| Wappen | Karte |
|---|---|
| Wappen von trier.png | Lage der kreisfreien Stadt Trier in Deutschland.PNG |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz |
| Kreis: | Kreisfreie Stadt |
| Geografische Lage: | |
| Fläche: | 117,14 km² |
| Einwohner: | 99.744 (31. Oktober 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 851 Einwohner je km² |
| Höhe: | 124 m ü. NN |
| Postleitzahlen: | 54290, 54292, 54293, 54294, 54295, 54296 (alt: 5500) |
| Vorwahl: | 0651 |
| Kfz-Kennzeichen: | TR |
| Gemeindeschlüssel: | 07 2 11 000 |
| Gliederung des Stadtgebiets: | 19 Ortsbezirke |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Am Augustinerhof 54290 Trier |
| Website: | www.trier.de |
| E-Mail-Adresse: | rathaus@trier.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Helmut Schröer (CDU) |
| Stärkste Fraktion: | CDU |
Neben einer Reihe anderer Städte beansprucht auch Trier den Titel der ältesten Stadt Deutschlands für sich. Trier liegt im moselfränkischen Sprachgebiet. Siehe auch: Moselfränkische Dialektgruppe. Mit etwa 100.000 Einwohnern stand Trier nach Mainz, Ludwigshafen am Rhein und Koblenz zusammen mit Kaiserslautern bis 2005 an vierter Stelle unter den Großstädten des Landes. Zum Stichtag 30. Juni 2005 waren aber nur noch 99.685 Einwohner gemeldet. Nächstgrößere Städte sind Saarbrücken, etwa 80 km südöstlich und Koblenz, etwa 100 km nordöstlich. Hingegen liegt die luxemburgische Hauptstadt Luxemburg nur etwa 50 km südwestlich von Trier.
Trier bildet eines der fünf Oberzentren des Landes Rheinland-Pfalz. Trier ist neben Luxemburg, Metz und Saarbrücken, mit denen es sich zum Städtebund QuattroPole zusammengeschlossen hat, ein Oberzentrum der Großregion Saar-Lor-Lux-Rheinland Pfalz-Wallonie.
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Trier liegt in der Mitte einer Talweitung des mittleren Moseltals mit dem Hauptteil am rechten Ufer des Flusses. Bewaldete und zum Teil mit Weinbergen besetzte Hänge steigen zu den Hochflächen des Hunsrücks im Süden und der Eifel im Norden an. Die Grenze zum Großherzogtum Luxemburg ist etwa 15 km entfernt.
im Uhrzeigersinn beginnend im Norden; alle Gemeinden gehören zum Landkreis Trier-Saarburg
Schweich, Kenn und Longuich (alle zur Verbandsgemeinde Schweich an der Römischen Weinstraße), Mertesdorf, Kasel, Waldrach, Morscheid, Korlingen, Gutweiler, Sommerau und Gusterath (alle zur Verbandsgemeinde Ruwer), Hockweiler, Franzenheim (alle zur Verbandsgemeinde Trier-Land), Konz (Verbandsgemeinde Konz), Igel, Trierweiler, Aach, Newel, Kordel (Eifel), Zemmer (alle zur Verbandsgemeinde Trier-Land)
Das Stadtgebiet von Trier ist in 19 Ortsbezirke gegliedert. In jedem Ortsbezirk gibt es einen aus 9 bis 15 Mitgliedern bestehenden Ortsbeirat sowie einen Ortsvorsteher. Die Ortsbeiräte sind zu wichtigen, den Ortsbezirk betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann jedoch dem Stadtrat. Allerdings können die Ortsbeiräte auch im Rahmen eines ihnen zugeteilten Budgets über kleine Maßnahmen im Ortsbezirk selbst entscheiden.
Die Ortsbezirke Triers mit ihrer amtlichen Nummer sowie deren zugehörige Stadtteile (in Klammern):
Die ersten Spuren von menschlichen Siedlungen im Stadtgebiet sind bandkeramische Siedlungen aus der älteren Jungsteinzeit.
