Der Begriff trockener Orgasmus bezeichnet umgangssprachlich den Orgasmus eines gesunden männlichen Kindes, das sich noch nicht im geschlechtsreifen Alter befindet. Hierbei findet keine Ejakulation von Sperma statt.
Der trockene Orgasmus ist nicht zu verwechseln mit der Injakulation, des gewollten männlichen Orgasmus ohne Ejakulat, oder mit der Retrograden Ejakulation eines Erwachsenen bei Vorliegen einer urologischen Störung, bei denen allerdings oft auch die Bezeichnung trockener Orgasmus verwendet wird. Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Phänomen bei körperlich und seelisch gesunden Menschen.
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Das Ejakulat bei einem geschlechtsreifen Mann, also das Sperma, besteht aus zellulären (Spermien, Epithelzellen der Hodenkanälchen) und flüssigen (Seminalplasma) Bestandteilen. Das Seminalplasma setzt sich zusammen aus Sekreten der sogenannten akzessorischen Geschlechtsdrüsen: Samenleiterampulle (Ampulla ductus deferentis), Samenblasendrüse (Glandula vesicularis) (10), Vorsteherdrüse (Prostata) (12), Bulbourethraldrüse (Glandula bulbourethralis) (13), zu geringen Teilen auch der Hoden (17) und Nebenhoden (16). Obwohl die männlichen Geschlechtsorgane zum Zeitpunkt der Geburt bereits vollständig angelegt sind, findet die weitere Ausdifferenzierung erst im Verlaufe der Pubertät unter dem Einfluß der Geschlechtshormone statt. Ihre volle Funktionalität inklusive der Fähigkeit zur Produktion von befruchtungsfähigen Spermien erreichen sie im Zuge dieser Entwicklung dann zum Zeitpunkt der Geschlechtsreife.
Bei einem gesunden geschlechtsreifen Jugendlichen oder Mann ist ein trockener Orgasmus ohne eingreifende Manipulation so gut wie unmöglich. Selbst wenn nach mehrmaligem Orgasmus kein Samen mehr ausgestoßen werden kann, produziert besonders die Prostata zusammen mit den anderen akzessorischen Geschlechtsdrüsen immernoch eine mehr oder minder geringe Menge Sekret für ein Ejakulat. Solange ein Orgasmus noch erreicht werden kann, findet auch eine Stimulation der akzessorischen Geschlechtsdrüsen statt, welche automatisch zur Produktion von Sekret führt. Dieses Sekret kann wesentlich schneller hergestellt werden als neue Spermien. Ist also der Spermienvorrat nach mehreren Orgasmen kurz hintereinander erschöpft, kann vor allem die stimulierte Prostata bei Erreichen eines weiteren Orgasmus immer noch eine kleine Menge Sekret für eine Ejakulation liefern.
Auch im Falle einer Sterilisation ist ein Orgasmus immer mit einer Ejakulation verbunden, allerdings sind in dem Ejakulat keine Spermien mehr enthalten.
Selbst nach einer Kastration (vollständige Entfernung beider Hoden einschließlich Nebenhoden) kommt es nicht zu einem trockenem Orgasmus. Solange durch eine sexuelle Stimulation weiterhin ein Orgasmus erreichbar ist, kommt es auch hier nach wie vor zu einer Ejakulation ohne Spermien. Erst wenn zusätzlich alle anderen akzessorischen Geschlechtsdrüsen ohne Verletzung wichtiger Nerven, Blutgefäße und Muskeln chirurgisch entfernt würden, wäre bei einem vielleicht noch erreichbaren sexuellen Höhepunkt mit einem trockenen Orgasmus zu rechnen.
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