| Universität Rostock | |
|---|---|
| Daten | |
| Leitspruch | "doctrina multiplex veritas una" (lat.) = "Viele Lehren, eine Wahrheit" | sowie
| Gründungsjahr | 1419 |
| Latein | Universitas Rostochiensis |
| Ort, Land | Rostock, Mecklenburg-Vorpommern |
| Rektor | Prof. Hans Jürgen Wendel |
| Kanzler | Joachim Wittern |
| Studenten | circa 15.000 |
| Typ | staatlich |
| Homepage | http://www.uni-rostock.de |
| Mitgliedschaft | EUA |
| Karte | |
| Karte Rostock in Deutschland.png Rostock in Deutschland | |
Anfangs bestand sie daher aus einer juristischen und einer medizinischen Fakultät sowie der Facultas artium (heute die philosophische Fakultät), 1432 kam nunmehr eine theologische Fakultät hinzu.
Im 15. Jahrhundert war die Universität Rostock mit 400 bis 500 Studenten besonders aus Holland, Skandinavien und dem Baltikum einer der größten Universitäten in Deutschland. Infolge politischer Wirren musste die Universität auf kirchlichen Druck und unter der Vorgabe eines Interdiktes durch das Basler Konzil im Jahre 1437 nach Greifswald umziehen. Dieser Status dauerte bis 1443 an, obwohl bereits 1440 das Interdikt aufgehoben worden war. 1487 bis 1488 (nach anderen Aussagen bis 1492) befand sich der Sitz der Universität in der Hansestadt Lübeck.
Einige Zeit später als die Stadt Rostock wurde die Universität 1542 protestantisch. 1760 wurde sie in eine rätliche Universität in Rostock und eine fürstliche Universität in Bützow geteilt und 1789 wiedervereinigt. Humanismus und Luthertum waren bestimmend für die Universität, die in Folge des Dreißigjährigen Krieges zu einer Hochschule für Landeskinder verkümmerte.
Die Universität Rinteln, die Universität Rostock und die Universität Wittenberg ("Leucorea") waren führende gutachterliche Universitäten während der Hexenprozesse. Die Spruchpraxis an den allgemeinen deutschen juristischen Fakultäten war recht unterschiedlich. Die juristischen Fakultäten der Universitäten Helmstedt ("Academia Julia") und Rinteln galten als "hardliner" in Sachen Hexenverfolgung.
Nachdem die Universität 1827 durch Vertrag von der Stadt auf das Land übergegangen war, wurde Ende des 19. Jahrhunderts durch einen großzügigen Ausbau wieder der Anschluss an die anderen deutschen Universitäten erreicht. Die Universität blieb jedoch zahlenmäßig eine kleine Hochschule mit 1700 Studenten im Jahre 1930.
Anlässlich der Fünfhundertjahrfeier der Universität Rostock am 12. November 1919 erhielten Albert Einstein und Max Planck die Ehrendoktorwürde. Die Rostocker Alma Mater war die weltweit erste, die dem späteren Nobelpreisträger Einstein diese Ehre erwies. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Einstein der Ehrendoktor während der NS-Zeit, trotz anderslautender Anweisung, nicht aberkannt worden ist. Der Grund hierfür ist unbekannt.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Universität am 24. Februar 1946 wiedereröffnet. Bis Juli 1963 hatte die Hochschule auch eine Arbeiter- und Bauernfakultät "Ernst Thälmann". Die juristische Fakultät bestand nur von 1946 bis 1951. 1950 wurde eine landwirtschaftliche Fakultät eröffnet, 1951 ein Fachbereich für Schiffbau, der ab 1963 Technische Fakultät heißt. Damit erweiterte sie als erste klassische Universität in Deutschland ihr Profil um eine technische Fakultät. 1963 kam noch eine Ingenieurökonomische Fakultät hinzu. 1976 wird die Universität Rostock "Universitas Rostochiensis" unter dem neuen Namen "Wilhelm-Pieck-Universität" weitergeführt (Wilhelm Pieck).
Eine der wichtigsten Einrichtungen für die Studierenden und Mitarbeiter ist die bereits 1569 gegründete Universitätsbibliothekdie aus drei Bereichsbibliotheken, 10 Fachbibliotheken, dem Universitätsarchiv, der Kustodie und dem Patent- und Normenzentrum besteht. Sie hat einen Bestand von rund 2,2 Mio. Bänden. Sie besitzt außerdem einen umfangreichen Altbestand[http://www.uni-rostock.de/ub/SON_2.HTM, der auch ca. 2.800 Handschriften und Autographen, 650 Inkunabeln und 14 Nachlässe enthält.
Eine der zentralen Einrichtungen für die Studentenschaft ist die Mensa. Die Hauptmensa befindet sich in der Albert-Einstein-Straße und wurde 1999 neu errichtet. Das frühere Hauptgebäude befand sich unmittelbar daneben, direkt auf der Ecke zum Südring (früher: Wihelm-Pieck-Ring). Dort steht heute die Universitätsbibliothek. Im alten Gebäude, das 1976 unter umfangreicher Mithilfe der damaligen Studenten errichtet wurde, gab es außerdem den sehr beliebten Mensa-Filmclub sowie die Milchbar. Diese beiden Institutionen des Rostocker Studentenlebens wurde im Neubau leider nicht mehr berücksichtigt. Die Mensa hatte mehrere Außenstellen (u.a. in Warnemünde), von denen heute nur noch die Mensa in der St.-Georg-Straße betrieben wird. In einer Umfrage in der Studentenzeitschrift UNICUM belegte die Rostocker Mensa 2003 bundesweit in der Gesamtwertung den 2. Platz.
Seit 1992 werden an der Universität Rostock auch aufbauende Fernstudiengänge angeboten. Diese werden zusammen mit der Umgestaltung im Rahmen des Bologna-Prozesses im Zentrum für Qualitätssicherung organisiert.
Vom Sprachenzentrum werden für Studierende aller Fachrichtungen viele Sprachen mit internationalen UNIcert Abschluss angeboten.
Prof. Hans Jürgen Wendel wurde als 903. Rektor der Universität Rostock am 17. Mai 2006 abgewählt. Sein Nachfolger wird Prof. Thomas Strothotte sein. Gewählt wurde dieser vom Konzil der Universität, bestehend aus je 22 Professoren, Mitarbeitern und Studenten. Der Rektor wird für vier Jahre gewählt.
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