Einer Sage nach soll Trebeta, der Sohn von Assyrerkönig Ninus, Trier 1300 Jahre vor der Entstehung Roms gegründet haben. Darauf spielt die mittelalterliche Inschrift am Roten Haus am Trierer Hauptmarkt an: "" (Vor Rom hat Trier eintausenddreihundert Jahre gestanden). Der geschichtliche Hintergrund ist durch Funde gegeben, dass im Trierer Tal schon im 3. Jahrtausend v. Chr. menschliche Siedlungen standen, und Trier wohl die erste, zu Recht "Stadt" zu nennende Siedlung nördlich der Alpen ist.
Nach gesicherten Quellen ist die Stadt Trier jedoch römischen Ursprungs: Zu Füßen eines 30 v. Chr. errichteten und nach wenigen Monaten wieder aufgegebenen Militärlagers auf dem Petrisberg gründen die Römer im Jahre 16 v. Chr. die Stadt (Augusta Treverorum, Stadt des Augustus im Land der Treverer), den Hauptort der Provinz Belgica. Die Ehre, nach seinem Namen benannt zu werden, erhielten ansonsten nur Augsburg und Augst in der Nordschweiz. Unter Kaiser Claudius kam der Zusatz "Colonia" - "Colonia Augusta Treverorum".
Von frühestens der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts an war sie Bischofssitz; erster Bischof war Eucharius. Im Jahr 275 wurde Trier durch den Alamanneneinfall zerstört. Von 293 bis 395 war die nun Treveris genannte Stadt eine der Residenzen der römischen Kaiser (Tetrarchie) im Westen (siehe auch Spätantike).
Trier roman baths DSC02378.jpg Unter der Herrschaft Konstantins des Großen (306–337) wurde die Stadt wieder aufgebaut und Gebäude wie die Palastaula (die heute so genannte Konstantinsbasilika) und die Kaiserthermen errichtet. 326 wurden Teile der privaten Wohnpaläste der kaiserlichen Familie zu einer großen Doppelbasilika verändert und erweitert, deren Reste heute noch zum Teil im Bereich des Doms und der Liebfrauenkirche erkennbar sind. Ab 318 war Trier Sitz der Gallischen Präfektur, einer der zwei obersten Behörden im Westen des Römischen Reiches. 328 bis 340 residierte Kaiser Constantius II. hier, seit 367 war Trier unter Valentinian I. wieder Kaiserresidenz (bis zum Tode von Theodosius I. 395) und gleichzeitig die größte Stadt nördlich der Alpen. 407, kurz nach dem Einfall der Wandalen, Alanen und Sueben nach Gallien, wurde die Gallische Präfektur nach Arles an die Rhône verlegt. Im 5. Jahrhundert wurde Trier wiederholt, vermutlich um 413 und 421, von den Franken sowie 451 von den Hunnen unter Attila erobert. Um 475 wurde die Stadt endgültig fränkisch (siehe auch Arbogast der Jüngere).
Ende des 5. Jahrhunderts kam Trier unter die Herrschaft der Franken. Durch den Vertrag von Verdun Lothringen zugeschlagen, wurde es unter Heinrich I. 925 dem Ostfrankenreich einverleibt. Zunächst wurde die Stadt von Grafen, seit 902, als die Grafengewalt an die Erzbischöfe überging, vom Vogt des Erzstifts verwaltet; seit 1149 führt sie ein Siegel. Seit dem 10. Jahrhundert strebte Trier danach, reichsunmittelbar zu werden. 1212 erhielt die Stadt von Kaiser Otto IV. einen Freibrief, den Konrad IV. bestätigte. 1309 musste sie jedoch erneut die Gerichtsbarkeit des Erzbischofs anerkennen, der damals der bedeutende Balduin von Luxemburg war (siehe auch Kurfürstentum Trier). Ihr Status als erzbischöfliche Stadt wurde 1364 von Kaiser Karl IV. und 1580 vom Reichskammergericht bestätigt; das Streben nach der Reichsunmittelbarkeit scheiterte allerdings 1583 endgültig. Bis zum Ende des alten Reichs blieb die Stadt Hauptstadt - wenn auch nicht Residenz - des nach ihr benannten Kurstaats. An ihrer Spitze stand ein Schöffengericht, das 1443 vom Erzbischof Jakob I. durch Einsetzung zweier Bürgermeister ergänzt wurde.
