Uppsala * (deutsch veraltet Upsal) ist eine Großstadt in Schweden und Hauptstadt der Provinz Uppsala län. Uppsala liegt in der historischen Provinz Uppland und ist Hauptort der Gemeinde Uppsala.
Mit 138.308 Einwohnern (2005) ist Uppsala, an der Bevölkerung gemessen, die viertgrößte Stadt des Landes nach Stockholm, Göteborg und Malmö.
Uppsala ist eine traditionelle und bekannte Universitätsstadt. Die Universität Uppsala wurde 1477 gestiftet.
Als das dortige heidnische Zentrum mit dem vermuteten Tempel nicht mehr existierte, die Bedeutung der Stadt als Ting- und Marktplatz abnahm und sich das Christentum in Uppland durchsetzte, wurde Alt-Uppsala zum Bischofssitz. Östra Aros blieb allerdings weiterhin ein wichtiger Hafen für den Handel in Uppland aber auch bis nach Norrland. Schon zu Beginn des 13. Jahrhunderts hatte Alt-Uppsala an Bedeutung verloren, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis der Bischofssitz und die Domkirche nach Östra Aros umzogen.
Ob sich als eine der ersten Kirchen die St. Perskirche damals bereits in der St. Persgatan befunden hat, ist nicht sicher belegt. Dagegen befand sich wohl die Heliga Trefaldighetskirche schon auf der Westseite des Flusses. Sie war damals schon Versammlungsort für die dortige Landgemeinde. Ansonsten war die westliche Seite eher spärlich bebaut, als man sich für den Umzug des Bischofssitzes 1273 entschied. Kurz danach begann man, die Stadt Uppsala statt Östra Aros zu nennen. Nach dem Umzug sorgten nicht nur die Diener der Kirche für einen Aufschwung, sondern auch Pilger und andere Reisende, die zu den großen kirchlichen Festen anreisten.
Die königliche Domäne "Islandet" (schwed. Kungsgården "Islandet") wurde erstmals 1338 erwähnt. Sie diente vornehmlich als Wohnort des Vogts, wurde aber auch als Wohnort des Königs bei dessen Aufenthalten in Uppsala genutzt. Herzog Karl wohnte noch 1594 dort, bevor er das Anwesen 1610 an den Statthalter Kristofer Wärnstedt abgab. Der damalige Bischofssitz befand sich an der Stelle, wo heute die Universität liegt und wurde um 1340 erbaut. Die zum Dom gehörende Schule lag auf einer Insel im Fyrisån, Studentholmen (schwed. Studenteninsel). Im Jahr 1477 erwirkte Erzbischof Jakob Ulfsson die Erlaubnis des Papstes ein "studium generale", mit anderen Worten eine Universität, einzurichten. Sie ist damit die älteste Universität Skandinaviens und befand sich zu Beginn noch in den Räumen der Domschule.
Im Mittelalter war es die Eigenschaft als Bischofssitz, die Uppsalas Entwicklung prägte. Als Krönungsort und Ort für wichtige Treffen (schwed. herredagar) wurde sie in dieser Zeit auch als eigentliche Hauptstadt Schwedens gesehen. Während der Zeit der Kalmarer Union war die Stadt mehrfach Schauplatz von Streitigkeiten. Während der Auseinandersetzungen wurde 1470 die Domkirche gestürmt und 1501 die königliche Domäne niedergebrannt. Außerdem wurde Uppsala mehrfach von Feuern in Schutt und Asche gelegt. Der verheerendste Brand ereignete sich 1473, als die Domkirche und mehrere große Gebäude beschädigt wurden.
