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Tuwa
Flag of Tuva.svg
(Details zur Flagge)
Tuwa-Lage.png
Tuwakarte2.png

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Staat: Russland
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Föderationskreis: Sibirien
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Fläche: 168.660 km²
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Einwohner: 307.659 (1. Januar 2005)
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Hauptstadt: Kysyl
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Bevölkerungsdichte: 1,8 Einwohner je km²
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Kfz-Kennzeichen: 17
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Sajano-Shushenskoe reservoir.JPGs]]

Tuwa (auch Tuwinien, russ. Тува, tuwinisch Тыва, Tyva) ist eine autonome Republik im südlichen Teil des asiatischen Russlands.

Geographie


Tuwa liegt an der nordwestlichen Grenze zur Mongolei und ist eingerahmt von den Gebirgen Westlicher Sajan im Norden und Tannu-ola im Süden. Wichtigster Fluss ist der Jenissej, dessen zwei Quellflüsse in der Republik entspringen und sich bei Kysyl vereinigen.

Bevölkerung


Die Einwohnerzahl betrug bei der Volkszählung 2002 305.510. Die Tuwiner sind ein Turkvolk und stellten mit 235.313 (77,02%) die Mehrheit in ihrer Republik. Viele Russen sind in den letzten Jahren abgewandert. Deshalb machten sie mit 61.442 Personen nur noch 20,11% der Bevölkerung aus. Kleinere Minderheiten bilden die Komi und Chakassen. Amtssprachen sind die tuwinische Sprache und die russische Sprache. Die Bevölkerung bekennt sich überwiegend zum Buddhismus.

Verwaltungsgliederung


(Einwohner am 1. Januar 2005)

Stadtkreis Einwohner Stadtbevölkerung Dorfbevölkerung
Kysyl 108.108 108.108 ---
Ak-Dowurak 13.380 13.380 ---
Rajon Einwohner Stadtbevölkerung Dorfbevölkerung Verwaltungssitz
Bai-Taiga 12.235 --- 12.235 Teeli
Barun-Tschemtschik 12.357 --- 12.357 Kysyl-Maschalyk
Dsun-Tschemtschik 20.810 9.539 11.271 Tschadan
Ersin 8.302 --- 8.302 Ersin
Kaa-Chem 12.643 --- 12.643 Saryg-Sep
Kysyl 22.327 10.010 12.317 Kaa-Chem
Mongun-Taiga 6.086 --- 6.086 Mugur-Aksy
Owjur 7.912 --- 7.912 Chandagaity
Pii-Chem 11.086 5.381 5.705 Turan
Sut-Chol 8.385 --- 8.385 Sug-Aksy
Tandi 13.565 --- 13.565 Bai-Chaak
Tere-Chol 1.804 --- 1.804 Kungurtug
Tes-Chem 8.975 --- 8.975 Samagaltai
Todschi 6.048 --- 6.048 Toora-Chem
Tschaa-Chol 6.335 --- 6.335 Tschaa-Chol
Tschedi-Chol 7.950 3.697 4.253 Chowu-Aksy
Ulug-Chem 19.351 11.212 8.139 Schagonar

Städte


In der Hauptstadt Kysyl lebt ein Drittel der Einwohner. Kleinere Städte sind Ak-Dowurak, Schagonar und Kaa-Chem.

Städte und städtische Siedlungen (Stand: 1. Januar 2005)

Kysyl-20010726.jpg

Stadt Russischer Name Einwohner
Kysyl Кызыл 108.108
Ak-Dowurak Ак-Довурак 13.380
Schagonar Шагонар 11.212
Kaa-Chem Каа-Хем 10.010
Tschadan Чадан 9.539
Turan Туран 5.381
Chowu-Aksy Хову-Аксы 3.697

Geschichte


Im Laufe der Geschichte herrschten Uiguren, Kirgisen, Mongolen und Oiraten über das Gebiet, ehe es 1757 Teil der Qing-Dynastie des chinesischen Kaiserreichs wurde. Während innenpolitischer Unruhen spaltete sich 1911 das damals als "Äußere Mongolei" (heutige Mongolei) bezeichnete Gebiet, zu dem auch die Provinz Tannu-Urjangchai gehörte, von China ab. Unterstützt durch das zaristische Russland bildete sich eine separatistische Bewegung, die 1912 die Unabhängigkeit Tannu-Tuwas proklamierte.