Nachdem Ende des 10. Jahrhunderts zunächst der Dombering befestigt worden war, befestigten Erzbischof Theoderich I. und sein Nachfolger Arnold II. im 13. Jahrhundert die Stadt durch Mauern. Der Gürtel, der dem heutigen Alleenring entsprach, umfasste etwa 138 Hektar.
Im Jahr 1473 kamen Kaiser Friedrich III. und Herzog Karl der Kühne von Burgund in Trier zusammen. Im gleichen Jahr wurde in Trier eine Universität gestiftet, die 1797 aufgehoben wurde.
Im 17. Jahrhundert verlegten die Erzbischöfe und Kurfürsten von Trier ihre Residenz in das Schloss Philippsburg in Ehrenbreitstein bei Koblenz.
1512 fand in Trier ein Reichstag statt, auf welchem die Einteilung der Reichskreise endgültig festgelegt wurde. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Trier zweimal erobert, 1634 von den Spaniern, am 18. November 1645 von den Franzosen unter Turenne. Französische Truppen nahmen die Stadt auch 1674, 1688 und auf längere Dauer 1794 ein. 1801 kam sie an Frankreich und wurde Hauptstadt des Département Saar. 1814 fiel Trier an Preußen.
Ab September 1944 war die Stadt nicht mehr weit vom Frontverlauf entfernt und wurde fast täglich von amerikanischer Artillerie beschossen. Im Dezember 1944 gab es drei schwere Luftangriffe der Alliierten auf Trier. Am 19. Dezember lassen gegen 15:30 Uhr 30 britische Lancaster-Bomber 136 Tonnen Sprengbomben über der Stadt niedergehen. Zwei Tage später am 21. Dezember 1944 gegen 14:35 werden von 94 Lancaster-Bombern und 47 amerikanischen Jagdbombern 427 Tonnen Bomben (Spreng-, Brand- und Napalmbomben) abgeworfen. Wiederum zwei Tage später am 23. Dezember werden 700 Tonnen Bombenlast auf die Stadt abgeworfen. Nach Recherchen des Heimatforschers Adolf Welter sind mindestens 420 Menschen bei diesen Dezember-Angriffen in Trier ums Leben gekommen. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt. Während des Krieges wurden 1600 Häuser völlig zerstört. Am 2. März 1945 fiel die Stadt ohne schwere Kämpfe in die Hände der Alliierten. Seit 1946 gehört Trier zum Land Rheinland-Pfalz.
Ende April 1969 wird an der Porta Nigra die Römerstraße freigelegt. Kurz darauf, am 12. Mai 1969 wird das Wildfreigehege im Weisshauswald eröffnet. Im Jahr 1970 wird die Universität, zunächst als Teil der Doppeluniversität Trier-Kaiserslautern, eröffnet. Die Entwicklung Triers zur Universitätsstadt schreitet am 1. April 1974 durch die Eröffnung des Studentenwohnheims Martinskloster weiter voran. Im Jahr 1975 wird die Universität dann verselbstständigt.
Weitere wichtige Ereignisse in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts sind die Einstellung der 99jährigen "Trierische Landeszeitung" am 31. März 1974 und die Wiedereröffnung des restaurierten Domes am 1. Mai desselben Jahres.
Vom 24. Mai bis 27. Mai 1984 feiert Trier offiziell das 2000-jährige Stadtjubiläum. 1986 wurde das römische Trier (Amphitheater, Barbarathermen, Kaiserthermen, Konstantinsbasilika, Igeler Säule, Porta Nigra, Römerbrücke), der Dom St. Peter und die Liebfrauenkirche von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Ein weiteres Kulturerbe ist die Kirche St. Paulin, nach Plänen von Balthasar Neumann. Bei Arbeiten zum Bau einer Tiefgarage im Oktober 1988 werden unter dem Viehmarkt Reste einer römischen Wandmalerei entdeckt. Am 5. November wird dann die Sternwarte Trier offiziell eingeweiht. Am 9. September 1993 wird bei Ausschachtungsarbeiten für eine weitere Tiefgarage nahe der Römerbrücke ein Schatz mit 2558 römischen Goldmünzen gefunden. Er hat einen geschätzten Wert von 2,5 Millionen Euro.
