Trnava (deutsch Tyrnau, ungarisch Nagyszombat), ist eine Stadt mit 68.500 Einwohnern (2004) im Westen der Slowakei, Hauptstadt eines Landschaftsverbandes (Trnavský kraj) sowie eines Bezirks, und Sitz eines Erzbistums seit 1978 (mit dessen Errichtung die Slowakei zum ersten Mal zu einer von Ungarn unabhängigen Kirchenprovinz wurde).
Die Stadt war seit dem 17. Jh. ein Zentrum der Gegenreformation. Zwischen 1635 - 1777 gab es hier die Tyrnauer Universität, die vom Erzbischof Peter Pázmány gegründet wurde. Trnava war Sitz eines Erzbistums von 1541 bis 1820 (und dann wieder seit 1978). Am Ende des 18. Jh. (als Fortsetzung der Tradition der Tyrnauer Universität) war es ein Zentrum der slowakischen Gelehrten. So beruhte auch die erste slowakische Sprachkodifikation (von 1787 durch Anton Bernolák) auf dem slowakischen Dialekt aus der Gegend von Trnava.
Im 13. Jahrhundert wurde die slowakische Siedlung von deutschen Siedlern nachbesiedelt, deren Anteil jedoch in der Folge allmählich gesunken ist. In der Zeit der langen Türkenkriege büßte die Stadt einen großen Teil ihrer Bewohner ein, andererseits kamen viele Ungarn hinzu. 1891, bereits unter starkem staatlichen madjarischen Einfluss, zählte man: unter 11.560 Einwohnern: 6564 Slowakisch-, 3154 Deutsch- und 1625 Ungarischsprachige. 9324 Katholiken, 1558 Juden und 593 Lutheraner.Die bedeutende jüdische Gemeinde sprach zum größten Teil Deutsch. 1930 zählte man unter 23948 Einwohnern: 20225 (84,4%) Slowaken, 1044 (4,3%) Deutsche und 864 (3,6%) Ungarn.
Im Jahre 2003 wurde hier mit dem Bau einer großen Fabrik des französischen Automobilherstellers PSA begonnen.
Trnava ist u.a. auch wegen des alljährlichen internationalen Dobrofestivals, welches immer am Dreifaltigkeitsplatz stattfindet, bekannt. Aus dieser Stadt stammten einst die Dopyera-Brüder, die 1908 in die USA emigrierten und dort die Dobro-Gitarren anfertigten und dieser Art von Gitarre ihren Namen gab.
Die ungarische Form (Nagy)szombat, d.h. (Großer) Samstag, ist vom Namen des Markttages abgeleitet.
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