Nachdem das Land 1914 zunächst ein Protektorat Russlands geworden war, regelte dann ein chinesisch-russischer Vertrag, dass das Land nominell seine Unabhängigkeit behalten sollte, jedoch unter chinesischer Suzeränität. Während des Ersten Weltkriegs erklärte sich das Land 1917 erneut für unabhängig. Es sollte jedoch Schauplatz des russischen Bürgerkriegs zwischen der Roten Armee der Bolschewiken und der Weißen Armee der Zaristen werden. Nach dem bolschewistischen Sieg 1921 wurde die Volksrepublik Tannu-Tuwa proklamiert. Die Staatsgründung wurde 1926 durch einen Vertrag zwischen der Mongolei, die bis dahin versuchte, die verlorene Kontrolle über Tannu-Tuwa zurückzugewinnen, Russland und der neuen Volksrepublik bestätigt. Erster Präsident des Landes war Donduk Kuular. Formell war Tannu-Tuwa eine unabhängige Räterepublik, faktisch bestand aber bereits eine enge Anbindung an die junge Sowjetunion. Kuular versuchte diese Abhängigkeit nicht zu groß werden zu lassen, es gab Bestrebungen einer engeren Verbindung zur Mongolei. Er erhob den Buddhismus zur Staatsreligion und limitierte den Zuzug russischer Siedler. 1929 wurde er (wohl auf Geheiß Stalins) verhaftet und später exekutiert. Mit seinem Tod wurde die Sowjetunion endgültig zur bestimmenden Macht Tannu-Tuwas.

Die neue, kommunistische Führung begann mit der Kollektivierung des Landes, das bis dahin nomadisch geprägt war. Gleichzeitig startete eine Kampagne zur Ausmerzung des Buddhismus und des Schamanismus im Land. Im Oktober 1944, nachdem das Land ohnedies de facto bereits sowjetisch war, stellte die Volksrepublik Tannu-Tuwa schließlich auch de jure einen "Antrag zur Aufnahme in die Sowjetunion". Sie wurde als "Autonomes Gebiet" von ihr annektiert und ist seitdem als unabhängiger Staat von der Landkarte verschwunden. Im Jahre 1961 wurde Tuwa eine "Autonome Sozialistische Sowjetrepublik" (Tuwinische ASSR).

Nach dem Zerfall der UdSSR erklärte Tuwa im November 1991 seine Unabhängigkeit, schloss dann aber am 31. März 1992 einen Föderationsvertrag mit der neu formierten Russischen Föderation, der es seither als Autonome Republik angehört. Staatschef ist seit 1992 Scherig-Ool Disischikowitsch Oorschak.

Wirtschaft


Ru200107270084.jpg in der tuwinischen Steppe]] Im Vergleich zu anderen russischen Regionen ist die Wirtschaft unterentwickelt. Es dominiert die Landwirtschaft, vor allem die Viehhaltung (mit so unterschiedlichen Tieren wie Jaks, Rentieren und Kamelen). Bedeutung hat daneben der Bergbau (Asbest). Die Region hängt nach wie vor sehr stark von Zuwendungen aus Moskau ab. Tuwa hat mit seinen unberührten Landschaften und seiner vielfältigen Flora und Fauna ein immenses touristisches Potenzial, das zur Zeit allerdings nicht ausgenutzt wird: Die touristische Infrastruktur ist einfach zu rückständig. Viele russische Touristen fürchten zudem Tuwa, aufgrund der relativ hohen Kriminalität, deren Ursache besonders im Alkoholkonsum der einheimischen Bevölkerung liegt.

Kultur


Ein besonderes Markenzeichen der tuwinischen Kultur ist der dort gepflegte Kehlgesang (tuvinisch "Khöömej" = "Kehle"), eine Verbindung aus Obertongesang, wobei gleichzeitig mehrere Töne angestimmt werden, und Untertongesang (tuvinisch "Kargyraa"). Durch die Präsentation dieser Gesangskunst in Konzerthallen wie der New Yorker Carnegie Hall erreicht die Kultur Tuwas auch die westliche Gesellschaft. Das Adelhausermuseum - Natur- und Völkerkunde - in Freiburg im Breisgau zeigt noch bis zum 8. Oktober 2006 Fotografien von Stanislav Krupar unter dem Motto "Schamanismus heute in Tuwa - Südsibirien - Heiler, Trickster, Manager".

Persönlichkeiten


Siehe auch


Weblink


Tuwa | Subjekt der Russischen Föderation | Staat (historisch)

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