Mzh_uni_bremen.jpg Die Universität Bremen ist mit ca. 23.000 Studierenden und über 1.500 Wissenschaftlern die größte Hochschule des Landes Bremen.
Vorläufer der heutigen Universität Bremen ist die „Bremer Lateinschule“, die 1584 zum „Gymnasium Academicum“ umbenannt wurde. 1610 erfolgte die Umwandlung zum „Gymnasium Illustre“, einer Hochschule mit den vier klassischen Fakultäten Theologie, Jura, Medizin, Philosophie; diese bestand bis 1810 und wurde von Napoleon aufgelöst. Unter der napoleonischen Herrschaft wurde stattdessen über eine „französisch-bremische Universität“ nachgedacht. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde im Jahre 1948 über die Gründung einer „Internationalen Universität Bremen“ diskutiert.
Der Studienbetrieb der heutigen Universität wurde zum Wintersemester 1971/72 aufgenommen. Die Gründungsphase in den 1960er Jahren verlief sehr kontrovers und führte u. a. zur Beendigung der Bremer Koalition zwischen SPD und FDP. Sie war auch durch einen Baulandskandal begleitet.
Die Universität wurde von Politik, Dozenten und Studenten mit einem ausdrücklich libertären Anspruch gegründet. So erfolgte die Grundsteinlegung am 11. November 1970 auch durch aufmüpfige Studenten und Schüler unter dem Namen „Marx & Moritz-Universität“ (letzteres nach dem damaligen Bildungssenator Moritz Thape). 1973 wurde die Pädagogische Hochschule integriert, daher lag der Schwerpunkt der Universität ursprünglich in der Lehrerausbildung.
Besonderes Merkmal war zunächst die Drittelparität, die Gleichberechtigung der Statusgruppen Lehrende, Studierende und der so genannten Dienstleister in den universitären Selbstverwaltungsgremien. Die Klage einiger Professoren beendete schließlich die Drittelparität. Aber einige weitere Bestandteile des so genannten Bremer Modells sind bis heute erhalten geblieben. So werden die Bedingungen zur Erlangung eines Kursscheins zwischen Studenten und Dozent teilweise noch „ausgehandelt“. Ferner ist die Lehre auf forschendes Lernen, Interdisziplinarität, Praxisorientierung und Verantwortung gegenüber der Gesellschaft ausgerichtet. Insbesondere in der Informatik existiert dieses Modell weiter, so wird ein bedeutender Teil des Hauptstudiums in einem studentischen Projekt (Projektstudium) absolviert.
Das Bremer Modell brachte der Uni Bremen den Ruf einer roten Kaderschmiede ein, ebenso wie die früher nicht selten an den Gremientagen am Mittwoch Vormittag (nominell keine Veranstaltungen) durchgeführten Außendarstellungen (Demonstrationen) in der Bremer Innenstadt.
Seit einigen Jahren hat sich das Bild von der roten Kaderschmiede hin zu einer modernen Universität gewandelt. So hat der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft Bremen zur „Stadt der Wissenschaft 2005“ gekürt und im Jahr 2006 wurde die Uni Bremen für ihre „Zukunftskonzepte zur universitären Spitzenforschung“ als möglicherweise förderungswürdig für besondere Förderungsmittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgezeichnet.
Die Bremer Studenten nehmen, genau wie ihre Marburger Kommillitonen, für sich in Anspruch, das beste Semesterticket Deutschlands zu haben. Bremer Studenten fahren mit ihrem Ticket bis (im Uhrzeigersinn) Cuxhaven, Hamburg, Hannover, Osnabrück, Rheine, Emden, Norddeich und Wilhelmshaven.
Die Universität bietet ein Studium fast aller größeren Wissenschaften an. Nicht gelehrt werden aber z. B. Medizin, Architektur und Theologie. Die Universität ist in zwölf Fachbereiche (Fakultäten) gegliedert:
Uni-Bremen-Glashalle.jpg als Wahrzeichen des Campus und wird u. a. für Versammlungen der Studierenden genutzt.]]
Das Kursmanagementsystem Stud.IP wird als Lernplattform zur Organisation von Lehre und Studium an der Universität eingesetzt.
In einigen Fachbereichen gehört die Universität Bremen zu den führenden Hochschulen in Deutschland. Dies wird zum einen durch die hohen Drittmittel-Einnahmen als auch durch die DFG-Sonderforschungsbereiche und andere bedeutende Forschungseinrichtungen dokumentiert.
An der Uni Bremen gibt es seit 1991 einen Beschluss des Akademischen Senates, der Militär- und Rüstungsforschung ablehnt.
Die Universität Bremen ist Teil des Wbone-Netzwerks für Bildungseinrichtungen.
Die Universität verfügt über sieben Sonderforschungsbereiche (SFB):
Im Bereich des Campus sind viele Institute und Forschungseinrichtungen angesiedelt, die der Universität entweder angehören oder in enger Kooperation mit ihr stehen. Zu den größeren Einrichtungen gehören u. a.: Bremen_fallturm.jpg gehört zum Institut ZARM.]]
Im Jahr 2001 verfügte die Uni Bremen über einen Gesamtetat von ca. 364 Millionen Euro. Davon stammten etwa 113 Millionen aus Drittmitteln.
Sparmaßnahmen der Bremer Landesregierung und die Belastungen durch die wachsende Zahl der Studierenden haben die Finanzsituation der Universität verschlechtert. Eine Folge der finanziellen Probleme ist die Diskussion zur Einführung von Studiengebühren seit Ende 2002. Eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 50 € pro Semester wurde 2004 eingeführt.
Der Campus bildet mit dem Technologie-Park fast einen eigenen Stadtteil am Rande Bremens und liegt verkehrsgünstig an der Autobahn A27 mit eigener Abfahrt. Darüber hinaus ist die Universität gut per Bus (Linien 20, 21, 22, 28, 630, 670) oder Straßenbahn (Linie 6) zu erreichen.
Ein kleiner Teil ist im Gebäude am Barkhof untergebracht, einer ehemaligen Schule nahe am Bahnhof. Auf der Weser-Halbinsel Teerhof befindet sich das Gästehaus der Universität.
Universität in Deutschland | Bildung und Forschung in Bremen
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