| Flag of Ukraine.svg | Coat of arms of Ukraine.svg | (Details) | (Details) |
Andere Landschaftsräume außerhalb der großen Ebene finden sich lediglich in der südlichen Westukraine, wo das Land Anteil an den Karpaten und an der Pannonischen Ebene hat, sowie im äußersten Süden, wo sich das Krimgebirge befindet. Der höchste Berg des Landes ist der Howerla in den Ostkarpaten, welcher eine Höhe von 2.061 Metern erreicht. Die höchste Erhebung der Krim ist der Roman Kosch mit 1.545 Metern.
Auf dem zur Osteuropäischen Ebene gehörenden Teil erstrecken sich insbesondere im Norden und Süden des Landes große Tiefländer (ukrainisch Низовина/Nysowyna) wie etwa das Dneprtiefland und die Schwarzmeersenke. Das Gelände erreicht dort Höhen zwischen 0 und 200 m. Aufgrund des niedrigen Reliefs fließen die Flüsse dieses Gebiets sehr langsam. Hierzu gehören etwa der Dnepr (ukrainisch Dnipro), die Desna, und der Siwerskij Donez. Viele kleinere Flüsse sind von versumpften Ufern mit Schilfbestand geprägt. Im Bereich der Tiefländer gibt es insbesondere in der zentralukrainischen Oblast Poltawa kleinere Erdgas- und Erdölvorkommen, welche aber für eine Eigenversorgung des Landes nicht ausreichend sind. Hoffnungen werden in die Erschließung von Feldern im Schwarzen Meer gesetzt. Aufgrund der vermuteten Rohstoffvorkommen bestehen momentan Grenzstreitigkeiten mit dem südwestlichen Nachbarland Rumänien um die Schlangeninsel.
Ukraine_topo_de.jpg Im zentralen Landesteil erstrecken sich von Westen nach Osten höherliegende Gebiete mit Geländehöhen zwischen 200 und knapp über 500 m, welche Platten (ukrainisch Височина/Wysotschyna) genannt werden. Zu diesen gehören etwa die Podolische oder die Donezplatte. Diese Platten bestehen überwiegend aus Gestein aus dem Erdaltertum, welches durch die Entstehung des alpidischen Gebirgsgürtels in den letzten 10 Millionen Jahren wieder angehoben worden ist. Sie sind reich an Rohstoffen wie etwa Eisenerz und Kohle. Die größten Erzvorkommen finden sich um Krywyj Rih im Oblast Dnipropetrowsk, während die Kohlelager sich überwiegend im Gebiet um die Stadt Donezk befinden. Die Platten sind von zahlreichen kleineren und größeren Flüssen durchschnitten, welche sich teilweise tief ins Gelände eingeschnitten haben. Dies gilt etwa für die oberen und mittleren Einzugsgebiete des Dnister und des Südlichen Bugs.
Abgesehen von den Berggebieten und den südwestlichen und südlichen Küstenregionen lässt sich die Ukraine hinsichtlich des Klimas, der Böden und der Vegetation in drei Großzonen gliedern. Im Nordwesten hat es Anteil an den Prypjatsumpfgebieten, welches insbesondere durch frühere Gletschervorstöße aus Skandinavien während der Eiszeiten geprägt wurde. Hier finden sich die schlechtesten Böden des Landes. Hinzu kommt, dass diese Region besonders stark von der Katastrophe von Tschernobyl betroffen ist. Das Gebiet erhält relativ viel Niederschlag (500-750 mm), die Sommer sind mild mit Durchschnittstemperaturen im Monat Juli von 17 bis 19 °C.
An diese Zone schließt sich nach Süden und Südosten die so genannte Waldsteppenzone an, in welcher ehemals bestehende Waldbestände aber überwiegend schon abgeholzt wurden. Hier befinden sich weit ausgedehnte Lößebenen, die im Eiszeitalter unter periglazialen Bedingungen entstanden sind. Aus dem Löß haben sich überwiegend sehr fruchtbare Schwarzerdeböden entwickelt, welche zu den ertragreichsten der Welt gehören. Die Niederschlagsmengen liegen zwischen 350 und 400 mm, die Juli-Durchschnittstemperaturen bei 20 °C. Insgesamt bietet dieses Gebiet sehr gute Bedingungen für eine landwirtschaftliche Nutzung. Allerdings sind die Böden sehr erosionsanfällig, wenn sie, wie oft in Sowjetzeiten geschehen, falsch bestellt werden.
