Das ungarische Wappen ist zweigeteilt, heraldisch rechts das sogenannte alte Wappen, heraldisch links das sogenannte neue Wappen. Vermutlich ist das neue Wappen aber älter.
Hinweis: Die heraldisch rechte Hälfte liegt für den Betrachter auf der linken Seite, da die Blasonierung (Beschreibung) von Wappen immer aus Sicht des Trägers des Schilds erfolgt.
Slovakia_Coat_of_Arms.png]] Das "neue" Wappen stand im Mittelalter zeitweise für das Neutraer Fürstentum bzw. für nördliche Teile des Königreichs Ungarn (seit dem 18./19. Jahrhundert als Oberungarn bekannt), d.h. etwa das Gebiet der heutigen Slowakei. Das ist einer der Gründe, warum es, offiziell seit 1848, als Wappen der Slowakei (damals zunächst des Slowakischen Nationalrats) dient. Einziger Unterschied zum "neuen Wappen" ist das Fehlen der Krone und die Verwendung der "slawischen Farben" blau - weiß - rot statt der ungarischen grün - weiß - rot.
Ab dem späten 14. Jahrhundert wurde das "neue" Wappen sowohl als Symbol für Oberungarn ("partes Danubii septentrionales, partes regni superiores", d. h. das Gebiet der heutigen Slowakei und im nordöstlichen Ungarn) verwendet, als auch ein Symbol der ungarischen Könige. Als Symbol für Oberungarn wurde es dabei eher zusammen mit den drei Bergen verwendet, als das Symbol der ungarischen Könige hingegen eher ohne die drei Berge. So war das Staatssymbol von Ludwig dem Großen (1342–1382) ein viergeteiltes Wappen, das unter anderem aus dem Symbol von Karl von Anjou (das seinerseits das "alte" Wappen enthielt) als dem Symbol für die südlichen Teile Ungarns ("partes regni inferiores") und daneben aus dem "neuen" Wappen als dem Symbol für Oberungarn zusammengesetzt ist. Ein gutes Beispiel für die Doppelbedeutung des Doppelkreuzes ist das große Siegel des Königs Sigismund von Luxemburg (1387–1437). Dieses enthält zwar in der Mitte das "neue" Wappen, ist aber von im Kreis platzierten Wappen der von Sigismund beherrschten Gebiete umgeben, unter denen sich unter anderem das "alte" Wappen als das Symbol für Pannonien und das "neue" Wappen ein zweites Mal als das Symbol für Oberungarn befindet.
Seit die Habsburger 1526 die Könige dessen geworden sind, was vom Königreich Ungarn nach den türkischen Eroberungen übrig geblieben ist, wurde das heutige ungarische Symbol verwendet. Die kleine Krone unter dem Kreuz kam allerdings erst im 17. Jahrhundert hinzu.
Coat of Arms of Hungary 1867.jpg Zeitweise gab es ein großes Staatswappen, das, wie das König Sigismunds, auch aus den Symbolen anderer Landesteile bestand und in der Mitte das heutige Wappen hatte.
Coat of Arms of Hungary 1914.jpg Dieses Wappen ersetzte Lajos Kossuth während der Revolution 1848/1849 durch das heutige Wappen, allerdings ohne die Krone, um die Unabhängigkeit Ungarns zu symbolisieren. Außerdem hatte das Kossuth-Wappen eine besondere, oben und auf den Seiten nach innen gewölbte Form. Nach der Niederschlagung des Aufstands wurde das große Wappen wieder eingeführt - es bildete später, zusammen mit einem mit dem kaiserlich österreichischen Doppeladler, das Wappen der Österreichisch-Ungarischen Doppelmonarchie; es wurde nach dem Ersten Weltkrieg endgültig abgeschafft. Kurze Zeit galt wieder das Wappen Kossuths, ab Ende 1919 galt wieder das heutige, aus dem 16./17. Jahrhundert stammende Wappen, mit der Stephanskrone auf dem Wappen und zwei seitlich schwebenden Engeln erweitert.
Coat of Arms of Hungary 1949.jpg | Coat of Arms of Hungary 1956.jpg 1956 bis zum Jahr 1990]] Dieses Wappen galt nicht ohne Unterbrechungen: Im Zweiten Weltkrieg wurden Nazisymbole hinzugefügt, 1946-1949 galt das Kossuth-Wappen. Anschließend gab es im kommunistischen Ungarn zunächst bis 1956 das sogenannte Rákosi Wappen, das Hammer und Ähre (als Symbol für Arbeiter und Bauern), eingerahmt wiederum von Getreideähren, beleuchtet vom kommunistischen roten Stern darstellt. Dieses Wappen war auch auf der der damaligen Flagge Ungarns abgebildet, für die kurze Zeit der ungarischen Revolution im Jahr 1956 wurde es wieder entfernt. In dieser Zeit galt wiederum das Kossuth-Wappen, bis die Revolution noch im selben Jahr niedergeschlagen wurde. Danach ließ die ungarische Regierung wieder ein neues Wappen entwerfen. Im neuen Kádár-Wappen wurde im Gegensatz zum alten Rákosi-Wappen die Ähre und der Hammer durch ein staatsfarbenes gebogenes (ähnlich dem Kossuth-Wappen) Wappen zu sehen war und die seitlichen Ähren von einem roten bzw. rot-weiß-grünen Band umlaufen wurde. Im Sommer 1990, gab es im ungarischen Parlament teils heftige Diskussionen über das neue "nicht-kommunistische" Wappen Ungarns. Viele Abgeordnete sprachen sich für das Kossuth-Wappen, also das nach innen gebogene ohne Stephanskrone aus, doch schließlich setzte sich das heutige Wappen bei der Abstimmung durch.
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