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Der Begriff Wort des Jahres bezeichnet das Schlagwort des Jahres:

Deutschland


Die Wörter des Jahres werden seit 1972 regelmäßig von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden als sprachlicher Jahresrückblick herausgegeben und seit 1978 in der Zeitschrift Der Sprachdienst publiziert.

Ausgewählt werden solche Wörter und Ausdrücke, die die öffentliche Diskussion des betreffenden Jahres besonders bestimmt haben, die für wichtige Themen stehen oder sonst als charakteristisch erscheinen. Die Worthäufigkeit spielt für die Entscheidung keine Rolle. Auch ist mit der Auswahl keine Wertung bzw. Empfehlung verbunden.

Die Auswahl der Spitzenwörter erfolgt stets im Dezember durch eine Fachjury. Diese besteht aus dem Hauptvorstand sowie den wissenschaftlichen Mitarbeitern der GfdS.

Das Ergebnis für 2005 lautet:

  1. Bundeskanzlerin
  2. Wir sind Papst
  3. Tsunami
  4. Heuschrecken
  5. Gammelfleisch
  6. Jamaika-Koalition
  7. hoyzern
  8. suboptimal
  9. Telenovela
  10. FC Deutschland 06

Das Unwort des Jahres wird jährlich von der Jury der Aktion „Unwort des Jahres“ an der Universität Frankfurt am Main bestimmt; hierzu kann aber jeder Vorschläge einreichen. Geeignet sind aktuelle Begriffe, die nach Ansicht der Juroren „sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen“. Zusätzlich wurde von der Jury „Menschenmaterial“ als Unwort des 20. Jahrhunderts gewählt.

Auflistung

Von 2001 bis 2003 nominierte die GfdS auch einen Satz des Jahres.

Jahr Wort des Jahres Unwort des Jahres Satz des Jahres
2005 Bundeskanzlerin Entlassungsproduktivität
2004 Hartz IV Humankapital
2003 Das alte Europa Tätervolk Deutschland sucht den Superstar.“
2002 Teuro Ich-AG Es gibt nur ein' Rudi Völler!
2001 Der 11. September Gotteskrieger Und das ist (auch) gut so!
2000 Schwarzgeldaffäre national befreite Zone
1999 Millennium Kollateralschaden
1998 Rot-Grün sozialverträgliches Frühableben
1997 Reformstau Wohlstandsmüll
1996 Sparpaket Rentnerschwemme
1995 Multimedia Diätenanpassung
1994 Superwahljahr Peanuts
1993 Sozialabbau Überfremdung
1992 Politikverdrossenheit ethnische Säuberung
1991 Besserwessi ausländerfrei
1990 Die neuen Bundesländer
1989 Reisefreiheit
1988 Gesundheitsreform
1987 Aids, Kondom
1986 Tschernobyl
1985 Glykol
1984 Umweltauto
1983 heißer Herbst
1982 Ellenbogengesellschaft
1981 Nulllösung
1980 Rasterfahndung
1979 Holocaust
1978 konspirative Wohnung
1977 Szene
1971 aufmüpfig

Seit 2001 ermittelt die Börse Düsseldorf das Börsenunwort des Jahres:
2005 „Heuschrecken
2004 „Seitwärtsbewegung
2003 „Bester Preis“
2002 „Enronitis“
2001 „Gewinnwarnung“.

Österreich


Nachdem sich zeigte, dass bei der Wahl zum deutschen Unwort des Jahres immer mehr Wörter zur Auswahl standen, die von deutschen Politikern oder Medien geprägt wurden, mit Österreich dagegen keinen Bezug hatten, wurde 1999 das erste Mal von der Karl-Franzens-Universität Graz im Zuge des Projekts Österreichisches Deutsch, sowohl ein Wort und ein Unwort des Jahres ermittelt.

Folgende Worte und Unworte wurden seitdem von Sprachwissenschaftlern ausgewählt:

Jahr Wort des Jahres Unwort des Jahres Satz des Jahres
2005 Schweigekanzler Negativzuwanderung Österreich ist frei!“
2004 Pensionsharmonisierung Bubendummheiten
2003 Hacklerregelung Besitzstandswahrer „Kinder statt Partys.“
2002 Teuro der Rücktritt vom Rücktritt „Bin schon weg – bin schon wieder da!“
2001 Nulldefizit nichtaufenthaltsverfestigt
2000 Sanktionen soziale Treffsicherheit
1999 Sondierungsgespräch Schübling

Liechtenstein


Nach dem Vorbild Deutschlands und Österreichs wird seit 2002 auch in Liechtenstein ein Wort und Unwort des Jahres ermittelt.

Folgende Worte und Unworte wurden seitdem ausgewählt:

Jahr Wort des Jahres Unwort des Jahres Satz des Jahres
2005 Koalitionsharakiri Auberginenfürze „Für das Leben“
2004 Lesesäcke Papier-Liechtensteiner „Goht's noch“ (Geht es noch?)
2003 Souveränität Theologischer Sondermüll „Liechtenstein ist wieder nach Wien, fast, heimgekehrt.“
2002 Dualismus Verfassungsgegner „Ohne Fürst sind wir nichts“

Von der Resonanz ermutigt, veröffentlichten die Initiatoren Daniel Quaderer und Günther Meier 2003 ein Buch Wörter des Jahres von 1970 - 2003. Und bildeten mit einigen Ostschweizer die Jury für ein Schweizer Pendant.

Schweiz


Deutschschweiz

Für die Deutschschweiz wurden erstmals 2003 ein Wort des Jahres, ein Unwort des Jahres und ein Satz des Jahres gewählt. Seit 2004 wird auch die Pressemitteilung des Jahres gekürt.

Jahr Wort des Jahres Unwort des Jahres Satz des Jahres Pressemitteilung (Titel)
2005 Aldisierung erlebnisorientierte Fans «Deutschland – wir kommen!» 1
2004 Meh Dräck (mehr Dreck) Ökoterror «Switzerland – zero points.» 2 «Gipfeli geklaut»  3
2003 Konkordanz Scheininvalide «Wählt Blocher, er hat diese Strafe verdient.»  

Nach der geschafften Qualifikation zur Fußball-WM 2006.
Nach der Einlage von Piero Esteriore beim Eurovision Song Contest 2004.
Originaltext der Pressemitteilung der St. Galler Stadtpolizei vom 21. März 2004: Gipfeli geklaut – Am Sonntag Morgen, kurz nach 0700 Uhr, musste die Stadtpolizei St. Gallen an den Hauptbahnhof ausrücken. Ein junger Mann entwendete beim Bahnhofkiosk zwei Gipfeli, ohne diese zu bezahlen. Bei der genaueren Überprüfung der Person, konnte eine grössere Menge rezeptpflichtiger Medikamente sichergestellt werden. Der Mann wird diesbezüglich beim Untersuchungsamt St. Gallen zur Anzeige gebracht.

Rätoromanische Schweiz

Das rätoromanische Wort des Jahres 2005 ist Porta Alpina.

Literatur


Daniel Quaderer, Günther Meier: Wörter des Jahres von 1970 - 2003. 270 Wörter, die in Liechtenstein für Aufsehen sorgten. Alpenland Verlag AG, Schaan 2003. ISBN 3-905437-05-8

Siehe auch


100 Wörter des 20. Jahrhunderts, Euphemismus

Weblinks


Wort des Jahres | Unwort des Jahres | Liste (Sprache)

Word_of_the_Year_%28American_Dialect_Society%29 | Vorto de la jaro

 

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