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Die Turkvölker sind eine vor allem im eurasischen Großraum lebende und Turksprachen sprechende Völkergruppe. In unterschiedlicher Ausprägung teilen diese historische und kulturelle Eigenschaften. Angehörige von Turkvölkern leben heute in Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan, Türkei, Turkmenistan und Usbekistan und weiteren turkischen Staatsgebilden. Trotz der weiträumigen Besiedlung bestehen zwischen den einzelnen Turkstaaten und Turkvölkern kulturelle und historische Gemeinsamkeiten, die größte stellt die Sprache dar: Das Türkisch der Türkei steht dem der meisten Türkvölker sehr nahe. Die Turksprachen gehören der Sprachfamilie der Altaisprachen an.
Die im 19. Jahrhundert entstandene politische und kulturelle Bewegung, die auf die Gemeinsamkeit der Turkvölker zielt, heißt Panturkismus. Die Wissenschaft, die sich mit den Sprachen, der Geschichte und den Kulturen der Turkvölker beschäftigt, ist die Turkologie.
Der Terminus Türke wurde zum ersten Mal als offizielle Bezeichnung im 6. Jahrhundert nach Christus verwendet. Sie beschrieb den politischen Staat der Göktürken. Die Etymologie des Wortes Türk ist unklar. Die Wissenschaft bezeichnet die frühen Türken vor der Zeit von 552 nach Christus als kök türk (Himmels Türk(en) bzw. Blau-Türk(en)“).vgl. M. Weiers: Kök-Türken, 1998 (PDF) Das Wort „Türke“ bildete früher einen Sammelnamen für die turksprachigen Steppenvölker.vgl. Klever, U. 1978, Seite 7
Die im 19. Jahrhundert entstandene politische und kulturelle Bewegung, die auf die Gemeinsamkeit der Turkvölker zielt, heißt Panturkismus. Die Wissenschaft, die sich mit den Sprachen, der Geschichte und den Kulturen der Turkvölker beschäftigt, ist die Turkologie.
Im 19. Jahrhundert wurden die heutigen Turkvölker vereinfacht nur als „Türken“ oder auch gröber als „türkische Völker“ zusammengefasst. Die Bezeichnung Turkvölker ist auf die sowjetische Turkologie zurückzuführen. In den turksprachigen Staaten, autonomen Republiken und Regionen wird jedoch aus verschiedenen Gründen immer noch der Oberbegriff „Türken“ verwendet. Viele Sprachen, z. B. die englische, besitzen kein „ü“, und es erfolgt keine Unterscheidung zwischen den Wortstämmen „Turk-“ und „Türk-“, jedoch ggf. mit anderen sprachlichen Mitteln. Die Oberbezeichnungen mit „ü“ gehen auf die Tatsache zurück, dass es sich um die Nachfahren der Alttürken handelt. Als Alternativbezeichnungen sind auch „Türkvölker“, „Türkische Völker“, „Turktataren“, „Turkotataren“, „Turko-Tataren“, „Turk-Mongolen“ und „Turko-Mongolen“ "Mogulen" bekannt.
Die alte Stammesbezeichnung „Turuk“ entwickelte sich über mehrere Entwicklungsstufen zum heutigen Volksnamen „Türke“:
Der Ursprung der Türken liegt im verborgenen. Unumstritten scheint allein die Tatsache zu sein, dass die ersten turksprachigen Völker in der Altairegion (Zentralasien) gelebt haben. Genauer gesagt am Schnittpunkt der beiden Flüsse Selenga und Orchon.vgl. Klever, U. 1978, Seite 25
Je nach dem welche Vorfahren herangezogen werden unterscheidet sich die Datierung der türkischen Geschichte. Einige Forscher glauben, dass die Hsiung-nu (oder Hunnen) zu den direkten Vorfahren zählen. Das lassen zumindest die wenigen, fragmentarischen Schriftfunde aus ihrem Siedlungsbereichen vermuten. Das Volk der Hsiung-nu wird in den chinesischen Quellen 400-200 v. Chr. zum ersten Mal erwähnt. Andere Forscher wie Prof. Josef Matuz weisen auf die Schwierigkeit mit der Zuordnung der Hunnen zu den Turkvölkern hin:
Der Turkologe Prof. Dr. Michael Weiers geht davon aus, dass im heutigen Nordchina Ende des 3. Jahrhunderts nach Christus verschiedene Stämme auftauchten, die er als Urtürken bezeichnet. Bei diesen Stämmen gruppierten sich um einen Kernstamm mehrere andere Stämme. Griechischen, persischen und chinesischen Quellen zufolge waren folgende türkische Stammesverbände in der damaligen Zeit von Bedeutung: Xiongnu- Hu (so genannte östliche Hunnen), die Tab?a, die hunnischen Xia und die türkischen und protomongolischen Rouran.vgl. M. Weiers: Türken, Protomongolen, und Prototibeter im Osten, 1998 (PDF)
Das Volk der Türken war in Stammesverbänden (alttürkisch: bodun) unterteilt. Die einzelnen Stämme benannten sich nach dem Urahn des Stammesführers. So gibt es eine Vielzahl von Turkvölkern mit unterschiedlichen Bezeichnungen wie z.B. Chazaren, Köktürken (auch bekannt als Göktürken), Oghusen, Turkmenen, Türken, Uiguren und Usbeken.