Im Südosten grenzt die Steppenzone an, welche nur über relativ geringe Niederschläge von teilweise unter 250 mm im Jahr verfügt. Auch sind die Sommer hier sehr heiß mit Durchschnittstemperaturen im Juli von teilweise über 23 °C. Die fruchtbaren Schwarz- und Kastanienbraunerden dieses Gebietes konnten überwiegend erst ab Mitte des 20. Jahrhunderts in Wert gesetzt werden, nachdem durch den Bau von Staudämmen an den großen Flüssen ausgedehnte Bewässerungsanlagen entstanden sind.
Die Küstenregionen südlich des Krimgebirges und im südwestlichen Bessarabien sind sehr fruchtbar und werden aufgrund der günstigen klimatischen Bedingungen mit milden Wintern insbesondere für den Obst- und Weinanbau genutzt.
Der Nordwesten der Ukraine wird als Wolhynien bezeichnet. Diese Landschaft wird mit Galizien zu den „Keimzellen“ einer unabhängigen Ukraine gerechnet, da diese Gebiete erst im Zuge des Zweiten Weltkriegs von Polen an die Sowjetunion abgetreten wurden. Teile Galiziens und Transkarpatien hatten bis dahin niemals zu einem von Moskau aus regierten Reich gehört, wobei die Mehrheit der Bevölkerung der russischen Herrschaft und den Russifizierungsmaßnahmen sehr reserviert gegenüber stand. Das Entstehungsgebiet der ukrainischen Kultur und Sprache liegt aber wahrscheinlich im Dneprgebiet südöstlich von Kiew, wo im 17. Jahrhundert für kurze Zeit der Kosakenstaat bestand.
Der geografische Mittelpunkt des Landes befindet sich in der Nähe der Siedlung Dobrowelytschiwka, Oblast Kirowohrad. Darüber hinaus wurde von österreichischen Forschern Ende des 19. Jh. festgestellt, dass der geographische Mittelpunkt Europas in der Nähe des Ortes Rachiw liegen soll. Diese Theorie ist aber umstritten.
Bedeutende Städte neben der Hauptstadt Kiew (ukrain. Kyjiw) sind Charkiw, Czernowitz (ukrainisch Tscherniwzi), Dnipropetrowsk, Donezk, Iwano-Frankiwsk, Lemberg (ukrainisch Lwiw), Luhansk, Odessa, Poltawa, Saporischschja, Sewastopol, Simferopol, Tschernihiw und Uschhorod.
Siehe auch: Liste der Städte in der Ukraine, Liste der Namen ukrainischer Städte
Die in der Karpatoukraine lebenden Untergruppen der Ukrainer – Bojken, Huzulen und Lemken – wurden oft als eigene Völker angesehen.
Bedeutende ukrainische Schriftsteller sind:
Zum gegenwärtigen Buchmarkt siehe zum Beispiel Buchmesse Lemberg.
siehe auch: Islam in der Ukraine
Bis 1944 lebten mehrere Millionen Polen auf dem Gebiet der heutigen Ukraine (Galizien, Bukowina und Wolhynien). 1944 kam es vor allem in Wolhynien zu Massakern an der polnischen Bevölkerung, der über 40.000 Polen zum Opfer fielen. Nach dem Krieg und der Annexion der seit 1921 polnischen, insgesamt mehrheitlich von Ukrainern besiedelten Gebiete östlich des Bugs wurde der größte Teil der polnischen Bevölkerung (1.240.000 Menschen) vertrieben. Aus dem heutigen Ostpolen wurden im Rahmen der "Operation Weichsel" die meisten Ukrainer in die Ukraine vertrieben (480.000 Menschen).
Bis zum Zweiten Weltkrieg lebten in der Ukraine sehr viele Juden - vor allem Galizien im Westen des Landes war eines der Hauptverbreitungsgebiete der jiddischen Sprache und des typischen "Ostjuden", der außerhalb der Innenstadt in einem Schtetl lebte - die jedoch zu großen Teilen während der Besatzung durch das Deutsche Reich von SS-Einsatzgruppen ermordet wurden. Die Überlebenden wandern seitdem in die USA, nach Israel und nach Deutschland aus. Heute leben noch ungefähr 500.000 Juden in der Ukraine. Ihre Zahl nimmt wegen der erwähnten Auswanderung und des allgemeinen Geburtenrückgangs weiterhin ab.