Die wirtschaftliche Erholung setzte sich auch zu Zeiten von Erik XIV. und Johan III. fort. Letzterer verlegte jedoch die so gut wie geschlossene Universität nach Stockholm, doch hatte die Verlegung nur geringen Einfluss auf die Entwicklung der Stadt. Stärker traf Uppsala der Brand von 1572, doch Johan III. bemühte sich darum, dass sich die Stadt wieder rasch erholte. Sie war weiterhin Krönungsort und der Ort großer Treffen (schwed. herredagar). Das bedeutendste Treffen fand 1593 als Uppsala möte statt, als die kirchlichen Verhältnisse neu geordnet wurden und die Stadt ihre Universität zurück erhielt. Da das Kollegium in Stockholm nicht mehr fortgeführt wurde, bestand auch keine Konkurrenz mehr zwischen den beiden Städten. Durch Schenkungen von Gustav II. Adolf wurde die Universität mit ausreichenden Finanzmitteln ausgestattet und konnte dadurch ihren Fortbestand sichern. Im Mittelalter war die Kirche der Motor für die Entwicklung Uppsalas, jetzt sollte diese Rolle die Universität übernehmen.
Im 17. Jahrhundert förderte Olof Rudbeck d.Ä. die gute Entwicklung Uppsalas. Er setzte sich dafür ein, dass sich die Universität in einer guten Umgebung zu ihrem Besten einwickeln konnte. Seinen Einsatz zerstörte jedoch ein Großfeuer in der Nacht vom 15. auf den 16. Mai 1702. Das Feuer verwüstete fast die ganze Stadt, beschädigt wurden auch die Domkirche, das Schloss und ein Großteil der Universitätsgebäude mit Ausnahme des Gustavianums. Nicht nur die materiellen Schäden waren enorm, auch kulturelle Werte wurden ein Raub der Flammen. Es dauerte Jahrzehnte, bis sich die Stadt erholte, da das Feuer teilweise die Bevölkerung ruinierte hatte.
Uppsala hat eine Domkirche (1289-1435 erbaut, 1702 bei einem Brand zerstört und wieder errichtet, größte Kirche Skandinaviens), ein Schloss (1540 geplant, 1757 Residenz) hoch über der Stadt, die bekannte Universitätsbibliothek Carolina Rediviva mit dem Codex Argenteus und der Carta Marina, eine Universitätsaula und ein Universitätsmuseum.
Die Stadt hat ein ausgeprägtes Studentenleben um die Nationen, Studentenhäuser, die, nach schwedischen Landschaften geordnet, viele Aufgaben übernommen haben, die in Deutschland die Studentenwerke erfüllen. Diese gibt es in dieser Form auch in Lund. Lohnend ist das Universitätsmuseum Gustavianum mit dem mittelalterlichen anatomischen Theater.
Sehenswert sind auch der Botanische Garten aus dem 18. Jahrhundert auf der Rückseite des Schlosses, der Garten von Linné, ein Wikingermuseum, die Königsgräber von Gamla Uppsala (Alt-Uppsala) und der Bauernhof Hammarby, der im Südosten an die Stadt grenzt.
Ein Kuriosum ist die Foto-Galerie „London“ in den unterirdischen Räumlichkeiten einer ehemaligen Bedürfnisanstalt nach dem Vorbild der London Underground.
Siehe auch: Fiby
Der Tag beginnt um 7 Uhr mit einem Sektfrühstück, danach geht man um 10 Uhr zum Forsrännigen, wo Studenten mit ihren selbstgebauten Flößen den Fyrisån herunterfahren. Danach setzt man sich in einen Park oder trifft sich am Slottsbacken, dem Hügel am Schloss, um den traditionellen Sillunch einzunehmen. Dieser besteht aus eingelegten Heringen (sill) und anderen Leckereien wie Erdbeeren.
Anschließend geht man zur Carolina Rediviva, wo um 15 Uhr der Rektor der Universität vom Balkon mit seiner Studentenmütze winkt, damit den Frühling begrüßt, und die Studenten winken zurück (mösspåtagning). Daraufhin laufen alle anwesenden Studenten den Berg hinunter zu den „Nationen“, um zu feiern.
Uppsala ist ein Zentrum für Bandy. Gleich fünf Vereine der Stadt haben eine Sektion in dieser Sportart (IFK Uppsala, IK Sirius, IF Vesta, IF Vindhemspojkarna, Uppsala BOIS). Außerdem wird im Ort jährlich das Finale der schwedischen Bandymeisterschaft ausgetragen.
