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Tristan da Cunha

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Basisdaten
bgcolor="#FFFFFF" Staatsform: Britisches Überseegebiet
bgcolor="#FFFFFF" Staatsoberhaupt: Elisabeth II.
bgcolor="#FFFFFF" Verwaltung: St. Helena
bgcolor="#FFFFFF" Hauptstadt: Jamestown, St. Helena
bgcolor="#FFFFFF" Hauptort: Edinburgh of the Seven Seas
bgcolor="#FFFFFF" Einwohner: ca. 300
bgcolor="#FFFFFF" Bevölkerungsdichte: 1,5 Einwohner/km²
bgcolor="#FFFFFF" Geographische Lage:
bgcolor="#FFFFFF" Fläche: 201 km²
bgcolor="#FFFFFF" höchste Erhebung: Queen Mary's Peak (2.060 m)
bgcolor="#FFFFFF" Amtssprache: Englisch
bgcolor="#FFFFFF" Währung: St. Helena-Pfund
bgcolor="#FFFFFF" Zeitzone: UTC+0
bgcolor="#FFFFFF" Vorwahl: +290
bgcolor="#FFFFFF" Postleitzahl: TDCU 1ZZ
bgcolor="#FFFFFF" Internet-TLD: .sh
bgcolor="#FFFFFF" Entdeckung: März 1506, durch Tristão da Cunha
bgcolor="#FFFFFF" Offizielle Website: http://www.tristandc.com

Tristan da Cunha * ist eine Inselgruppe im südlichen Atlantischen Ozean, zu der neben der gleichnamigen 104 km² großen Hauptinsel noch weitere, kleinere Inseln gehören. Auf der Hauptinsel, die als die abgelegenste bewohnte Insel der Welt gilt, leben etwa 300 Menschen. Die Inselgruppe gehört zum britischen Überseegebiet St. Helena.

Geografie


Tristan da Cunha liegt im Südatlantik 3.238 Kilometer vom Cabo Frio (22°59'18" s.B./41°58'31" w.L.) auf der Ilha do Cabo Frio in Brasilien und 2.779 Kilometer vom Kap der Guten Hoffnung in Südafrika entfernt, und ist Teil des Mittelatlantischen Rückens. Zu dem Archipel Tristan da Cunha gehört auch die 399 km in süd-süd-östlicher Richtung gelegene Insel Gough mit einer bemannten Wetterstation, sowie die 33 km südwestlich gelegenen, unbewohnten Inseln Inaccessible Island, Nightingale Island, Middle Island und Stoltenhoff Island. Nightingale, Middle und Stoltenhoff werden häufig auch als Nightingale Islands zusammengefasst.

Insel Fläche
Tristan da Cunha 104 km²
Gough Island 84 km²
Inaccessible Island 10 km²
Nightingale Island 2,6 km²
Middle Island 0,2 km²
Stoltenhoff Island 0,2 km²

Geologie

Tristan da Cunha ist die kegelförmige Spitze eines mächtigen untermeerischen Vulkans der im 2.060 Meter hohen Queen Mary's Peak und im 1970 Meter hohen Mount Olav, den beiden höchsten Erhebungen des Kraterrandes, gipfelt. Als einer der Nebenschlote des Vulkans in der Nähe von Edinburgh 1961 überraschend ausbrach, wurde die Bevölkerung nach Großbritannien evakuiert. Da sie sich an das Leben in Großbritannien nicht gewöhnen konnten, kehrten sie 1963 wieder zurück.

Klima

Tristan da Cunha hat ein gemäßigtes, ozeanisch ausgeglichenes Klima mit regelmäßigen Niederschlägen, die über das ganze Jahr verteilt sind. Der kahle Gipfel des Vulkans ist im südlichen Winter, zwischen Juni und Oktober, häufig mit Schnee bedeckt.

Flora und Fauna

Unterhalb der 1.500-Meter-Höhenlinie trägt der vulkanische Berg besonders auf seiner östlichen Hälfte eine dichte Vegation. Im Sommer besuchen Felsenpinguine die Inselgruppe, um hier zu brüten und ihre Jungen aufzuziehen. Darüber hinaus ist die Insel ein Nistplatz für Albatrosse.

Geschichte


Die Insel wurde im März 1506 vom portugiesischen Admiral Tristão da Cunha entdeckt, der sie nach sich selbst Ilha de Tristão da Cunha taufte. Ihm gelang es jedoch nicht, an der Insel zu landen.

Erst 1767 begutachtete die Besatzung der französischen Fregatte L'Heure du Berger Tristan da Cunha eingehender. Sie erfasste die Wassertiefe, dokumentierte den groben Küstenverlauf und entdeckte Süßwasservorkommen in Form des Wasserfalls Big Watron und eines Sees an der Nordküste. Die Ergebnisse dieser Erkundungsmission wurden 1781 von einem Hydrographen der Royal Navy veröffentlicht.

Der erste feste Siedler war Jonathan Lambert aus dem Ort Salem in Massachusetts, USA, der 1810 auf der Inselgruppe eintraf und sie zu seinem Eigentum erklärte. Er nannte sie Islands of Refreshment. Seine Herrschaft dauerte allerdings nur kurze Zeit, da er 1812 bei einem Bootsunglück ums Leben kam. Angeblich ist das große Vermögen, das er durch den Verkauf von See-Elefanten-Öl an vorbeifahrende Schiffe verdiente, immer noch irgendwo auf der Insel versteckt. TristanDaCunha.jpg Am 14. August 1816 erfolgte die formelle Annexion der Insel durch Großbritannien, als englische Truppen die Insel besetzten. Das Hauptmotiv für die Annexion von Tristan da Cunha war zu verhindern, dass Frankreich die Insel als Stützpunkt für einen Befreiungsversuch von Napoléon Bonaparte aus dem Gefängnis auf St. Helena nutzen konnte.

