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Trastuzumab
 

Trastuzumab (Handelsname Herceptin®) ist ein therapeutischer monoklonaler Antikörper gegen den Wachstumsrezeptor HER2/neu (Humaner Epidermaler Wachstumsfaktor Rezeptor) auf der Zelloberfläche von Krebszellen. Trastuzumab ist zur Behandlung von Patientinnen mit Brustkrebs zugelassen, wenn die Tumorzellen vermehrt HER2/neu auf ihrer Zelloberfläche ausbilden (exprimieren), was bei etwa jeder vierten Brustkrebspatientin der Fall ist.

Geschichte


Herceptin® wurde 1998 in den USA und 2000 in der Europäischen Union für Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs zugelassen. An seiner Entwicklung war neben anderen auch Axel Ullrich, zu dieser Zeit als Grundlagenforscher in der Biotech-Firma Genentech tätig, maßgeblich beteiligt. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Trastuzomab auch bei adjvanter Gabe, d.h. bei Frauen mit HER2-positivem Brustkrebs bei denen keine Metastasen bestehen, die Rückfallgefahr deutlich herabsetzt. Seit Mai 2006 ist der Einsatz für diese Indikation in Deutschland zugelassen.

Therapie


Vor der Einleitung einer Herceptin-Therapie wird das Stadium des Brustkrebses nach der TNM-Nomenklatur festgelegt und der HER2-Status aus einer Gewebeprobe im Labor bestimmt. Der Nachweis einer HER2-Überexpression ist zwingend vorgeschrieben. Die Therapie erfolgt in der Regel in Kombination mit anderen Brustkrebsmedikamenten. Patientinnen ohne Metastasen, bei denen auch andere Therapien erfolgversprechend sind, werden derzeit - insbesondere unter dem Aspekt von Nebenwirkungen - noch nicht mit Herceptin behandelt; die adjuvante Therapie wird jedoch im Rahmen von klinischen Studien geprüft.

Wirkungsmechanismus

Herceptin bindet von der Zellaußenseite her an den Wachstumsfaktor-Rezeptor HER2 und blockiert so seine Wirkung im Inneren der Zelle. Krebszellen mit einer überschießenden Genexpression für HER2 teilen sich unter der Herceptin-Therapie nicht weiter, sondern bleiben in der G1-Phase des Zellzyklus stehen und unterliegen dem Zelltod (Apoptose).

Neben dieser erwünschten Wirkung auf Brustkrebszellen tritt in weniger als 10% der Fälle eine Schädigung des Herzmuskels auf, deren Mechanismus noch ungeklärt ist. Daher ist eine Behandlung von Patienten mit einer Herzinsuffizienz sehr riskant.

Verabreichung

Herceptin wird meist einmal wöchentlich als Infusion über 30 bis 90 Minuten verabreicht. Im Rahmen klinischer Studien werden auch andere zeitliche Abstände erprobt. Die Therapie wird so lange fortgesetzt, wie die Krebszellen auf sie ansprechen.

Weblinks


Zytostatikum

Trastuzumab | Trastuzumab | הרצפטין

 

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