang abgefedert wurde. Mit dem Baubeginn der Schlosses im Jahr 1547 begann sich die wirtschaftliche Lage wieder zu verbessern. Die Bauarbeiten zogen viele Arbeiter in die Stadt und auch die Hoffnung auf eine permanente königliche Residenz machte Uppsala zu einem Anziehungspunkt.

Die wirtschaftliche Erholung setzte sich auch zu Zeiten von Erik XIV. und Johan III. fort. Letzterer verlegte jedoch die so gut wie geschlossene Universität nach Stockholm, doch hatte die Verlegung nur geringen Einfluss auf die Entwicklung der Stadt. Stärker traf Uppsala der Brand von 1572, doch Johan III. bemühte sich darum, dass sich die Stadt wieder rasch erholte. Sie war weiterhin Krönungsort und der Ort großer Treffen (schwed. herredagar). Das bedeutendste Treffen fand 1593 als Uppsala möte statt, als die kirchlichen Verhältnisse neu geordnet wurden und die Stadt ihre Universität zurück erhielt. Da das Kollegium in Stockholm nicht mehr fortgeführt wurde, bestand auch keine Konkurrenz mehr zwischen den beiden Städten. Durch Schenkungen von Gustav II. Adolf wurde die Universität mit ausreichenden Finanzmitteln ausgestattet und konnte dadurch ihren Fortbestand sichern. Im Mittelalter war die Kirche der Motor für die Entwicklung Uppsalas, jetzt sollte diese Rolle die Universität übernehmen.

Im 17. Jahrhundert förderte Olof Rudbeck d.Ä. die gute Entwicklung Uppsalas. Er setzte sich dafür ein, dass sich die Universität in einer guten Umgebung zu ihrem Besten einwickeln konnte. Seinen Einsatz zerstörte jedoch ein Großfeuer in der Nacht vom 15. auf den 16. Mai 1702. Das Feuer verwüstete fast die ganze Stadt, beschädigt wurden auch die Domkirche, das Schloss und ein Großteil der Universitätsgebäude mit Ausnahme des Gustavianums. Nicht nur die materiellen Schäden waren enorm, auch kulturelle Werte wurden ein Raub der Flammen. Es dauerte Jahrzehnte, bis sich die Stadt erholte, da das Feuer teilweise die Bevölkerung ruinierte hatte.

19. Jahrhundert bis Gegenwart

Als die Stadt sich langsam wieder erholt hatte, wurden 1766 der Stadtteil Kungsängen und ein Teil von Fjärdingen erneut verwüstet. Der nicht zerstörte Teil von Fjärdingen ging 1809 in Flammen auf. Nach einem moderatem Wachstum in der Folgezeit ging es erst mit der Einweihung der Eisenbahnlinie von Stockholm nach Uppsala weiter aufwärts. Durch die Verlegung des Artillerieregimentes von Uppland nach Uppsala bekam die Stadt weitere Wachstumsimpulse, so dass sie im Jahr 1888 21.249 Einwohner hatte.

Sehenswürdigkeiten


Schloss_Uppsala_und_Dom.jpg Uppsala gehört zu den Haupttouristenmagneten Schwedens.

Uppsala hat eine Domkirche (1289-1435 erbaut, 1702 bei einem Brand zerstört und wieder errichtet, größte Kirche Skandinaviens), ein Schloss (1540 geplant, 1757 Residenz) hoch über der Stadt, die bekannte Universitätsbibliothek Carolina Rediviva mit dem Codex Argenteus und der Carta Marina, eine Universitätsaula und ein Universitätsmuseum.

Die Stadt hat ein ausgeprägtes Studentenleben um die Nationen, Studentenhäuser, die, nach schwedischen Landschaften geordnet, viele Aufgaben übernommen haben, die in Deutschland die Studentenwerke erfüllen. Diese gibt es in dieser Form auch in Lund. Lohnend ist das Universitätsmuseum Gustavianum mit dem mittelalterlichen anatomischen Theater.

Sehenswert sind auch der Botanische Garten aus dem 18. Jahrhundert auf der Rückseite des Schlosses, der Garten von Linné, ein Wikingermuseum, die Königsgräber von Gamla Uppsala (Alt-Uppsala) und der Bauernhof Hammarby, der im Südosten an die Stadt grenzt.

Ein Kuriosum ist die Foto-Galerie „London“ in den unterirdischen Räumlichkeiten einer ehemaligen Bedürfnisanstalt nach dem Vorbild der London Underground.

Siehe auch: Fiby

Kultur


Valborg

Valborg oder sista April (auch Valborgsmässoafton) wird am 30. April in allen schwedischen Hochschulorten von Studenten und Professoren gefeiert. Jedes Jahr feiern allein Umeå über 60.000 Personen dieses größte Studentenfest Schwedens, darunter auch viele ehemalige Studenten und ihre Familien.

Der Tag beginnt um 7 Uhr mit einem Sektfrühstück, danach geht man um 10 Uhr zum Forsrännigen, wo Studenten mit ihren selbstgebauten Flößen den Fyrisån herunterfahren. Danach setzt man sich in einen Park oder trifft sich am Slottsbacken, dem Hügel am Schloss, um den traditionellen Sillunch einzunehmen. Dieser besteht aus eingelegten Heringen (sill) und anderen Leckereien wie Erdbeeren.

