An Enquiry Concerning the Principles of Morals (deutsch Untersuchung über die Prinzipien der Moral) ist ein Buch von David Hume, einem bedeutenden schottischen Philosophen der Aufklärung. Hume verfaßte das Werk 1751 als Überarbeitung seines Erstlingswerks A Treatise of Human Nature.
In jeder Sprache dieser Welt gibt es Wörter, die Güte, Freundlichkeit oder Dankbarkeit eines Menschen ausdrücken. Diese Begriffe sind auch in jedem Kulturkreis positiv besetzt. Menschen mit diesen Eigenschaften sind für eine Gesellschaft nützlich, weswegen diese Eigenschaften als "gut" - also moralisch - gelten.
Das experimentelle Vorgehen Humes soll hier exemplarisch anhand der Tugend "Gerechtigkeit" zusammengefasst werden:
Die Tugend der Gerechtigkeit lässt sich auf den Gesellschaftsnutzen zurückführen. Hierfür werden zwei unterschiedliche Situationen angenommen, bei denen die Gerechtigkeit keine Rolle spielt:
Gerechtigkeit ist nach Hume aber nicht Gleichheit. Gerechtigkeit schließt auch das Recht auf Besitz mit ein, da es eine vollkommene Gleichheit aller Menschen nicht geben kann. Selbst wenn alle Güter gerecht verteilt wären, wären einige Menschen aufgrund ihrer Fähigkeiten anderen überlegen. Deshalb ist auch die Errichtung einer Gesellschaft, in der alle gleich sind, nicht förderlich für diese Gesellschaft: Den befähigteren Menschen fehlt der Ansporn, ihre Fähigkeiten zum Wohl der Gemeinschaft einzusetzen.
Die durch die politische Ordnung geschaffenen Gesetze und Regeln sind für die Gesellschaft ebenso verbindlich wie Tugenden, da sie für die Gesamtheit Nutzen bringen. Für jede Situation gibt es geschriebene und ungeschriebene Regeln, ohne die eine Gesellschaft keinen Bestand haben könnte.
Angenehme - also zwar nicht nützliche, dafür aber positiv besetzte - Tugenden sind beispielsweise Heiterkeit, Mut oder Höflichkeit.
Die meisten der künstlich erdachten Tugenden bringen der Gesellschaft weder Nutzen, noch werden sie als angenehm empfunden, beispielsweise eine mönchische Klosterregel oder das Zölibat.
Um wahre Tugenden zu erkennen, benötigt man nach Hume folglich beides, Verstand und Gefühl. Der Verstand entscheidet über die Nützlichkeit, das Gefühl und die Neigung des Menschen, Gutes zu tun, treffen die moralisch richtige Entscheidung.
Im Gegensatz zu Descartes oder Kant vertritt Hume die Ansicht, dass sich moralische Haltungen im Lauf der Zeit weiterentwickeln.
Zudem sieht Hume in seinem Werk die Auswirkung eines möglichen Sozialismus voraus: "In einem System in dem alle gleich sind, verbreitet sich die Armut, da es für befähigte Menschen keinen Ansporn mehr gibt, Leistung zu erbringen."
1749 hatte Hume mit der Arbeit an diesem Werk begonnen und sie innerhalb eines Jahres beendet. Die in heutigen Ausgaben im Anhang abgedruckten Teile waren in der Erstveröffentlichung noch nicht aus dem eigentlichen Essay ausgegliedert. Nach mehreren Überarbeitungen Humes erschien das Werk postum 1777 erstmals in seiner heute bekannten Fassung.
Die Behauptung "Moralisch ist nur das, was nützlich ist", greift dem Utilitarismus voraus, dessen bedeutendste Vertreter John Stuart Mill und John Austin sind. Auch Adam Smith und Immanuel Kant griffen auf das Werk Humes zurück.
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"Untersuchung über die Prinzipien der Moral".
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