Hamburg U-Bahn DT4.JPG Die Hamburger U-Bahn wird von der Hamburger Hochbahn AG (HHA) betrieben und gehört zum Hamburger Verkehrsverbund (HVV). Sie wurde im Februar 1912 eröffnet und ist neben der S-Bahn, der AKN sowie dem Stadtbusnetz Teil des öffentlichen Personennahverkehrs der Hansestadt Hamburg. Jährlich transportiert die Hamburger U-Bahn über 180 Mio. Fahrgäste.
Es wird in einem 4- bis 10-Minuten-Takt gefahren, in der Hauptverkehrszeit im Innenstadtbereich auch alle drei Minuten. Auf einigen Außenstrecken (sowie frühmorgens und spätabends) teilweise nur alle 20 Minuten. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2004 verkehrt die U-Bahn in den Nächten von Freitag auf Sonnabend und von Sonnabend auf Sonntag durchgehend im 20-Minuten-Takt.
Die Linienbezeichnungen U1 und U2 wurden zum Fahrplanwechsel am 22. Mai 1966 eingeführt, die Bezeichnung U3 folgte am 2. Januar 1967. Bis zur Fertigstellung der durchgehenden Innenstadtstrecke der späteren U2 am 3. Juni 1973 wurden die Teilbetriebe auf dem zuerst fertig gestellten östlichen (Hauptbahnhof Nord - Berliner Tor (- Barmbek) ab 29. September 1968) und dem westlichen Abschnitt (Schlump - Gänsemarkt ab 31. Mai 1970) als U21 und U22 bezeichnet.
An folgenden Bahnhöfen sieht der Fahrplan bahnsteiggleiche Anschlüsse zwischen den Zügen zweier Linien vor:
Umsteigemöglichkeiten am selben Bahnsteig bestehen auch:
Die U-Bahnlinien sind im folgenden mit den benutzten Strecken und angefahrenen Bahnhöfen tabellarisch aufgelistet. Umsteigerelationen von Stationen zu anderen Linien des städtischen Schnellbahnverkehrs stehen in Klammern:
| Linie | Strecken von Nord / West nach Süd / Ost | Haltestellen (End- und Umsteigebahnhöfe fett hervorgehoben) |
|---|---|---|
| U1 | Langenhorner Bahn | Norderstedt Mitte - Richtweg - Garstedt - Ochsenzoll - Kiwittsmoor - Langenhorn Nord - Langenhorn Markt - Fuhlsbüttel Nord - Fuhlsbüttel - Klein Borstel - Ohlsdorf (S1, S11) |
| Ohlsdorfer Zweigline | Ohlsdorf - Sengelmannstraße - Alsterdorf - Lattenkamp - Hudtwalckerstraße - Kellinghusenstraße (U3) | |
| KellJung-Linie | Kellinghusenstraße - Klosterstern - Hallerstraße - Stephansplatz - Jungfernstieg (U2, S1, S2, S3, Rathaus: U3) | |
| Meßberglinie | Jungfernstieg - Meßberg - Steinstraße - Hauptbahnhof Süd (U2, U3, S1, S11, S2, S21, S3, S31) | |
| Wandsbeker Verlängerung | Hauptbahnhof Süd - Lohmühlenstraße - Lübecker Straße (U2) - Wartenau - Ritterstraße - Wandsbeker Chaussee (S1, S11) - Wandsbek Markt - Straßburger Straße - Alter Teichweg - Wandsbek-Gartenstadt (U2) | |
| Walddörferbahn | Wandsbek-Gartenstadt - Trabrennbahn - Farmsen - Berne - Meiendorfer Weg - Volksdorf | |
| Volksdorf - Buckhorn - Hoisbüttel - Ohlstedt | ||
| Volksdorf - Buchenkamp - Ahrensburg West - Ahrensburg Ost - Schmalenbeck - Kiekut - Großhansdorf | ||
| --- | ||
| U2 | Niendorfer Strecke | Niendorf Nord - Schippelsweg - Joachim-Mähl-Straße - Niendorf Markt - Hagendeel - Hagenbecks Tierpark |
| Eimsbütteler Zweiglinie | Hagenbecks Tierpark - Lutterothstraße - Osterstraße - Emilienstraße - Christuskirche - Schlump (U3) | |
| Schlump - Messehallen - Gänsemarkt - Jungfernstieg (U1, S1, S2, S3, Rathaus: U3) - Hauptbahnhof Nord (U1, U3, S1, S11, S2, S21, S3, S31) - Berliner Tor (U3, S1, S11, S2, S21) | ||
| Ring | Berliner Tor - Lübecker Straße (U1) - Uhlandstraße - Mundsburg - Hamburger Straße - Dehnhaide - Barmbek (U3, S1, S11) | |