Bemerkenswert ist auch, dass sich der älteste Schwimmverein der Welt, der gleichzeitig ältester schwedischer Sportverein ist, in Uppsala gründete. Im gleichen Sporthallenkomplex trainieren auch Vereine im Basketball, im Gewichtheben, im Volleyball, im Fechten und im Unihockey. Die zuletzt genannte Sportart ist neben Bandy ein Zuschauermagnet.
Unter Handwerken und Händlern trifft man noch einen uppländischen Dialekt an, der Nahe mit dem Stockholmer Dialekt verbunden ist. Die Anzahl der Personen, die diesen Dialekt sprechen nimmt aber kontinuierlich ab und dafür wird häufiger Hochschwedisch mit norrländischem Einschlag gesprochen. Diese Veränderung beruht hauptsächlich auf den vielen Studenten und auf den Zuzüglern von Norrland.
Trotz des Mangels an geeigneten Veranstaltungsorten gibt es ein reiches Musikleben. Zum Beispiel wurde mit dem Bau eines Konzerthauses erst vor kurzem begonnen. Auffallend sind die vielen Chöre, aber es gibt auch andere Gruppen, die alle Musikrichtungen von Jazz bis Punk spielen. Der Musikpub "Katalin", wo Jazz und Blues gespielt werden, befindet sich gleich hinter dem Hauptbahnhof. Er liegt in einem Ziegelbau aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, der früher ein Lager für die Bahn war. Auch in punkto Rockmusik hat die Stadt einige in ganz Europa bekannte Gruppen hervorgebracht.
Die wichtigsten Straßen in Uppsala sind die Europastraße 4 (E4) und die Reichsstraßen (riksväg) 55 und 72. Die erstgenannte ist südlich von Uppsala zur Autobahn ausgebaut. Hier fahren täglich viele Pendler nach Stockholm oder zum Flughafen Arlanda. Im Stadtgebiet ist die E4 eine breite Durchfahrtsstraße mit Mittelstreifen und Leitplanke. Kreuzungen mit anderen Straßen sind mit Ampeln ausgerüstet oder erfolgen in Form eines Kreisverkehrs. Gleich nördlich von Uppsala erhält die E4 den Charakter eines Landweges. Zurzeit erfolgen große Baumaßnahmen zur Verlängerung der Autobahn, die man deutlich im Stadtverkehr spürt.
Uppsala liegt an einer Hauptstrecke mit dichter Zugfolge. Die meisten Bahnen gehen nach Süden in Richtung Stockholm. Viele dieser Züge verkehren über den Flughafen Arlanda und ermöglichen einen günstigen Anschluss zum Flug. Regelmäßig fahren Züge in die Städte Sundsvall und Östersund sowie in die Landschaft Dalarna. Für eine bessere Effektivität des Bahnverkehrs wird der Hauptbahnhof zurzeit ausgebaut.
Da der Flughafen Arlanda näher an Uppsala als an Stockholm liegt, kann er genauso gut als Flughafen von Uppsala betrachtet werden. Neben dem vorher genannten Bahnanschluss gibt es auch einen dichten Busverkehr zum Flughafen.
Neben der Universität und dem öffentlichen Sektor wird die Wirtschaft der Stadt von biomedizinischen und pharmazeutischen Unternehmen dominiert. Das größte davon ist GE Healthcare (früher: Pharmacia), aber es gibt auch eine Vielzahl kleinerer und mittelgroßer Betriebe in diesem Wirtschaftsbereich. Alle sind eng mit dem biomedizinischen Zentrum der Universität (BMC) verbunden.
An staatlichen Einrichtungen liegen hier die Behörden für Arzneimittel, Lebensmittel, Veterinärmedizin und für geologische Untersuchungen. Uppsala hat auch große Bedeutung als Wohnort für die ca. 16.000 Pendler, die täglich in den Großraum Stockholm zur Arbeit fahren.
Siehe auch: Liste der Erzbischöfe von Uppsala
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