Von Unterernährung (englisch: malnutrition) spricht man, wenn ein Mensch weniger Kalorien am Tag zu sich nimmt als er am Tag verbraucht. Bei einem erwachsenen Menschen beträgt dieser Arbeitsumsatz etwa 9000 Kilojoule. In der Dritten Welt liegt die Energieaufnahme bei ca. 6400 Kilojoule. Der genaue Arbeitsumsatz ist jedoch abhängig von Größe, Geschlecht, Alter und Tätigkeit des Menschen. Auch das Klima spielt eine Rolle. Pro Kopf stehen bei derzeitigem Stand der weltweiten Nahrungsproduktion ca. 1740 Kilojoule zur Verfügung.
Mit Unterernährung gehen meist Fehl- und Mangelernährung einher. Diese werden durch Protein- und Nährstoffmangel hervorgerufen. Folgen der Unterernährung sind unter anderem Marasmus, Kwashiorkor oder Marasmischer Kwashiorkor. Es kommt meist zu einer Schwächung der inneren Organe, einschließlich des Herz-Kreislaufsystems sowie des Immunsystems. Dadurch kommt es meist bei Kindern zu tödlichen Infektionskrankheiten.
Unterernährung tritt vor allem in ärmeren Regionen der Welt auf. Dafür kommt ein Bündel von Ursachen in Betracht, darunter:
Obwohl Unterernährung aus tatsächlichem Nahrungsmangel in den reichen Industrieländern bisher selten ist, hat sich die Schere zwischen Arm und Reich und der Anteil an Familien mit einem Einkommen unterhalb des Sozialhilfeniveaus auch hier in den letzten 20 Jahren immer mehr vergrößert. Deshalb sind vereinzelt Fälle von Unterernährung im Zusammenhang mit Verwahrlosung, Kindesmisshandlung und Kriminalität anzutreffen. Auch Obdachlose leiden häufig an Unterernährung.
Auch in Altenheimen und Pflegeheimen kommt es teilweise zu Unterernährung, wenn die Bewohner vernachlässigt werden.
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