| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen_Tuttlingen.png | Karte_Tuttlingen_in_Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Baden-Württemberg |
| Regierungsbezirk: | Freiburg |
| Region: | Schwarzwald-Baar-Heuberg |
| Landkreis: | Tuttlingen |
| Gemeindeart: | Große Kreisstadt |
| Geografische Lage: | |
| Höhe: | 644 m ü. NN |
| Fläche: | 90,48 km² |
| Einwohner: | 34.940 (30. September 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 386 Einwohner je km² |
| Ausländeranteil: | 18,1 % |
| Postleitzahlen: | 78501 - 78532 (alt: 7200) |
| Vorwahl: | 07461 |
| Kfz-Kennzeichen: | TUT |
| Gemeindeschlüssel: | 08 3 27 050 |
| Stadtgliederung: | Kernstadt und 3 Stadtteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Rathausstraße 1 78532 Tuttlingen |
| Offizielle Website: | www.tuttlingen.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Michael Beck (CDU) |
Tuttlingen ist eine Stadt im Süden Baden-Württembergs. Sie ist die Kreisstadt, die größte Stadt des Landkreises Tuttlingen und ein Mittelzentrum innerhalb der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg, zu dessen Mittelbereich alle 36 Städte und Gemeinden des Landkreises gehören. Die Einwohnerzahl Tuttlingens überschritt 1949 die 20.000-Einwohner-Grenze. Seit 1956, mit Inkrafttreten der baden-württembergischen Gemeindeordnung, ist Tuttlingen Große Kreisstadt. Mit den Gemeinden Emmingen-Liptingen, Neuhausen ob Eck, Rietheim-Weilheim, Seitingen-Oberflacht und Wurmlingen hat die Stadt Tuttlingen eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.
Die nächstgrößere Stadt Villingen-Schwenningen liegt etwa 30 km nordwestlich von Tuttlingen.
Die eingegliederten Stadtteile sind zugleich Ortschaften im Sinne von § 67ff der Gemeindeordnung, das heißt, sie haben jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl direkt zu wählenden Ortschaftsrat, mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden.
Zu einigen Stadtteilen gehören weitere räumlich getrennte Wohnplätze mit eigenem Namen, die oft sehr wenige Einwohner haben oder Wohngebiete mit eigenem Namen, deren Bezeichnung sich im Laufe der Bebauung ergeben haben und deren Grenzen dann meist nicht genau festgelegt sind. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Gebiete:
Mit dem Bau der Festungsanlage auf dem Honberg wurde Tuttlingen durch Eberhard im Bart um 1460 zu einer Grenzfestung ersten Ranges ausgebaut.
Als befestigter südlicher Außenposten Württembergs war es im dreißigjährigen Krieg stets umkämpft, Hauptereignis war am 24. November 1643 die Schlacht bei Tuttlingen, bei der die gesamte französische Armee durch die vereinigten kaiserlich-bayerischen Truppen unter Melchior Graf von Hatzfeldt, Claudius Florimund Mercy und Johann von Werth aufgerieben wurde.
Tuttlingen war schon früh Sitz eines Obervogteiamtes und wurde 1755 Sitz eines württembergischen Oberamtes, das im Laufe seiner Geschichte mehrmals verändert wurde.
Am 1. November 1803 brannte Tuttlingen innerhalb der Stadtmauern völlig ab. Die Stadt wurde ab 1804 nach einem Plan des Landesbaumeisters Carl Leonhard Uber mit klassizistisch rechtwinkligen Straßen und quadratisch angelegten Häuserquartieren neu erbaut.
1830 wurden die beiden württembergischen Exklaven innerhalb Badens, Bruderhof (267 ha) und Hohentwiel (116 ha), der Tuttlinger Stadtflur zugeordnet und gehörten ab 1851 als Teilgemeinden zur Stadt Tuttlingen.
1924 wurde das Oberamt Tuttlingen in den Landkreis Tuttlingen überführt, der 1938 um den aufgelösten Landkreis Spaichingen vergrößert wurde. 1945 gehörte er zum Land Württemberg-Hohenzollern und nach Bildung des Landes Baden-Württemberg 1952 zum Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollern. 1956 wurde Tuttlingen Große Kreisstadt. Bei der Kreisreform 1973 erhielt der Landkreis Tuttlingen seine heutige Ausdehnung. Gleichzeitig wurde er dem nunmehrigen Regierungsbezirk Freiburg zugeordnet. Die beiden Tuttlinger Exklaven, Bruderhof und Hohentwiel, waren bereits 1967 bzw. am 1. Januar 1969 in die Stadt Singen (Hohentwiel) eingegliedert worden.
Auch die Stadtteile Tuttlingens haben eine lange Geschichte.
Eßlingen wurde 1225 als "Esselingen" erstmals erwähnt. Als Bestandteil der Herrschaft Möhringen gelangte der Ort im 16. Jahrhundert an das Fürstentum Fürstenberg und kam 1806 an Baden. Zunächst gehörte Eßlingen zum Oberamt Möhringen, ab 1813 zum Amt Engen, ab 1824 erneut zum Amt Möhringen, ab 1844 erneut zum Amt Engen und ab 1849 zum Amt bzw. Bezirksamt Donaueschingen, aus dem 1939 der Landkreis Donaueschingen hervorging. Mit der Eingemeindung in die Stadt Tuttlingen am 1. Juni 1972 kam der Ort zum Landkreis Tuttlingen.