Bereits ein Jahr später wurde die Garnison abgezogen, nur drei Siedler blieben zurück. Diese gründeten mit einer umherziehenden Bevölkerung von Seeleuten, Schiffsbrüchigen, Robben- und Walfängern, sowie einigen Frauen von Sankt Helena eine neue Gemeinschaft. Sie verdienten ihren Unterhalt mit dem Verkauf von frischem Gemüse und Wasser an vorüberfahrende Schiffe.

Doch nach 1870 verringerte sich die Zahl der Schiffe, die vor Tristan da Cunha festmachten deutlich. Dies hatte mehrere Gründe: Durch die Eröffnung des Sueskanals im Jahre 1869 veränderten sich die Schiffahrtsrouten, außerdem wurde das Walöl durch Mineralöl ersetzt und die US-amerikanische Walfangflotte ging aufgrund des Bürgerkrieges zurück. Daher war es keine Seltenheit, dass ein Jahr verging, ehe wieder ein Schiff vor der Insel festmachte. Häufig verließen mit diesen Schiffen einige Inselbewohner Tristan da Cunha, da sie sich andernorts ein sinnvolleres Leben versprachen.

1886 zählte die Insel nur noch 97 Bewohner, 1892 waren es nur noch 50.

1942 wurde auf der Insel ein Flottenstützpunkt eingerichtet, durch den die Bevölkerung nun über Funk und Schiffe regelmäßigen Austausch mit der Außenwelt besaß.

Am 9. Oktober 1961 wurden die vulkanischen Spalten bei Edinburgh aktiv und alle Einwohner der Insel mussten nach England evakuiert werden. Sie konnten sich dort jedoch nicht an die moderne Stadtgesellschaft anpassen und so kehrten beinahe alle Insulaner wieder nach Tristan da Cunha zurück.

Besonderheiten


Die Bevölkerung besteht aus den sieben Familien Green, Glass, Hagan, Lavarello, Repetto, Rogers und Swain.

Aufgrund der Abgeschlossenheit der wenigen Einwohner sind einige der lokalen Gesundheitsprobleme (z. B. Asthma und Glaukom) auf Endogamie zurückzuführen. Seit kurzem besitzen sie auch die britischen Bürgerrechte und dürfen sich unbegrenzt lange im Vereinigten Königreich aufhalten.

Erst im August 2005 erhielt die Inselgruppe ihre eigene Postleitzahl. Die Post wird einmal im Jahr durch eine Postschiffverbindung Portland/U.K. - Ascension - St. Helena - Tristan da Cunha transportiert, in der übrigen Zeit nur unregelmäßig von Frachtschiffen mitgenommen, meist über Südafrika. Der Abschnitt St. Helena - Tristan da Cunha steht z. Zt. wegen der hohen Subventionen von Seiten der britischen Regierung ab 2006 zur Disposition, es regt sich aber gegen diese Entscheidung Widerstand bei den Insulanern.

Die Kosten für Kommunikation auf Tristan und vor allem in die Welt hinaus sind extrem hoch. So ist zum Beispiel der Preis für eine Gesprächsminute via Cape Town Radio genauso hoch wie der durchschnittliche Stundenlohn.

Wirtschaft und Infrastruktur


Die Einwohner leben vom Langustenfang und bauen für den Eigenbedarf vor allem Kartoffeln an. Eine wichtige Einnahmequelle ist der Verkauf von Briefmarken an Sammler. Es gibt keine Landebahn auf Tristan da Cunha, so dass die einzige Verbindung zum Festland der Seeweg ist. Mehrere Male im Jahr steuern Versorgungsschiffe aus verschiedenen Teilen der Welt (u. a. Hamburg) den kleinen Fischerhafen der abgelegenen Insel an. Die einzige Luftbrücke besteht durch einen Hubschrauber.

Der größte Ort der Insel ist die Siedlung Edinburgh of the Seven Seas. Dort gibt es eine Schule, ein Krankenhaus, eine Post, ein Museum, ein Café, eine Kneipe, je eine katholische ("St. Joseph") und eine anglikanische ("St. Mary") Kirche, sowie ein Schwimmbecken. Gelegentlich versieht ein Polizist seinen Dienst und betreibt auf der einzigen Kreuzung der Insel Verkehrskontrollen. Es gibt eine lokale Zeitung mit dem Namen Tristan Times.

Der monatliche Durchschnittslohn der Bewohner liegt bei etwa £150.

Literatur


  • Raoul Schrott: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde. Hanser, München 2004, ISBN 3-446-20355-9
  • Patrick Helyer: Bibliography of Tristan da Cunha. Nelson, Shropshire 1998, ISBN 0-904614-62-X
  • Daniel Schreier, Karen Lavarello-Schreier: Tristan da Cunha: History. People. Language. Battlebridge, 2003, ISBN 1903292034

Weblinks


Inselgruppe (Atlantik) | Vulkan | St. Helena

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