| Flag of Tuvalu.svg | Coat of arms of Tuvalu.png | (Details) | (Details) |
Tuvalu liegt im Südwesten des Pazifischen Ozeans, östlich von Papua-Neuguinea und nördlich von Neuseeland. Zu den umliegenden Inseln gehören die Salomonen, Nauru, Kiribati, Tokelau, Samoa, Wallis und Futuna, Fidschi und Vanuatu.
Die Inseln Funafuti, Nukufetau, Nukulaelae, Nui und Nanumea sind Atolle, ringförmige Korallenriffe, die eine Lagune umschließen. Auf Nanumea gibt es sogar einen Süßwasserteich, was für Atolle extrem selten ist. Die anderen vier Inseln sind Erhebungen aus dem Meer. Die Vegetation besteht hauptsächlich aus Kokospalmen.
Auf allen Inseln herrscht tropisches, heißes Klima, mit einer Durchschnittstemperatur von 30 Grad Celsius. Die Regenfälle sind heftig und setzen meist zwischen November und Februar ein. Gelegentlich fegen Taifune über die Inseln, zuletzt 1990.
Da die Inseln an ihrem höchsten Punkt nur fünf Meter über dem Meeresspiegel liegen, ist damit zu rechnen, dass sie aufgrund der globalen Erwärmung im Laufe des 21. Jahrhunderts überschwemmt werden *. Die Regierung versuchte bereits vorsorglich für ihre Bevölkerung in Neuseeland und Australien Asyl zu beantragen, was für alle Einwohner Tuvalus von beiden Staaten abgelehnt wurde. Neuseeland hat sich allerdings bereit erklärt, jährlich 75 tuvalunische Emigranten aufzunehmen.
Es gibt auch Pläne der Regierung die Bevölkerung in Zukunft geschlossen auf die Fidschi-Insel Kioa zu evakuieren. Die damit verbunden Kosten sollten die Industriestaaten als Verursacher der Klimaerwärmung übernehmen. "Wenn die Kultur des polynesischen Inselstaates weiterleben soll, müssen die 9.000 Tuvaluer gemeinsam auf eine Insel ziehen", erklärten Regierungsberater *.
Auch durch Erosion der Strände versinken die Inseln Tuvalus nach und nach im Meer. Schon jetzt haben die Menschen dort immer häufiger mit Überschwemmungen zu kämpfen. Zusätzlich wurde die Gewinnung von Trinkwasser und die Produktion von Lebensmitteln durch die Versalzung aufgrund des Meerwassers immer schwieriger. Größter Ort Tuvalus ist die Hauptstadt Funafuti.
Siehe auch: Liste der Orte in Tuvalu
36 % der Bevölkerung sind bis 14 Jahre alt, von 15 bis 64 Jahre sind es 59 %, über 64 sind lediglich 5 % der Einwohner. 51,55 % der Bevölkerung sind Frauen. Die Wachstumsrate beträgt 1,45 %, wobei die Geburtenrate bei 23,31 pro 1000 Einwohner und die Sterberate bei 8,84 pro 1000 Einwohner liegt. Die Säuglingssterblichkeit liegt bei 2,7 %. Die Lebenserwartung der Bevölkerung sind 63,61 Jahre (Männer: 62,44 Jahre, Frauen: 64,84 Jahre). 7 % der Einwohner sind Analphabeten.
Alle demographischen Angaben sind auf dem Stand von 1997.
Das Tuvaluisch ist eine polynesische Sprache und hat von Insel zu Insel unterschiedliche Dialekte und keine einheitliche Schriftform. Das Englisch wurde durch die britische Kolonisierung auf die Inseln gebracht.
Tuvalu bedeutet auf Tuvaluisch acht zusammengehörend, in Bezug auf die acht Inseln, aus denen Tuvalu geografisch besteht. Nach dem Beitritt von Niulakita zum Inselverband in den 1950ern war der Name nicht mehr stimmig. Daher gab es des Öfteren die Diskussion, das Land umzubenennen in "Tuiva", wobei "iva" für neun steht.
Der erste europäische Entdecker war Alvaro de Mendaña de Neyra aus Spanien. Er segelte 1567/68 westwärts über den Pazifik, sichtete die Insel Nui und nannte sie damals Islas del Jesus. In der Folgezeit wurden die Inseln von Tuvalu eher zufällig entdeckt und nicht weiter von ihren Entdeckern beachtet. 1819 entdeckte der US-Amerikaner Arent de Peyster, Kapitän eines britischen Handelsschiffes, die Insel Funafuti und nannte sie Ellice Island, nach dem Kaufmann und Besitzer der Fracht Edward Ellice. Später fand die Bezeichnung Ellice Islands Gebrauch für die gesamte Inselkette.