Hauptartikel: Geschichte der Ukraine
Die Ukraine ist, wie ihre Nachbarländer Russland und Weißrussland, ein Nachfolgestaat der Kiewer Rus. Nach der Zersplitterung des Kiewer Reiches in unabhängige Fürstentümer, der Invasion der Mongolen und dem Einverleiben der westlichen Teile des ostslawischen Territoriums durch das Großfürstentum Litauen und das spätere Polen-Litauen war die Ukraine meist ein umstrittenes Gebiet zwischen den Großmächten Polen, Russland, dem Osmanischen Reich und Österreich-Ungarn. Im 17. und frühen 18. Jahrhundert übte auch Schweden, im 20. Jahrhundert zeitweise Deutschland Einfluss auf die Ukraine aus.
Die Kosaken in der Ukraine unter ihrem bedeutendsten Hetman, Bohdan Chmelnizki (*um 1595, †1657), unterstellten sich 1654 dem Moskauer Zaren. In diesem Zusammenhang kam es auch zu einem großen Pogrom gegen jüdische Gutsverwalter, die im Auftrag polnischer Herrn die Bauern ausgepresst hatten.
1917 gelang es der überwiegend bäuerlichen Machno-Bewegung eine anarchistische Revolution durchzuführen, welche zunächst den sowjetischen Bolschewisten gegen die "Weißen" hilft, dann 1921 jedoch verraten und von der Roten Armee unter Trotzki in einem blutigen Krieg an die SU angeschlossen wird. Tiefe Spuren hinterließen die durch die zwangsweise Kollektivierung unter Stalin in den Jahren 1932-33 hervorgerufenen Hungersnöte (Holodomor), bei denen schätzungsweise 10-20 Millionen Menschen umkamen. Während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg stand das Land als Reichskommissariat Ukraine und Generalgouvernement zum größeren Teil unter deutscher Zivilverwaltung. Die Ukraine war Schauplatz zahlreicher Massenmorde an Juden und sowjetischen Kriegsgefangenen (z. B. Massaker von Babi Jar). Zwischen 1943 und 1947 tobte nicht nur ein Partisanenkrieg gegen die deutschen Besatzer, sondern es gab auch eine Unabhängigkeitsbewegung (Ukrajinska Powstanska Armija, „Ukrainische Aufständischenarmee“) die gegen die Sowjetherrschaft und die polnische Bevölkerung kämpfte, die letztendlich vom NKWD niedergeschlagen wurde.
Im Zuge der „Westverschiebung“ Polens wurden etwa 1.24 Mio. Polen aus den ehemals polnischen Gebieten der heutigen Westukraine ausgesiedelt, teilweise auch gewaltsam vertrieben. Etwa 4,5 Mio. dort bereits vor dem Zweiten Weltkrieg ansässige Ukrainer waren von Umsiedlungen nicht betroffen. Aus dem heutigen Ostpolen wurden etwa 483.000 Ukrainer in die Ukraine zwangsumgesiedelt („Operation Weichsel“). Danach war die Ukraine – wie zuvor – Teil der Sowjetunion.
Die Ukraine ist seit 1991 unabhängig. 2004 erlebte die Ukraine einen Umschwung mit Anspruch auf Demokratie - die „Orangene Revolution“ - ausgelöst durch die Präsidentschaftswahlen, aus denen Wiktor Juschtschenko als Sieger hervorging.
Die Ukrainischen Streitkräfte haben mit ca. 618 Millionen US-Dollar (Stand: 2005), was 1,4% des BIP ausmacht, einen der kleinsten Militäretats in Europa, bezogen auf die Truppenstärke von 295.500 aktiven Soldaten sowie einer Million Reservisten.
Sie gliedert sich dabei in die drei klassischen Abteilungen Heer, mit einer Mannstärke von ca. 148.000, Luftwaffe, mit einer Mannstärke von ca. 49.100 Mann und Marine, welche über ca. 8.000 Soldaten sowie 3.000 Marine-Infantristen verfügt. Das Heer verfügt über ca. 4.000 Hauptkampfpanzer, 570 Kampfhubschrauber sowie weiteres Gerät. Die Luftwaffe besitzt 822 Kampfjets (darunter etwa 70 vom Typ Suchoi Su-27 "Flanker"), 136 Bomber des Typs Suchoi Su-25 "Frogfoot" sowie 98 Transportflugzeuge und 40 Helikopter - alle aus sowjetischer Produktion.
