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Allen Trommelbremsen im Kraftfahrzeug-Bereich gemein ist, dass sie als Innenbackenbremsen ausgelegt sind, im Gegensatz zur Klotz- oder Scheibenbremse. In der sich drehenden Bremstrommel werden von innen die beiden am Radträger fest verbunden Bremsbacken durch Kraft angedrückt. Die Kraftübertragung auf den Spreizhebel und/oder Radzylinder kann durch Seilzug, Gestänge, Hydraulikflüssigkeit oder Druckluft erfolgen.

Die Trommelbremse wurde 1903 von Louis Renault erfunden. Ein Vorteil von Trommelbremsen ist, dass die Bremsbacken durch das geschlossen Gehäuse besser vor korrosiven Einflüssen (Wasser, Salz, Staub) geschützt sind. Die Wartungsintervalle sind deshalb im Vergleich zu Scheibenbremsen deutlich größer.

Simplex-Bremse


Die Simplex-Bremse ist die einfachste und am meisten verwendete Bauart der Trommelbremse. Sie hat
  • eine auflaufende Bremsbacke und
  • eine ablaufende Bremsbacke.
Das bedeutet, dass sowohl in Vorwärts- wie auch in Rückwärtsfahrt die Bremswirkung gleich ist. Die Spreizung der Bremsbacken erfolgt durch 'einen' zentralen Radzylinder, während auf der anderen Seite die Bremsbacken um einen Drehpunkt gelagert sind. In Verbindung mit einem S-Nocken-Spreizhebel findet die Simplex-Bremse vor allem bei schweren Verwendung. In kleiner Ausführung ist sie als Feststellbremse bei Pkw zu finden.

Duplex-Bremse


Die Duplex-Bremse hat zwei Radzylinder bzw. zwei Betätigungs-Nocken, die jeweils in eine Richtung wirken und dadurch
  • zwei auflaufende (selbstverstärkende) Bremsbacken haben.
    Die Anwendung erfolgte überwiegend auf der Vorderachse leichter Nutzfahrzeuge und bei Motorrädern, da bei Rückwärtsfahrt die Bremswirkung kaum wirksam war. Sie wurde von der Duo-Duplex-Bremse abgelöst.

Duo-Duplex-Bremse


Die Duo-Duplex-Bremse hat im Gegensatz zur Duplex-Bremse zwei Radzylinder, die in beide Richtungen wirken. Also
  • zwei auflaufende (selbstverstärkende) Bremsbacken bei Vorwärts- und Rückwärtsfahrt.
    Die aufwändige Bauart findet heute nur noch wenig Anwendung.

Servo-Bremse


Die Servo-Bremse hat wie die Simplex-Bremse einen Radzylinder, dagegen sind am unteren Drehpunkt die Bremsbacken schwimmend gelagert. Durch einen Druckbolzen wird die Abstützkraft der Primärbacke (auflaufend) auf die Sekundärbacke (ablaufend) übertragen und eine
  • Selbstverstärkung bei beiden Bremsbacken in eine Fahrtrichtung
hervorgerufen. Bei der Rückwärtsfahrt ist die Selbstverstärkung nicht gegeben. Dadurch findet die Servo-Bremse häufig Anwendung bei auflaufgebremsten Anhängern. Trotz Auflaufbremse kann das Gespann gegen die leichte Bremswirkung rückwärts bewegt werden.

Duo-Servo-Bremse


Die Duo-Servo-Bremse ist zunächst baugleich mit der Servo-Bremse. Der Nachteil der mangelnden Bremswirkung bei Rückwärtsfahrt wird dadurch ausgeglichen, dass der Druckbolzen sich je nach Bewegungsrichtung an einem Lager abstützen kann. Dadurch ergeben sich
  • zwei auflaufende (selbstverstärkende) Bremsbacken in beide Richtungen.
Die Anwendung erfolgt bei leichten und mittelschweren Lkw sowie als Feststellbremse (Topfscheibe) bei Pkw mit vier Bremsscheiben (am Radträger zusammen mit der Scheibenbremse an der Hinterachse angeflanscht).

Außentrommel-Bremse


Trommelbremsen gibt es auch in umgekehrter" Anordnung: deren Bremsbacken-Eingriff von außen auf eine Trommel bzw. einen Zylinder erfolgt. Diese Trommelbremsen finden sich heutzutage im Maschinenbau, vor allem in der Fördertechnik zum Bremsen von Fördermaschinen, z.B. im Bergbau und im Aufzugsbau, und werden meist an der Eingangs- oder Ausgangswelle von Getrieben angebracht. Dies Art der Trommelbremse war auch in den 1920er Jahren beim Automobil geläufig, als Bremse am Getriebe bzw. an der Kardanwelle, und somit über den Achsantrieb indirekt die Hinterachse abbremsend, ohne dass dann noch eigens Radbremsen verbaut wurden. Auch als Feststellbremse fand dieses System lange Anwendung.

Siehe auch


Bremse | Motorradtechnik

Drum brake | Freno de tambor | Frein à tambour | Freno a tamburo | ドラムブレーキ

 

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