| Logo | bgcolor="#FFFFFF" | Uhh-neu.jpg | Basisdaten | - bgcolor="#FFFFFF" | Präsident: | Jürgen Lüthje | (seit 1991) | bgcolor="#FFFFFF" | Kanzler: | Manfred Nettekoven | (seit 2003) | bgcolor="#FFFFFF" | Gründungsjahr: | 1919 | bgcolor="#FFFFFF" | Ort: | Hamburg | bgcolor="#FFFFFF" | Studiengänge: | > 90 | (2005) | bgcolor="#FFFFFF" | Fachbereiche: | 18 | (2005) | bgcolor="#FFFFFF" | immatrikulierte Studenten: | 41.000 | (04.2004) | bgcolor="#FFFFFF" | flächenbez. Studienplätze: | 23.701 | (WS 03/04) | - bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | ausl. Kooperationen: | ca. 40 | (2005) | - bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Abschlüsse pro Jahr: | Diplom u.ä.: ca. 3200 Promotionen: ca. 820 Habilitationen: ca. 70 | (2002/03) | bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Frauenquote: | Erstsemester: 58,3% Doktoranden: 39,6% Professuren: 14,0% | (2002/03) | bgcolor="#FFFFFF" | Mitarbeiter: | 10.600 | (2004) | bgcolor="#FFFFFF" | davon wissenschaftliche Mitarbeiter: | 3.600 | (2004) | - bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Hochschultyp: | staatlich | - bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Jahresetat (ohne UKE): | 250 Mio. Euro | (2005) | - bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Drittmittel (ohne UKE): | 93 Mio. Euro | (2004) | - bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Anschrift: | Edmund-Siemers-Allee 1 20146 Hamburg | bgcolor="#FFFFFF" | Website: | www.uni-hamburg.de |
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Die Universität Hamburg ist die kopfreichste Hochschule in Hamburg und eine der größten in Deutschland. Sie wurde 1919 gegründet und hat ihren Sitz im Stadtteil Hamburg-Rotherbaum (Bezirk Hamburg-Eimsbüttel).
Wegen des starken Zulaufes zum Johanneum und um die Abwanderung von jungen Leuten an die Gymnasien in Stade und Bremen einzudämmen, wurde 1613 das Akademische Gymnasium gegründet. Dort konnte man sich in zweijährigen Studien auf den Besuch einer Universität vorbereiten. Das Kollegium bestand aus vier, später sechs Professoren. Bekanntester Rektor dieser beiden Institutionen war der geborene Lübecker Arzt Joachim Jungius, der von 1628-1657 in Hamburg wirkte. Danach vernachlässigten Rat und Bürgerschaft Jahrhunderte lang die öffentliche akademische Bildung in Hamburg. Hamburg war eine Handelsrepublik mit überseewirtschaftlichen Interessen und die Bildungsbedürfnisse seines Patriziats selbst – Hauslehrer und private Akademien – konnte dieses aus eigener Tasche befriedigen. Die bedeutendsten Einrichtungen waren die Handelsakademie Hamburg, die 1768 unter maßgeblicher Beteiligung von Johann Georg Büsch gegründet wurde und deren bedeutendster Absolvent Alexander von Humboldt war, sowie die Hamburger Sternwarte von 1801, denn hier ging es um Navigation.
Das modernere Christianeum im benachbarten Altona, von der dänischen Krone kräftig gefördert, verstärkte ab 1738 den Schwund von Interessenten an den öffentlichen höheren Schulen. 1837 hatte die Gelehrtenschule 125 Zöglinge, das Akademische Gymnasium 18 (Einwohner Hamburgs 1806: 130.000).
Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde das glücklose Akademische Gymnasium geschlossen und durch den Senat ein Allgemeines Vorlesungswesen zur Weiterbildung und Verbreitung der Wissenschaft gegründet, das heute noch besteht. Der Lehrkörper bestand aus Gastdozenten und den Direktoren der wissenschaftlichen Anstalten Hamburgs (chemisches Staatslaboratorium, Institut für Physik, botanischer Garten, Laboratorium für Warenkunde). 1900 kam noch das Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten hinzu. 1910 genehmigte der Senat die ersten beiden öffentlichen höheren Mädchenschulen in Hamburg, nachdem bereits seit sechzig Jahren auch nicht-Protestanten an den höheren Schulen aufgenommen werden konnten.
Nach Kriegsende machte die erste frei gewählte Bürgerschaft 1919 mit Werner von Melle einen der bekanntesten Universitäts-Befürworter zum Ersten Bürgermeister und beschloss ein Vorläufiges Gesetz über eine Hamburgische Universität und Volkshochschule. Die Zahl der ordentlichen Hamburger Professuren wurde von 19 auf 39 erhöht. Neben den Staatsinstituten gingen das Kolonialinstitut, das Allgemeine Vorlesungswesen und das allgemeine Krankenhaus Eppendorf in der Universität auf.
In der Zeit des Nationalsozialismus trug die gleichgeschaltete Universität den Namen „Hansische Universität“. Massive politische Einflussnahme führte auch in Hamburg zur Entfernung von Büchern unliebsamer Autoren aus den Bibliotheken und zu Schikanen gegen vermeintliche Gegner des Volkes. Etwa fünfzig Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen mussten die Universität verlassen (darunter Ernst Cassirer und William Stern), mindestens sieben Studenten wurden der Zusammenarbeit mit der Weißen Rose überführt oder verdächtigt und starben deswegen in Gefängnis- bzw. Lagerhaft. Der Hamburger Chemiestudent Hans Conrad Leipelt, Mitglied der Weissen Rose, wurde am 29. Januar 1945 in München-Stadelheim mit dem Fallbeil hingerichtet.
Uni-hh-philo-turm.JPG Nach dem Krieg wurde die Universität 1945 als Universität Hamburg wieder eröffnet, der Lehr- und Forschungsbetrieb langsam wieder aufgebaut. Zu den vier Gründungsfakultäten (Rechts- und Staatswissenschaften, Medizin, Philosophie und Naturwissenschaften) kamen 1954 die (evangelische) Theologische Fakultät und (durch Abspaltung von der Fakultät für Rechts- und Staatswissenschaften) die Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften hinzu. Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre wurden das Auditorium Maximum (Audimax) und der „Philosophenturm“ („Phil-Turm“) am Von-Melle-Park eingeweiht, die Botanischen Institute und der Botanische Garten wurden nach Klein Flottbek verlegt. Mit dem Studenten-Boom der 70er Jahren kamen das Geomatikum, die Gebäude am Martin-Luther-King-Platz sowie das der Wirtschaftswissenschaften (der Wiwi-Bunker) und andere bis heute markante Gebäude hinzu. Dennoch reichte der Platz am Hauptcampus nicht aus und so benutzt die Universität heute Liegenschaften im gesamten Hamburger Stadtgebiet.
Ende der 60er Jahre kam es im Zuge der 68er-Bewegung auch an der Universität Hamburg zu Studentenprotesten und zur Bildung einer „außerparlamentarischen Opposition“. 1969 verabschiedete die Bürgerschaft ein neues Universitätsgesetz, welches die Fakultäten auflöste und durch 15 Fachbereiche ersetzte. Die Selbstverwaltung der Universität wurde gestärkt, die Mitbestimmung von Studenten und Mitarbeitern gesetzlich verankert. Das Amt des Rektors wurde abgeschafft und durch das Amt des Präsidenten ersetzt. Im Hochschulgesetz von 1979 wurden Teile dieser Reformen auf richterliche Weisung wieder rückgängig gemacht.
Die Zahl der Fachbereiche war bis auf 19 angewachsen, als die Fachbereiche Rechtswissenschaft I und Rechtswissenschaft II (reformierte Rechtswissenschaften) im Jahr 2000 zum gemeinsamen Fachbereich Rechtswissenschaft (FB 02) zusammengeführt wurden. Seither gab es keinen Fachbereich mit der Nummer 17 mehr.
