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Uetersen
 

Wappen Karte
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Wappen
Tornesch_Deutschland.png
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Pinneberg
Geografische Lage:
Höhe: 6 m ü. NN
Fläche: 11,43 km²
Einwohner: 18.782 (2. Januar 2006)
Bevölkerungsdichte: 1.643 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 25436
Vorwahl: 04122
Kfz-Kennzeichen: PI
Gemeindeschlüssel: 01 0 56 049
Stadtgliederung:
Adresse der Stadtverwaltung: Wassermühlenstr. 7
25436 Uetersen
Offizielle Website: www.uetersen.de
Politik
Bürgermeister: Wolfgang Wiech (parteilos/ CDU nah)

Die Stadt Uetersen liegt im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein und ist als Rosenstadt an der Pinnau bekannt.

Geografie


Uetersen grenzt direkt an die Stadt Tornesch und die Gemeinden Groß Nordende, Moorrege, Neuendeich und Heidgraben. Uetersen liegt am historischen Ochsenweg, der heute als Radfernweg genutzt wird.

Uetersen ist eine Schlafstadt, die sich kulturell nach Hamburg und Elmshorn orientiert.

Geschichte


Das Gründungsjahr ist nicht festzustellen, da es keine Gründungsurkunde gibt. Schon 1223 soll ein katholisches Nonnenkloster existiert haben, das in einem Schriftdokument aus dem 18. Jahrhundert erwähnt wurde. Dieses Dokument ist leider nicht mehr auffindbar, so dass die heutige Stadt ohne geschichtlich belegbares Gründungsjahr leben muss.

Nachweisbar ist jedoch, dass der Ritter Heinrich von Barmstede im 13. Jahrhundert (ca. 1234/35) den Zisterziensern seine Burg zur Errichtung eines Nonnenklosters schenkte. Im 14. Jahrhundert begann man im Kloster die Zucht des Holsteiner Pferdes. Bereits vor 1664 wurde Uetersen Flecken. Das führte zur Ansiedlung weiterer Familien und viel später, am 13. Januar 1870, bekam die Siedlung dann das Stadtrecht. Im 19. Jahrhundert wurde von Uetersen aus Walfang betrieben, wie auch von mehreren anderen Städten an der Unterelbe und den schiffbaren Nebenflüssen aus.

Der Name der Stadt Uetersen ist aus ueterst end entstanden, was einst soviel wie am äussersten Ende bedeutet. Der Name bezieht sich darauf, dass der Ort am Übergang der Geest zur Haseldorfer Marsch liegt.

Einwohnerentwicklung


1875 zählte Uetersen etwas mehr als 4300 Einwohner, 1910 6259 und 1938 waren es 7673. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl explosionsartig auf über 14.800 an und wuchs seitdem langsam aber stetig auf über 18.700 Einwohner im Jahr 2006. Die Prognosen, die in den 60er Jahren von einer Bevölkerung von 60.000 Einwohnern (aus dieser Zeit stammen die Klosterkoppelhochhäuser und das aufgrund der Bevölkerungsprognosen überdimensionierte Rathaus) ausgingen, erwiesen sich jedoch als falsch.

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Sehenswürdigkeiten

Klosterkirche in Uetersen.JPG | Kloster in Uetersen.JPG

Bekannt ist Uetersen für sein Rosarium, einen Rosenpark, der Kaffeefahrten von weit her anlockt. Mit sieben Hektar Fläche ist er der größte Rosengarten Norddeutschlands und steht im Mittelpunkt der deutschen Rosenzucht. In Uetersen werden mehr als 800 verschiedene Rosensorten in allen farblichen Abstufungen und Duftnuancen vorgestellt.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das historische Kloster, welches 1234 von Heinrich von Barmstede II. gestiftet und 1544 in ein adliges Damenstift umgewandelt wurde. Mittelpunkt ist die barocke Klosterkirche von 1748 bis 1749, ein Saalbau mit schönem Kanzelaltar und großem Deckengemälde. Das Kloster in nicht in vollem Umfang erhalten, doch mit weiteren denkmalgeschützten Häusern, wie dem Klostervorwerk und dem Haus des Probstes, bildet es den Kern der Altstadt und mit dem Haus der Priörin findet sich hier auch das älteste Gebäude der Stadt. Typisch ist dabei der holsteinische Backsteinstil. Im Kloster lebte auch die Gräfin Augusta Louise zu Stolberg-Stolberg, die als Goethes Gustchen weltbekannt wurde.