| Walddörferbahn | Barmbek - Habichtstraße - Wandsbek-Gartenstadt (U1) | |
| --- | ||
| U3 | Ring | Barmbek (U2, S1, S11) - Saarlandstraße - Borgweg - Sierichstraße - Kellinghusenstraße (U1) - Eppendorfer Baum - Hoheluftbrücke - Schlump (U2) - Sternschanze (S11, S21, S31) - Feldstraße - St. Pauli - Landungsbrücken (S1, S2, S3) - Baumwall - Rödingsmarkt - Rathaus (Jungfernstieg: U1, U2, S1, S2, S3) - Mönckebergstraße - Hauptbahnhof Süd (U1, U2, S1, S11, S2, S21, S3, S31) - Berliner Tor (U2, S1, S11, S2, S21) |
| Billstedter Strecke | Berliner Tor - Burgstraße - Hammer Kirche - Rauhes Haus - Horner Rennbahn - Legienstraße - Billstedt - Merkenstraße - Steinfurther Allee - Mümmelmannsberg | |
Der Bau einer solchen Bahn wurde damals schon lange erwogen, zeitweilig war sogar eine Schwebebahn im Gespräch. 1906 wurde mit dem Bau einer Ringlinie Hauptbahnhof – Berliner Tor – Barmbek – Kellinghusenstraße – Schlump – Landungsbrücken (frühere Benennung: Hafentor) – Rathaus – Hauptbahnhof mit Abzweigen nach Eimsbüttel, Ohlsdorf und Rothenburgsort begonnen. Am 15. Februar 1912 wurde dann das erste Teilstück dieser späteren „Ringlinie“ zwischen Rathausmarkt (heute: Rathaus) und Barmbeck (heute: Barmbek) eingeweiht. Die Strecke bestand aus unterirdischen und Hochbahn-Trassen.
Netz34.jpg Bis 1915 waren der „Ring“ und seine drei Zweiglinien, von Kellinghusenstraße bis Ohlsdorf, vom Schlump bis Hellkamp (heute: stillgelegte Haltestelle zwischen Oster- und Lutterothstraße) sowie vom Hauptbahnhof nach Rothenburgsort fertiggestellt. Bis 1934 kamen die Erweiterungen von Ohlsdorf bis Ochsenzoll („Langenhorner Bahn“), von Kellinghusenstraße zum Jungfernstieg („KellJung-Linie“, in Anlehnung an die Londoner „Bakerloo-Line“) und die „Walddörferbahn“ von Barmbek nach Großhansdorf (anfangs: Groß Hansdorf) und Ohlstedt hinzu.
Nun konnte man an den Ausbau des Netzes gehen. 1960 wurde die „KellJung-Linie“ über Meßberg bis zum Hauptbahnhof Süd verlängert, dabei entstand der letzte Teilabschnitt unter den Hauptbahnhofsgleisen erstmalig im Schildvortrieb. 1962 erreichte man Wandsbek Markt und 1963 dann Wandsbek-Gartenstadt. Das Streckennetz der U-Bahn umfasste nun eine Länge von 67,9 km.
1962 wurde mit dem Bau einer Durchmesserstrecke begonnen, die zunächst als Verbindung Billstedt – Stellingen gedacht war. Ihren westlichen Abschnitt bildet die Eimsbütteler Zweigstrecke, die 1966 bis Hagenbecks Tierpark verlängert wurde. Der bisherige Endpunkt Hellkamp wurde aufgegeben und nördlich davon die neue Haltestelle Lutterothstraße eingerichtet.
Auf dem östlichen Ast wurde 1967 die Verbindung von Berliner Tor zur Horner Rennbahn eröffnet, und im selben Jahr ging es weiter nach Vierbergen (heute: Legienstraße). Die Strecke wurde 1969 nach Billstedt und 1970 zur Merkenstraße erweitert. Ebenfalls 1970 ging die Verlängerung Ochsenzoll – Garstedt der Langenhorner Bahn in Betrieb. Nun hatte das Netz eine Gesamtlänge von 88,5 km erreicht.
Als neues Kernstück der Linie U2 entstand zwischen den Stationen Schlump und Berliner Tor an der Ringstrecke eine Direktverbindung durch die Innenstadt. Zunächst gingen deren Abschnitte Hauptbahnhof Nord – Berliner Tor (1968) als U21 und Schlump (unten) – Gänsemarkt (1970) als U22 in Betrieb, bevor 1973 das letzte Teilstück mit dem neuen Bahnhof Jungfernstieg unter der Alster eröffnet wurde. Dieser ist, wie auch Hauptbahnhof Nord, für die Aufnahme einer seinerzeit geplanten Linie U4 eingerichtet.