Vom 22. April bis 24. Oktober 2004 fand die Landesgartenschau auf dem Petrisberg statt, die von 724.000 Gästen besucht wurde.
Einen weiteren Fund römischer Zeugnisse machte man im April 2006, als bei Abbrucharbeiten in der Innenstadt Reste von Gebäudemauern gefunden wurden.
Ehemals selbstständige Gemeinden und Gemarkungen, die in die Stadt Trier eingegliedert wurden. Einige der Orte waren zwischen 1798 und 1851 bereits Teil des Stadtgebiets. 1798 umfasste das Stadtgebiet insgesamt 890 ha.
- bgcolor="#efefef" | Jahr | Orte | - | 1888 | St. Paulin, Maar, Zurlauben, Löwenbrücken, St. Barbara | - | 1888 | Ausgliederung von Heiligkreuz und Olewig | - | 1912 | Pallien (südlicher Teil), Heiligkreuz, St. Matthias, St. Medard, Feyen (mit Weismark) | - | 1930 | Euren, Biewer, Pallien (nördlicher Teil), Kürenz, Olewig | - | 7. Juni 1969 | Ehrang-Pfalzel (gebildet am 1. März 1968 durch Vereinigung der beiden selbstständigen Gemeinden) | - | 7. Juni 1969 | Eitelsbach, Filsch, Irsch, Kernscheid, Ruwer, Tarforst, Zewen |
Anfang des 4. Jahrhunderts war Trier als Residenz der römischen Kaiser mit schätzungsweise 80.000 Einwohnern die größte Stadt nördlich der Alpen. Im Mittelalter und bis zum Anfang der Neuzeit sank die Einwohnerzahl wegen der zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte auf nur noch 2.677 im Jahre 1697. Im Laufe des 18. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung der Stadt bis auf 8.829 im Jahre 1801. Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Im Jahre 1900 lebten in der Stadt über 43.000 Menschen. Bis 1939 verdoppelte sich diese Zahl auf über 88.000.
Im Zweiten Weltkrieg verlor die Stadt rund 35 Prozent ihrer Bewohner (30.551 Personen). Die Einwohnerzahl sank auf 57.000 im Jahre 1945. Erst im Zuge der Eingemeindung mehrerer Orte am 7. Juni 1969 wurde der Vorkriegsstand wieder erreicht. Gleichzeitig überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Trier nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz 99.685 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1801 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Nicht darin enthalten sind die Angehörigen der in Trier stationierten französischen Streitkräfte mit ihren Familien. Dabei handelte sich um zeitweise über 30.000 Menschen. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
- | Jahr | Einwohner | - | 100 | 20.000 | - | 300 | 80.000 | - | 400 | 50.000 | - | 1363 | 10.000 | - | 1542 | 8.500 | - | 1613 | 6.000 | - | 1697 | 2.677 | - | 1702 | 4.200 | - | 1801 | 8.829 | - | 1. Dezember 1831 ¹ | 14.723 | - | 1. Dezember 1840 ¹ | 15.717 | - | 3. Dezember 1855 ¹ | 20.172 | - | 3. Dezember 1858 ¹ | 20.060 | - | 1. Dezember 1871 ¹ | 21.442 | - | 1. Dezember 1875 ¹ | 22.100 | - |
|---|
- | Jahr | Einwohner | - | 1. Dezember 1880 ¹ | 24.200 | - | 1. Dezember 1885 ¹ | 26.126 | - | 1. Dezember 1890 ¹ | 36.166 | - | 2. Dezember 1895 ¹ | 40.026 | - | 1. Dezember 1900 ¹ | 43.506 | - | 1. Dezember 1905 ¹ | 46.709 | - | 1. Dezember 1910 ¹ | 49.112 | - | 1. Dezember 1916 ¹ | 47.107 | - | 5. Dezember 1917 ¹ | 45.709 | - | 8. Oktober 1919 ¹ | 53.248 | - | 16. Juni 1925 ¹ | 57.341 | - | 16. Juni 1933 ¹ | 76.692 | - | 17. Mai 1939 ¹ | 88.150 | - | 31. Dezember 1945 | 57.599 | - | 29. Oktober 1946 ¹ | 63.420 |