Das stadtgeschichtliche Museum in der Parkstrasse stellt die Anfänge der Stadt aus dem 13. Jahrhundert dar und erzählt von der Entwicklung Uetersens vom Flecken bis zur Verleihung der Stadtrechte im Jahre 1870. Es bietet Informationen über Handel, Schifffahrt, Walfang, Industrie und Gewerbe bis zum Ersten Weltkrieg und den wirtschaftlichen Veränderungen nach den beiden Kriegen. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Geschehnissen im Dritten Reich fehlt leider. Ebenfalls zu sehen ist eine Sammlung von Motoren aus den ehemaligen JLO-Motorenwerken Pinneberg.

Das Museum Langes Tannen besteht aus drei denkmalgeschützten Gebäuden, einem klassizistischen Herrenhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert, einer nach Brandstiftung Wiederaufgebauten Scheune aus dem Jahre 1762 und einem Mühlensockel aus dem Jahre 1796. Es bietet wechselnde Veranstaltungen und Ausstellungen.

Ein weiteres Baudenkmal ist der Wasserturm, der 1925/26 erbaut wurde.

Statistische Zahlen


  • Arbeitslosigkeit: März 2005 17,8%; Dezember 2005 14,3%
  • ausländische Mitbürger: 1696 Personen aus 87 Nationen davon 912 türkisch, 79 polnisch, 62 italienisch, 54 russisch, 52 griechsich, 47 potugiesisch, 32 serbisch-montenegrisch, 28 afghanisch, 27 britisch (Stand 9. Januar 2006)

Politik


Von den 30 Sitzen in der Stadtvertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2003 15 Sitze, die SPD 9, die Wählergemeinschaft BfB 3, die AL 2 und die FDP einen. Zwischenzeitlich ist eine Mandatsträgerin der CDU zur FDP gewechselt, ebenso ein Mandatsträger der AL, womit die FDP auf 3 Stimmen, die CDU auf 14 Stimmen und die AL nur noch auf eine Stimme kommt. Seit neuem gibt es "Ideal Kommunal" als 2er Fraktion. Dadurch ist die FDP nur mit einem Mandatsträger vertreten.

Bürgermeister seit 1870

  • 1870-1900 Ernst Heinrich Meßtorff
  • 1900-1914 Heinrich Muuß
  • 1914-1918 Ernst Ladewig Meyn
  • 1918-1930 Jakob Christians
  • 1930-1933 Heinrich Wellenbring
  • 1933 Ferdinand Bauth (kommissarisch)
  • 1933-1945 Hermann Dölling (NSDAP)
  • 1945 Heinrich Stühmeyer
  • 1945-1956 Heinrich Wilkens
  • 1956-1964 Dr. Jürgen Frenzel (SPD)
  • 1964-1988 Waldemar Dudda (SPD)
  • 1988-1994 Wolfgang Bromma (SPD)
  • 1994-2003 Karl Gustav Tewes (parteilos)
  • Seit 2003 Wolfgang Wiech (parteilos)

Parteien

  • Alternative Liste Uetersen
  • Bürger für Bürger
  • CDU Ortsverein
  • FDP Ortsverein
  • SPD Ortverein

Paten- und Partnerschaften

Partnerstadt ist die Stadt Wittstock/Dosse im Bundesland Brandenburg. Eine weitere Partnerschaft besteht zur Unteroffiziersschule der Luftwaffe in der Marseille-Kaserne in Appen, dem früheren Fliegerhorst Uetersen.

Nachtleben

Die Gaststätte "Taps" bietet regelmäßige Livemusik (schon aufgetreten sind beispielsweise Tony Sheridan , Farmers Road Bluesband, Schmitz Katze, uvm.). Früher wurde Sie, wegen der kleinen Treppe nach unten, auch "Keller-Taps" genannt.

Das Café Bowy feierte am 7. Mai 2005 noch sein 20-jähriges Bestehen bevor es Ende Mai an dem bisherigen Standort endgültig geschlossen wurde. Eine Neueröffnung an anderer Stelle ist bisher fraglich.

Schulwesen/Bildung

In der Stadt Uetersen gibt es mehrere Grundschulen, eine Förderschule, zwei Hauptschulen, eine Realschule und ein durch den Kreis verwaltetes Gymnasium.