Möhringen wurde 786 als Mereingen erstmals erwähnt. Um 973 kam der Ort an die Reichenau, welche ihn an verschiedene Adelsgeschlechter verliehen. Im 13. Jahrhundert war Möhringen Sitz eines Vogteiamtes der Reichenau. Um 1300 wurde Möhringen vermutlich durch Heinrich von Klingenberg, Bischof von Konstanz, zur Stadt erhoben. Im 15. Jahrhundert ging die Gerichtsbarkeit auch auf die Klingenberg über, welche die Stadt 1527 mit den Dörfern Eßlingen und Ippingen an die Fürstenberger verkauften. 1806 kam Möhringen an Baden und gehörte zunächst zum Oberamt Möhringen, ab 1813 zum Amt Engen, ab 1824 erneut zum Amt Möhringen, ab 1844 erneut zum Amt Engen und nach dessen Auflösung 1936 zum Bezirksamt Donaueschingen, aus dem 1939 der Landkreis Donaueschingen hervorging. Mit der Eingemeindung in die Stadt Tuttlingen am 1. Januar 1973 kam Möhringen zum Landkreis Tuttlingen.
Nendingen wurde 1092 erstmals erwähnt, doch wurde der Ort wohl wesentlich früher gegründet. Er war im Besitz der Grafen von Nellenburg, die ihn an die Hirscheck-Konzenberg, diese an die von Wartenberg weitergaben. Schließlich kam er über die Grafen von Zollern an die Herrschaft von Weitingen. 1411 war Nendingen Teil der Herrschaft Mühlheim, doch hatten zahlreiche Klöster Besitz im Ort. Mit Mühlheim kam Nendingen 1805 an Württemberg und wurde dem Oberamt Tuttlingen zugeordnet.
| Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|---|
| 1622 | 1.560 |
| 1739 | 1.960 |
| 1803 | 3.560 |
| 1849 | 6.066 |
| 1861 | 6.397 |
| 1. Dezember 1871 | 7.181 |
| 1. Dezember 1880 ¹ | 8.313 |
| 1. Dezember 1900 ¹ | 13.530 |
| 1. Dezember 1910 ¹ | 15.862 |
| 16. Juni 1925 ¹ | 16.281 |
| 16. Juni 1933 ¹ | 17.225 |
| Jahr | Einwohnerzahlen |
|---|---|
| 17. Mai 1939 ¹ | 18.010 |
| 13. September 1950 ¹ | 21.271 |
| 6. Juni 1961 ¹ | 24.874 |
| 27. Mai 1970 ¹ | 26.353 |
| 31. Dezember 1975 | 32.342 |
| 31. Dezember 1980 | 31.531 |
| 27. Mai 1987 ¹ | 31.620 |
| 31. Dezember 1990 | 33.543 |
| 31. Dezember 1995 | 34.983 |
| 31. Dezember 2000 | 34.707 |
| 30. September 2005 | 34.940 |
Die Stadtteile Tuttlingens blieben infolge der Zugehörigkeit zu Fürstenberg bzw. zur Johanniterkommende Villingen überwiegend katholisch. Doch gibt es dort heute auch protestantische Gemeindeglieder. Im Stadtteil Eßlingen gehörten sie zunächst zur Gemeinde Öfingen (Evangelische Landeskirche in Baden), wurden jedoch 1977 in die Gemeinde Talheim (Württemberg) umgepfarrt. Die Möhringer Protestanten gehören zur Pfarrei Immendingen, doch gibt es seit 1952 eine eigene Kirche. Die Nendinger Protestanten gehören zur Gemeinde Mühlheim, doch gibt es auch hier seit 1970 eine eigene Kirche "Krippe Christ". Seit der Zuordnung der Eßlinger Protestanten zur Pfarrei Talheim gehören alle evangelischen Einwohner im Stadtgebiet Tuttlingen zur Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken nach Tuttlingen. 1868 bis 1872 wurde in die katholische Kirche St. Gallus gebaut, die 1873 zur Pfarrei erhoben wurde. Nach dem Bau der Kirche Maria Königin 1961 wurde dort 1965 eine zweite Pfarrei errichtet. In Nendingen wurde die dortige katholische Kirche seit 1366 von der Johanniterkommende Villingen unterhalten. Anstelle der alten Kirche wurde die heutige Kirche St. Peter und St. Jakobus 1755 neu erbaut. Der Turm wurde erst 1863 ergänzt. Die Gemeinden in Nendingen und die beiden Tuttlinger katholischen Gemeinden gehören zum Dekanat Tuttlingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart.
