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Ein Tuberkulintest ist ein Hauttest mit Tuberkulin, einem Präparat, das aus flüssigen Mykobakterien-Kulturen filtriert wird. Tuberkulin ruft beim Einbringen in die Haut eine Reaktion mit zellulären Antikörpern hervor, die menschliche Immunzellen bei Kontakt mit Tuberkulose-Erregern bilden. Der Test dient also dazu, eine vorangegangene oder gegenwärtige Tuberkulose-Infektion zu erkennen. Tuberkulin war ursprünglich als Tuberkulose-Heilmittel gedacht, erwies sich jedoch als ungeeignet dazu.

Durchführung


Stempeltest

Tine_test.jpg Eine einfache Möglichkeit der Durchführung besteht darin, das Tuberkulin mit einem kommerziell erhältlichen Stempel (Tinetest®, Tubergen®-Test) auf die Innenseite eines Unterarms aufzutragen. Dort ist es punktförmig sichtbar. Der Test kann zwischen dem vierten und siebten Tag nach Injektion abgelesen werden und ist positiv, wenn sich eine fühlbare Papel von mindestens 2 mm Durchmesser feststellen lässt - eine Rötung allein ist nicht ausreichend. Der Nachteil dieser Methode besteht in seiner relativ geringen Spezifität und Sensitivität.

Intrakutantest nach Mendel-Mantoux

Mantoux tuberculin skin test.jpg Für eine exaktere Untersuchung ist der Mendel-Mantoux-Test in Gebrauch. Dabei werden 2 TU (tuberculin units) Tuberkulin RT23 des Statens Institute Kopenhagen (in Deutschland seit September 2005 zugelassen) streng intracutan in die oberste Hautschicht (Epidermis) gespritzt A. Detjen et al.: Immunologische Diagnostik der Tuberkulose - γ-Interferon-Test. In: Monatsschrift Kinderheilkunde 2006; 154:152-159 . Nach der Injektion darf die Teststelle mindestens 24 Stunden nicht gewaschen werden. Der Test wird nach frühestens 72 Stunden abgelesen und gilt als positiv, wenn sich eine verhärtete Schwellung (Induration) von mehr als 10 mm zeigt, bei Kindern mit Kontakt zu infektiöser Tuberkulose schon bei einer Induration ab 5 mm und bei Kindern älter als vier Jahre und ohne häufigen Kontakt zu Tuberkulosekranken beziehungsweise zu Risikopopulationen sowie bei Kindern, die BCG-geimpft sind bei einer Induration von mehr als 15 mm K. Magdorf: Tuberkulose im Kindesalter. In: Monatsschrift Kinderheilkunde 2006; 154:124-132 . Durch die wesentlich exaktere Verabreichung der Tuberkulinmenge ist er zuverlässiger als der Stempeltest.

Bewertung


Eine positive Reaktion kann nicht nur bei oder nach Tuberkulose, sondern auch nach Infektionen mit anderen Mykobakterien und nach früherer Tuberkulose-Schutzimpfung mit dem BCG-Impfstoff auftreten. Bei frischer Tuberkulose oder hochgradiger Abwehrschwäche kann der Tuberkulintest trotz bestehender Erkrankung negativ ausfallen.

Der herkömmliche Tuberkulintest ist noch ein wichtiges Hilfsmittel zur Diagnose. Atypische Umwelt-Mykobakterien treten jedoch zunehmend an die Stelle der rückläufigen M.-tuberculosis-Infektionen. Zwischen diesen beiden Erregertypen differenziert der Tuberkulintest wegen der Kreuzreaktivität nicht. Neue Testverfahren mit hochspezifischen Tb-Antigenen sind daher in Erprobung.

Quellen


Immunologie | Tuberkulose | Biologische Untersuchungsmethode

Tuberculin | Tuberkulina | Tuberkulin

 

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