Die Universität Altdorf (auch: Altdorfina) ist eine ehemalige deutsche Hochschule, die im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts auf Initiative des Nürnberger Rats hin in Altdorf bei Nürnberg gegründet und im Jahr 1809 vom bayerischen König Maximilian I. aufgelöst wurde.
Im Mai 1526 wurde in Nürnberg unter Beteiligung einer Reihe bekannter Humanisten und Reformatoren – unter ihnen Melanchthon und Luther – das Gymnasium St. Egidien gegründet, das jedoch nur über die kurze Zeit von neun Jahren Bestand hatte. In einem 1565 verfassten Schreiben an den Nürnberger Rat gab Joachim Camerarius, der ehemalige Gründungsrektor des Gymnasiums St. Egidien, den Anstoß für einen neuen Versuch. Nach der Besichtigung mehrerer infrage kommender Standorte in der Nähe von Nürnberg entschied sich eine Delegation des Nürnberger Rats für Altdorf. Am 30. September 1571 erfolgte die Grundsteinlegung für das durch Spenden des wohlhabenden Nürnberger Patriziats finanzierte Kollegiengebäude – im Gegenzug erwarben die Spender ein Wohnrecht für ihre studierenden Söhne. Nach knapp vierjähriger Bauzeit fand am 29. Juni 1575 die feierliche Einweihung statt. Im Jahre 1582 wurde der durch Sebald Welser finanzierte Ostflügel mit dem größten Hörsaal, ein Jahr später das Torhaus mit einem Buchladen und der Wohnung des Pedells fertiggestellt. Die räumlichen Ausmaße des Gebäudekomplexes lassen vermuten, dass die Nürnberger schon früh über die Einrichtung eines einfachen Gymnasiums hinausdachten. Und so erreichte der Vertreter des Nürnberger Rats am kaiserlichen Hof in Prag schließlich die Erhebung zur Akademie. Im Jahr 1581 konnten an der nun nicht mehr nach Klassen, sondern nach Fakultäten gegliederten Einrichtung die ersten Magistertitel verliehen werden.
Am 29. August 1599 schrieb sich der damals sechzehnjährige Albrecht von Waldstein, der Sohn eines protestantischen Gutsbesitzers und später unter dem Namen "Wallenstein" berühmt gewordene Feldherr des Dreißigjährigen Krieges, in die Altdorfer Matrikel ein. Nur wenige Wochen später war er auch schon in den Skandal um die Ermordung von Wolff Fuchs, einem Fähnrich der Altdorfer Bürgerwehr verwickelt, der kurz vor Weihnachten nach einem Streit von dem Studenten Johann Hartmann von Steinau erstochen wurde. Die Vorwürfe, die daraufhin gegenüber Wallenstein erhoben wurden, betrafen nicht allein seine Anwesenheit bei der Tat selbst, sondern auch darin, dass er in der kurtzen Zeit her, so er zu Altorff gewesen und studirn sollen, sich in mancherley weiß allerley unruhe und muetwillens unterstanden habe, wie ein Brief des Nürnberger Rats an den Rektor der Altdorfina vom 12. Januar 1600 bezeugt. Die Bestrafung fiel ungewöhnlich milde aus. Wallenstein wurde nur mit einem kurzen Hausarrest belegt und nur kurze Zeit später kam es am 14. Januar auch schon zu einem weiteren Vorfall, als Wallenstein seinen Diener schwer mit Peitschenhieben misshandelte, weil dieser untätig aus dem Fenster auf den Markt hinausgeschaut hatte. Das daraufhin eingeleitete Verfahren endete schließlich damit, dass Wallenstein die Arztkosten für die Behandlung seines Dieners übernehmen und eine Strafe von 30 Gulden zahlen musste. Schon Mitte März 1600 taucht sein Name zum letzten Mal in den Universitätsannalen auf. Wallenstein verschwand aus Altdorf und unternahm eine Grand Tour nach Frankreich und Italien, wo er sein Studium an den Universitäten in Padua und Bologna fortsetzte.
Das Universitätsgebäude ist heute Teil des Wichernhauses, eines Internates für Körperbehinderte.
Seit September 2002 setzt sich die Initiative "Internationales Netzwerk Universität Altdorf" für eine Wiederbelebung der Universität Altdorf ein.
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