Die Reichsburg Trifels ist eine mittelalterliche Burganlage in Rheinland-Pfalz. Sie liegt in 310 m Höhe oberhalb der pfälzischen Kleinstadt Annweiler auf einem dreifach gespaltenen Buntsandstein-Felsen (145 m lang, 40 m breit, 50 m hoch) und hat daher auch ihren Namen, der „dreifacher Fels“ bedeutet.
| Aufstieg | 1081 | Erste Erwähnung in einer Schenkungsurkunde |
|---|---|---|
| 1113 | Reichsburg | |
| 1125 | Verwahrung der Reichskleinodien durch Herzog Friedrich von Schwaben nach dem Tod von Kaiser Heinrich V. | |
| ca. 1190 | Bau des Hauptturmes | |
| 1193(-94?) | Gefangenschaft des englischen Königs Richard Löwenherz (siehe auch: Blondelsage) | |
| 1194 | Ausgangspunkt des Feldzuges von Kaiser Heinrich VI. gegen die Normannen und anschließend Hort des Normannenschatzes | |
| 1208 | Verwahrung der Reichskleinodien durch Kanzler Konrad III. von Scharfenberg nach der Ermordung von König Philipp von Schwaben | |
| 1219 | Vergabe der Stadtrechte an die Siedlung Annweiler mit Verleihung des Münzrechtes (zugunsten des Trifels) | |
| ca. 1230 | Zweite Bauphase des Palas, Bau des Brunnenturmes und Baubeginn der Ringmauer | |
| 1241 | Trifels eines der steuerlich ergiebigsten Besitztümer der Krone | |
| 1246-98 | Verwahrung der Reichskleinodien | |
| Niedergang | ab 1310 | Verpfändung der Reichsburg an wechselnde Territorialherren |
| ab 1400 | Zunehmender Bedeutungsverlust | |
| 1410 | Übertragung an das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken | |
| 1602 | Zerstörung durch Blitzschlag; Aufgabe und allmählicher Verfall der Burg | |
| Restaurierung | 1841 | Beginn der Restaurierung durch das Königreich Bayern |
| 1866 | Gründung des Trifelsvereins | |
| 1935 | Ausgrabung vor dem Hauptturm | |
| 1937 | Auftrag des Bayerischen Ministerpräsidenten Ludwig Siebert zum Ausbau der Burg zu einer „nationalen Weihestätte“ | |
| ab 1938 | Mehrjährige Neubauarbeiten am Palas | |
| 1954/55 | Bau des ersten Kastellanshauses und Ergänzung der Ringmauern | |
| 1960 | Bau des zweiten Kastellanshauses | |
| 1964-66 | Erhöhung des Hauptturmes | |
| 1973/74 | Einsturz und Neubau der nördlichen Ringmauer |
Prominentester Gefangener auf der Burg Trifels war indessen König Richard von England, genannt Richard Löwenherz, der bei der Rückkehr von einem Kreuzzug 1192 gefangengenommen und 1193 an Kaiser Heinrich VI. ausgeliefert wurde. Der Inhaftierte kam nach fast zwei Jahren, von denen er mindestens drei Wochen, möglicherweise aber auch ein knappes Jahr, auf dem Trifels verbrachte, gegen ein horrendes Lösegeld am 4. Februar 1194 frei. In der Sage von der Befreiung des Königs Richard Löwenherz wurde die Schmach später mystifiziert.
Ob fürstliche Gefangene ihre Haftzeit auf dem Trifels tatsächlich in dem aus dem gewachsenen Fels gehauenen Verlies verbringen mussten, ist fraglich. Eher ist davon auszugehen, dass die Gefangenschaft mehr einer Internierung glich und es den Häftlingen an nichts fehlte, wenn man von der freien Wahl des Aufenthaltsortes absieht.
Im Zeitraum zwischen 1125 und 1298 wurden mehrmals die Reichskleinodien (auch „Reichsinsignien“), also Krone, Reichsapfel und Zepter, auf der Burg aufbewahrt. Dies geschah meist bei einer Thronvakanz, bis ein neuer Herrscher gewählt war.
Auch die Machthaber im Dritten Reich fanden Gefallen am Trifels und bauten ihn ab 1938 wieder auf. Da über das ursprüngliche Aussehen der Burg nichts bekannt war, wurde der Palas nach Plänen von Rudolf Esterer in Anlehnung an italienische Stauferburgen als völlige Neuschöpfung errichtet. Hierbei ging es den Nationalsozialisten nicht um eine möglichst realistische Rekonstruktion, sondern um eine Glorifizierung der deutschen Geschichte und die eigene Legitimierung. In diesem Zusammenhang ist auch der große, über zwei Stockwerke reichende „Kaisersaal“ zu sehen, den es in dieser Form auf dem mittelalterlichen Trifels nie gegeben hat.
Die endgültige Sanierung der Burg nach dem Zweiten Weltkrieg zog sich bis in die 1970er Jahre hin, sie wurde immer wieder durch weiteren Verfall der Bausubstanz sowie Geldknappheit verzögert.
Burg in Rheinland-Pfalz | Fels in Rheinland-Pfalz | Südpfalz | Felsenburg
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