|---|
- | Jahr | Einwohner | - | 13. September 1950 ¹ | 75.526 | - | 25. September 1956 ¹ | 84.869 | - | 6. Juni 1961 ¹ | 87.141 | - | 31. Dezember 1965 | 86.808 | - | 27. Mai 1970 ¹ | 103.724 | - | 31. Dezember 1975 | 100.338 | - | 31. Dezember 1980 | 95.536 | - | 31. Dezember 1985 | 93.472 | - | 25. Mai 1987 ¹ | 94.118 | - | 31. Dezember 1990 | 97.835 | - | 31. Dezember 1995 | 99.428 | - | 31. Dezember 2000 | 99.410 | - | 30. Juni 2005 | 99.685 |
|---|
An der Spitze der Stadt Trier stand seit 1302 der Schöffenmeister, gelegentlich auch Bürgermeister genannt. Der Schultheiß war Vertreter der erzbischöflichen Hoheitsrechte gegenüber der Stadt. Im 15. Jahrhunderte standen zwei Bürgermeister an der Spitze. Es herrschte stets Streit mit dem Erzbischof über den Status der Stadt. 1795 führte die französische Besatzung die kollegiale Munizipalverfassung ein. 1798 wurde die Mairieverfassung eingeführt und einige Vororte eingegliedert. 1801 folgte eine neue Gemeindeverfassung, die im Wesentlichen bis 1845 beibehalten wurde, wobei der Bürgermeister ab 1818 den Titel Oberbürgermeister führte (Trier war inzwischen Stadtkreis geworden). Der Oberbürgermeister war zugleich Landrat des Kreises Trier (bis 1851). 1856 erhielt die Stadt die „Rheinische Städteordnung“. Der Gemeinderat entschied sich für die Bürgermeisterverfassung (im Gegensatz zur Magistratsverfassung). 1933 folgte die preußische Gemeindeordnung, 1935 die „Deutsche Gemeindeordnung“. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zunächst ein Bürgermeister eingesetzt, der 1946 von den Stadtverordneten gewählt wurde. Er war zunächst ehrenamtlich, ab 1949 wieder hauptamtlich tätig.
Stellvertreter des Oberbürgermeisters ist Bürgermeister Georg Bernarding (zuständig für die Bereiche Soziales und Sport). Der Stadtvorstand besteht aus Oberbürgermeister, Bürgermeister und drei Beigeordneten: Peter Dietze (zuständig für die Bereiche Bauen und Planung), Christiane Horsch (Wirtschaft und Recht) und Ulrich Holkenbrink (Schulen und Kultur).
Beschreibung: In Rot der stehende, nimbierte und golden gekleidete St. Petrus mit einem aufrechten, abgewendeten goldenen Schlüssel in der Rechten und einem roten Buch in der Linken. Die Stadtfarben sind Gelb-Rot.
Bedeutung: Der Hl. Petrus als Stadtpatron ist schon seit dem 12. Jahrhundert in den Siegeln der Stadt nachweisbar. Die Darstellung der Person wechselte mehrmals und wird seit dem 15. Jahrhundert in aufrechter Form dargestellt. Die Stadtfarben wurden erst im 19. Jahrhundert festgelegt.
Trier unterhält Städtepartnerschaften und -freundschaften mit folgenden Städten:
Zur Zeit der Treverer wurden keltische Gottheiten in den Tempelbezirken in Trier-West unterhalb des Markusberges an einer Felsenquelle und im Altbachtal verehrt. Im 2. Jahrhundert entstand ein gallo-römischer Tempelbezirk im Altbachtal mit 70 Tempeln und weiteren Kultstätten auf einer Fläche von etwa 5 Hektar.
