Tromsø * (samisch: Romsa) ist die größte Stadt im Norden von Norwegen und Hauptstadt der Region (Fylke) Troms.
Sie liegt nördlich des Polarkreises, 344km Luftline und per Auto sind es über 600km; dies entspricht der geographischen Breite von Nord-Alaska. Tromsø beheimatet auch die nördlichste Universität, die nördlichste Kathedrale und die nördlichste Brauerei der Welt.
Die Stadt ist mit einer Fläche von 2.558 km² (davon 1.434 km² auf dem Festland und 1.124 km² auf mehreren Inseln vor der Küste) die Stadt mit der größten Fläche in Europa. Außerdem ist sie Station der Hurtigruten.
Der wichtigste Arbeitsgeber ist das Universitätsklinikum in Nord-Norwegen (UNN) mit etwa 4.500 Angestellten. Weiter gibt es die Universität Tromsø, die nördlichste Universität der Welt, die Hochschule in Tromsø, das Polarmiljøsenter, die Provinzregierung von Troms sowie die Mack-Brauerei.
Landschaft und Klima
Die
Jahresmitteltemperatur liegt bei 2,5 °C, die niedrigste bisher gemessene Temperatur in der Stadt war –18,6 °C im Jahr 1966. Durch Ausläufer des
Golfstroms sind die Wassertemperaturen für die nördlichen Breiten recht mild.
Vom 31. Mai bis zum 23. Juli geht in Tromsø die Sonne nachts nicht vollständig unter, dafür erlebt man vom 25. November bis zum 21. Januar keinen Sonnenaufgang.
Der durchschnittliche
Niederschlag beträgt im Jahr 1031 mm, bis zum April sammelt sich gewöhnlich etwa ein Meter Schnee an. Am 29. April 1997 erreichte man den Rekord von 2,4 m Schneehöhe. In dem Jahr wurden an der Wetterstation auf der Insel in Tromsø insgesamt etwa acht Meter
Neuschnee gemessen.
Geschichte
Archäologische Funde beweisen, dass die Region bereits vor 9.000 Jahren besiedelt war.
1252 wurde die erste Kirche in Tromsø gebaut.
1789 wurde das Handelsmonopol der Stadt
Bergen aufgehoben, und die Nordnorweger durften frei handeln.
1794 wurden Tromsø die Stadtrechte verbrieft, damals wohnten dort ganze 80 Einwohner.
1803 wurde Tromsø Bischofssitz für Nordnorwegen.
1848 wurde die Lehrerhochschule in Tromsø gegründet, 1872 auch das Tromsø Museum.
1861 wurde der Dom errichtet.
1927 erhielt die Stadt mit dem Nordlichtobservatorium eine bedeutende Institution. Zur selben Zeit diente Tromsø als Ausgangspunkt vieler Expeditionen in die Polarregion und speziell zum Nordpol, unter anderem geleitet von
Roald Amundsen und
Fridtjof Nansen.
1940 war Tromsø für kurze Zeit die Hauptstadt Norwegens, als Oslo und Südnorwegen besetzt waren, bevor der König und die Regierung am 7. Juni das Land verlassen mussten. Danach diente die Stadt kurzzeitig als Flottenstützpunkt für Überwasserschiffe der deutschen Kriegsmarine, u. a. lag hier einige Monate das deutsche Schlachtschiff Tirpitz vor Anker.
1960 wurde die erste Brücke als Verbindung des Zentrums mit dem Festland erbaut, 1994 kam ein Tunnel hinzu. 1972 wurde die Universität Tromsøs gegründet.
1993 beschloss das norwegische Parlament den Umzug des norwegischen Polarfoschungsinstitutes (Norsk Polarinstitutt) von Oslo nach Tromsø. Seinen neuen Sitz fand das Institut im polaren Umweltforschungszentrum (Polarmiljøsenteret), in dem außerdem das norwegische Institut für Naturforschung, das norwegische Institut für Kulturforschung, das norwegische Institut für Luftforschung, das norwegische Amt für Kartographie, das Geologische Institut Norwegens, die norwegische Strahlenschutzagentur und die nationale Küstenverwaltung beheimatet sind oder Filialen unterhalten. Tromsø ist auch heute noch einer der wichtigsten Ausgangspunkte für Expeditionen in die Polarregion.
Sehenswürdigkeiten
- Polaria – ein Erlebniszentrum, das über die Polarregion und die Barentssee informiert
- Polarmuseum – berichtet über berühmte Expeditionen im Eis
- Tromsø-Museum (Universitätsmuseum) – umfassende Ausstellungen über Geschichte und Kultur der Samen, die in der Region seit Jahrtausenden ansässig sind, außerdem zur Tier- und Pflanzenwelt Nordskandinaviens
- Eismeerkathedrale (norweg. „Ishavskatedralen“) – 1965 erbaut, mit dem größten Glasmosaikfenster Europas
- Storsteinen (od. Fløya, Hausberg von Tromsø) – Oberhalb der Eismeerkathedrale liegt die Talstation der Seilbahn (fjellheisen) auf den Storsteinen (418 m ü. NN), von dem aus man einen beeindruckenden Ausblick auf die Stadt und die umliegenden Berge hat.
- Tunnel – Keine Sehenswürdigkeit im eigentlichen Sinn, aber ein Besonderheit ist das öffentliche Straßentunnelsystem, das die gesamte Insel unterhalb der Stadt durchzieht und mit eigener Beschilderung und Verkehrsführung versehen ist. Um diesen baulichen Aufwand nachvollziehen zu können, sollte man berücksichtigen, dass der Bau von Schutzräumen in Norwegen nach dem Zweiten Weltkrieg einen großen Stellenwert erlangt hat, nachdem deutsche Truppen schwerste Verwüstungen hinterlassen hatten und sie die nordnorwegische Bevölkerung praktisch schutzlos dem arktischen Winter ausgeliefert hatten.
Söhne und Töchter der Stadt
Bilder
Bild:Tromso Hafen.jpg|Blick auf den Hafen
Bild:Tromsö.jpg|Zentrum von Tromsø im April
Bild:Eismeerkathedrale.JPG|Die Eismeerkathedrale
Bild:Tromso_Market_und_Cathedrale.jpg|Der große Markt und die Eismeerkathedrale
Bild:Tromso_Dom.jpg|Der Dom von Tromsø
Bild:Tromsdalen_afternoon_sun.jpg|Tromsdalen in der Nachmittagssonne, von Tromsø aus gesehen
Bild:tromso_northern_centre_tromsdalen.jpg|Nördlicher Teil des Zentrums, Tromsdalen
Bild:tromso_library_roof.jpg|Bibliothek von Tromsø
Partnerstädte
Tromsø unterhält Städtepartnerschaften mit:
Sonstiges
Weblinks
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