Trockenobst (auch Trockenfrucht oder Dörrobst) ist getrocknetes Obst mit einer Restfeuchtigkeit von etwa 20%.
Reife Früchte werden je nach Größe ganz oder in Scheiben geschnitten langsam bei geringer Wärmezufuhr getrocknet. Dies kann in speziellen Dörrgeräten oder im Backofen erfolgen. Bei ausreichender Sonneneinstrahlung können die Früchte auch im Freien auf einer luftdurchlässigen Unterlage (Baumwollmull oder Gaze) getrocknet werden. Bei einer Trocknung unter höheren Temperaturen spricht man von Backobst. Durch das Dörren verlieren die Früchte an Feuchtigkeit und ihr Zuckergehalt steigt an, was sie längere Zeit haltbar macht. Um die Farbe der getrockneten Früchte zu erhalten und um Fäulnis vorzubeugen, wird industriell hegestelltes Trockenobst häufig vor dem Verpacken geschwefelt.
Zum Trocknen geeignete Früchte sind Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Aprikosen und Pflaumen und einige rote Beeren wie Berberitze und Hagebutte (die erst nach dem ersten Frost erntereif ist, dann aber schon so gut wie trocken ist). Getrocknete Datteln und Feigen und Rosinen waren bei den Wüstendurchquerungen der Karawanen über Jahrtausende unverzichtbare Lebensmittel. Inzwischen werden auch exotische Früchte wie Bananen, Papayas, Ananas, Pfirsiche, Mangos, Erdbeeren, Kiwis und Kokosnuss in getrockneter Form angeboten. Seltener sind getrocknete Maulbeeren oder Cranberries erhältlich.
Kletzen ist die in Ostösterreich meist im Plural verwendetete Bezeichnung für getrocknete Birnen. Bekannt ist das tradtitionell um die Weihnachtszeit hergestellte Kletzenbrot. Dem Kletzenbrot entspricht das schwäbische Hutzelbrot, das ebenfalls aus getrockneten Birnen, den Hutzle hergestellt wird.
Kletzen werden auch gerne in einen Birnenbrand eingelegt, um einen intensiveren Birnengeschmack mit süßlichem Abgang zu erhalten, auch für Liköre werden Kletzen verwendet. Für die Kletzenproduktion werden spätreifende und süßere Birnensorten mit festem Fruchtfleisch bevorzugt, da diese eine höhere Ausbeute und bessere Qualität hervorbringen.
Der Ursprung des Wortes liegt in den mittelhochdeutschen Wörtern Klotzbirne bzw. klœzen (=spalten), da die Birnen zum Trocknen gespalten werden.
Trockenobst eignet sich als gesunder Snack, als Beilage und findet Verwendung in Müsliriegeln und Fruchtschnitten. Es ist eine Hauptzutat bei der Zubereitung von Früchtebrot. Das Obst kann in Wasser, Fruchtsaft oder Alkohol eingelegt werden und mit anderen Zutaten zu einer Füllung für Schweine- oder Gänsebraten verarbeitet werden.
Noch bis in das mittlere 20. Jahrhundert hinein war Trockenobst aber neben Lagerobst eine der wichtigsten winterlichen Vitaminquellen.
Hauptexportländer für Trockenobst:
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