Truso am Draußensee (früher Drusensee) war ein altpreußischer Ort unweit der Ostsee, dort wo der Weichselarm Nogat ins Frische Haff mündet. Es war einer der Handelsplätze an der Bernsteinstraße dort wo später die Stadt Elbing gegründet wurde. Truso wird auch als "Atlantis des Nordens" bezeichnet.
Truso lag verkehrsgünstig am Ost-Europa-Handelsweg, welcher von Birka im Norden bis Visby auf der Insel Gotland in der Ostsee und von dort zur späteren Hansestadt Elbing führte. Von dort aus zogen die Händler weiter südlich bis Carnuntum in den Alpen. Die alten Bernsteinstraßen gingen dann noch weiter bis ans Mittelmeer, zum Schwarzen Meer und bis nach Asien.
Der Ost-West-Handel erfolgte von Truso entlang der Ostsee bis Jütland und weiter im Inland bis Haithabu, welches damals eins der größten Handelszentren war. Haithabu lag bei der Stadt Schleswig in Schleswig-Holstein.
Um 890 unternahm Wulfstan von Haithabu, wie er selbst berichtete, eine Schiffsreise von Haithabu bis Truso im Dienste von König Alfred dem Großen. Dieses geschah zu der Zeit, als die Dänen und Wikinger fast ganz England erobert hatten.
Mehrere Orte in der Umgegend Elbings bezeugten den Namen, wie Neuendorf, welches bis Anfang des 15. Jahrhundert Deutsch-Drusen hieß und Drusenhof zwischen Elbing und Preußisch Holland.
Ausgrabungen der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts haben gezeigt, dass Truso wie andere Handelsorte einen multiethnischen Charakter hatte - die Bewohner waren, neben den Pruzzen, auch Esten, Skandinavier, Slawen und Friesen.
Eine dicke Brandschicht und Pfeilspitzen lassen vermuten, dass die Stadt von Seeräubern zerstört wurde.
Die Namensbedeutung des preußischen Handelsortes Truso kann man in Altsächsisch, wie in Mittelenglisch trussen, English truss, erkennen, was soviel bedeuted wie zusammenbündeln, umschließen, beim Bau unterstützen, also ein Handels-Wohnstätte und in der Lautverschiebung wie Duer zu Tür, Tor, Düringer zu Thüringer.