Die Marine, welche die geringste Mannstärke hat, besitzt 250 Flugzeuge, 8 Schnellboote, 2 Minenboote und ein inaktives U-Boot. Im Jahr 2002 verkaufte die ukrainische Marine den Flugzeugträger "Varyag" der Admiral Kusnezow-Klasse für 20 Millionen US-Dollar an eine chinesische Firma.
Beinahe sämtliches militärisches Gerät übernahmen die Streitkräfte von der UdSSR, als die Ukraine im Jahr 1991 unabhängig wurde. Da der ukrainische Staat nicht die ausreichenden finanziellen Mittel besitzt, wurden die Streitkräfte nie modernisiert. Im Falle eines Krieges könnte die ukrainische Armee auf rund sieben Millionen wehrtaugliche Männer im Alter von 18 bis 49 Jahren zurückgreifen. Die Verwaltung des Heeres untergliedert die Ukraine in die drei Kommandobereiche Nord, Süd und West.
Ergänzt wird diese Streitmacht durch die zivilen Mitarbeiter (95.000 Mann), den Küsten- und Grenzschutz mit 45.000 Mann, der Küstenwache mit 14.000 Mann, den Zivilschutztruppen mit einer Kraft von 9.500 Mann und den Truppen des Innenministeriums (39.000 Mann).
Die während des Kalten Krieges in der Ukraine stationierten Atomwaffen sind mittlerweile vollständig abgerüstet (siehe: Budapester Memorandum).
Aufgrund der weit verbreiteten Armut ist der Eintritt in die Armee für viele junge Bürger der einzige Weg um Karriere zu machen. Ein hoher Posten in den Streitkräften ist in der Ukraine nicht nur prestigeträchtig, sondern sichert auch das finanzielle Auskommen.
Mit insgesamt 5 Armeekorps (11 gepanzerte Divisionen, 7 mechanisierte Brigaden, 2 Artilleriedivisionen, 2 Ausbildungsdivisionen sowie 40 sog. Servicebrigaden) gehört die ukrainische Armee zu den stärksten militärischen Verbänden in Europa.
siehe: Präsidentschaftswahlen in der Ukraine 2004, Ukrainische Parlamentswahlen 2006, Liste der Parteien der Ukraine, Ukrainischer EU-Beitritt
Nach der Amtseinführung von Präsident Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 bestätigte das ukrainische Parlament (Werchowna Rada) am 4. Februar 2005 die neue Regierung unter Premierministerin Julija Tymoschenko.
Während der ersten 100 Tage der Regierung Tymoschenko wurden die Privatisierungen einiger großer Unternehmen (Kryworisch Stal) aus der Zeit des früheren Präsidenten Kutschma überprüft. Es zeigte sich auch, wie schon im Wahlkampf, dass die Positionen von Präsident Juschtschenko und Ministerpräsidentin Tymoschenko in der Wahl der Mittel teilweise differieren.
Gleichzeitig führte die durch russische Unternehmen initiierte Verteuerung von Erdölprodukten, vor allem Benzin, zu Druck auf die ukrainische Regierung.
In verschiedenen Ministerien wie dem Innenministerium und auf regionaler Ebene wurden seit dem Machtwechsel bis zu 30 % der Mitarbeiter entlassen.
Am 8. September 2005 entließ Präsident Juschtschenko überraschend Ministerpräsidentin Julija Tymoschenko und ihre Regierung im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen und Konflikten innerhalb des Kabinetts. Zum Interimspremier wurde der Wirtschaftspolitiker Jurij Jechanurow ernannt.
Jechanurow wurde später zum Ministerpräsidenten ernannt, und zwar mit 60 Stimmen mehr als er brauchte, die er überraschenderweise von der Opposition bekam.
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Siehe auch: Liste der Oblaste der Ukraine.
Unter Liste der Städte in der Ukraine sind die wichtigsten Städte jeder Oblast aufgezählt.
Die Ukraine ist heute vor allem ein Transitland zwischen Mitteleuropa und dem Kaukasus und zwischen Südeuropa und Russland. Hauptverkehrsträger in der Ukraine ist die Eisenbahn, gefolgt vom Straßenverkehr und der Binnenschifffahrt auf dem Dnepr (Dnipro). In allen wichtigen großen Städten befinden sich internationale Flughäfen; in Odessa, Mykolajiw, Cherson, Sewastopol und Kertsch befinden sich Seehäfen.
