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Uni-Bi.JPG Die Universität Bielefeld ist eine 1969 gegründete deutsche Campus-Universität, die einzige in der Region Minden-Ravensberg.

Sie ist mit ca. 17.500 Studierenden (im Sommersemester 2005) die größte der sechs Bielefelder Hochschulen. Unter den staatlichen Universitäten in Westfalen liegt sie in Bezug auf Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft pro Professor auf dem zweiten Platz. Im Uni-Ranking des Magazins Focus vom September 2005 belegte die Universität Bielefeld den 10. von insgesamt 86 Plätzen. In den Fachbereichen Erziehungswissenschaft und Soziologie belegte sie sogar den ersten Platz.

Die Universität Bielefeld wurde als sogenannte „Reformuniversität“ gegründet, wobei interdisziplinäres Arbeiten ein erklärtes Ziel war. Das zeigt sich bereits in der Architektur, bei der durch die zentrale Halle alle Fakultäten miteinander auch räumlich verbunden werden.

Als eine der ersten Universitäten bundesweit stellte die Universität Bielefeld ab dem Wintersemester 2003 einige Studiengänge wie z. B. Biologie oder Umweltwissenschaften komplett auf das Bachelor- und Mastersystem um.

Überblick


Studiengänge 49
Professoren 252
Wissenschaftliche Mitarbeiter 505
Nichtwissenschaftliche Mitarbeiter 839
Studierende (davon ausländische Studierende) 17.521 (1.872)
Absolventen 2004 (inkl. Promotionen) 1.739
Sonderforschungsbereiche (SFBs) 4
Forschergruppen 5 (+3)
Graduiertenkollegs 7 (+5)
Mio. Euro Finanzvolumen 2004 195,9

(Quelle: Statistisches Jahrbuch der Universität Bielefeld 2005, Redaktionsschluss: 1. Juli 2005)

Fakultäten


Halle Universität.JPG

An der Universität Bielefeld gibt es die bundesweit einzige Fakultät für Soziologie. An dieser arbeiteten u.a. Norbert Elias und Niklas Luhmann. Die Geschichtswissenschaft in Bielefeld hat ebenfalls Weltruf, nicht zuletzt durch die von Hans-Ulrich Wehler mitbegründete "Bielefelder Schule" der Sozialgeschichte und seiner weiteren Arbeiten. Die philosophische Abteilung zählt mit dem Schwerpunkt Analytische Philosophie und bekannten Dozenten (Beckermann, Von Savigny, Bittner und Wolff) zu den bundesweit besten. Die Fakultät für Pädagogik gehört zu den besten in Europa. An diese angeschlossen ist die von Hartmut von Hentig gegründete Laborschule. Ebenfalls zur Universität Bielefeld gehört das Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF), das bereits 1968 gegründet wurde und als das erste "Center for Advanced Study" in Deutschland gilt. Die Fakultät für Gesundheitswissenschaften, die nach dem Vorbild amerikanischer "professional schools" aufgebaut ist, also eine interdisziplinären Arbeitsweise anstrebt und Ihre Betonung auf berufsverwertbare Grundlagenforschung legt, wurde 1994 gegründet. Und zuletzt wäre da noch die Technische Fakultät zu nennen, welche sich zum Beispiel durch die Arbeitsgruppe "Wissensbasierte Systeme" um Professor Ipke Wachsmuth auszeichnet. Eines der momentanen Forschungsobjekte, ein virtueller "Gesprächspartner" namens MAX, kann im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn besichtigt werden.

Die Universität Bielefeld besteht aus folgenden 13 Fakultäten:

Zentrale wissenschaftliche Einrichtungen


wissenschaftliche Zeitschriften


(Auswahl)

  • Zeitschrift für Soziologie (ZfS)
  • Neue Praxis
  • Journal für Konfliktforschung (Journal of Conflict Research)

Sonderforschungsbereiche


SFB 360 Situierte Künstliche Kommunikatoren
Sprecher: Prof. Dr. G. Rickheit
Beteiligt: Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
Technische Fakultät

SFB 584 Das Politische als Kommunikationsraum in der Geschichte
Sprecher: Prof. Dr. W. Steinmetz
Beteiligt: Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie
Fakultät für Soziologie
Fakultät für Rechtswissenschaft
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft

SFB 613 Physik von Einzelmolekülprozessen und molekularer Erkennung in organischen Systemen
Sprecher: Prof. Dr. U. Heinzmann
Beteiligt: Fakultät für Physik
Fakultät für Chemie
Fakultät für Biologie

SFB 701 Spektrale Strukturen und Topologische Methoden in der Mathematik
Sprecher: Prof. Dr. F. Götze
Beteiligt: Fakultät für Mathematik

