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Turkmenistan grenzt (im Uhrzeigersinn) an Kasachstan, Usbekistan, Afghanistan, den Iran und das Kaspische Meer.
Nahezu 80 % der Landfläche werden von der Wüste Karakum eingenommen, die sowohl aus Sand- als auch Geröllwüstengebieten besteht. Im Westen erstrecken sich die Hochebene von Türkmenbaşy und der Große Balkan (1.880 m ü. NN). Dieser fällt in Richtung Süden zum Karakum-Kanal (Turkmenischer Hauptkanal) ab, auf dessen anderer Seite die Landschaft in das Kopet-Dag-Gebirge übergeht, das sich größtenteils im Iran befindet. Während Richtung Südosten nach Afghanistan noch einige Ausläufer des Gissargebirges aufragen, befindet sich der höchste Berg des Landes, der Ayrybaba (3.139 m), an der östlichen Grenze zu Usbekistan.
Es herrscht überall kontinentales Klima mit extrem heißen und trockenen Sommern und kalten Wintern.
Siehe auch: Wetter in Turkmenistan
Das Land wird hauptsächlich vom Turkvolk der Turkmenen, aber auch von Usbeken und Russen bevölkert.
Etwa 89 % der Bevölkerung gehören dem Islam an (Sunniten der hanafitischen Rechtsschule). Etwa 9 % sind Angehörige der Russisch-Orthodoxen Kirche. Nur diese beiden Religionsgemeinschaften sind zugelassen im Land. Daneben gibt es kleine christliche, jüdische (siehe Bucharische Juden) und Bahai-Gemeinden. Nahe der iranischen Grenze lebt zudem noch eine kurdische Bevölkerungsminderheit.
Die Siedlungen beschränken sich meist auf Oasen, die im Süden versprengt über das Land verteilt sind.
Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Aşgabat (797.900 Einwohner), Türkmenabat (234.828 Einwohner), Daşoguz (199.514 Einwohner) und Mary (114.690 Einwohner).
Siehe auch: Liste der Städte in Turkmenistan
Turkmenistan wird von seinem Präsidenten Saparmyrat Nyýazow, der sich - Atatürk zum Vorbild nehmend - Türkmenbaşy ("Oberhaupt der Turkmenen") nennen lässt, despotisch regiert. Weltweit für Aufsehen sorgt der um ihn und seine Familie entfachte Personenkult, der sich unter anderem darin äußert, dass Monate umbenannt wurden und jetzt nach dem Präsidenten und seinen Familienmitgliedern heißen. Oppositionsparteien sind in Turkmenistan verboten.
Turkmenistan ist Mitglied der UNO, ECO, OIC und OATCT. Es hat sich außenpolitisch für neutral erklärt. Unter anderem bedingt durch seine Regierungsform befindet sich Turkmenistan politisch in einer relativen internationalen Isolation. Wirtschaftlich arbeitet es jedoch mit zahlreichen Ländern zusammen, die Interesse an den reichen Erdgas- und Erdölvorkommen Turkmenistans haben, unter anderem mit Russland, der Türkei und den USA.
Die russische Minderheit wird aus religiösen, kulturellen und historischen Gründen benachteiligt und nach Meinung von einigen Interessengemeinschaften unterdrückt.
Turkmenistan ist in fünf Provinzen (welaýatlar, Singular welaýat) und den Hauptstadtdistrikt Aşgabat unterteilt. Die Provinzen sind:
Das Land ist ein Wüstenstaat. Die Verkehrsströme verlaufen gebündelt entlang der ehemaligen Seidenstraße in Ost-West-Richtung von Samarqand (Usbekistan) über Aşgabat nach Türkmenbaşy am Kaspischen Meer.
Zudem plant die turkmenische Regierung die Anlegung eines künstlichen Sees in der Karakumwüste. Die Fertigstellung des Projektes wird 2010 erwartet. Die Seefläche soll geschätzte 3.500 km² betragen.
Turkmenistan verfügt über die weltweit drittgrößten Erdgasreserven, was dem Land bald nach seiner Unabhängigkeit einen vergleichsweise hohen Wohlstand sicherte (vgl. dazu Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Pipeline). Über die Größe der turkmenischen Reserven, die ohne größere ausländische Investitionen nicht erschlossen werden können, besteht erhebliche Unsicherheit. Die Deutsche Bank spielt eine entscheidende Rolle im Außenhandel des international geächteten Regimes.
Die einzige internationale Fluggesellschaft des Landes ist Turkmenistan Airlines. Ein großes Problem des Staates ist der hohe Grad an Korruption. Er belegt einen der untersten Plätze in der Statistik der Transparency International.
Wehner, Markus. Im Reich des großen Führers: Turkmenistan – eine zentralasiatische Despotie. In: Osteuropa, 2001.2, S. 127-134.
Ein Volk. Ein Reich. Ein Turkmenbaschi. [mit vielen Abb. In: "GEO", 2005, Heft 11. S. 152 - 176.
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