Die wichtigsten Außenhandelspartner sind Russland (28 %), Deutschland (8 %) und Italien (4,2 %), gefolgt von Turkmenistan (3,8 %), Polen (3,4 %) und der Volksrepublik China (3,3 %) (Zahlen 2003). Zu Zeiten der Sowjetunion galt die Ukraine als Kornkammer des Landes. Hinzu kommen im Osten des Landes Bergbau und Industrie. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im 1. Quartal 2004 gegenüber dem Vorjahreszeitraum 10,8 %.
Im nördlichen Teil des Landes gab es einst eine ausgedehnte Waldsteppe mit sehr fruchtbarem Lößboden. Bis auf einen kleinen Restbestand wurden diese Wälder jedoch abgeholzt und in Ackerland umgewandelt. Das Land verfügt heute nur noch über etwa 5 % Waldanteil an der Gesamtfläche. Bekannt sind die Birkenwälder um Kiew.
Ukraine Tschornobyl im Oblast Kiew.png
An der nördlichen Grenze des Landes zu Weißrussland kann in einem Radius von 50 Kilometern um den Ort Pripjat seit der Reaktorkatastrophe von Tschornobyl 1986 (russisch Tschernobyl) wegen der anhaltenden Verseuchung keine Landwirtschaft mehr betrieben werden. Unabhängig davon leidet die Landwirtschaft seit einigen Jahrzehnten zusätzlich unter starker Bodenerosion. Durch die damit verbundene Versteppung des Landes hat die Ukraine schon rund ein Achtel ihrer landwirtschaftlichen Nutzfläche eingebüßt.
Im Süden der Ukraine an der Küste und auf der Krim wird Wein- und Obstanbau betrieben, im Rest des Landes wird vorwiegend Weizen angebaut. Daher auch die Farben gelb und himmelblau in der Fahne des Landes. Diese sollen goldgelbe Weizenfelder unter blauem Himmel symbolisieren. Bei Krywyj Rih, Dnipropetrowsk und Saporischja befinden sich Eisenerzlagerstätten mit entsprechender Verarbeitung. Hinzu kommen Maschinenbau, Bau von Elektrogeräten sowie eine umfangreiche Werftenindustrie. Ausgeführt werden vor allem Kohle, Stahl, Elektrogeräte und Nahrungsmittel, eingeführt werden vor allem Energieträger (Erdgas und Erdöl) aus Russland. Im Donezkbecken befinden sich viele Bergwerke, die stark sanierungsbedürftig sind und in denen es immer wieder zu schweren Grubenunglücken kommt.
An insgesamt fünf Standorten (inklusive Tschernobyl) befinden sich in der Ukraine Kernkraftwerke.
Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1990/1991 konnte die Ukraine das Produktionsniveau von 1991 noch nicht wieder erreichen. Dies wird insbesondere der IWF-Schocktherapie zugeschrieben, die von 1992 bis 1995 einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 60% zur Folge hatte. Derzeit liegt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf bei 1.000 Euro. Es ist damit nur geringfügig höher als in China.
Viele Einwohner auf dem Land betreiben Subsistenzwirtschaft, da Löhne und Rente verspätet und unvollständig ausbezahlt wurden und das Lohnniveau mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten (in den 1990er Jahren Hyperinflation) nicht mithalten konnte.
Seit 1998 hat sich die ukrainische Wirtschaft aber stabilisiert. Vermehrt drängen ausländische Firmen in das Land und übernehmen Betriebe oder gründen Auslandsfilialen, einerseits wegen der im internationalen Vergleich sehr günstigen Lohnsituation bei guter Qualifikation und andererseits, um Marktanteile in der Ukraine zu besetzen. Die Ukraine erzielt inzwischen einen Leistungsbilanzüberschuss. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts ist im Jahr 2004 auf etwa 12 % gestiegen. Der Ende des Jahres 2004 erfolgte Machtwechsel, der nicht nur den Präsidenten betraf, sondern auch für neue Mehrheiten im Parlament sorgte, lässt tiefgreifende Reformen erwarten. Sie dürften die Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Aufschwung zumindest langfristig verbessern.
Allerdings vermutete man, dass sich künftig neue Belastungen ergeben könnten: Der bislang sehr günstige Preis für Gas (etwa 35 bis 40 % der Preise in Westeuropa) könnte sich drastisch erhöhen. Mit 3,3 Milliarden Euro machen die Gasimporte 14 % der ukrainischen Importe aus. Die ukrainische Wirtschaft ist an dieser Stelle besonders empfindlich und in hohem Maße von Russland abhängig.