Die Gesamtheit der Angehörigen der Turkvölker wird heute auf ca. 250 Millionen Menschen geschätzt. Ihr Siedlungsgebiet reicht vom Balkan, über den Vorderen Orient, Zentralasien, Russland, Iran, China und Mongolei. Daneben gibt es bedeutsame Bevölkerungsgruppen in Westeuropa, Australien und den USA, die in der neueren Zeit dort hin immigriert sind.
Geschlossene turksprachige Gebiete bestehen in Turkestan (Turkmenen, Usbeken, Uiguren, Kasachen, Karakalpaken, Kirgisen), Anatolien (Osmanen bzw. "Türkei-Türken") und Aserbaidschan. Viele Turkvölker leben verstreut im Wolgagebiet (Wolgabulgaren, Baschkiren, Tataren, Tschuwaschen), auf der Krim (Tataren) und im Kaukasusgebiet (Nogaier, Kumyken, Karatschaier, Balkaren). In Bessarabien (Moldawien bzw. Moldau) lebt der christlich-orthodoxe Volkstamm der Gagausen, die zu den Osmanen zählen. Eine systematische Klassifikation ist unter Turksprachen zu finden.
Gegenwärtig existieren sechs turksprachige Länder: Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan, Turkmenistan, Türkei und Usbekistan. Die Türkische Republik Nordzypern wird nur von der Türkei diplomatisch anerkannt. Daneben gibt es etliche autonome Turkrepubliken und -regionen in der Russischen Föderation: Republik Altai, Baschkortostan, Tschuwaschien, Dagestan, Chakassien, Karatschai-Tscherkessien, Tatarstan, Tuwa and Sacha. Jeder dieser autonomen Turkrepublik besitzt seine eigene Flagge, Parlament, Gesetze und offizielle Staatssprache.
Zwei autonome Regionen existieren darüber hinaus in China und Moldawien. Xinjiang auch bekannt als Ostturkestan wird mehrheitlich von einem Turkvolk bewohnt. Die autonome Region Gagausien liegt im Osten von Moldawien an der Grenze zur Ukraine.
Zu den staatenlosen Regionen zählen Gebiete im Iran, Nord-Irak, Georgien, Bulgarien, Griechenland, Makedonien, Tadschikistan, Afghanistan und im Westen der Mongolei. Die Türken bilden das zahlenmäßig größte Turkvolk gefolgt von den Aserbaidschanern.
Trotz der weiträumigen Besiedlung bestehen zwischen den einzelnen Turkstaaten und Turkvölkern kulturelle und historische Gemeinsamkeiten, die größte stellt die Sprache dar: Das Türkisch der Türkei steht dem der meisten Türkvölker sehr nahe.vgl. Columbia Encyclopedia: Turks
Innerhalb der Turkvölker existieren phänotypische Unterschiede. Während der südwestliche Zweig (Türkei-Türken, Aserbaidschaner, kaukasische Turkstämme) sich äußerlich nicht von den übrigen Ethnien im Mittelmeerraum unterscheidet, gleichen die Völker des östlichen Zweiges (Kasachen, Kirgisen, Karakalpaken sowie die altaiischen und sibirischen Völker) ihren ostasiatischen Nachbarn.vgl. Quelle: Grolier's Encyclopedia
Die Unterschiede sind geschichtlich bedingt. Während der Westwanderung der Turkvölker haben diese sich mehreren Reichen angeschlossen und später auch selbst mehrere Reiche gegründet. Die autochthone, unterworfene Bevölkerung wurde dabei in manchen Fällen kulturell assimiliert. Renfrew spricht in diesem Zusammenhang von einem so genannten élite dominance process, bei dem eine siegreiche Minderheit ihre Sprache und zum Teil auch ihre Kultur auf die unterworfene Mehrheit überträgt. Viele Türken wurden aber auch selbst assimiliert und gingen in anderen Kulturen und Sprachgruppen auf. Als Beispiel sollen hier die mittelalterlichen Dynastien der Ghaznawiden und Mameluken sowie einige Prinzen der Seldschuken genannt werden.
