Ulrich Wickert (* 2. Dezember 1942 in Tokio, Japan) ist ein deutscher Journalist und Autor. Wickert ist vor allem bekannt als Moderator der Tagesthemen.
Ulrich Wickert wurde in Tokio geboren, da sein Vater Erwin Wickert dort Mitarbeiter der Deutschen Botschaft war. Seine Kindheit verbrachte er in Heidelberg und Paris (1956 - 1959), wo die Familie aufgrund der beruflichen Verpflichtungen des Vaters bei der deutschen NATO-Vertretung lebte. Bereits 1956 hatte Wickert in der Rhein-Neckar-Zeitung mit einem Bericht über den Eiffelturm als 14jähriger seinen ersten journalistischen Auftritt.
In den 1960ern studierte er in Bonn Politische Wissenschaften und Jura und ging als Stipendiat 1962 im Fulbright-Programm an die Wesleyan University in Connecticut/USA. Sein erstes juristisches Staatsexamen legte er 1968 ab und begann als freier Hörfunkautor bei der ARD, wo er kurze Zeit später Redakteur wurde.
1969 bis 1977 arbeitete Wickert als Redakteur der Sendung Monitor und wurde vom WDR von 1969 - 1978 zu jeder Präsidentschaftswahl nach Paris geschickt. 1977 ging er als Korrespondent der ARD nach Washington, 1978 wurde Wickert als Korrespondent an das Frankreichstudio der ARD versetzt. 1981 gründete er den Diskussionskreis Journalisten für den offenen Rundfunk, im gleichen Jahr übernahm er die Leitung des ARD-Studios in New York. 1984 wurde Wickert Leiter des Pariser ARD-Studios. Seit dem 1. Juli 1991 ist er Erster Moderator der ARD-Nachrichtensendung tagesthemen, die er im wöchentlichen Wechsel mit der Journalistin Anne Will moderiert. In dieser Tätigkeit machte Ulrich Wickert im Herbst 2001 Schlagzeilen, als er vor laufender Kamera die indische Schriftstellerin Arundhati Roy nach einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zitierte, die US-Präsident George W. Bush mit Terroristenführer Osama bin Laden verglichen hatte. Obwohl Wickert nur sehr vorsichtig versuchte, diese Äußerung zu interpretieren, führte dies zu einem Aufschrei in den Medien. Insbesondere die Bild-Zeitung warf dem Moderator Beleidigung des Präsidenten und Antiamerikanismus vor. Nachdem er sich öffentlich entschuldigte, erklärte die ARD die Angelegenheit für abgeschlossen und Wickert entging einer Kündigung. Von 1972 bis 1980 war Wickert Mitglied der SPD.
Seinen bis zum 31. August 2006 laufenden Vertrag will er nicht mehr verlängern, wie er am 11. April 2004 erklärte.
Zum Wintersemester 2004/05 wurde Wickert Honorarprofessor an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Er ist dort im Studiengang Journalistik/Medienmanagement tätig. Ulrich Wickert ist Mitglied im Stiftungskuratorium der Stiftung von Schüler Helfen Leben. Im November 2005 wurde er wegen seiner Verdienste um die deutsch-französischen Beziehungen zum Offizier der Ehrenlegion ernannt.
Wickert ist in dritter Ehe mit Julia Jäkel, der Verlagsleiterin der Brigitte-Gruppe bei Gruner und Jahr, verheiratet. Seine Nichte Emily Wood ist in der Sat.1-Serie Sechserpack zu sehen.
Ulrich Wickert ist Mitglied im Kuratorium der Junge Presse NRW e.V. und schon seit mehreren Jahren Schirmherr des JugendMedienEvent.
Ulrich Wickert wurde 2005 zum Krawattenmann des Jahres gewählt.
Mann | Deutscher | Journalist | Autor | Geboren 1942
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