Trier wurde wohl schon zum Ende des 3. Jahrhunderts Sitz eines Bischofs, der später zum Erzbischof aufstieg. Dieser beherrschte ein geistliches Territorium, das über viele Jahrhunderte eines der Kurfürstentümer des Heiligen römischen Reichs deutscher Nation war. Daher konnte in der Stadt auch die Reformation keinen Fuß fassen; aus Trier ging jedoch mit Caspar Olevian einer der bedeutendsten deutschen reformierten Theologen hervor. Trier blieb eine überwiegend katholische Stadt; eine Minderheit der Trierer bekannte sich zum Judentum. Im 17. Jahrhundert wurde der Bischofssitz teilweise nach Koblenz verlegt. Nach der Besetzung des Erzbistums durch die Franzosen 1794 wurde die Kirchenprovinz schließlich 1803 aufgelöst und das Territorium 1815 der späteren preußischen Rheinprovinz eingegliedert. Trier wurde jedoch 1821 erneut Sitz eines Bischofs, dessen Diözese neu umschrieben und der Kirchenprovinz Köln zugeordnet wurde (Suffraganbistum Trier). Die heutigen Pfarrgemeinden der Stadt bilden seit November 2003 das Dekanat Trier innerhalb des Bistums Trier.
Trier ist ein bedeutender Wallfahrtsort. Im Dom wird der Heilige Rock (siehe Erzbischof Johann I.) aufbewahrt, der in unregelmäßigen Abständen von einigen Jahrzehnten ausgestellt wird. Daneben gibt es die "Heilig-Rock-Tage", ein fröhliches Glaubensfest, das von Jahr zu Jahr mehr Menschen anzieht.
Im 19. Jahrhundert zogen auch Protestanten in die Stadt, die alsbald eine eigene Kirchengemeinde gründen konnten. Sie erhielten als Gotteshaus die alte römische Basilika. Später wurden weitere Kirchengemeinden gegründet. Heute gehören alle evangelischen Christen Triers zum Ev. Kirchenkreis Trier der Evangelischen Kirche im Rheinland, es sei denn sie sind Mitglieder einer Freikirche.
Neben evangelischen und römisch-katholischen Kirchengemeinden bestehen weitere Kirchen und Religionsgemeinschaften in Trier: Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, Freie evangelische Gemeinde, Siebenten-Tags-Adventisten, Freikirchliche Pfingstgemeinde, Christengemeinde, Die Christengemeinschaft, Gemeinde Christi und Neuapostolische Kirche.
Der Trierer jüdischen Gemeinde, die seit dem Mittelalter, möglicherweise sogar seit der Antike, existierte, entstammte unter anderem Karl Marx, der berühmteste Sohn Triers; etliche seiner Vorfahren waren Rabbiner in Trier gewesen. Auch der Trierer Bischof Matthias Eberhard entspross väterlicherseits einer jüdischen Familie; sein Großvater war zum Katholizismus konvertiert.
In der Benediktinerabtei St. Mattheis (dial. für St. Matthias) befindet sich mit dem Grab des Apostels Matthiassiehe Apg 1,15-26 das einzige Apostelgrab nördlich der Alpen.
Die Damenhandballmannschaft des DJK/MJC Trier, von den Einheimischen auch "Die Miezen" genannt, ist seit Jahren eine feste Größe in der 1. Bundesliga und errang 2003 die deutsche Meisterschaft.
In der Basketballbundesliga ist Trier seit 1990 mit dem TVG Trier, heute TBB Trier vertreten, zu den größten Erfolgen zählt der zweimalige Gewinn des Deutschen Pokals 1998 und 2001. Daneben beherbergt Trier eine Rollstuhlbasketball-Mannschaft, die ebenfalls in der ersten Bundesliga spielt, die RSC Rollis Trier.
