Ein Turbinenschiff (TS) ist ein Schiff, das von einer oder mehreren Dampfturbinen angetrieben wird.
Eine konventionelle Turbinenschiffsanlage besteht aus drei Hauptteilen:
Im Dampfkessel wird durch Verbrennen von fossilen Kraftstoffen (Kohle, Erdöl) Dampf erzeugt und in einem nachgeschalteten Überhitzer auf sehr hohe Temperaturen und Drücke gebracht. Der überhitzte Dampf wird über Rohrleitungen zur Turbine geleitet und trifft dort auf den rotierenden Läufer, das Kernstück der Turbine. Der Läufer wird durch die Dampfenergie auf die gewünschte Drehzahl gebracht. Der verbrauchte Dampf wird im Kondensator wieder zu Wasser. Das Kondensat wird in den Kondensattank gepumpt. Von dort wird es von Speisewasserpumpen wieder in den Kessel eingespeist und der Kreislauf beginnt von vorn. Der Dampfkreislauf entspricht der Betriebsweise eines Dampfkraftwerkes.
Hinter dem Turbinenläufer ist ein Reduziergetriebe gesetzt, das die hohe Drehzahl der Turbine auf die der Antriebswelle mit dem Schiffspropeller reduziert. Die Schiffsgeschwindigkeit wird über die Turbinendrehzahl geregelt. Für die Erzeugung von elektrischem Strom können kleinere Dampfturbinen eingesetzt werden. Zusätzlich für den Seebetrieb erzeugen Wellengeneratoren Strom. Das sind Generatoren, die von der Propellerwelle angetrieben werden. Meist sind auf Dampfschiffen zusätzliche Notgeneratoren mit Dieselantrieb vorhanden, um bei Dampfausfall die Anlagen wieder in Gang setzen zu können.
Nukleare Antriebsanlagen sind ebenfalls Turbinenanlagen, bei denen der Dampf jedoch mittels eines Atomreaktors statt des Dampfkessels erzeugt wird. Diese Technik findet jedoch nur auf Kriegsschiffen (Atom-Uboote, Flugzeugträger, Kreuzer) und Eisbrechern Anwendung. Der Betrieb von zivilen Schiffen, wie der deutschen "Otto Hahn" oder der US-amerikanischen "Savannah" war unwirtschaftlich. Probleme gab es auch, weil viele Häfen diese Schiffe nicht annahmen und es deshalb schwierig war, Ladung zu bekommen oder zu löschen.
Durch die schnelle Entwicklung der leichter zu betreibenden Dieselmotoren verliert die Dampfturbine immer mehr an Bedeutung für den Antrieb von Seeschiffen. Die wegen der hohen Betriebsdrücke notwendige Sicherheitstechnik und -überwachung und die für den störungsfreien Betrieb erforderlichen sicheren Systemkenntnisse des Personals bedingen einen sehr hohen Aufwand, so dass Turbinenantriebe nicht mehr wettbewerbsfähig sind.
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