Bibliothek


Die Universitätsbibliothek befindet sich in der 1. Etage des Uni-Hauptgebäudes. Sie hat einen Bestand von über 2,1 Millionen Büchern und ist für ihre langen Öffnungszeiten bekannt (357 Tage im Jahr geöffnet, werktags von 8 - 22 Uhr bzw. 1 Uhr nachts). *

Ästhetisches Zentrum


Seit Juli 2003 besteht das Ästhetische Zentrum an der Universität (Leitung: Prof. Dr. Klaus-Ove Kahrmann, Projektleiterin: Dr. Heike Piehler, Kulturmanagerin: Rita Hebenstreit). Das Ästhetische Zentrum bildet für die vielfältigen künstlerischen und kulturellen Aktivitäten der Universität einen gemeinsamen institutionellen Rahmen. Es ist zum einen ein Dienstleistungszentrum für das Management einzelner Aufgaben und Projekte, zum anderen ein Forum, in welchem das ästhetische Engagement und die kulturelle Identität der Universität konzeptuell bedacht und weiterentwickelt werden. Die Aktivitäten des Ästhetischen Zentrums dienen der Förderung der kulturellen und ästhetischen Ausdrucksfähigkeit der Studierenden der Universität Bielefeld. Sie werden fakultätsübergreifend für die Studierenden konzipiert und gemeinsam mit diesen entwickelt, bis hin zur öffentlichen Präsentation innerhalb und außerhalb der Universität. Mit Großveranstaltungen wie der „Nacht der Klänge“ – hier wird die Architektur der Universität Bielefeld durch Musik, Klang und Sprache erlebbar gemacht – , der ORIGINALE – ein vielfältiges Kunsterlebnis in der 260m langen zentralen Halle – , dem Ästhetik-Festival – bei dem ein Thema interdisziplinär und allgemein verständlich innerhalb verschiedener Veranstaltungen bearbeitet wird, dem Autokino - mit Kurzfilmen aus dem Seminar „Vorsicht Dreharbeiten!“ unter der Leitung von Fabio Magnifico - will das Ästhetische Zentrum maßgeblich zum Renommee der Universität Bielefeld beitragen und ihr ein unübersehbares, prägnantes kulturelles Profil verleihen. Die kulturellen Veranstaltungen an der Universität werden im Kulturkalender, der zweimal pro Semester erscheint, veröffentlicht. Unter den Studierenden ist diese Einrichtung, in Bezug auf die angespannte Haushaltslage der Universität, jedoch sehr umstritten.

Bekannte Ehrensenatoren


Einführung von Studiengebühren


Auf Drängen des Rektorats soll sich der Senat der Universität Bielefeld um eine Satzung für Studiengebühren kümmern und so nolens volens der Einführung von Studiengebühren beipflichten. Im Rahmen dieses Vorhabens und wegen der plumpen und undemokratischen Vorgehensweise des Rektorates kam es zu heftigen Protesten der Studierenden, bei denen das Rektorat für einen Monat und die Unihalle auch für einen Monat besetzt gehalten wurden. Zahlreiche Gruppen und Privatpersonen, bspw. Konstantin Wecker zeigten sich daraufhin solidarisch mit den protestierenden Studenten. Des Weiteren kam es zu großen Protestaktionen wie die Wanderausstellung, die in der Universität Paderborn startete und nun über Bielefeld nach Münster weitergeleitet wurde. Die Besetzung war allerdings auch unter den Studierenden umstritten: Viele Studierende teilten zwar die ablehnende Haltung der Besetzer gegenüber Studiengebühren, zweifelten aber angesichts der universitären Strukturen an der Wirksamkeit der Besetzung. Bei einer durch den AStA und das StuPa durchgeführten Wahl votierten ca. 94% gegen die Einführung von Studiengebühren an der Bielefelder Universität und gaben somit den verantwortlichen Studenten auf politischer Ebene Rückendeckung. Allerdings war die Wahlbeteiligung mit nur 22,4 % eher gering.

Leibniz-Preisträger


Der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis ist der international höchstdotierte wissenschaftliche Förderpreis und wird seit 1985 jährlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft an in Deutschland arbeitende Wissenschaftler verliehen. Insgesamt fünf Wissenschaftler der Universität Bielefeld haben diesen Preis bislang erhalten:

Jahr Name Forschungsgebiet Anmerkung
2001 Helge Ritter Informatik
2000 Gertrude Lübbe-Wolff Öffentliches Recht
1998 Ute Frevert Neuere Geschichte
1994 Adrienne Héritier, Helmut Willke Soziologie/Politologie
1992 Thomas Zink Mathematik gemeinsam mit
Christopher Deninger (Universität Münster)
Michael Rapoport (Universität Wuppertal)
Peter Schneider (Universität zu Köln)

Weblinks


Universität in Deutschland | Bielefeld

Bielefeld University | Universität Bielefeld

 

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