In den weiteren Jahrzehnten kamen immer mehr Europäer nach Tuvalu, hauptsächlich wegen des Walfangs und des Sklavenhandels. In den 1860ern brachte man 400 Menschen von Tuvalu als Arbeiter nach Peru. Andere wurden auf Plantagen der umliegenden Inseln verschleppt. Viele Einwohner starben auch an mitgebrachten Krankheiten. 1861 beginnt die Christianisierung mit dem ersten Missionar auf den Inseln. Die deutsche Firma Godeffroy & Sohn aus Hamburg begann die ersten Handelsbeziehungen mit den Einwohnern. 1877 kam Tuvalu unter dem damaligen Namen Ellice Islands unter britische Verwaltung und wurde 1892 Teil des britischen Protektorats Gilbert and Ellice Islands. 1915 wurden die Inseln offiziell eine Kolonie des britischen Empires.
Im Zweiten Weltkrieg eroberten die Japaner den Pazifik bis nach Kiribati, auf Tuvalu landeten allerdings die US-Amerikaner zuerst. Sie errichteten Flugfelder und Abwehrbunker auf den Inseln Funafuti, Nukufetau und Nanumea. Alle drei Inseln wurden von den Japanern bombardiert, allerdings ohne großen Schaden. Nach Kriegsende bildeten die Briten mit Tuvalu und den von den Japanern eroberten Inseln Kiribatis erneut die Kolonie Gilbert and Ellice Islands.
In den 1950ern wurde Niulakita zu Tuvalu eingegliedert. 1974 planten die Briten die Entlassung der Kolonie in die Unabhängigkeit mit der Installierung einer eigenen Regierung. Doch bald darauf drängten die Tuvaluer auf eine eigene Unabhängigkeit, um nicht unter kiribatischer Verwaltung zu landen. Die Briten veranlassten einen Volksentscheid, wobei 92 % der Tuvaluer dafür stimmten, dass die Tuvalu-Inseln einen eigenen Staat bilden sollen. Am 1. Oktober 1978 wurde Tuvalu ein souveräner Staat mit einer konstitutionellen Monarchie und gleichzeitig Mitglied des Commonwealth. 2000 trat Tuvalu den Vereinten Nationen bei.
Staatsoberhäupter
| Regierungszeit | Name | Dynastie | Lebensdaten |
|---|---|---|---|
| 1837–1901 | Victoria I. | Hannover | 1819–1901 |
| 1901–1910 | Edward VII. | Sachsen-Coburg und Gotha | 1841–1910 |
| 1910–1936 | George V. | Windsor (bis 1917 Sachsen-Coburg und Gotha) | 1864–1936 |
| 1936 | Edward VIII. | Windsor | 1894–1972 |
| 1936–1952 | George VI. | Windsor | 1895–1952 |
| seit 1952 | Elizabeth II. | Windsor | seit 1926 |
Der Regierungschef ist der Premierminister, der die Richtlinien der Politik vorgibt. Der Premierminister wird vom Einkammerparlament gewählt, dieser ernennt dann höchstens fünf Parlamentarier zu seinen Ministern, aus denen das Kabinett besteht.
Das Parlament, auf Tuvaluisch Fale i Fono, hat 15 Plätze, sieben Inseln stellen jeweils zwei Mitglieder, Nukulaelae ein Mitglied. Das Parlament wird direkt vom Volk gewählt, jeder über 18 ist wahlberechtigt, Wahlen finden alle vier Jahre statt. Politische Parteien existieren in Tuvalu nicht; statt dessen Sippenverbände.
Weiterhin sind 1.000 Tuvaluer in den Phosphatminen auf Nauru beschäftigt. Viele werden auch als Seeleute angeheuert. Auf Funafuti gibt es eigens eine Schule zur Ausbildung von Seeleuten. Hauptexportgüter sind Kopra und Briefmarken. Tuvalu importiert vor allem von Australien und Fidschi Nahrung, Ölprodukte, Baustoffe und Industriegüter.
Internationale Bekanntheit erreichte Tuvalu durch einen glücklichen Zufall: Das durch die ISO zugewiesene Länderkennzeichen, und damit auch Top Level Domain von Tuvalu ist "tv". Der Verkauf der Rechte an dieser TLD an DotTV brachte dem Inselstaat, neben weltweiter Schlagzeilen, auch dringend benötigte 50 Millionen US-Dollar ein sowie weitere 5 Millionen jedes weitere Jahr.*. Erst diese Einnahmen ermöglichten es dem Land, die Eintrittsgebühr in die UNO zu entrichten. Inzwischen ist man auf Tuvalu aber der Ansicht, dass das Land beim Verkauf der .tv-Rechte über den Tisch gezogen wurde.
Tuvalu ist nur von den Fiji-Inseln aus regelmäßig zu erreichen.
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