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USS Vincennes (CG-49)
USS Vincennes (CG 49).jpg
Die USS Vincennes im Sommer 2003
Bestellung: 28. August 1981
Kiellegung: 19. Oktober 1982
Stapellauf: 14. Januar 1984
Indienststellung: 3. Juni 1985
Ausserdienststellung: 29. Juni 2005
Verbleib: unbekannt
Technische Daten
Verdrängung: 9600 Tonnen
Länge: 567 ft / 172,8 m
Breite: 55 ft / 16,8 m
Tiefgang: 33 ft / 10 m
Antrieb: 4 x General Electric LM-2500-Gasturbinen, 2 Wellen, 80.000 PS
Geschwindigkeit: über 30 Knoten
Reichweite:
Besatzung: 387 Offiziere und Matrosen
Bewaffnung: 2 x Mk 26 Raketenwerfer, 88 x RIM-67 SM-2, 8 x AGM-84 Harpoon-Raketen
2 x 5 in, 2–4 x 12.7 mm-Geschütze, 2 x Phalanx CIWS
2 x Mk 46 Dreifach-Torpedorohre
Luftfahrzeuge: 2 x SH-2 Seasprite-Helikopter
Motto:

Die USS Vincennes (CG-49) ist ein Kreuzer der United States Navy, der durch den Abschuss eines iranischen Airbus A300 am 3. Juli 1988 über der Straße von Hormuz mit 290 Zivilisten als „Kollateralschaden“ zu trauriger Berühmtheit gelangte. Er gehört der Ticonderoga-Klasse an.

Um die Sicherheit für ihre Öllieferungen zu gewährleisten, hatten die Vereinigten Staaten 1988 Teile ihrer 5. US-Flotte in den Persischen Golf verlegt. Beide Kontrahenten im irakisch-iranischen Krieg waren dazu übergegangen, Handelsschiffe der jeweils anderen Seite anzugreifen, um den Nachschub des Gegners zu beeinträchtigen.

In dieser Situation befand sich die 5. US-Flotte zwischen allen Fronten, so kamen z.B. 37 Amerikaner bei einem angeblich versehentlichen Angriff einer Mirage des Irak auf die USS Stark ums Leben.

Die USS Vincennes hielt sich in iranischen Hoheitsgewässern auf und war zum Zeitpunkt des Flugzeug-Abschusses in ein heftiges Abwehr-Gefecht mit iranischen Kanonenbooten verwickelt. Unter diesen Umständen musste jederzeit mit einem Luftangriff gerechnet werden, was die Crew der USS Vincennes zusätzlich unter Druck setzte. Flug Iran Air 655 war von Bander Abbas an der iranischen Küste nach Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten unterwegs und wurde vom Aegis-Kampfsystem der USS Vincennes fälschlicherweise als F-14 Tomcat identifiziert. Diesen Flugzeugtyp hatten die Amerikaner kurz vor Ausbruch der Revolution im Iran gegen den Schah nach dorthin exportiert. Zehn Warnungen wurden auf verschiedenen militärischen Frequenzen an das Flugzeug gesendet, doch die vermutete Tomcat antwortete nicht. Hierbei ist anzumerken, dass zivile Flugsicherung und ziviler Sprechfunk in einem Frequenzbereich stattfindet (108–136 MHz), der völlig separat ist von den militärischen Frequenzbereichen (über 200 MHz).

Nachdem das suspekte Flugzeug dann, nach einer Aegis-System-Meldung, schnell tiefer und auf Abfangkurs gegangen sein soll, entschied Captain Rogers, zwei Boden-Luft-Raketen auf das Flugzeug abzufeuern. Bis kurz vor dem Einschlag bestand kein Sichtkontakt mit dem Flugzeug, aber für funkgesteuerte De-Aktivierung des Sprengkopfes der Raketen war es angeblich bereits zu spät. Die Wirkung der Sprengköpfe auf das zivile Flugzeug war katastrophal: Der Passagier-Jet wurde in der Luft zerfetzt, die Trümmer verteilten sich über ein Gebiet von mehreren Quadratkilometern in iranischen Küsten-Gewässern. Alle 278 Passagiere und auch die 12 Besatzungsmitglieder wurden dabei getötet.

Bei der Untersuchung des Unfalls wurde bekannt gegeben, dass drei Faktoren als Ursache für das Unglück angesehen wurden:

  1. Das Aegis-System der Vincennes arbeitete fehlerhaft
  2. Falsche nachrichtendienstliche Informationen
  3. Die zumindest fragwürdige Entscheidungsfindung auf der Brücke der USS Vincennes

Bander Abbas war damals ein sowohl militärisch als auch zivil genutzter Flughafen, und tatsächlich sollen dort kurz nacheinander Iran Air 655 und eine iranische F-14 Tomcat aufgestiegen sein, deren Transponder-Signale von der Marine-Eloka vermutlich fehlgeortet worden waren. Militärische Flugzeuge senden entweder gar kein oder ein sogenanntes Mode 2-Transpondersignal, wohingegen Zivilmaschinen grundsätzlich im Mode 3/A senden, wie es auch Iran Air 655 tat. Das Aegis-System der USS Vincennes war dem zufolge nicht in der Lage, diesen Grenzfall richtig auszuwerten und wies daraufhin das Flugobjekt in der automatischen Bedrohungsanalyse als „feindlich-militärisch“ aus. Dazu soll noch gekommen sein, dass die Betriebs-Software fälschlich das Flugziel als „schnell tiefer gehend“ meldete, wohingegen der später ausgewertete Flugschreiber des Airbus eindeutig belegte, dass der Jet die ganze Zeit über im Steigflug war.

Nach der offiziellen Untersuchung wurde Captain Rogers von George H. W. Bush 1990 mit dem Legion of Merit-Orden „für außerordentliche Pflichterfüllung im Einsatz“ ausgezeichnet. Die anderen Offiziere, die in den Prozess der Entscheidung miteinbezogen waren, das Flugzeug abzuschießen, wurden alle ein letztes Mal befördert. Die offizielle Haltung der Navy lautete, dass die Crew der USS Vincennes in Anbetracht der Lage angemessen reagiert habe; inoffiziell wurde sie jedoch von Seiten anderer Schiffsbesatzungen, die ebenfalls am Gefecht mit den iranischen Booten teilnahmen, wegen ihres zu aggressiven Vorgehens kritisiert.

Militärschiff (USA) | Iranische Geschichte

USS Vincennes (CG-49) | ヴィンセンス (ミサイル巡洋艦)

 

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