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Typologie (von gr. typos, Urbild, Vorbild) ist in der Auslegungstradition der Bibel die Inbezugsetzung einer Person oder eines Geschehens aus dem Alten Testament mit einer Person oder einem Ereignis aus dem Neuen Testament. Es geht dabei in erster Linie um "Verheißung" und "Erfüllung": Das, was im Alten Testament angekündigt wird, vollendet sich im Neuen Testament.

Sie war besonders in frühchristlicher Zeit (aber auch im Mittelalter) eine verbreitete und beliebte Auslegungsweise des Alten Testamentes. Durch die Typologie sollte deutlich werden, dass Christus wirklich derjenige war, auf den vor allem die Propheten hingewiesen hatten. Gegenüberstellungen wie "So wie Jonas drei Tage lang im Bauch des Wales lag, so ist auch Christus drei Tage lang im Grab gelegen" sollten die Richtigkeit der Verheißung beweisen. Aus diesem Blickwinkel heraus war das Alte Testament voller Zeichen, die in Richtung Christus gedeutet werden konnten: dem Typus(Figur)aus dem Alten Testament entsprach der Antitypus(obwohl es sinnvoller Weise "Antetypus" heißen sollte, im Sinne von Präfigur) im Neuen Testament. Es ging also um eine Beweisführung für Jesus Christus als den Erfüller alles Verheißenen, er und nur er konnte es sein, auf den da hingewiesen wurde. Mit der typologisch fundierten Folgerichtigkeit versuchte das frühe Christentum Überzeugungsarbeit zu leisten. Für die weite Verbreitung der Typologie in frühchristlicher Zeit gibt es einen weiteren Grund: Bilder aus dem Alten Testament waren unverfänglich, sie konnten ohne Gefahr für Christen dargestellt werden, da sie ebenso dem jüdischen Kulturkreis entstammen konnten und dieser keiner Verfolgung ausgesetzt war. Die ersten christlichen Bildnisse (z.B. in den Katakomben) zeigen daher neben Symbolen auch alttestamentliche Darstellungen, die von den Christen in typologischer Weise gelesen wurden.

Das typologische Verfahren liegt in den sog. Reflexionszitaten bereits dem Matthäusevangelium über weite Strecken zu Grunde, z.B. wenn dem Empfang der Zehn Gebote auf dem Sinai die Bergpredigt Christi gegenübergestellt wird.

Auch Paulus denkt typologisch. Zentrale Bedeutung hat für ihn die Gegenüberstellung Adam - Christus. Röm 5,14 nennt er Adam den "typos tou mellontos" - "Vorbild auf den kommenden (Christus)".

In der christlichen Kunst ist die Typologie allgegenwärtig, da sie dem Wesen nach bildhaft ist und beziehungsvolle Symmetrien ermöglicht.

Beispiele

  • Abraham bringt seinen Sohn Isaak zur Opferung - Gott opfert seinen Sohn am Kreuz
  • Am Holz des Paradieses bringt die Schlange den Tod - Am Holz des Kreuzes bringt Christus das Leben
  • Jona entsteigt dem Walfisch - Christus ersteht aus dem Grab
  • Israel wird in der Wüste mit dem Manna gespeist - Christus setzt die Eucharistie ein
  • Israel zieht durch das Rote Meer in die Freiheit - Die Kirche gelangt durch die Taufe ins neue Leben

Siehe auch


Literatur


Weblinks


Bibel | interpretation

 

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