Transsubstantiation ist der vom aristotelischen Substanz
Die "substantia" eines Hasen ist also das, was den Hasen zum Hasen macht. Die Farbe eines Hasen dagegen gehört zu den Akzidentien.
Eine Trans-Substantiation findet dann statt, wenn sich das Wesen einer Sache ändert. Sie bezeichnet den Wechsel von einer "substantia" in eine andere.
Ein Beispiel für eine Transsubstantiation wäre das bedruckte Stück Papier, das als Banknote freigegeben wird. Sein bisheriges Wesen war es, bedrucktes Papier zu sein. Als solches hatte es ästhetischen Wert, vielleicht auch einen Materialwert. Nach der Freigabe ist es offizielles Zahlungsmittel. Sein Wesen (Zahlungsmittel zu sein) hat sich geändert, während die Akzidentien (Aufdruck, Papierzusammensetzung) gleich geblieben sind. Hier handelt es sich um eine funktionale Wesensänderung; so erfährt ein Stück Tuch eine Wesensänderung, wenn es als Flagge gehisst wird.
Allerdings wird der Begriff in dieser Bedeutung nicht verwendet, weil er bereits theologisch belegt ist.
Diese Lehre bedeutet, dass Brot und Wein der Materie (Akzidenz) nach das bleiben, was sie vorher waren, aber ihrem Wesen nach etwas anderes geworden sind. Im Unterschied zur heutigen Vorstellung der Reproduzierbarkeit ist für die Vorstellung der Transsubstantation entscheidend, dass sie nicht machbar ist, sondern stets als Gnade empfangen wird. Die menschlichen Einsetzungsworte "verzaubern" Brot und Wein nicht eigenmächtig.
Die Lehre von der Transsubstantiation war und ist nicht unumstritten. Schon vor der feierlichen Verkündigung 1215 gab es über die Transsubstantiation theologische Auseinandersetzungen in der Kirche, so im 9. und 11. Jahrhundert im ersten und zweiten Abendmahlsstreit. Berengar von Tours meinte im zweiten Abendmahlsstreit, dass Brot und Wein der Substanz nach bleiben, was sie waren und nur die geistige Bedeutung hinzuträte. In Hand und Mund kämen Leib und Blut Christi nicht. Christus befände sich ja unteilbar im Himmel. Sein Leib und sein Blut könne deshalb nicht stückweise in einzelnen Kommunionen ausgeteilt werden.
Trotz dieser und anderer Kritik setzte sich die noch heute gültige kirchliche Lehrmeinung durch.
In der gegenwärtigen katholischen Theologie werden für das aristotelische Begriffspaar "Substanz - Akzidenz" gern personale Begriffe verwendet, die betonen, dass es um die Gegenwart Christi als des sich fortgesetzt Opfernden geht, der sich wirklich und vorbehaltlos an die Kirche verschenkt („in die Hände der Sünder“) und sie dadurch selbst zu seinem Leib werden lässt. „Empfangt, was ihr seid: der Leib Christi. Werdet, was ihr empfangt: der Leib Christi“ (Augustinus von Hippo). Derartige Deutungsversuche werden vom kirchlichen Lehramt jedoch als unzureichend, ja irrig angesehen, sofern damit ein Abgehen von der traditionellen Transsubstantiationslehre verbunden ist. Vgl. hierzu auch Transsignifikation und Transfinalisation.
Im ökumenischen Gespräch wird versucht zu klären, ob und wie sich bei unterschiedlicher theologischer Begrifflichkeit eine sachliche Identität bestimmter Glaubensinhalte feststellen lässt. Ein Konsens in der Sache kann im Hinblick auf das orthodoxe und katholische Eucharistieverständnis jedenfalls bereits als erreicht gelten.
Christentumsgeschichte (Mittelalter) | Katholische Theologie
Transubstantiation | Transsubstancigo | Transubstanciación | Transsubstantiation | Transustanziazione | Transsubstantiatie | Transsubstancjacja | Transubstanciação | Пресуществление | Transsubstantiation
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