Die von der neuen Regierung angestrebte stärkere wirtschaftliche Ausrichtung der Ukraine in Richtung Europäische Union kann die Abhängigkeit der Ukraine von russischen Energielieferungen zwar kaum verringern, sie dürfte aber die ausländischen Investitionen steigen lassen und so den wirtschaftlichen Aufschwung stärken.
Im Jahr 2005 forderte dann der russische Gaslieferant Gazprom, wie durchschnittlich von den Westeuropäischen Staaten, 230 Dollar je 1000 Kubikmeter Gas von der Ukraine. Siehe Russisch-ukrainischer Gasstreit.
Von da an gab es plötzlich großes Interesse von zahlreichen ausländischen Banken, die ebenfalls in der Ukraine Fuß fassen wollten. Innerhalb von nur 5 Monaten schnellte der Anteil ausländischer Banken am ukrainischen Bankensektor von knapp über 0 % auf rund 25 %. Die teuerste Übernahme bisher tätigte die italienische Banca Intesa, welche für rund eine Milliarde Euro 88 % der viertgrößten ukrainischen Bank „Ukrsotsbank“ übernahm, und ihren bisherigen Marktanteil in GUS-Staaten auf einen Schlag von rund 0,1 % auf ein Vielfaches erhöhte. Der deutlich höhere Kaufpreis, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass die „Ukrsotsbank“ deutlich weniger Marktanteil (5,3 % per 2005) als die „Bank Aval“ besaß, ist durch den steigenden Buchwertmultiplikator zu erklären. Wie in allen mittel- und osteuropäischen Ländern, die erst seit wenigen Jahren für ausländische Kreditinstitute zugänglich sind, stieg auch in der Ukraine der zu bezahlende Preis im Vergleich zum Buchwert der übernommenen Bank mit steigender Nachfrage.
Eine weitere der fünf ukrainischen Großbanken, die „Ukrssibbank“, wurde im Dezember 2005 von der größten französischen Bank, BNP Paribas, übernommen. 51 % wechselten für knapp 300 Millionen Euro ihren Besitzer. Sowohl bei der „Ukrsotsbank“ als auch bei der „Ukrssibbank“ hatte die ungarische „OTP Bank“ mitgeboten, die jedoch beide Male das Nachsehen hatte.
Auch von den kleineren der 158 (per Ende 2005) ukrainischen Banken wurden bereits mehrere übernommen. So übernahm beispielsweise der russische Marktführer, die staatliche „Sberbank“, die ukrainische „NRB-Ukraina“, und die russische Nummer zwei, die ebenfalls staatliche „Vneschtorgbank“ (VTB) übernahm die ukrainische „Mrija“ für umgerechnet knapp 60 Millionen Euro. Die ukrainische Regierung vermutet hinter den Übernahmen der staatlichen russischen Banken politische Motive, wie diese auch bereits im Januar 2006 in der plötzlichen Vervielfachung des Gaspreises von russischer Seite (siehe Russisch-ukrainischer Gasstreit) gesehen wurden.
Benita Ferrero-Waldner, EU-Kommissarin für auswärtige Beziehungen und europäische Nachbarschaftspolitik, nannte darüber hinaus u. a. folgende Maßnahmen, um die Wirtschaftsbeziehungen zur Ukraine zu stärken:
Seit 1994 leistet die EU außerdem im Rahmen des TACIS-Programms Beratungs- und Ausstattungshilfe in der Ukraine. Deutschland hat einen Anteil von fast 30 % an der Finanzierung dieses Programms.
Ziel der „Europäischen Nachbarschaftspolitik“ der EU ist lediglich eine verstärkte Zusammenarbeit mit den EU-Nachbarstaaten, die durch „Aktionspläne“ konkretisiert wird. Für osteuropäische Nachbarstaaten wurde bisher neben dem Aktionsplan für die Ukraine im Dezember 2004 auch ein Aktionsplan für das Nachbarland Moldawien beschlossen.
Im Bereich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit soll den Nachbarstaaten langfristig eine Beteiligung am EU-Binnenmarkt und an einigen Gemeinschaftsprogrammen eröffnet werden. Eine Beitrittsperspektive, so EU-Kommissarin Ferrero-Waldner in einem Interview mit der Deutschen Welle am 21. Januar 2005, eröffnet die Nachbarschaftspolitik nicht.
Demgegenüber hat der ukrainische Staatspräsident Juschtschenko wiederholt betont, beispielsweise am 25. Januar 2005 vor dem Europarat in Straßburg, er strebe als „strategisches Ziel“ einen Beitritt der Ukraine zur EU an.
Liste der ukrainischen Zeitschriften
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