Untertitel.jpg Untertitel bezeichnen Textzeilen, die in einem Film oder einem Fernsehbild meist am unteren Rand eingeblendet werden, um gesprochene Inhalte aus einer Fremdsprache zu übersetzen oder sie für Hörgeschädigte erfassbar zu machen. In den meisten Ländern werden fremdsprachige Filme aus Kostengründen in der Regel untertitelt, statt sie zu synchronisieren. Untertitel für Gehörlose und Schwerhörige beschreiben neben den sprachlichen Inhalten auch Umgebungsgeräusche, z.B. mit dem Hinweis "Ruhige Musik".
Der eingeblendete Untertitel darf unabhängig vom Umfang des Originaldialogs nicht eine bestimmte Dauer überschreiten. Der Zuschauer muss genügend Zeit haben, den Untertitel zu lesen, ohne dabei den Bildinhalt völlig aus den Augen zu verlieren.
Diese grundsätzlichen Regeln sollten beachtet werden:
Als Folge zeigen Untertitel oft stark gestutzte Versionen der Originaldialoge, mit deutlichem Verlust an Feinheit und Nuancen.
Früher wurden Untertitel zeitaufwendig von Hand vorbereitet und mit einer speziellen Maschine direkt auf das Zelluloid des Filmes gebrannt. Heute kommen technische Hilfsmittel wie Computer und synchronisierte Videorekorder zum Einsatz.
Standarduntertitel haben eine weiße Schriftfarbe und befinden sich zentral am unteren Bildrand. Beides lässt sich nicht immer gewährleisten. Zum einem kann der Bildbereich ebenfalls weiß sein, oder zumindest zu hell, und würde dann die weißen Untertitel überblenden. Somit sind diese nicht oder nur eingeschränkt lesbar. Abhilfe schaft dabei die Wahl einer anderen Farbe oder einer schwarzen Umrandung bei weißem Text, weiße Umrandung bei schwarzem Text oder einer andere Farbkombination innerhalb der Schrift.
Eine andere Methode, dieses Problem zu umgehen, ist, die Texte kurzfristig am oberen Bildrand einzublenden. Dieses Vorgehen ist auch dann nützlich, wenn wichtige Bildinformationen durch die Untertitel überdeckt werden. Oben eingeblendete Texte werden entgegen der Wortbedeutung dennoch Untertitel genannt.
Im Normalfall werden Äußerungen unterschiedlicher Sprecher in separate Zeilen gesetzt und diese durch Spiegelstriche angeführt. Da man sich aber beim Lesen nicht auf die Mundbewegung der Schauspieler konzentrieren kann, verliert man leicht den Überblick bei der Zuordnung von Text und Sprecher. In solchen Fällen werden gerne Farben verwendet, um Dialogzeilen verschiedener Redner zu kennzeichnen. Die Farbzuordnung sollte innerhalb des gesamten Filmes die gleiche bleiben.
Manchmal werden neue oder seltene Filme, für die noch keine Untertitel angefertigt wurden, mit Untertiteln auf einem separaten Display unter der Leinwand vorgeführt. Der Vorteil dabei ist, dass kein Bildbestandteil verloren oder überdeckt wird, andererseits ist zwischen der Bildmitte und den Untertiteln ein größerer Abstand, welcher es für den Zuschauer schwieriger macht, alles auf einmal zu sehen, ohne dabei die Augen oder den Kopf die ganze Zeit nach oben und nach unten zu bewegen.