Die katholischen Gemeinden in Eßlingen und Möhringen gehören jedoch zum Dekanat Donaueschingen des Erzbistums Freiburg, weil beide Gemeinden ab 1806 zu Baden gehörten. Die Eßlinger Kirche St. Jakob der Ältere und Andreas wurde 1494 erbaut und 1854 vergrößert. Die Kirche St. Andreas Möhringen wurde im Ende des 16. Jahrhunderts erbaut, doch gab es zuvor bereits eine Kirche. Der Turm wurde 1934 angefügt.
Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Tuttlingen auch Freikirchen, darunter die Evangelisch-methodistische Kirche (Immanuelskirche). Auch die Neuapostolische Kirche ist in Tuttlingen vertreten.
| CDU | : 15 Sitze, 41,7 % | SPD | : 8 Sitze, 22,2 % | LBU | : 6 Sitze, 16,7 % | Freie Wähler | : 5 Sitze, 13,9 % | FDP/FW | : 2 Sitze, 5,6 % |
Seit 1903 trägt das Stadtoberhaupt von Tuttlingen die Amtsbezeichnung "Oberbürgermeister". Dieser wird heute von den Wahlberechtigten für eine Amtszeit von 8 Jahren direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Seine allgemeinen Stellvertreter sind der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung "Erster Bürgermeister" und der 2. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung "Bürgermeister".
Bürgermeister von Tuttlingen seit 1829
In den Siegeln der Stadt war seit dem 18. Jahrhundert eine Lilie abgebildet. Dabei handelt es sich um ein Symbol auf Marksteinen. Zuvor waren jedoch nur die Hirschstangen der Württemberger abgebildet. Diese setzte man im 16. Jahrhundert in einen größeren Schild, weshalb man heute einen bordierten Schild findet. Diese Siegel setzte sich dann als Wappen der Stadt durch. Das Lilien-Wappen wurde dann nicht mehr verwendet.
Die nächsten Autobahnanschlüsse sind Geisingen oder Tuningen und führen auf die A81 (Stuttgart - Singen). Tuttlingen wartet schon lange auf Umgehungen, da die B311 (Ulm - Donaueschingen) und die B14 (Stockach - Rottweil) direkt durch die Stadt verlaufen. Für die B311 soll dieses Ziel durch eine Untertunnnelung von der Alexanderstraße bis in die Nähe des Aesculap-Platzes erreicht werden (Kreuzstraßentunnel). Die engen Straßen in der Tuttlinger Innenstadt machen eine logische Verkehrsführung schwer. Daher verirren sich Ortsfremde oft in dem Einbahnstraßen-Gewirr.
Durch Tuttlingen führt der Donauradweg von Donaueschingen nach Wien. Der Abschnitt von Tuttlingen nach Sigmaringen gilt als einer der schönsten der Strecke.
Liste wichtiger Tuttlinger Unternehmen:
In der Medizintechnik-Ausstellung ACIG (Ausstellung von Chirurgie-Instrumenten und Geräten) präsentieren ca. 70 klein- und mittelständische Unternehmen aus der Medizintechnik ihre Produkte den Facheinkäufern aus der ganzen Welt. Die Ausstellung ist ganzjährig geöffnet, für jedermann zugänglich und der Eintritt ist frei. Zudem veröffentlicht die ACIG jedes Jahr im November eine neue Ausgabe des Bezugsquellen-Fachbuches "Der Chirurgieführer" mit aktuell über 150 Firmen.
Die Stadt ist auch Sitz des Kirchenbezirks Tuttlingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und des Dekanats Tuttlingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart.
Der Landkreis Tuttlingen ist Schulträger der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule (Gewerbliche Schule, unter anderem mit Technischem Gymnasium), der Kaufmännischen und Hauswirtschaftlichen Schule Tuttlingen (unter anderem mit Wirtschaftsgymnasium), der Krankenpflegeschule der Kreiskliniken Tuttlingen und Spaichingen und der Johann-Peter-Hebel-Schule für Geistigbehinderte.
Die private Gotthilf-Vollert-Schule für Erziehungshilfe und der private Schulkindergarten für Geistigbehinderte runden das schulische Angebot in Tuttlingen ab.
Die spätmittelalterliche Burg Honberg wurde im 30-jährigen Krieg bis auf die Grundmauern zerstört. Die beiden Türme, die heute zum Wahrzeichen der Stadt geworden sind, errichtete erst wieder ein Förderverein durch Spenden im 19. Jahrhundert. Die weitläufigen Mauernreste der Festung beherbergen heute immer wieder Veranstaltungen wie den Honberg-Sommer und bieten den besten Ausblick auf die Innenstadt.
"Tuttlinger Hut" bezeichnet eine Dachform, die für Tuttlingen typisch ist. Es handelt sich um eine Walmdach-Variante, das einen neuen Stadtbrand verhindern sollte. Bei der Neugestaltung der Innenstadt nach dem Stadtbrand 1803 wurde diese spezielle Dachform zum Standard in der Innenstadt.
Auch in den Stadtteilen gibt es alte katholische Kirchen sowie zwei neue evangelische Kirchen. Siehe hierzu den Abschnitt Religionen.
Landkreis Tuttlingen | Ort in Baden-Württemberg
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