  • Friedrich-Ebert-Schule (Grundschule)
  • Geschwister-Scholl-Schule (Förderschule)
  • Grund- und Hauptschule Birkenallee
  • Schule am Roggenfeld (Grund- und Hauptschule)
  • Gustav-Heinemann-Realschule
  • Ludwig-Meyn-Schule (Gymnasium, durch den Kreis verwaltet)

Zudem gibt es einen Schulzweckverband mit der Nachbarstadt Tornesch für den Betrieb der gemeinsamen Gesamtschule:

  • Klaus-Groth-Schule (Kooperative Gesamtschule, in Tornesch)

Es wird darüber diskutiert alle Tornescher und Uetersener Schulen in diesem Zweckverband gemeinsam zu verwalten.

Die Stadt besitzt zudem eine Stadtbücherei und eine gemeinsam mit der Stadt Elmshorn betriebene Volkshochschule.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Rosenfest
  • Herbst- und Lampionfest
  • Holsteiner Apfeltage
  • Schaufahren des Schiffsmodellbauclub Uetersen
  • Weinfest
  • Woodrock-Festival
  • Uetersener Hafennacht

Vereine

  • Bildungszentrum Rose e.V.
  • Chorknaben Uetersen
  • Initiative Hafen-Stadt e.V.
  • jung gewinnt e.V. (Uetersener Jugend- und Kulturverein)
  • Kunst im Mittelpunkt e.V.
  • Musikzug Rosenstadt Uetersen
  • Oldtimer und Technik Freunde Uetersen-Holsten - OTF
  • Schachclub Uetersen e.V.
  • SGR Uetersen
  • Showtanzgruppe Cadence
  • Sportangelverein Uetersen-Tornesch
  • Sport und Spaß Uetersen
  • Stadtjugendring Uetersen e.V.
  • TSV Uetersen
  • Uetersen Dostlukspor
  • Uetersener Hagebuttenbühne e.V. (Theaterverein)
  • Uetersener Sport Gemeinschaft - USG (Bogensport, Radsport, Badminton, Karate, Fit for Fun, Senioren, Wandern)
  • Weitere Vereine: Tennis, Sportschützen, Schiffsmodellbauclub usw.

Kirchen und Moscheen in Uetersen

In Uetersen gibt es vier Kirchen- und eine Moscheengemeinde, nämlich die evangelisch-freikirchliche Baptistengemeinde in der Christuskirche, das zur Gemeinschaft in der Landeskirche gehörende Martin-Luther-Haus und die evangelisch-lutheranische Klosterkirche, die evangelisch-lutheranische Erlöserkirche, die katholische Kirche , die Neuapostolische Kirchengemeinde sowie die sunnitische Grüne Mosche.

Wirtschaft


Heute ist Uetersen ein bedeutender Industriestandort. Zu den größten Unternehmen im Stadtgebiet gehören der Papierhersteller Stora Enso, das Pharmazieunternehmen Nordmark, der Maschinenbauer Hatlapa und die Chemiebetriebe Voss Chemie und Oemeta.

In und um Uetersen befindet sich das größte Rosenzuchtgebiet Deutschlands mit den dort ansässigen Firmen Kordes, Tantau, Strobel und anderen. Jährlich rund 20 Millionen Rosenpflanzen werden in großflächigen Betrieben gezogen und weltweit exportiert; deshalb trägt die Stadt den Beinamen "Rosenstadt".

Westlich der Stadt befindet sich der Uetersener Windpark mit sechs Anlagen welche rechnerisch 2/3 der Uetersener Haushalte mit Strom versorgen können.

Umweltprobleme

Überregionale Bekanntheit erlangte Uetersen durch sein Dioxinproblem. Große Teile eines Neubaugebietes (Am Eichholz/Esinger Steinweg) befinden sich auf ehemaligen Feldern, auf denen dioxinhaltiger Papierschlamm ausgebracht wurde. In den 1980er Jahren führte dies zu gesundheitlichen Problemen wie Hauterkrankungen und erweckte Assoziationen mit dem Sevesounglück. Zwischenzeitlich wurde ein Großteil des betroffenen Bodens mit einer zusätzlichen, schützenden Erdschicht versehen. Eine von den Anliegern geforderte vollständige Sanierung fand aus Kostengründen nicht statt. Eine Gefahr für das Grundwasser wird verneint, kann aber nicht ausgeschlossen werden. Messungen hierzu finden statt. Am Rande des Gebiets befindet sich im Überschwemmungsgebiet der Pinnau eine dioxinhaltige Papierschlammdeponie.