Anschließend geht man zur Carolina Rediviva, wo um 15 Uhr der Rektor der Universität vom Balkon mit seiner Studentenmütze winkt, damit den Frühling begrüßt, und die Studenten winken zurück (mösspåtagning). Daraufhin laufen alle anwesenden Studenten den Berg hinunter zu den „Nationen“, um zu feiern.

Sport

Uppsala ist ein Zentrum für Bandy. Gleich fünf Vereine der Stadt haben eine Sektion in dieser Sportart (IFK Uppsala, IK Sirius, IF Vesta, IF Vindhemspojkarna, Uppsala BOIS). Außerdem wird im Ort jährlich das Finale der schwedischen Bandymeisterschaft ausgetragen.

Bemerkenswert ist auch, dass sich der älteste Schwimmverein der Welt, der gleichzeitig ältester schwedischer Sportverein ist, in Uppsala gründete. Im gleichen Sporthallenkomplex trainieren auch Vereine im Basketball, im Gewichtheben, im Volleyball, im Fechten und im Unihockey. Die zuletzt genannte Sportart ist neben Bandy ein Zuschauermagnet.

Sprache

Unter Handwerken und Händlern trifft man noch einen uppländischen Dialekt an, der Nahe mit dem Stockholmer Dialekt verbunden ist. Die Anzahl der Personen, die diesen Dialekt sprechen nimmt aber kontinuierlich ab und dafür wird häufiger Hochschwedisch mit norrländischem Einschlag gesprochen. Diese Veränderung beruht hauptsächlich auf den vielen Studenten und auf den Zuzüglern von Norrland.

Musik

Trotz des Mangels an geeigneten Veranstaltungsorten gibt es ein reiches Musikleben. Zum Beispiel wurde mit dem Bau eines Konzerthauses erst vor kurzem begonnen. Auffallend sind die vielen Chöre, aber es gibt auch andere Gruppen, die alle Musikrichtungen von Jazz bis Punk spielen. Der Musikpub "Katalin", wo Jazz und Blues gespielt werden, befindet sich gleich hinter dem Hauptbahnhof. Er liegt in einem Ziegelbau aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, der früher ein Lager für die Bahn war. Auch in punkto Rockmusik hat die Stadt einige in ganz Europa bekannte Gruppen hervorgebracht.

Verkehr


Uppsala centralstation.jpg

Auto

Die wichtigsten Straßen in Uppsala sind die Europastraße 4 (E4) und die Reichsstraßen (riksväg) 55 und 72. Die erstgenannte ist südlich von Uppsala zur Autobahn ausgebaut. Hier fahren täglich viele Pendler nach Stockholm oder zum Flughafen Arlanda. Im Stadtgebiet ist die E4 eine breite Durchfahrtsstraße mit Mittelstreifen und Leitplanke. Kreuzungen mit anderen Straßen sind mit Ampeln ausgerüstet oder erfolgen in Form eines Kreisverkehrs. Gleich nördlich von Uppsala erhält die E4 den Charakter eines Landweges. Zurzeit erfolgen große Baumaßnahmen zur Verlängerung der Autobahn, die man deutlich im Stadtverkehr spürt.

Eisenbahn

Uppsala liegt an einer Hauptstrecke mit dichter Zugfolge. Die meisten Bahnen gehen nach Süden in Richtung Stockholm. Viele dieser Züge verkehren über den Flughafen Arlanda und ermöglichen einen günstigen Anschluss zum Flug. Regelmäßig fahren Züge in die Städte Sundsvall und Östersund sowie in die Landschaft Dalarna. Für eine bessere Effektivität des Bahnverkehrs wird der Hauptbahnhof zurzeit ausgebaut.

Flugzeug

Da der Flughafen Arlanda näher an Uppsala als an Stockholm liegt, kann er genauso gut als Flughafen von Uppsala betrachtet werden. Neben dem vorher genannten Bahnanschluss gibt es auch einen dichten Busverkehr zum Flughafen.

Wirtschaft


Neben der Universität und dem öffentlichen Sektor wird die Wirtschaft der Stadt von biomedizinischen und pharmazeutischen Unternehmen dominiert. Das größte davon ist GE Healthcare (früher: Pharmacia), aber es gibt auch eine Vielzahl kleinerer und mittelgroßer Betriebe in diesem Wirtschaftsbereich. Alle sind eng mit dem biomedizinischen Zentrum der Universität (BMC) verbunden.

An staatlichen Einrichtungen liegen hier die Behörden für Arzneimittel, Lebensmittel, Veterinärmedizin und für geologische Untersuchungen. Uppsala hat auch große Bedeutung als Wohnort für die ca. 16.000 Pendler, die täglich in den Großraum Stockholm zur Arbeit fahren.

Persönlichkeiten


Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Anders Celsius, schwedischer Astronom, Mathematiker und Physiker
  • Carl von Linné, schwedischer Naturwissenschaftler
  • Dag Hammarskjöld, parteiloser schwedischer Staatssekretär, Schriftsteller und zweiter UN-Generalsekretär
  • Håkan Nesser, schwedischer Autor
  • Jonathan Roth, deutschstämmiger Schriftsteller, Schauspieler, Regisseur, Philosoph und Archäologe. Begründer der Semiotik der Archäologie.

Siehe auch: Liste der Erzbischöfe von Uppsala

Weblinks


Ort in Schweden | Uppsala

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