Die Strecke zum Hagenbecks Tierpark wurde 1985 bis Niendorf Markt verlängert und 1991 noch einmal bis Niendorf Nord. 1990 wurde die Verlängerung Merkenstraße – Mümmelmannsberg eröffnet. Die bislang letzte Streckenerweiterung wurde 1996 zwischen Garstedt und Norderstedt Mitte eingeweiht. Damit erreichte das Netz seinen heutigen Umfang.
Das Streckennetz der Hamburger U-Bahn umfasst gegenwärtig eine Länge von rund 100,7 km, davon verlaufen 42 km unterirdisch. Es hat 89 Haltestellen.
Für einen Betrieb mit DT3-Fahrzeugen reicht der Bestand nicht, die DT2-Fahrzeuge werden zur Zeit ausgemustert.
Erster Vorbote des „Linientausch 2009“ ist bereits im Jahre 2006 das veränderte Umsteigen an der Haltestelle Berliner Tor. Dort werden in Fahrtrichtung Mümmelmannsberg (U3) bzw. Wandsbek Gartenstadt (U2) die Linien getauscht: Ein vom Hauptbahnhof (Nord) einfahrender Zug der U3 wird zur U2 – und umgekehrt. Dies ist auf Grund der Bauarbeiten erforderlich. Somit ist bereits heute der Einsatz der längeren Züge in Fahrtrichtung Billstedt möglich.
Im Jahre 2011 soll dann die U4 von Billstedt über Jungfernstieg zur HafenCity geführt werden. Später ist eine Zusatzstrecke von Bramfeld über Barmbek und den östlichen Teil der Ringstrecke geplant.
Bei der Einrichtung der U4 sollen an der Haltestelle Jungfernstieg die ungenutzten Bahnsteige Verwendung finden, die Anfang der 1970er Jahre für die nicht realisierte ursprüngliche U4 eingerichtet wurden.
Die weiterhin in Barmbek beginnende U3 wird im Gegenzug wieder den kompletten Ring befahren und übernimmt dafür zwischen Berliner Tor und Barmbek die zwischenzeitlich von der U2 befahrene Strecke. Hierzu ist für den störungsfreien Betrieb westlich Berliner Tor der Umbau der bisherigen Gleisführung erforderlich. Es wird bis 2009 die ursprünglich geplante Möglichkeit zur nicht höhengleichen Kreuzung der Linien geschaffen, die seinerzeit aus Kostengründen nicht realisiert wurde. In Barmbek sollen die aus der Innenstadt kommenden Züge über die Viaduktstrecke aus dem Ring ausfädeln und dann die beiden Zweiglinien bedienen. Ein Streckenast führt über die (noch von der U2 befahrene) Walddörferbahn nach Wandsbek-Gartenstadt, wo ein niveaugleicher Übergang zur U1 besteht. Der zweite mittlerweile aus den Planungen der Hamburger Hochbahn verschwundene Streckenast sollte ab Barmbek längs einer neuen Trasse über Steilshoop nach Bramfeld (vier bis fünf Stationen) führen.
Ebenfalls findet beim Bau der U4 eine mögliche spätere Verlängerung der Strecke südlich bis nach Harburg Berücksichtigung. So wird die Endstation Lohsepark bereits so gebaut werden, dass eine Erweiterung in den Süderelberaum von dort aus problemlos möglich wird. Allerdings sollte mit der Umsetzung nicht in allzu naher Zukunft gerechnet werden.
Detaillierte Planungen wurden 2003 begonnen. Die neue Linie wird frühestens 2011 dem Verkehr übergeben.
In ihrer aktuellen Broschüre zum Bau der U4 verwendet die Hochbahn als Linienfarbe der U4 violett, nachdem in früheren Informationsmaterialien noch grün als Kennzeichnungsfarbe diente. Ob violett letztendlich zur Linienkennzeichnung benutzt wird, ist unklar, jedoch durchaus wahrscheinlich, zumal die Farbe grün bereits von der Linie S1 der Hamburger S-Bahn verwendet wird.
Beim Bau der Walddörferbahn wurde südwestlich von Ahrensburg auf Höhe des Gutes Wulfsdorf eine weitere Haltestelle vorgesehen. Die Trasse ist an dieser Stelle für die Errichtung eines Mittelbahnsteigs verbreitert.
Das Streckenprojekt wurde unmittelbar vor dem für 1974 angesetzten Baubeginn vom damaligen Ersten Bürgermeister Hans-Ulrich Klose aus finanziellen Gründen gestrichen.
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