An der Pinnau, nahe dem Stichhafen befindet sich eine alte Deponie. Der genaue Inhalt dieser Deponie ist unbekannt. Im Umkreis werden regelmäßig Bodenproben entnommen.

Innerhalb des Stadtgebietes gibt es weitere ehemalige Deponien und durch Gewerbeunternehmen (Gerbereien, Baumschulen, etc.) belastete Grundstücke.

Verkehr

Durch Uetersen führt die Bundesstraße 431.

Aufgrund von Protesten einheimischer Fuhrleute erhielt Uetersen beim Bau der Altona-Kieler Eisenbahn im 19. Jahrhundert keinen Bahnhof. Unter dieser mangelhaften Verkehrsanbindung leidet die Stadt noch heute. Der in diesem Zuge im Nachbarort Tornesch errichtete Bahnhof führte zum Prosperieren der Nachbarstadt. Um diesen Nachteil auszugleichen wurde 1873 die Uetersener Eisenbahn zur Verbindung des Südteils der Stadt mit dem Tornescher Bahnhof eröffnet. Der Personenverkehr wurde 1965 eingestellt, Güterverkehr wird bis heute betrieben.

Uetersen ist über mehrere Buslinien im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) direkt mit den Städten Elmshorn, Tornesch und Wedel sowie mit der Kreisstadt Pinneberg verbunden und hat das dichteste Verkehrsnetz im Kreis Pinneberg.

Die Stadt besitzt zwei an der Pinnau gelegene Häfen. Den am Ortsrand gelegenen Wassersporthafen Klosterdeich, sowie den im Zentrum gelegenen großen Stichhafen. Der Stichhafen wurde nach langer Zeit im Jahr 2005 ausgebaggert und wieder schiffbar gemacht. Die Bürgerinitiative Hafen-Stadt versucht dieses brachliegende Gelände wiederzubeleben.

Der Flugplatz Uetersen (Verkehrslandeplatz mit jährlich etwa 25.000 Starts im Motor- und Segelflug) liegt vor den Toren der Stadt auf dem Gebiet der Gemeinde Heist, direkt angrenzend an die Unteroffiziersschule Marseille-Kaserne. Platzhalter ist die Flugplatz Uetersen GmbH, welche 1973 gegründet wurde und seit dem den ehemaligen Militärflugplatz (ohne die Kasernenanlage) zivil betreibt. Der frühere ICAO-Code war EDNU, dieser stand für Europa/Deutschland/Nord/Uetersen, heute heißt der VLP (=VerkehrsLandePlatz) EDHE (= Europa/Deutschland/Hamburg/Uetersen).

Persönlichkeiten


Ehrenbürger

  • Cäcilie Bleeker (1798-1888) - Gründerin des Krankenhaus Uetersen (Bleeker-Stift)
  • Ernst-Heinrich Meßtorff (1822-1916) - Besondere Verdienste für Uetersen
  • Michael Lienau (1816-1893) - Besondere Verdienste für Uetersen (Lienau-Stiftung)
  • Werner Lange (1917-1979) - vererbte der Stadt "Langes Neue Mühle"
  • Waldemar Dudda - Besondere Verdienste für Uetersen

Bekannte Uetersener

Literatur


  • Rudolf Lavorenz: Uetersen. ISBN 3897025418
  • Theodor von Kobbe (1798-1845) - Die Schweden im Kloster zu Uetersen (1830)
  • Elsa Plath-Langheinrich: Als Goethe nach Uetersen schrieb ISBN 3529026956
  • Johann Wolfgang von Goethe: Briefe an Augusta Louise zu Stolberg.
  • Goethes Briefe ins holsteinische Kloster Uetersen ISBN 3529026824
  • Lothar Mosler - Mit der Eisenbahn durch Uetersen (1996)
  • Dr. Ernst Brütt und Gerhard Scharfenstein - Uetersen und seine Einwohner (1995)
  • Andreas Fründt - Das Hochadeliche Closter zu Uetersen (1986)

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