Im Laufe der Jahrhunderte formierten die nomadischen Turkvölker Steppenimperien, die teilweise sehr kurzlebig waren. Später stellten sie als Militärsklaven einen wichtigen Teil der muslimischen Kalifenarmeen und des Samanidenreiches, aus denen die ersten muslimischen Turkdynastien hervorgingen, unter anderem die Ghaznawiden oder die indische Sklaven-Dynastie.
Die ersten Imperien der Turkvölker stellten lose Verbünde von verschiedenen Turkstämmen dar, die durch gemeinsame Interessen zusammengehalten wurden. Der Grund für den Zusammenschluss der einzelnen Nomadenstämme und deren Westwanderung war möglicherweise die ständige Suche nach Weideland und Wasser.
In der Ursprungsheimat der Turkvölker lebten noch diverse andere Steppenvölker, die das Reich der Chinesen bedrohten. Kaiser Shi Huang Ti ließ angesichts dieser Bedrohung die Große Mauer bauen um den mächtigsten unter diesen Völkern den Hsiung-nu (oder Hunnen) den Weg in die fruchtbaren Gebiete in China zu versperren. Nach der Vervollständigung des Werkes wandten sich die Hiung-nu dem Westen zu und übten stärkeren Druck auf die anderen Nomadenstämme aus. In ihrem Marsch gen Westen zogen die Hunnen u.a. Skythenstämme und andere Iranier, sowie Ostgermanen mit sich.
Das Machtvakuum, das die Hunnen bei ihrer Westwanderung hinterlassen hatten, füllten die Türken aus dem Selengatal aus. Das erste Reich der Türken, das durch schriftliche Quellen gestützt wird, war das Reich der Göktürken. Es hatte von 552 bis 745 Bestand und stellte einen losen Verband von Turkstämmen dar. Sie erstreckte sich von der chinesischen Grenze bis zum Kaspischen Meer. Die Geschichte des Reiches wurde in den Orchon-Runen für die Nachwelt festgehalten.vgl. Klever, U. 1978, Seite 26
Nach der Zerschlagung des mongolischen Schuschan-Reiches wurde das Göktürken-Reich im Jahre 552 nach Christus durch Bumin Qa?gan gegründet. Das Reich reichte vom Chingangebirge bis nach Transoxianien. Erstmals taucht in dieser Zeit die Erwähnung des Namens Türke auf.
Die Chinesen bezeichneten mit T'u-küe oder Tür-küt (deutsche Übersetzung: die Mächtigen) die turksprachigen Völker in ihrer Gesamtheit als Türken. Das Reich schloss mit den Sassaniden in Iran einen Bündnis gegen die Hephthaliten. Nach der Zerschlagung der Hephthaliten stritten sich die ehemaligen Bündnispartner über die Aufteilung der Beute.vgl. M. Weiers: Kök-Türken, 1998 (PDF) Das Reich der Göktürken zerfiel nach kurzer Zeit in einen westlichen und einen östlichen Teil und wurde schließlich von mittelasiatischen Turkvölkern zerstört.
744 n. Chr. ersetzte das Reich der Uiguren das Reich der Göktürken. Die Uiguren waren das erste Turkvolk, das in seiner Gesamtheit eine Hochreligion annahm. Zuvor waren sie wie alle anderen Turkvölker Anhänger des Tengrismus. 762 n. Chr. traten sie zum Manichaismus über.vgl. Matuz, J. 1996, Seite. 10
Das Reich der Uiguren wurde seinerseits von dem Turkvolk der Kirgisen aus ihrem Reichsgebiet vertrieben. Nach ihrer Vertreibung errichteten die Uiguren zwei Reiche, im Tarim-Becken und in China. Das Reich im heutigen Turkestan wurde 1028 n. Chr. von den Tanguten, einem tibetischem Volk, vernichtet.