Für Motorsportbegeisterte bietet die Stadt das Internationale Trierer Bergrennen im Juni und den Trierer Slalom am Flugplatz Bitburg im September, die jährlich vom Racing Team Trier 1967 e.V. veranstaltet werden. Daneben wird seit 2002 ein Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft in Trier und Umgebung ausgetragen.
Im Exhaus (Kurzform für Exzellenzhaus) finden Konzerte verschiedener Stilrichtungen statt. Größere Konzerte werden entweder in der Messeparkhalle oder seit Juni 2003 in der neu errichteten Arena Trier veranstaltet.
Die Kunsthalle der Europäischen Kunstakademie organisiert regelmäßig thematische Ausstellungen und Vernissagen mit Künstlern aus dem In- und Ausland sowie Podiumsgespräche, Atelierbesuche, Sommerfeste und Konzerte.
Durch das Stadtgebiet führt von Luxemburg als dortige A 1 kommend von Südwest nach Nordost die Bundesautobahn 64. Die A 602 führt aus dem Stadtgebiet auf die Bundesautobahn 1 Saarbrücken-Köln. Folgende Bundesstraßen führen durch das Stadtgebiet: B 49, B 51, B 52, B 53 und B 268.
Die Stadt gehört dem Verkehrsverbund Region Trier an. Den öffentlichen Personennahverkehr versorgen mehrere Buslinien der Stadtwerke Trier Verkehrs-GmbH (SWT) sowie anderer Verkehrsunternehmen. Zwischen 1890 und 1951 wurde in der Stadt eine Straßenbahn betrieben.
Ferner existiert auch eine Luftseilbahn über die Mosel, die Trierer Kabinenbahn die allerdings z.Z. außer Betrieb ist.
Park-and-Ride Parkplätze stehen sowohl im Süden als auch im Norden der Stadt zur Verfügung.
Der Hauptbahnhof Trier, Endstation der Moselbahnstrecke nach Koblenz, befindet sich im Zentrum der Stadt. Weitere Bahnhöfe sind Trier-Ehrang, wo die Eifelbahn durch das Kylltal nach Köln abzweigt, sowie die Haltepunkte Quint, Ehrang-Ort, Pfalzel und Trier-Süd. Über Trier-Süd führen Verbindungen nach Luxemburg und Saarbrücken. Trier verfügt seit dem 11. Dezember 2005 über einen ICE-Anschluss. Dieser Zug fährt über Koblenz, Köln/Bonn, Düsseldorf und Hannover nach Berlin. Abfahrt ist Montags bis Freitags um 05.00 Uhr am Trierer HBF und die planmäßige Ankunft am Bahnhof Berlin-Zoo ist 13:03 Uhr. Trier besitzt einen Flugplatz (Trier-Föhren). Die nächstgelegenen Flughäfen für nationale und internationale Verbindungen sind Luxemburg (etwa 30 Minuten Autofahrt), Hahn (im Hunsrück, oft auch als Frankfurt-Hahn bezeichnet, etwa 70 Minuten Autofahrt) und Saarbrücken (etwa 60 Minuten Autofahrt).
Über fast zwei Jahrtausende führte der Weg zum linken Moselufer nur über die Römerbrücke. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts folgte die „Kaiser-Wilhelm-Brücke“ als zweite Flussüberquerung und erst 1973 kam dann noch die Konrad-Adenauer-Brücke dazu.
In Trier befindet sich die Sendezentrale des Regionalradios Antenne West, ein Studio des öffentlich-rechtlichen Südwestrundfunks (SWR) sowie ein Regionalstudio des privaten Radio RPR. Daneben existiert ein Offener Kanal und der private lokale Fernsehsender Antenne West TV.
Trier | Ort in Rheinland-Pfalz | Weltkulturerbe Trier | Archäologischer Fundplatz in Rheinland-Pfalz
Трир | Trèveris | Trier | Trier | Treviro | Tréveris | Trèves (Allemagne) | Treviri | トリーア | 트리어 | Augusta Treverorum | Tréier | Trier | Trier | Trewir | Trier | Trier | Трир | Trier | Trier | Trier | 特里尔