Das Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit ist ein enzyklopädisches Konversationslexikon von Heinrich A. Pierer († 1850); es gilt als "das erste voll ausgeformte moderne allgemeine Lexikon" (Gurst 1976).
Pierers-universal-lexikon_2.aufl_3.ausg_beispielseite.jpg Weniger bekannt als die drei namhaften Konversationslexika des 19. Jahrhundert – Brockhaus, Meyers Konversationslexikon und Herders Conversations-Lexikon – ist das Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit von Heinrich A. Pierer (Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit oder neuestes encyclopädisches Wörterbuch der Wissenschaften, Künste und Gewerbe oder kurz: Pierers Enzyklopädisches Wörterbuch).
Es erschien erstmals zwischen 1824 und 1836 in 26 Bänden und wurde nach Pierers Tod von Julius Löbe fortgesetzt; an der Erstellung der 2. Auflage waren über 220, an späteren Auflagen sogar über 300 Mitarbeiter beteiligt.
Pierer veröffentlichte in kurzen Abständen mehrere jeweils aktualisierte Neuauflagen: 1840-1846 (2. Auflage in 34 Bänden; insges. ca. 17.000 Seiten), 1849-1852 (3. Auflage in 17 Bänden); Löbe veranlasste eine grundlegende Neubearbeitung, die 1857-1865 erschien (4. Auflage in 19 Bänden), eine weitere folgte 1867-1873 (5. Auflage); an der folgenden Auflage von 1875-1880 war Löbel nicht mehr beteiligt (6. Auflage in 18 Bänden, erschienen im Verlag A. Spaarmann, Oberhausen und Leipzig, sowie später beim Literarischen Institut Baruch, Köln, und danach im Verlag J. W. Spemann, Stuttgart). Die 7. Auflage wurde von Joseph Kürschner bearbeitet und weist zu jedem Stichwort die Übersetzungen (nur des Begriffs) in 12 Sprachen auf.
Als Ergänzungen und zur Aktualisierung erschienen 1841-1847 erstmals sechs Supplementbände, 1850-1854 weitere sechs Supplementbände sowie 1855 ein Band mit den Neuesten Ergänzungen und 1865-1873 drei Bände als Jahrbücher. Zusätzlich wurde 1848 ein Illustrationsband mit 2.500 Abbildungen auf 67 lithographischen Tafeln veröffentlicht.
Siehe auch: Geschichte und Entwicklung der Enzyklopädie
Pierers Universallexikon diente Meyers Großem Conversations-Lexicon für die gebildeten Stände (1840-1852) als Vorbild; er klagt 1848, Meyer habe
Karl May und Arno Schmidt nutzten sehr ausgiebig Pierers Universallexikon als Informationsquelle. Karl Mays "Fremdsprachenkenntnisse" gehen u.a. auf die Sprachen-Artikel zurück. (vgl. Rudi Schweikert "Das gewandelte Lexikon: Zu Karl Mays und Arno Schmidts produktivem Umgang mit Nachschlagewerken")
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