Die Chasaren, ein anderes Turkvolk errichteten zwischen dem 6. und 11. Jahrhundert n. Chr. in Südrussland ein Reich. Die Herrscherschicht bildeten Türken, die Bevölkerungsmehrheit rekrutierte sich aus einem Oguren Volk.vgl. Matuz, J. 1996, Seite. 11
Die Karachaniden bildeten das erste Turkvolk, das im 10. Jahrhundert zum Islam übertrat. 999 n. Chr. eroberten sie Buchara und unterwarfen die Samaniden. Im 12. Jahrhundert wurde ihr Reich wiederum von den mongolischen Kara Kitai zerstört.vgl. Matuz, J. 1996, Seite. 12 Im 9. Jahrhundert haben vermutlich die Mongolen die Türken aus ihrer Urheimat vertrieben. Ab dem Zeitpunkt lebten keine Türken mehr in der heutigen Mongolei.vgl. Klever, U. 1978, Seite 24
Nach der Ausbreitung des Islams im 8. Jahrhundert in Mittelasien wurden viele Türken zum Islam bekehrt.vgl. Lindenmuseum- Der lange Weg der Türken Eine zentrale Rolle spielte dabei der Dschihad der Samaniden gegen zentralasiatische Nomaden, welcher jedoch im Kern politisch motiviert war und der Vergrößerung der eigenen Armee gedient hat. Die ersten muslimischen Türken waren - mit wenigen Ausnahmen - konvertierte Militärsklaven im Dienste der Samaniden und später der abbasidischen Kalifen. So kam es auch, dass das erste, von einem muslimischen Türken gegründete Großreich aus den Reihen jener Militärgeneräle hervorging: die Sultane von Ghazna. 961 n. Chr. schwang sich Alptigin, ein ehemaliger Militärsklave im Dienste der Samaniden, an die Macht und löste den verstorbenen Herrschers Abd al-Malik in Balch (heute Nordafghanistan) als regionalen Fürst ab. Von Balch aus eroberte er große Gebiete in Chorasan. Als der eigentliche Begründer der Dynastie gilt jedoch sein Sohn Mahmud (989-1030). Obwohl die Ghaznawiden ethnische Türken waren, lassen historische Dokumente und Biographien jedoch stark daran zweifeln, ob diese sich selbst auch als solche ansgesehen haben. Als eine persischsprachige Familie, die auch kulturell von der einheimischen Bevölkerung Chorasans assimiliert worden war, waren die Ghaznawiden der Anfang eines kulturellen Phänomens innerhalb der muslimischen Gesellschaft, welches erst mit dem Siegeszug der späteren Osmanen (s.u.) sein Ende fand: Nachkommen nomadischer Turkstämme wurden zum Islam bekehrt, übernahmen daraufhin die persische oder arabische Sprache und verbreiteten nun selbst diese Kultur in andere Regionen (Indien, China, Anatolien). vgl. Encyclopaedia Iranica: "Ghaznavids" (Online-Version)
Die gefährlichsten Feinde der Ghaznaviden waren wiederum das Turkvolk der Seldschuken.
Als die Araber Transoxanien eroberten, gerieten einige türkische Stämme unter arabische Gefangenschaft. Fortan dienten sie den abbasidischen Kalifen als Sklaventruppen. Die Mamelucken, überwiegend türkische Militärsklaven, rissen in Ägypten die Macht an sich und herrschten fast 300 Jahre lang bis sie von den ebenfalls türkischen Osmanen unterworfen wurden.vgl. Klever, U. 1978, Seite 8
Die heutigen Türken in der Türkei sehen sich selbst als Nachkommen jener osmanischen Türken. Diese wiederum sind Angehörige der so genannten Westtürken der Oghuz. Der Ursprung der Oghuz liegt in der heutigen Mongolei. Während der Herrschaft der türkischen Seldschuken über große Gebiete in Anatolien wanderten aus dem Osten türkische Stämme nach Anatolien ein.vgl. World Civilizations- The origins of Ottomans Richard Hooker
Die Osmanen waren ursprünglich ein kleiner turkmenischer Stamm, dem der Sultan der Rum Seldschuken ein kleines Fürstentum (türk. Beylik) an der Grenze zum Byzantinischem Reich überlies.
Mit dem Aufkommen des Nationalismus waren die Türken die ersten islamischen Völker, die die westlichen Ideen vom Liberalismus und Sakulärität aufgriffen. Gegen Ende des 19. Jahrhundert wurden die Ideen durch tatarische Intellektuelle wie Ismail Gaspirali und Yusuf Akçura aufgegriffen und weiterentwickelt. Beide gehörten der tatarischen Minderheit im Russischen Reich an und ihre Arbeit ist wohl als Antwort auf den aufkommenden Pan-Slawismus zu werten.
Die ersten demokratischen Turkstaaten wurden in Idel-Ural (1917), Aserbaidschan (1918), jedoch wurden beide Staaten von der Sowjetunion annektiert, und der Türkei (1923) gegründet. Weitere sind die Republik Hatay und Republik Gumulcine.
