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Die Tutsi sind eine in den ostafrikanischen Staaten Ruanda und Burundi sowie im östlichen Grenzgebiet der Demokratischen Republik Kongo lebende Volksgruppe.

Der Begriff Tutsi ist ein unpassender Begriff. In der Eigenbezeichnung der Tutsi ist BaTutsi die Bezeichnung für einen einzelnen Tutsi, während die Volksgruppe als WaTutsi bezeichnet wird. Hieraus wurde zu Kolonialzeiten der Begriff Watussi gemacht, der heute nicht mehr verwendet wird.

In vorkolonialer Zeit gab es in Ruanda und Burundi ein Nebeneinander der Ethnien der Tutsi und der Hutu. Die beiden Völker hatten nur geringe Berührungspunkten. Die Hutu waren überwiegend Bauern und stellten die Mehrzahl. Die Tutsi waren Viehzüchter, die die bäuerlichen Hutu wegen ihrer bäuerlichen Tätigkeit verachteten. Für die Tutsi zählte nur das Vieh und seine Herren. Die Unterscheidung zwischen Tutsi und Hutu verschärfte sich unter den Belgiern, da diese die Tutsi als Herrscher der Hutu ansahen. Tatsächlich fühlten sich die viehhaltenden Tutsi den bäuerlichen Hutu zwar überlegen - und waren es auch z.B. bei gelegentlichen Landkonflikten, wenn also Tutsi ihr Vieh über Hutuland trieben. Sie erhoben jedoch keine Steuern, erwarteten Frondienste oder anderes, an dem sich ein direktes Herrschaftsverhältnis ablesen ließe. Das entstand erst unter belgischer Kolonialherrschaft. Die Belgier meinten eine hierarchische Gesellschaft mit den Tutsi an der Spitze zu sehen, wo tatsächlich zwei getrennte Gesellschaften existierten und übten ihre Herrschaft mithilfe der scheinbaren Herren, also der Tutsi, aus. Im 20. Jahrhundert wurden diese Unterschiede theoretisch aufgehoben und gleiche Rechte für Hutu und Tutsi in den Verfassungen verankert. Praktisch jedoch bestanden weiterhin große Differenzen.

Die Hutu revoltierten 1959 gegen die Tutsi; der Tutsi-König wurde gestürzt, mindestens 200.000 Tutsi flohen. In der Folge entluden sich die Konflikte immer wieder in Gewalt. Den Höhepunkt bildete der 1994 von extremistischen Hutu verübte Völkermord an den Tutsi in Ruanda. Die nach 1959 geflohenen Tutsi hatten in Uganda die Ruandische Patriotische Front (RPF) gegründet, die 1990 in Ruanda einmarschierte. 1994 konnte sie die Herrschaft von den Hutu zurückgewinnen und den Völkermord an den Tutsi beenden. Heute spielen die Tutsi die dominierende Rolle bei der Aufarbeitung des Völkermordes in den so genannten Gacaca-Gerichten.

Weblinks


Literatur


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