Für das Kino werden gegenwärtig neue Methoden entwickelt, damit Hörgeschädigte auch unvorbehandelte Filme nutzen können. Zum Beispiel kann ein Teleprompter die Untertitel auf einen halbdurchlässig-spiegelnden, schräg im Blickfeld des Hörgeschädigten positionierten Schirm projizieren, so dass Untertitel und Bild auf der Leinwand sich optisch ergänzen. Es muss einzig in diesen Teleprompter investiert und der passende Untertitel in die Datenbank transferiert werden.
| Sender | Untertitel-Seite | Untertitelungs-Übersicht |
|---|---|---|
| Alle TV-Sender | "Deaf-TV" | Internet-Liste |
| ARD | Seite 150 | |
| ZDF | Seite 777 | |
| WDR | Seite 150 | |
| BR alpha | Seite 150 | |
| 3sat | Seite 777 | |
| Pro7 | Seite 149 | * |
| ORF | Seite 777 | Seite 771 |
| SF1 | Seite 777 | |
| Kabel1 | Seite 149 | Seite 148 * |
Im Digitalfernsehen können Untertitel separat zur Bildinformation gesendet werden, ähnlich wie beim zusätzlichem Senden des Dolby-Digital-Tones.
Filme auf einer DVD-Video können Untertitel in mehreren Sprachen enthalten, die auf Wunsch eingeblendet werden.
Viele Filmliebhaber bevorzugen Untertitel, weil es ihnen wichtig ist, die Stimme des echten Schauspielers im originalen Klangbild des Films zu hören.
Im Allgemeinen herrscht eine Abneigung gegen Synchronisation in Gegenden vor, in denen ausländische Filme seltener gezeigt bzw. seltener synchronisiert werden, weil die Wörter nicht exakt lippensynchron wiedergegeben werden können – auch wenn ein trainierter Sprecher den Unterschied minimal halten kann und ein Texter den Inhalt korrekt oder sinngemäß erstellt hat. In Gegenden mit häufigen Vorführungen und Ausstrahlungen von ausländischen Filmen ist das Publikum mehr an eine Synchronisation gewöhnt und bevorzugt diese sogar meistens.
Dennoch spielt die Tradition und die Gewohnheit eine wichtige Rolle in der Ausprägung des Publikumgeschmackes. Während Zuschauer in Ländern wie Italien oder Spanien, mit einer jahrzehntelanger Anwendung von synchronisierten Filmen, seltener einen Gebrauch von Untertiteln akzeptieren, sogar in modernen Medien wie DVDs mit gleichzeitig verfügbaren Synchronisationen und Untertiteln, bevorzugen andere Länder mit ähnlichen Importraten von TV- und Filmproduktionen, wie Lateinamerika, Untertitel.
Da es sich in vielen Ländern nicht lohnt, ausländische Filme oder Serien zu synchronisieren, werden dort häufig Originale mit Untertiteln gesendet. Vor allen in den Niederlanden und in den skandinavischen Ländern hat das zwei positive Nebeneffekte: Zum einen wollen Kinder schneller lesen lernen, um auch ihre Lieblingszeichentrickserien verstehen zu können. Und nebenbei wird den Zuschauern eine weitere Sprache beigebracht, so dass zum Beispiel niederländische Schüler ein erwiesenermaßen besseres Sprachgefühl für Englisch besitzen als ihre deutschen Altersgenossen.
Die meisten japanischen Anime-Filme werden ins Englische übersetzt und einige ebenfalls ins Deutsche, jedoch schauen Liebhaber dieses Genres sich den Film bevorzugt in der originalen japanischen Sprache an, obwohl sie diese in den seltensten Fällen beherrschen, und nutzen dazu die je nach Medium ins Bild eingebrannten oder zuschaltbaren Untertitel.
Beispiele
Im Internet sind Untertitel für viele Kinofilme frei verfügbar. Deutschsprachige Untertitel werden auf Subtitles.de angeboten. Eine internationale Seite ist z.B. MetaSubtitlesSearch. Auf diesen Seiten liegen die Untertiteldateien in der Regel im .sub- oder .srt-Format vor.
Die oben genannten Dateiformate werden von vielen Mediaplayern automatisch erkannt und beim Abspielen der Videodatei eingeblendet. Eine Konvention ist es dabei, dass die Untertiteldatei den selben Namen wie die Videodatei bekommt. Im Guliverkli-Projekt findet sich eine große Auswahl von Open-Source-Programmen zum Bearbeiten von Untertiteln.
Gehörlosigkeit | Fernsehtechnik | Filmtechnik
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