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Die Abkürzung TDI („Turbocharged Direct Injection“, häufig auch als „Turbodiesel Direct Injection“ ausgeschrieben) ist eine durch Volkswagen geschützte Bezeichnung.
Sie bezeichnet einen Dieselmotor mit Turbolader und der so genannten Direkteinspritzung des Dieselkraftstoffes.
Geschichte
Jahrzehntelang (vor 1988) wurden Direkteinspritzer-Dieselmotoren nur in gewerblichen Fahrzeugen bei größeren Motoren eingesetzt. Aufgrund des nachteiligen Geräuschbildes schloss man lange aus, Direkteinspritzer-Diesel in PKW einsetzen zu können. Im Vergleich zum Laufgeräusch-Nachteil wurden die möglichen Verbrauchvorteile direkteinspritzender Motoren lange nicht als gravierend angesehen.
Diese Art von Dieselmotoren wurde in Großserie für PKW erstmals ab 1988 in dem von Fiat angebotenen Fiat Croma TD i.d. eingesetzt. Hierzu war ohne großen eigenen Entwicklungsaufwand ein im wesentlichen bei Transportern zum Einsatz geplanter Motor in einen PKW implantiert.
Parallel arbeitete man bei Audi in der Ära Piëch umfassend an der PKW-gerechten Umsetzung eines Direkteinspritzer-Konzeptes für eine sehr weitgehende Vermeidung der Nachteile beim Laufgeräusch. Das erste käufliche Fahrzeug mit TDI-Motor war dann ein Audi 100 C3 Avant. Dieser wurde erstmals auf der Internationalen Automobilaustellung IAA in Frankfurt 1989 der Öffentlichkeit präsentiert. Der Motor war ein 2,5 Liter-Fünfzylinder-Reihenmotor mit 120 PS. Der Wagen erstaunte die Fachwelt mit möglichen niedrigen Verbräuchen von nur 5,5 bis 6 Litern bei ca. 1500 kg Fahrzeuggewicht sowie sehr ansehnlichen Fahrleistungen aufgrund des hohen Drehmomentes in tiefen Drehzahlbereichen.
Heutige Verbreitung
Andere Hersteller bieten ebenfalls Turbodieselmotoren mit Direkteinspritzung für PKW an, müssen diese aber anders bezeichnen (z.B. DTI, TDCI, CDI, JTD, dCi). Eine Ausnahme gilt hierbei für die zum Volkswagenkonzern gehörenden Hersteller
Audi,
Seat und
Škoda, welche die Bezeichnung TDI ebenfalls verwenden dürfen. Viele Motoren dieser Hersteller sind baugleich mit denen von Volkswagen. Auch darf
Ford beim
Galaxy die Bezeichnung TDI verwenden, da der Galaxy gemeinsam mit VW und SEAT produziert wird und der Motor von VW kommt.
Das I in der Bezeichnung steht für das englische Wort Injection (Einspritzung). Das vorgestellte D steht für direct und sagt aus, dass hier die Einspritzung im Gegensatz zur Vorkammereinspritzung und Wirbelkammereinspritzung direkt in den Hubraum erfolgt. Jeder Dieselmotor verfügt prinzipbedingt über eine Einspritzpumpe.
Druckanstieg, Geräusch
Ein Nachteil des sonst nur bei großen Dieselmotoren, z.B. für
Lastkraftwagen, verwendeten Direkteinspritzers ist das lautere Verbrennungsgeräusch, das wegen des großen Druckanstiegs stärker als "nagelnd" empfunden wird als bei Dieselmotoren mit Vorkammereinspritzung bzw. Wirbelkammereinspritzung. Bei Dieselmotoren mit Direkteinspritzung wird der Treibstoff in zwei oder mehreren Stufen eingespritzt, zuerst eine sehr kleine Menge vorweg, um eine Verbrennung einzuleiten, die sogenannte Pilotmenge, und danach der Rest. Man unterscheidet hierbei eine Einspritzverlaufsformung (ältere DI mit
Verteilereinspritzpumpe und entsprechender Einspritzdüse) und echte Vor-, Haupt- und Nacheinspritzung (
Common-Rail oder
Pumpe-Düse). Dadurch wird der Druckanstieg sanfter, der Motor läuft leiser und vibrationsärmer. Heutzutage ist auch eine Nacheinspritzung immer gängiger, um die Regeneration des
Dieselpartikelfilters einzuleiten. Zudem wurden Dieselmotoren bei Einführung der Direkteinspritzung oftmals besser gekapselt, um die direkte Luftschallabstrahlung zu minimieren.
Volkswagen bietet auch nicht turboaufgeladene direkteinspritzende Dieselmotoren mit der Marketingbezeichnung SDI an.
Siehe auch: Saugdiesel
Verteilerpumpe, Pumpe-Düse, Common Rail
Die VW-Konzernunternehmen arbeiteten bislang mit drei verschiedenen Diesel-Einspritz-Systemen: in der ersten Generation bis ca. 1998 kamen ausschließlich Verteilerpumpen zum Einsatz. 1998 kamen die Vierzylinder mit 1.9l Hubraum und später die Dreizylinder mit 1,2 und 1,4 Liter mit
Pumpe-Düse-Systemen auf den Markt, bei denen die Einspritzpumpe mit der Düse zusammengefasst im
Zylinderkopf eingebaut und von einem zusätzlichen Nocken der
Nockenwelle angetrieben wird. Dies Pumpe-Düse-Verfahren zeichnete sich jahrelang über den höchsten möglichen Einspritz-Höchstdruck aus (bis zu 2000 bar), parallel wurden jedoch in den Achtzylinder-TDIs (z.B. im Audi A8 3.3, 4.0, 4.2 TDI) laufruhigere
Common Rail-Systeme verbaut. Diese Systeme haben inzwischen hinsichtlich der erreichbaren Einspritzdrücke stark aufgeholt. Der VW-Konzern hat mittlerweile die Pumpe-Düse-Technologie aufgekündigt; ab ca. Ende 2006 / 2007 werden neue Dieselmotoren des VW-Konzerns Hochdruck-Common-Rail-Einspritzsysteme haben.
Markenname | Einspritztechnik
Turbocharged Direct Injection | Injector-bomba