Die Kulturen, traditionellen Wirtschaftsformen und Lebensweisen der Turkvölker sind vielfältig, und ihre Geschichte ist vielschichtig.
Die Turkvölker benutzten ab Mitte des ersten Jahrtausends ihre eigene Schrift, wie die Orchon-Inschriften oder die Uyghur Alphabet beweisen. Letzteres stellt in der späteren Version eine modifizierte Schreibweise der arabischen Schrift dar.
Die Türksprachen werden in vier Gruppen eingeteiltvgl. Turkologie_Gutenberg Universität: 1. Die südwestliche Gruppe (oghusisch): umfasst Aserbaidschanisch (Republik Aserbaidschan, Nordwest-Iran), Gagausisch (Moldawien, Ukraine, Rumänien, Bulgarien), Türkeitürkisch (Türkei), Türkmenisch (Turkmenistan, Afghanistan), südoghusische Dialekte (Iran).
2. Die nordwestliche Gruppe (kiptschakisch): Baschkirisch (Baschkirien/Russland), Karaimisch (Litauen, Ukraine, Polen), Karakalpakisch (Usbekistan), Karatschaisch-Balkarisch (Kaukasus), Kasachisch (Kasachstan, Xinjiang/China), Kirgisisch (Kirgisistan, Xinjiang/China), Krimtatarisch (Krim, Usbekistan), Kumükisch (Kaukasus), Nogaisch (Kaukasus), Tatarisch (Tatarstan/Russland)
3. Die südöstliche Gruppe (Türki-Gruppe): Uigurisch (Xinjiang/China), Usbekisch (Usbekistan)
4. Die nordöstliche Gruppe (sibirische): Altaisch ("Oirotisch", Altai), Chakassisch (Chakassien), Dolganisch, Gelbuigurisch (Gansu/China), Schorisch, Tofalarisch ("Karagassisch"), Tschulymtürkisch, Tuwinisch (Tuwa, Xinjiang/China), Jakutisch (Jakutien)
Die Anzahl der Muttersprachler aller turkstämmigen Nationen, Volksgruppen und Minderheiten betrug 1990 laut Vereinten Nationen ca. 165 Millionen. Die UNESCO hatte in den 1980er Jahren ermittelt, dass für die Turksprachen eine Sprecherzahl von rund 200 Millionen angenommen werden kann, wenn die Personen hinzugezählt werden, die eine Turksprache als Zweit- oder Drittsprache sprechen. Heute kann aufgrund des Bevölkerungswachstums von einer höheren Zahl ausgegangen werden. Jedoch darf die Sprecherzahl generell nicht mit der Volkszugehörigkeit verwechselt werden. Heute kann von etwa 180 Millionen Muttersprachlern ausgegangen werden.
Heute sind die meisten Angehörigen der Turkvölker Muslime, die Mehrheit wiederum Sunniten. Aber es gibt unter Ihnen auch angehörige anderer Religionen wie z.B. Buddhisten, Juden und Christen.
Traditionelle nationale und kulturelle Symbole der Turkvölker sind der Stern und der Halbmond und das schon vor dem übertritt zum Islam. Neben dem Wolf stellen die Farbe blau, Eisen und Feuer wichtige Bestandteile der Mythologie der Turkvölker dar.
Zur groben Einteilung können die Turkvölker in vier Großgruppen zusammengefasst werden:
Der Populationsgenetiker Luigi Luca Cavalli-Sforza ordnet den südwestlichen Zweig (Türkei-Türken, Aserbaidschaner, kaukasische Turkstämme) als turksprachig aber nicht turkstämmig ein. Vorsichtiger formuliert es die Studie von Brega et al.:
Oder:
Untersuchungen die sich auf die Genetik beziehen übersehen jedoch, dass der Mensch neben seiner genetischen Eigenschaften auch ein kulturelles Wesen ist. Daher empfiehlt die UNESCO zur Unterscheidung der verschiedenen Völker statt der Einteilung in Rassen von kulturellen Gruppen (cultural groups) zu sprechen, welches später als ethnische Gruppe übersetzt wurde:
Der Orientalist Prof. Josef Matuz spricht von den Turkvölkern als Gesamtheit von einer Ethnie:
Гоктюрки | Turkic peoples | Turkecaj popoloj | Peuples turcs | テュルク | Turken | Ludy tureckie | Popor turcic | Türk halkları | Törki xalıqlar | Turkiy halqlar | 突厥 | Turkfolk
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