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Trendsport ist eine Bezeichnung für neue, verbreitete Sportarten, die sich vom traditionellen Set der Sportarten abgrenzen lassen.

Definition


Ein Trend ist eine statistisch erfassbare Grundtendenz, die Richtung, in die eine Entwicklung geht. Um sie erfassen zu können, muss eine genügend große Personenzahl diesem Trend folgen. Trends sind oft kurzlebig, manchmal aber auch der erste Schritt einer dauerhaften Veränderung. Für eine Einstufung als Trendsportart sind Neuheit und hohe Nachfrage die wesentlichen Faktoren. Dazu kommt noch der subjektive Faktor des In-seins.

Merkmale


Neue Entwicklungen beruhen meist auf dem Herauslösen von Praktiken, Aktivitäten, Geräten aus dem angestammten Kontext und Übertragung in einen anderen. Häufig werden Praktiken untereinander kombiniert, um völlig neue Konzepte zu erhalten. Grundsätzlich lassen sich allerdings kaum Trendsportarten finden, die nicht eindeutig Ableitungen älterer Aktivitäten sind. Beispielsweise entwickelte sich das Snowboarden aus Wellenreiten und Skifahren. Heute mag Snowboarden nach seiner beispiellosen Erfolgsgeschichte den Kreis der Trendsportarten längst verlassen haben, aber in seinen Anfängen war es eine solche.

Die Entstehung eines Trendsports führt meist zur Herausbildung von Sportlergruppen, die sich der Entwicklung und Perfektionierung ihrer Sportart mit größtem Zeit- und Materialaufwand widmen. Diese Gruppen grenzen sich von ihrem Umfeld häufig durch eine bestimmte Stilisierung erkennbar ab. Beim Snowboarden findet man einen eindeutigen Kleidungskodex, sowie gemeinsame Werte und Sprache. Besonderer Bedeutung kommt oft der Musik zu. Die Skateboard-Szene setzte sogar ihre eigene Musikrichtung mit dem vielsagenden Namen "Skatepunk" durch. Doch egal welche Musikrichtung eine Szene favorisiert, es geht stets um Abgrenzung zum Mainstream (so lange, bis man selbst Teil des Mainstreams geworden ist).

Gemeinsam ist den meisten Trendsportarten weiterhin das Streben nach einer gewissen Virtuosität, die sich quantitativ nur schwer messen lässt und in einer Ästhetisierung der Aktivitäten besteht. Hier wird der Kontrast zu den meisten klassischen Leistungssportarten besonders deutlich, wo es um die Optimierung einer bestimmten Funktion geht (schneller, weiter, höher). Vor allem die Boarder-Sportarten üben ihren Reiz durch Rasanz und Dynamik aus. Oft sind Abenteuer und Extremisierung auffällige Merkmale von Trendsportarten. Dies gilt zum Beispiel für Freerider im Snowboarden und Skifahren, die sich in objektiv gefährliches Gelände begeben.

Trendsportarten sind oft zeitlich limitiert. So erlebte das "Stunt-Skating" oder "Street-Skating" in den 90er Jahren einen extremen Boom. 1996 wurden so viele Inline-Skates verkauft wie Kfz zugelassen wurden (ca. 4 Mio). Das Material war bis ins Detail ausgereift, Wettkämpfe etablierten sich und die Medienpräsenz war überall zu spüren. Die Szene hatte bald Musik und Kleidung aus den schwarzen Vorstätten der USA übernommen und bildete einen starken Gegenpol zu den etwas aus der Mode kommenden Skateboardern. Doch Ende der 90er brach der Umsatz drastisch ein. Inline-Skating konnten seine Popularität nicht auf dem hohen Niveau halten und der Trend neigte sich dem Ende entgegen. Heute erholt sich die Branche wieder und verkauft jährlich 1,7 Mio Skates, aber diesmal sind die Zielgruppe Fitness- und Gesundheitssportler. Die Käufer von gestern haben mit den Käufern von heute kaum mehr etwas gemeinsam ausser das Sportgerät. Ein Trendsport ist eben mehr als nur die eigentliche Aktivität.

Kleine Liste von Trendsportarten


Diese Liste ist (natürlich) unvollständig und subjektiv!

Quellen


Siehr, Janek (1999). Das Phänomen Trendsport - Theoretische Modelle und Implikationen für die adidas-Salomon AG. Diplomarbeit: Universität Bayreuth.

Weblinks


siehe auch


Sport

 

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