Seit Mitte der 90er Jahre wurde der Etat der Universität regelmäßig gekürzt, gleichzeitig wurden Maßnahmen zur Verringerung der durchschnittlichen Studiendauer und zur Verringerung der Abbrecherquote gesucht. Anstrengungen zur Harmonisierung der europäischen Hochschullandschaft (Bologna-Prozess) erforderten zusätzliche Strukturmaßnahmen sowohl an der Verwaltung als auch an den Studienordnungen. Der Reform- und der Sparprozess dauern bis heute an.
2002 schlug die sogenannte Dohnanyi-Kommission unter der Leitung des ehemaligen Hamburger Bürgermeisters Klaus von Dohnanyi (SPD) im Auftrag des Hamburger Senats massive Veränderungen an Hochschulstruktur und -verwaltung vor.
Am 1. April 2005 wurde die Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik gegen den Willen der beiden beteiligten Universitäten zu einem Teil der Universität Hamburg gemacht.
Die Restrukturierung der Universität wird politisch voran getrieben: Die Fachbreiche werden zu wenigen Fakultäten zusammengeführt. Auf Hochschulseite wird die Hektik kritisiert, in der das Prozedere von der politischen Seite vorangetrieben wird.
Außerdem betreut die Universität sechs Schausammlungen und einen Botanischen Garten in Hamburg-Klein Flottbek.
| Joachim Jungius | Naturwissenschaften | 1587-1657 | Logica Hamburgensis |
| Johann Georg Büsch | Wirtschaftswissenschaften | 1728-1800 | |
| Otto Stern | Physiker | 1888-1969 | Professor Physik-Nobelpreisträger 1943 |
| Wolfgang Paul | Physiker | 1913-1993 | Professor Physik-Nobelpreisträger 1989 |
| Wolfgang Pauli | Physiker | 1900-1958 | Professor Physik-Nobelpreisträger 1945 |
| J. Hans D. Jensen | Physiker | 1888-1969 | Professor Physik-Nobelpreisträger 1963 |
| Carl Adam Petri | Informatik | 1926 | |
| Bernhard Nocht | Medizin | 1857-1945 | |
| William Stern | Psychologie | 1871-1938 | |
| Albrecht Mendelssohn-Bartholdy | Geschichte und Politik | ||
| Ernst Cassirer | Philosophie | 1874-1945 | |
| Carl Friedrich von Weizsäcker | Philosophie | 1912 | 1957-1970 in Hamburg |
| Kuno Lorenz | Philosophie | 1932 | 1970-1974 in Hamburg |
| Aby Warburg | Kunsthistorie | 1866-1929 | |
| Agathe Lasch | Germanistik | 1879-1942 | |
| Erwin Panofsky | Kunstgeschichte | 1892-1968 | |
| Fritz Fischer | Geschichte | 1908-1999 | |
| Egmont Zechlin | Geschichte und Journalismus | 1896-1992 | 1947-1967 in Hamburg, Gründungsdirektor des Hans-Bredow-Institutes ab 1950 |
| Karl Schiller | Volkswirtschaft | 1911-1994 | |
| Hans Peter Bull | Verwaltungsrecht | 1936 | 1973-2005 in Hamburg (mit Unterbrechungen) |
| Eberhard Schorsch | Sexualwissenschaft | 1935-1999 | |
| Wolfgang Hoffmann-Riem | Rechtswissenschaft | 1940 | 1974-1999 in Hamburg |
Neben über 90 Erststudiengängen gibt es zehn Aufbaustudiengänge und berufsbezogene Weiterbildungsstudiengänge.
Neben den Angeboten der Fachbereiche und Institute gibt es 2005 sechs Graduiertenkollegs.
Bildung und Forschung in Hamburg | Universität in Deutschland
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