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Ulrike Sima (* 3. August 1968 in Klagenfurt) ist eine österreichische Politikerin. Sima war von 1995 bis 1999 führende Mitarbeiterin der Umweltschutzorganisation Global 2000 und von 1999 bis 2004 Abgeordnete zum Nationalrat. Seit Mitte 2004 ist sie Mitglied der Wiener Landesregierung.

Herkunft


Sima entstammt einer prominenten sozialdemokratischen Politikerfamilie. Ihr Großvater Hans Sima wurde während des Austrofaschismus bereits als Siebzehnjähriger für seine politische Haltung in Haft genommen; während der Errichtung der Zweiten Republik 1945 betätigte er sich als Mitbegründer der Sozialdemokratischen Partei (SPÖ) Kärntens und diente dieser dann zunächst als Landesparteisekretär, ab 1953 als Mitglied des Bundesrats, ab 1956 als Mitglied der Landesregierung und von 1956 bis 1974 schließlich als Landeshauptmann.

Leben


Ihre Schullaufbahn begann Sima 1974 an der katholischen Privatschule der Ursulinen in ihrer Geburtsstadt Klagenfurt. Im Herbst 1975 wechselte sie an eine Grundschule in Luxemburg, im Frühjahr 1976 weiter an eine Grundschule im englischen Guildford, im Herbst des selben Jahres zurück nach Klagenfurt. Ab 1978 war sie Schülerin des Klagenfurter Ingeborg-Bachmann-Gymnasiums. Im Herbst 1982 übersiedelte Sima ein zweites Mal nach Luxemburg, wo sie die Europäischen Schule belegte und 1986 auch ihre Matura erwarb. Danach nahm sie ein Studium der Biochemie an der Universität Wien in Angriff, wobei sie 1988 ins Studium irregulare der Molekularbiologie übertrat und dieses 1994 unter Erlangung des Magistergrads abschloss.

Von 1987 bis 1993 engagierte sich Sima an der Österreichischen Hochschülerschaft, ab 1988 darüberhinaus in der Umweltschutzszene. Nach dem Abschluss ihres Studiums wurde sie Mitarbeiterin von Global 2000, wo sie anfangs als Regenwaldreferentin, ab 1995 als „Gentechnik-Expertin“ und Leiterin der gegen die landwirtschaftliche Nutzung von Gentechnologie gerichteten „Gentechnik-Kampagne“ arbeitete. In letzterer Position erarbeitete sie sich gute Beziehungen zur Kronen Zeitung, Österreichs führendem Boulevardblatt, das regelmäßig Tier- und Umweltschutzinitiativen mitträgt und neben der Global-Kampagne gegen das Speicherkraftwerk Lambach auch die gegen Gentechnologie publizistisch begleitete.

Simas Einvernehmen mit der mächtigen und wie selbstverständlich über Politkarrieren wie Wahlergebnisse mitentscheidenden Kronen Zeitung verhalf ihr zu bundesweiter Popularität und ließ sie als potentielles umweltpolitisches Aushängeschild für Parteistrategen interessant werden. Rechtzeitig zum Nationalratswahlkampf 1999 warb die SPÖ Sima als „Quereinsteigerin“ an, was sie in weiterer Folge mit 29. Oktober 1999 zur Abgeordneten zum Nationalrat machte. Im Frühjahr 2000 wurde sie Umweltsprecherin der SPÖ, im Sommer 2002 stellvertretende Vorsitzende der Naturfreunde Österreichs. Am 1. Juli 2004 wechselte Sima aus der Bundespolitik in die Wiener Landesregierung, in der sie seitdem die Position der amtsführenden Stadträtin für Umwelt einnimmt. Ihre Agenden als Umweltsprecherin der SPÖ übergab sie am gleichen Tag an Kai Jan Krainer, einige Wochen später beendete sie auch ihre Tätigkeit für die Naturfreunde.

Seit 31. Mai 2005 ist Sima Frontfrau des an diesem Tag vorgestellten „Kompetenzteam Umwelt“ der SPÖ und als solche wieder bundespolitisch tätig. Das Nachrichtenmagazin Profil geht laut Ausgabe 07/2006 davon aus, dass Sima den derzeitigen Umweltminister Josef Pröll in dieser Funktion ablösen wird, falls die SPÖ die noch 2006 fälligen nächsten Nationalratswahlen gewinnt und ihr Vorsitzender Alfred Gusenbauer mit der Bildung der nächsten Bundesregierung beauftragt wird,

Sima ist Mutter zweier Kinder; ihr Sohn Lukas wurde 1994, ihre Tochter Marie 2003 geboren.

Themen


Neben ihrem fortdauerndem Engagement gegen Gentechnologie sowie dezidierter Ablehnung jeglicher Nutzung von Kernenergie dokumentieren Simas Presseaussendungen und Debattenbeiträge vor allem Interesse an Klimaschutz und Tierschutz sowie Sympathie für die Tierrechtsbewegung. Die von Sima für die SPÖ beanspruchte „von ethischen und moralischen Grundsätzen“ bestimmte Tierschutzpolitik ist wesentlicher Teil Simas politischen Selbstverständnisses; einer ihrer Hauptvorwürfe an die von ihr so genannten „konservativen Kreise“ ist, dass diese Tiere primär als Produktionsmittel und Handelsobjekte sehen würden. Sima war unter anderem maßgebliche Befürworterin des 2004 beschlossenen österreichischen Bundestierschutzgesetzes, durch das die Vorschriften der bis dahin gültigen, von Tierschützern als unzureichend und willkürlich unterschiedlich kritisierten neun österreichischen Landestierschutzgesetze vereinheitlicht und verschärft wurden.

Weblinks


Frau | Geboren 1968 | SPÖ-Mitglied | Abgeordneter zum Nationalrat (Österreich)

 

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